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Mechanik – Statik & Dynamik

Kräfte, Momente, Reibung, Bewegung, Arbeit und Leistung

Die Mechanik beschreibt, wie Kräfte auf Körper wirken und wie sich Körper unter diesen Kräften bewegen. Die Statik betrachtet dabei Körper im Gleichgewicht – ein Kran, der eine Last hält, ein Hebel, der eine Platte anhebt, ein Fahrzeug, das auf einer Rampe steht. Die Dynamik beschreibt Bewegungen: Wie schnell fährt ein Förderband an, welchen Bremsweg hat ein Transporter, welche Leistung braucht ein Hubwerk?

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Die Formeln dieses Bereichs sind das Grundwerkzeug für fast jede technische Auslegung. Aus ihnen folgen die Lasten für die Festigkeitslehre, die Antriebsleistungen für die Elektrotechnik und die Energiebilanzen für die Anlagentechnik. Wer Drehmoment, Reibung, Hangabtrieb und kinetische Energie sicher beherrscht, kann Antriebe, Hebezeuge und Fördertechnik überschlägig dimensionieren.

Jede Formel lässt sich hier nach jeder sinnvollen Größe umstellen. Der Rechner zeigt den vollständigen Rechenweg mit Einheiten, ein Praxisbeispiel aus Maschinenbau, Anlagenbau oder Baustelle und – wo es hilft – eine Grafik oder einen Funktionsgraphen. Winkel werden in Grad eingegeben, Längen in Metern, Kräfte in Newton; Umrechnungen (mm, kN, kW, km/h) stehen jeweils im Rechenweg.

Kräfte & Momente

8 Formeln

Newtonsches Grundgesetz

Welche Kraft ist nötig, um eine Masse mit a zu beschleunigen?
Umstellen nach

Das Newtonsche Grundgesetz (2. Newtonsches Axiom, Aktionsprinzip) verknüpft die auf einen Körper wirkende resultierende Kraft F mit seiner Masse m und der Beschleunigung a, die er dadurch erfährt. Kraft und Beschleunigung zeigen in dieselbe Richtung; die Masse ist das Maß für die Trägheit des Körpers.

F ist dabei die Summe aller angreifenden Kräfte (Antriebskraft minus Reibung, Hangabtrieb usw.). Wirkt keine resultierende Kraft, bleibt die Geschwindigkeit konstant. In der Praxis liefert die Formel die zusätzliche Antriebskraft beim Anfahren eines Fahrzeugs, eines Förderbands oder eines Kranlaufwerks, aber auch die Trägheitskräfte beim Bremsen und in Pressen.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Kraftresultierende Kraft auf den Körper (1 N = 1 kg·m/s²)N
MasseMasse des beschleunigten Körperskg
BeschleunigungÄnderung der Geschwindigkeit je Sekunde; negativ bei Verzögerungm/s²

Rechner

N
kg
m/s²
typisch: Anfahren Fahrzeug 0,5 … 3

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikKraft über der Beschleunigung

Kraft über der BeschleunigungArbeitspunkt bei a = 0,8 m/s² und F = 2 800 N.02 0004 0006 00000,511,5a in m/s²F in N2 8000,8
Beispiel: 2 800 N = 2,8 kN

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Elektro-Gabelstapler hat mit Last eine Gesamtmasse von 3 500 kg und soll mit 0,8 m/s² anfahren. Welche resultierende Antriebskraft ist dafür nötig (Fahrwiderstände vernachlässigt)?

  1. Gegeben: m = 3 500 kg, a = 0,8 m/s². Gesucht: F.
  2. Formel: F = m · a.
  3. Einsetzen: F = 3 500 kg · 0,8 m/s² = 2 800 kg·m/s² = 2 800 N.
  4. Umrechnen: 2 800 N = 2,8 kN. Zusätzlich müssen Roll- und Luftwiderstand vom Antrieb aufgebracht werden.

Ergebnis: 2 800 N = 2,8 kN

Gültigkeit & Hinweise

  • F ist die resultierende Kraft, also die Summe aller angreifenden Kräfte in Bewegungsrichtung (Antrieb minus Reibung, Hangabtrieb usw.).
  • Gilt für konstante Masse und Geschwindigkeiten weit unterhalb der Lichtgeschwindigkeit – also für alle Aufgaben der technischen Mechanik.
  • Die Masse in kg ist eine Stoffmenge, nicht die Gewichtskraft; die Gewichtskraft folgt mit a = g aus derselben Formel.

Typische Fehler

  • Gewicht in kg als Kraft eingesetzt – Kräfte haben die Einheit N (1 kg Masse entspricht 9,81 N Gewichtskraft).
  • Nur die Antriebskraft betrachtet und Reibung oder Steigung vergessen – beschleunigt wird nur durch die resultierende Kraft.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Gewichtskraft

Mit welcher Kraft zieht die Erde an einer Masse?
Umstellen nach

Die Gewichtskraft F_G ist die Kraft, mit der die Erde einen Körper anzieht. Sie ergibt sich aus der Masse m und der Fallbeschleunigung g, die in Mitteleuropa rund 9,81 m/s² beträgt. Sie wirkt immer senkrecht nach unten, also zum Erdmittelpunkt.

Im Alltag wird „Gewicht“ oft für die Masse in Kilogramm benutzt; in der Technik ist die Gewichtskraft eine Kraft in Newton. Eine Masse von 1 kg hat eine Gewichtskraft von rund 9,81 N. Die Gewichtskraft ist die Ausgangsgröße fast jeder Lastrechnung: Seilkräfte am Kran, Auflagerkräfte eines Trägers, Normalkraft für die Reibung, Hubkraft eines Hebezeugs.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
GewichtskraftKraft, mit der die Erde den Körper anzieht; wirkt senkrecht nach untenN
MasseMasse des Körperskg
FallbeschleunigungErdbeschleunigung, technisch 9,81 m/s² (überschlägig oft 10 m/s²)m/s²

Rechner

N
kg
m/s²

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikGewichtskraft über der Masse

Gewichtskraft über der MasseArbeitspunkt bei m = 1 250 kg und F_G = 12 263 N.05 00010 00015 00020 00025 00005002 0002 500m in kgFG​ in N12 2631 250
Beispiel: 12 262,5 N ≈ 12,3 kN

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Stahlträger mit einer Masse von 1 250 kg soll mit einem Kran angehoben werden. Welche Gewichtskraft muss das Hebezeug mindestens aufnehmen?

  1. Gegeben: m = 1 250 kg, g = 9,81 m/s². Gesucht: F_G.
  2. Formel: F_G = m · g.
  3. Einsetzen: F_G = 1 250 kg · 9,81 m/s² = 12 262,5 N.
  4. Umrechnen: 12 262,5 N ≈ 12,3 kN. Beim Anheben kommt noch die Beschleunigungskraft m · a hinzu, deshalb wird mit einem Sicherheitszuschlag gerechnet.

Ergebnis: 12 262,5 N ≈ 12,3 kN

Gültigkeit & Hinweise

  • g ist ortsabhängig: 9,78 m/s² am Äquator, 9,83 m/s² an den Polen; in Deutschland 9,81 m/s². Der Normwert g_n = 9,80665 m/s² wird technisch auf 9,81 gerundet.
  • Die Gewichtskraft ist die statische Last. Beim Anheben, Bremsen oder Schwenken kommen dynamische Zusatzkräfte hinzu.
  • Nach g wird nicht umgestellt; der Wert ist vorbelegt und kann bei Bedarf geändert werden.

Typische Fehler

  • „Gewicht“ in kg mit der Gewichtskraft in N verwechseln – Lastangaben an Hebezeugen in kg oder t sind Massen.
  • Tonnen nicht in Kilogramm umgerechnet (1 t = 1 000 kg).
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Drehmoment

Kraft mal Hebelarm – die Drehwirkung einer Kraft um einen Punkt.
Umstellen nach

Das Drehmoment M beschreibt die Drehwirkung einer Kraft F um einen Drehpunkt. Es ist das Produkt aus der Kraft und dem Hebelarm r, dem senkrechten Abstand zwischen Drehpunkt und Wirkungslinie der Kraft. Die Formel in dieser Form gilt, wenn die Kraft senkrecht zum Hebelarm angreift; bei schräg angreifender Kraft wirkt nur die senkrechte Komponente F · sin φ.

In der Praxis ist das Drehmoment die zentrale Größe beim Anziehen von Schrauben, an Motor- und Getriebewellen, an Hebeln und Kurbeln. Als Vorzeichenkonvention gilt in der Statik: Drehmomente gegen den Uhrzeigersinn sind positiv, im Uhrzeigersinn negativ. Die Einheit N·m hat denselben Aufbau wie das Joule der Arbeit, bezeichnet aber eine ganz andere physikalische Größe.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
DrehmomentDrehwirkung der Kraft um den DrehpunktN·m
KraftKraft, die senkrecht zum Hebelarm angreiftN
Hebelarmsenkrechter Abstand zwischen Drehpunkt und Wirkungslinie der Kraftm

Rechner

N·m
N
m
typisch: Schraubenschlüssel 0,1 … 0,5

Ergebnis

Rechenweg

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Grafik

DrehmomentWelle mit Hebelarm und Kraft mit F = 150 N, r = 0,25 m, M = 37,5 N·m.F = 150 NM = 37,5 N·mr = 0,25 m
Beispiel: 37,5 N·m

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Monteur zieht eine Schraube mit einem 250 mm langen Schraubenschlüssel an und drückt am Schlüsselende mit 150 N senkrecht zum Schlüssel. Welches Drehmoment wirkt auf die Schraube?

  1. Gegeben: F = 150 N, r = 250 mm = 0,25 m. Gesucht: M.
  2. Formel: M = F · r.
  3. Einsetzen: M = 150 N · 0,25 m = 37,5 N·m.
  4. Zum Vergleich: Eine Schraube M10 der Festigkeitsklasse 8.8 wird je nach Reibung mit rund 45 bis 50 N·m angezogen – der Monteur müsste also etwas stärker drücken oder einen längeren Schlüssel nehmen.

Ergebnis: 37,5 N·m

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für eine Kraft, die senkrecht zum Hebelarm angreift. Bei schräger Kraft ist r der senkrechte Abstand der Wirkungslinie zum Drehpunkt oder es gilt M = F · r · sin φ.
  • Vorzeichen: Drehung gegen den Uhrzeigersinn positiv (mathematisch positiver Drehsinn).
  • N·m (Drehmoment) und J (Arbeit) haben dieselbe Basiseinheit, sind aber verschiedene Größen – Drehmoment wird nie in Joule angegeben.

Typische Fehler

  • Hebelarm in mm statt m eingesetzt – das Ergebnis ist dann um den Faktor 1 000 zu groß.
  • Gesamtlänge des Hebels verwendet, obwohl die Kraft nicht am Ende angreift.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Hebelgesetz

Kraft mal Kraftarm = Last mal Lastarm – das Momentengleichgewicht am Hebel.
Umstellen nach

Das Hebelgesetz ist das Momentengleichgewicht an einem drehbar gelagerten Hebel: Im Gleichgewicht ist das Drehmoment der Kraft F₁ (Kraft mal Kraftarm l₁) gleich dem Drehmoment der Last F₂ (Last mal Lastarm l₂). Die Hebelarme sind die senkrechten Abstände der Kraftwirkungslinien zum Drehpunkt.

Die Formel gilt für einseitige Hebel (beide Kräfte auf derselben Seite des Drehpunkts, z. B. Schubkarre, Brechstange auf einem Stein) und zweiseitige Hebel (Kräfte auf verschiedenen Seiten, z. B. Wippe, Zange). Sie steckt in Brechstange, Schraubenschlüssel, Zange, Kipphebel, Balkenwaage und in jeder Auflagerrechnung eines Trägers. Das Eigengewicht des Hebels wird dabei vernachlässigt oder als zusätzliche Last im Schwerpunkt berücksichtigt.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Kraft (Handkraft)aufgebrachte Kraft am KraftarmN
Kraftarmsenkrechter Abstand der Kraft F₁ zum Drehpunktm
LastLastkraft am LastarmN
Lastarmsenkrechter Abstand der Last F₂ zum Drehpunktm

Rechner

N
m
N
m

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

HebelgesetzHebel auf einem Drehpunkt mit F₁ = 150 N, F₂ = 1 200 N, l₁ = 1,2 m, l₂ = 0,15 m.F₁ = 150 NF₂ = 1 200 Nl₁ = 1,2 ml₂ = 0,15 m
Beispiel: 150 N

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Auf der Baustelle soll eine Betonplatte mit einer Brechstange angehoben werden. Die Last an der Stangenspitze beträgt 1 200 N, der Lastarm 0,15 m, der Kraftarm bis zur Hand 1,20 m. Welche Handkraft ist nötig?

  1. Gegeben: F₂ = 1 200 N, l₂ = 0,15 m, l₁ = 1,20 m. Gesucht: F₁.
  2. Formel: F₁ · l₁ = F₂ · l₂, umgestellt F₁ = F₂ · l₂ / l₁.
  3. Einsetzen: F₁ = 1 200 N · 0,15 m / 1,20 m = 180 N·m / 1,20 m = 150 N.
  4. Das Hebelverhältnis l₁ / l₂ = 8 verringert die nötige Kraft auf ein Achtel; dafür muss die Hand den achtfachen Weg zurücklegen.

Ergebnis: 150 N

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt im Gleichgewicht (Hebel ruht oder bewegt sich gleichförmig). Beim Beschleunigen kommen Trägheitskräfte hinzu.
  • Hebelarme sind immer die senkrechten Abstände der Wirkungslinien zum Drehpunkt – bei schräg angreifenden Kräften nicht die Stangenlänge.
  • Das Eigengewicht des Hebels ist vernachlässigt; bei schweren Hebeln als zusätzliche Last im Schwerpunkt ansetzen.

Typische Fehler

  • Kraftarm und Lastarm vertauscht – der Kraftarm gehört zur aufgebrachten Kraft, der Lastarm zur Last.
  • Beim einseitigen Hebel die Gesamtlänge statt des Abstands zum Drehpunkt eingesetzt.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Kraftkomponente in x-Richtung

Welcher Anteil einer schräg wirkenden Kraft wirkt waagerecht?
Umstellen nach

Eine schräg angreifende Kraft F lässt sich in zwei senkrecht zueinander stehende Komponenten zerlegen. Die Komponente in x-Richtung (meist waagerecht) ergibt sich aus F und dem Winkel α zwischen der Kraftrichtung und der x-Achse über den Kosinus. Die Zerlegung folgt direkt aus dem rechtwinkligen Dreieck, das Kraft und Komponenten aufspannen.

Typische Anwendungen: die ziehende Komponente eines schräg angestellten Seils, die Vorschubkraft bei schräger Werkzeugkraft, die waagerechte Last einer Abspannung auf einen Mast. Konvention: α wird von der x-Achse zur Kraftrichtung gemessen, hier im Bereich 0° bis 90°. Bei α = 0° wirkt die gesamte Kraft in x-Richtung, bei α = 90° gar nichts.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Kraftkomponente in x-RichtungAnteil der Kraft entlang der x-Achse (waagerecht)N
KraftBetrag der schräg wirkenden GesamtkraftN
Winkel zur x-AchseWinkel zwischen Kraftrichtung und x-Achse (0° … 90°)°

Rechner

N
N
°

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Kraftkomponente in x-RichtungKraft mit ihren Komponenten in x- und y-Richtung mit F = 2 000 N, α = 30°, F x = 1 732 N, F y = 1 000 N.F = 2 000 NFx​ = 1 732 NFy​ = 1 000 Nα = 30°
Beispiel: 1 732 N

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine Seilwinde zieht eine Palette über den Hallenboden. Das Seil ist unter α = 30° zur Waagerechten angestellt, die Seilkraft beträgt 2 000 N. Wie groß ist die waagerechte, ziehende Komponente?

  1. Gegeben: F = 2 000 N, α = 30°. Gesucht: F_x.
  2. Formel: F_x = F · cos α.
  3. Einsetzen: F_x = 2 000 N · cos 30° = 2 000 N · 0,866 = 1 732 N.
  4. Nur rund 87 % der Seilkraft ziehen waagerecht; der Rest (F_y = 1 000 N) entlastet den Boden und verringert damit die Reibung.

Ergebnis: 1 732 N

Gültigkeit & Hinweise

  • α ist der Winkel zwischen Kraftrichtung und x-Achse; der Rechner arbeitet mit 0° bis 90°. Für Winkel über 90° wird F_x negativ (Kraft zeigt gegen die x-Richtung).
  • Die Umstellung nach F ist bei α nahe 90° unbrauchbar (Division durch cos α ≈ 0).
  • Für die Umstellung nach α muss F_x ≤ F sein, sonst gibt es keinen reellen Winkel.

Typische Fehler

  • Taschenrechner auf Bogenmaß statt Grad eingestellt.
  • Winkel zur falschen Achse gemessen – Sinus und Kosinus vertauschen sich, wenn α zur y-Achse statt zur x-Achse gemessen wird.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Kraftkomponente in y-Richtung

Welcher Anteil einer schräg wirkenden Kraft wirkt senkrecht?
Umstellen nach

Die Komponente einer schräg angreifenden Kraft F in y-Richtung (meist senkrecht) ergibt sich aus F und dem Winkel α zwischen Kraftrichtung und x-Achse über den Sinus. Zusammen mit der x-Komponente beschreibt sie die Kraft vollständig: F² = F_x² + F_y².

In der Praxis ist die y-Komponente zum Beispiel die hebende Wirkung eines schräg gezogenen Seils, die senkrechte Last einer Abspannung auf das Fundament oder die Andruckkraft eines schräg angesetzten Werkzeugs. Konvention wie bei der x-Komponente: α wird von der x-Achse zur Kraftrichtung gemessen, 0° bis 90°.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Kraftkomponente in y-RichtungAnteil der Kraft entlang der y-Achse (senkrecht)N
KraftBetrag der schräg wirkenden GesamtkraftN
Winkel zur x-AchseWinkel zwischen Kraftrichtung und x-Achse (0° … 90°)°

Rechner

N
N
°

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Kraftkomponente in y-RichtungKraft mit ihren Komponenten in x- und y-Richtung mit F = 2 000 N, α = 30°, F x = 1 732 N, F y = 1 000 N.F = 2 000 NFx​ = 1 732 NFy​ = 1 000 Nα = 30°
Beispiel: 1 000 N

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Dieselbe Seilwinde: Seilkraft F = 2 000 N, Seil unter α = 30° zur Waagerechten. Wie groß ist die senkrechte Komponente, die die Palette anhebt bzw. den Boden entlastet?

  1. Gegeben: F = 2 000 N, α = 30°. Gesucht: F_y.
  2. Formel: F_y = F · sin α.
  3. Einsetzen: F_y = 2 000 N · sin 30° = 2 000 N · 0,5 = 1 000 N.
  4. Kontrolle über Pythagoras: √(1 732² + 1 000²) N = √(3 000 000 + 1 000 000) N = 2 000 N.

Ergebnis: 1 000 N

Gültigkeit & Hinweise

  • α ist der Winkel zwischen Kraftrichtung und x-Achse (0° … 90°); die Umstellung nach α liefert Winkel in diesem Bereich. Für stumpfe Winkel gilt sin(180° − α) = sin α.
  • Die Umstellung nach F ist bei α nahe 0° unbrauchbar (Division durch sin α ≈ 0).
  • Für die Umstellung nach α muss F_y ≤ F sein.

Typische Fehler

  • Taschenrechner auf Bogenmaß statt Grad eingestellt.
  • Sinus und Kosinus vertauscht – die Komponente gegenüber dem Winkel α ist die Sinus-Komponente.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Resultierende zweier Kräfte

Wie groß ist die Gesamtkraft aus zwei Kräften mit Zwischenwinkel γ?
Umstellen nach

Greifen zwei Kräfte F₁ und F₂ im selben Punkt an, lassen sie sich zu einer Resultierenden F_R zusammenfassen. Ihr Betrag folgt aus dem Kräfteparallelogramm mit dem Kosinussatz; γ ist der Winkel zwischen den beiden Kraftrichtungen. Für γ = 90° wird die Formel zum Satz des Pythagoras, für γ = 0° addieren sich die Beträge, für γ = 180° wird die Differenz gebildet.

Typische Anwendungen: zwei Seile an einem Anschlagpunkt, zwei Abspannungen an einem Mast, Vorschub- und Schnittkraft an einem Werkzeug, Wind- und Gewichtslast an einer Konstruktion. Die Formel liefert nur den Betrag der Resultierenden; ihre Richtung ergibt sich aus der Zerlegung in Komponenten.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Resultierende KraftBetrag der Gesamtkraft aus F₁ und F₂N
Kraft 1Betrag der ersten KraftN
Kraft 2Betrag der zweiten KraftN
ZwischenwinkelWinkel zwischen den Richtungen von F₁ und F₂ (0° … 180°)°

Rechner

N
N
N
°

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Resultierende zweier KräfteKräfteparallelogramm mit F₁ = 3 000 N, F₂ = 4 000 N, γ = 60°, F R = 6 083 N.F₁ = 3 000 NF₂ = 4 000 NFR​ = 6 083 Nγ = 60°
Beispiel: 6 083 N ≈ 6,1 kN

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

An einer Ringschraube (Anschlagpunkt) einer Stahlkonstruktion greifen zwei Seilkräfte an: F₁ = 3 000 N und F₂ = 4 000 N, der Winkel zwischen den Seilen beträgt 60°. Mit welcher Gesamtkraft wird der Anschlagpunkt belastet?

  1. Gegeben: F₁ = 3 000 N, F₂ = 4 000 N, γ = 60°. Gesucht: F_R.
  2. Formel: F_R = √(F₁² + F₂² + 2 · F₁ · F₂ · cos γ).
  3. Einsetzen: F_R = √(3 000² + 4 000² + 2 · 3 000 · 4 000 · cos 60°) N = √(9 000 000 + 16 000 000 + 12 000 000) N = √37 000 000 N.
  4. Ergebnis: F_R ≈ 6 083 N ≈ 6,1 kN. Zum Vergleich: Bei γ = 90° wären es 5 000 N, bei γ = 0° die volle Summe 7 000 N.

Ergebnis: 6 083 N ≈ 6,1 kN

Gültigkeit & Hinweise

  • γ ist der Winkel zwischen den beiden Kraftrichtungen (0° … 180°). Wird stattdessen der Innenwinkel des Kräftedreiecks verwendet, muss das Vorzeichen des Kosinus-Terms umgedreht werden.
  • Nach F₁ oder F₂ wird nicht umgestellt: Die Auflösung führt auf eine quadratische Gleichung mit bis zu zwei Lösungen (oder keiner); solche Aufgaben werden über die Kraftkomponenten gelöst.
  • Für die Umstellung nach γ muss |F₁ − F₂| ≤ F_R ≤ F₁ + F₂ gelten, sonst gibt es keinen reellen Winkel.
  • Die Formel liefert nur den Betrag; die Richtung der Resultierenden folgt aus der Komponentenzerlegung.

Typische Fehler

  • Vorzeichen des Kosinus-Terms: Mit dem Zwischenwinkel γ gilt „+“; mit dem Innenwinkel des Kräftedreiecks (180° − γ) gilt „−“ (Kosinussatz).
  • Kräfte aus verschiedenen Angriffspunkten zusammengefasst – die Formel gilt für ein zentrales Kräftesystem.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Federkraft (Hookesches Gesetz)

Welche Kraft übt eine Feder bei einem bestimmten Federweg aus?
Umstellen nach

Nach dem Hookeschen Gesetz ist die Kraft F einer Feder proportional zu ihrem Federweg x, also zur Verlängerung oder Verkürzung gegenüber der entspannten Länge. Der Proportionalitätsfaktor ist die Federrate k (auch Federkonstante oder Federsteifigkeit), die angibt, wie viel Kraft je Millimeter Federweg nötig ist. Eine Feder mit k = 25 N/mm braucht also 25 N für jeden Millimeter.

Die Formel gilt im linear-elastischen Bereich, solange die Feder nach Entlastung in ihre Ausgangslänge zurückkehrt und die Windungen nicht auf Block gehen. In der Praxis werden damit Ventilfedern, Rückstellfedern, Druckfedern in Kupplungen und Federpakete in Schwingungsdämpfern ausgelegt. Die Einheit N/mm ist im Maschinenbau üblich; 1 N/mm = 1 000 N/m = 1 kN/m.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
FederkraftKraft, die die Feder bei Federweg x ausübt bzw. aufnimmtN
FederrateFederkonstante, Kraft je mm FederwegN/mm
FederwegVerkürzung oder Verlängerung gegenüber der entspannten Federmm

Rechner

N
N/mm
typisch: Ventilfeder 10 … 60, Fahrwerksfeder 20 … 100
mm

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Federkraft (Hookesches Gesetz)Schraubenfeder mit Masse mit k = 25 N/mm, x = 8 mm, F = 200 N.k = 25 N/mmx = 8 mmF = 200 N
Beispiel: 25 N/mm = 25 kN/m

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine Ventilfeder soll bei 8 mm Federweg (Zusammendrückung gegenüber der entspannten Länge) eine Kraft von 200 N aufbringen. Welche Federrate muss die Feder haben?

  1. Gegeben: F = 200 N, x = 8 mm. Gesucht: k.
  2. Formel: F = k · x, umgestellt k = F / x.
  3. Einsetzen: k = 200 N / 8 mm = 25 N/mm.
  4. Umrechnen: 25 N/mm = 25 000 N/m = 25 kN/m. Bei 12 mm Federweg wäre die Kraft dann 25 N/mm · 12 mm = 300 N.

Ergebnis: 25 N/mm = 25 kN/m

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt nur im linear-elastischen Bereich der Feder – nicht bis zur Blocklänge oder über die zulässige Spannung hinaus.
  • x ist der Weg ab der entspannten Länge. Bei vorgespannten Federn (z. B. eingebaute Ventilfeder) gilt für die Zusatzkraft ΔF = k · Δx.
  • Für Federn in Reihe gilt 1/k_ges = 1/k₁ + 1/k₂, für Federn parallel k_ges = k₁ + k₂.

Typische Fehler

  • Federweg in m eingesetzt, obwohl k in N/mm angegeben ist – Faktor 1 000.
  • Gesamtlänge der Feder statt des Federwegs verwendet.
Verwandte Formeln:Quelle: Roloff/Matek Maschinenelemente, Tabellenbuch MetallEigene Seite

Schiefe Ebene & Reibung

3 Formeln

Hangabtriebskraft

Welcher Anteil der Gewichtskraft zieht einen Körper die schiefe Ebene hinab?
Umstellen nach

Auf einer schiefen Ebene mit dem Neigungswinkel α wirkt die Gewichtskraft m · g senkrecht nach unten. Zerlegt man sie in eine Komponente parallel zur Ebene und eine senkrecht dazu, ergibt sich die Hangabtriebskraft F_H = m · g · sin α. Sie zieht den Körper hangabwärts und muss vom Antrieb, der Haltekraft oder der Reibung aufgenommen werden.

In der Praxis bestimmt die Hangabtriebskraft die Zugkraft an Rampen und Förderbändern mit Steigung, die Haltekraft einer Seilwinde am Hang oder die Bremskraft eines auf der Rampe stehenden Fahrzeugs. Ist die Steigung in Prozent gegeben, folgt der Winkel aus α = arctan(p / 100); 10 % Steigung entsprechen 5,7°.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
HangabtriebskraftKomponente der Gewichtskraft parallel zur schiefen Ebene, hangabwärtsN
MasseMasse des Körpers auf der Ebenekg
FallbeschleunigungErdbeschleunigung, technisch 9,81 m/s²m/s²
NeigungswinkelWinkel der Ebene gegen die Waagerechte (0° … 90°)°

Rechner

N
kg
m/s²
°
typisch: Laderampe 5 … 15, Förderband bis 20

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

HangabtriebskraftKörper auf der schiefen Ebene mit α = 10°, m = 800 kg, F H = 1 363 N, g = 9,81 m/s².FG​FN​FH​ = 1 363 Nm = 800 kgα = 10°g = 9,81 m/s²
Beispiel: 1 363 N ≈ 1,36 kN

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Hubwagen mit Palette (Gesamtmasse 800 kg) wird über eine Laderampe mit 10° Neigung geschoben. Welche Kraft ist allein zum Halten gegen den Hangabtrieb nötig (Rollreibung vernachlässigt)?

  1. Gegeben: m = 800 kg, g = 9,81 m/s², α = 10°. Gesucht: F_H.
  2. Formel: F_H = m · g · sin α.
  3. Gewichtskraft: m · g = 800 kg · 9,81 m/s² = 7 848 N.
  4. Einsetzen: F_H = 7 848 N · sin 10° = 7 848 N · 0,1736 ≈ 1 363 N.
  5. Rund 17 % der Gewichtskraft müssen als Schubkraft aufgebracht werden – zuzüglich Rollreibung.

Ergebnis: 1 363 N ≈ 1,36 kN

Gültigkeit & Hinweise

  • α ist der Neigungswinkel gegen die Waagerechte (0° … 90°). Bei α = 0° gibt es keinen Hangabtrieb, bei α = 90° entspricht er der vollen Gewichtskraft.
  • Steigung in Prozent in den Winkel umrechnen: α = arctan(p / 100). Für kleine Winkel ist sin α ≈ tan α, also F_H ≈ m · g · p / 100.
  • Ein Körper rutscht ohne Antrieb los, wenn F_H größer als die maximale Haftreibung μ₀ · F_N ist, also wenn tan α > μ₀.

Typische Fehler

  • Steigung in Prozent direkt als Winkel in Grad eingesetzt.
  • Sinus und Kosinus vertauscht – die Hangabtriebskraft gehört zum Sinus, die Normalkraft zum Kosinus.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Normalkraft auf der schiefen Ebene

Mit welcher Kraft drückt ein Körper senkrecht auf die geneigte Fläche?
Umstellen nach

Die Normalkraft F_N ist die Komponente der Gewichtskraft, die senkrecht (normal) auf die Auflagefläche drückt. Auf einer um α geneigten Ebene beträgt sie m · g · cos α; auf waagerechtem Boden (α = 0°) ist sie gleich der Gewichtskraft. Mit zunehmender Neigung nimmt die Normalkraft ab, während der Hangabtrieb zunimmt.

Die Normalkraft ist die Bezugsgröße für die Reibung: Reibungskräfte sind proportional zu F_N, nicht zur Gewichtskraft. Wer Reibung an Rampen, Rutschen oder geneigten Förderbändern rechnet, braucht daher zuerst die Normalkraft. Dieselbe Konvention wie beim Hangabtrieb: α ist der Winkel gegen die Waagerechte.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
NormalkraftKomponente der Gewichtskraft senkrecht zur AuflageflächeN
MasseMasse des Körpers auf der Ebenekg
FallbeschleunigungErdbeschleunigung, technisch 9,81 m/s²m/s²
NeigungswinkelWinkel der Ebene gegen die Waagerechte (0° … 90°)°

Rechner

N
kg
m/s²
°

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Normalkraft auf der schiefen EbeneKörper auf der schiefen Ebene mit α = 10°, m = 800 kg, F N = 7 729 N, g = 9,81 m/s².FG​FN​ = 7 729 NFH​m = 800 kgα = 10°g = 9,81 m/s²
Beispiel: 7 729 N ≈ 7,73 kN

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Derselbe Hubwagen mit Palette (800 kg) steht auf der 10° geneigten Laderampe. Mit welcher Normalkraft drückt er auf die Rampe?

  1. Gegeben: m = 800 kg, g = 9,81 m/s², α = 10°. Gesucht: F_N.
  2. Formel: F_N = m · g · cos α.
  3. Gewichtskraft: m · g = 800 kg · 9,81 m/s² = 7 848 N.
  4. Einsetzen: F_N = 7 848 N · cos 10° = 7 848 N · 0,9848 ≈ 7 729 N.
  5. Kontrolle: √(F_H² + F_N²) = √(1 363² + 7 729²) N ≈ 7 848 N = Gewichtskraft.

Ergebnis: 7 729 N ≈ 7,73 kN

Gültigkeit & Hinweise

  • α ist der Neigungswinkel gegen die Waagerechte (0° … 90°). Auf waagerechtem Boden (α = 0°) ist F_N = m · g.
  • Gilt ohne zusätzliche äußere Kräfte senkrecht zur Ebene. Eine schräg ziehende Seilkraft oder eine Andruckkraft verändert die Normalkraft.
  • Die Normalkraft ist die Bezugsgröße der Reibung: F_R = μ · F_N.

Typische Fehler

  • Gewichtskraft statt Normalkraft in die Reibungsformel eingesetzt – auf der schiefen Ebene ist F_N kleiner als m · g.
  • Sinus und Kosinus vertauscht.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Gleitreibung

Welche Kraft bremst einen Körper, der über eine Fläche gleitet?
Umstellen nach

Die Gleitreibungskraft F_R wirkt zwischen zwei aufeinander gleitenden Flächen entgegen der Bewegungsrichtung. Nach dem Coulombschen Reibungsgesetz ist sie proportional zur Normalkraft F_N, mit der die Flächen aufeinandergedrückt werden; der Proportionalitätsfaktor ist die Gleitreibungszahl μ. Sie hängt von der Werkstoffpaarung, dem Oberflächenzustand und der Schmierung ab, aber in guter Näherung nicht von der Größe der Berührfläche und nur wenig von der Gleitgeschwindigkeit.

Zu unterscheiden sind Haftreibung und Gleitreibung: Solange ein Körper ruht, kann die Haftreibung jeden Wert bis zum Maximum μ₀ · F_N annehmen – erst wenn die angreifende Kraft dieses Maximum überschreitet, setzt sich der Körper in Bewegung. Danach wirkt die (kleinere) Gleitreibung μ · F_N. Deshalb ist Losreißen schwerer als Weiterschieben, und deshalb bremst ein blockierendes Rad schlechter als ein rollendes. In der Praxis liefert die Formel die Verschiebekraft für Kisten und Maschinen, die Bremskraft von Bremsbelägen und die Haltekraft von Klemmverbindungen.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
ReibungskraftGleitreibungskraft entgegen der BewegungsrichtungN
Gleitreibungszahldimensionslos, abhängig von Werkstoffpaarung und Oberfläche–
NormalkraftKraft senkrecht zur Berührfläche; auf waagerechtem Boden gleich der GewichtskraftN

Rechner

N
typisch: Stahl/Stahl 0,15 · Holz/Holz 0,3 · Gummi/Asphalt 0,7 · Stahl/Eis 0,02
N

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikReibungskraft über der Normalkraft

Reibungskraft über der NormalkraftArbeitspunkt bei F_N = 2 453 N und F_R = 367,9 N. Kurven für Gummi/Asphalt (0,7), Holz/Holz (0,3), Stahl/Stahl (0,15), Stahl/Eis (0,02).01 0001 50001 0003 0004 000FN​ in NFR​ in N367,92 453Gummi/Asphalt (0,7)Holz/Holz (0,3)Stahl/Stahl (0,15)Stahl/Eis (0,02)
Beispiel: 368 N

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine Stahlkiste mit 250 kg wird über einen trockenen Stahlboden geschoben (Gleitreibungszahl μ ≈ 0,15). Welche Kraft ist nötig, um die Kiste gleichmäßig weiterzuschieben?

  1. Gegeben: m = 250 kg, μ = 0,15. Gesucht: F_R.
  2. Normalkraft auf waagerechtem Boden: F_N = m · g = 250 kg · 9,81 m/s² = 2 452,5 N.
  3. Formel: F_R = μ · F_N.
  4. Einsetzen: F_R = 0,15 · 2 452,5 N ≈ 368 N.
  5. Zum Losreißen aus dem Stand ist mit der Haftreibungszahl μ₀ ≈ 0,2 eine Kraft von rund 0,2 · 2 452,5 N ≈ 490 N nötig.

Ergebnis: 368 N

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für trockene oder gleichbleibend geschmierte Festkörperreibung (Coulomb). Bei Flüssigkeitsreibung (hydrodynamische Schmierung) hängt die Reibung stark von der Geschwindigkeit ab.
  • Haftreibung: Die maximale Haftreibungskraft ist F_R0,max = μ₀ · F_N mit μ₀ > μ. Mit μ₀ statt μ berechnet die Formel die Losbrechkraft.
  • Reibungszahlen sind Richtwerte mit großer Streuung (siehe Tabelle). Für sicherheitsrelevante Auslegungen Versuche oder Herstellerangaben verwenden.
  • F_N ist die Normalkraft, nicht die Gewichtskraft – auf der schiefen Ebene gilt F_N = m · g · cos α.

Typische Fehler

  • Masse in kg statt Normalkraft in N eingesetzt.
  • Haft- und Gleitreibungszahl verwechselt – zum Anfahren gilt μ₀, zum Weiterschieben μ.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Bewegung

7 Formeln

Gleichförmige Bewegung

Geschwindigkeit = Weg durch Zeit bei konstanter Geschwindigkeit.
Umstellen nach

Bei einer gleichförmigen Bewegung legt ein Körper in gleichen Zeiten gleiche Wege zurück; seine Geschwindigkeit v ist konstant und ergibt sich als Quotient aus Weg s und Zeit t. Es wirkt keine resultierende Kraft – Antrieb und Widerstände halten sich die Waage.

Die Formel ist die Grundlage für Förderbänder, Fahrzeuge mit konstanter Geschwindigkeit, Vorschübe an Werkzeugmaschinen und jede Taktzeitrechnung. Bei veränderlicher Geschwindigkeit liefert sie die mittlere Geschwindigkeit über die Strecke. Für Fahrzeuge ist die Umrechnung in km/h hilfreich: 1 m/s = 3,6 km/h.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Geschwindigkeitkonstante (oder mittlere) Geschwindigkeit; 1 m/s = 3,6 km/hm/s
Wegzurückgelegte Streckem
ZeitDauer der Bewegungs

Rechner

m/s
m
s

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Förderband ist 36 m lang und läuft mit 1,2 m/s. Wie lange braucht ein Paket von der Aufgabe bis zur Abwurfstelle?

  1. Gegeben: s = 36 m, v = 1,2 m/s. Gesucht: t.
  2. Formel: v = s / t, umgestellt t = s / v.
  3. Einsetzen: t = 36 m / 1,2 m/s = 30 s.
  4. Zum Vergleich: 1,2 m/s entsprechen 1,2 · 3,6 = 4,32 km/h, etwa Schrittgeschwindigkeit.

Ergebnis: 30 s

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für konstante Geschwindigkeit; bei veränderlicher Geschwindigkeit ergibt die Formel den Mittelwert über die Strecke.
  • Umrechnung: km/h ÷ 3,6 = m/s; m/min ÷ 60 = m/s.
  • Anlauf- und Bremsphasen werden hier nicht erfasst – dafür die Formeln der gleichmäßig beschleunigten Bewegung verwenden.

Typische Fehler

  • km/h und m/s vermischt – 36 km/h sind 10 m/s.
  • Minuten statt Sekunden eingesetzt.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Geschwindigkeit bei gleichmäßiger Beschleunigung

Welche Geschwindigkeit erreicht ein Körper nach der Zeit t aus dem Stand?
Umstellen nach

Bei gleichmäßig beschleunigter Bewegung nimmt die Geschwindigkeit in jeder Sekunde um denselben Betrag a zu. Startet der Körper aus dem Stand (v₀ = 0), ist seine Geschwindigkeit nach der Zeit t gleich a · t. Die Geschwindigkeit wächst also linear mit der Zeit.

Die Formel beschreibt das Anfahren von Fahrzeugen, Förderbändern, Kranlaufwerken und Hubwerken ebenso wie – mit negativer Beschleunigung – das Abbremsen bis zum Stillstand. Mit Anfangsgeschwindigkeit v₀ lautet die allgemeine Form v = v₀ + a · t.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
GeschwindigkeitGeschwindigkeit nach der Zeit t (Start aus dem Stand)m/s
Beschleunigungkonstante Beschleunigungm/s²
ZeitDauer der Beschleunigung ab dem Stands

Rechner

m/s
m/s²
typisch: Lkw 0,5 … 1,5 · Pkw 2 … 4 · Förderband 0,2 … 1
s

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikGeschwindigkeit über der Zeit

Geschwindigkeit über der ZeitArbeitspunkt bei t = 10 s und v = 12 m/s.0510152025051520t in sv in m/s1210
Beispiel: 12 m/s = 43,2 km/h

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Lkw fährt aus dem Stand mit einer konstanten Beschleunigung von 1,2 m/s² an. Welche Geschwindigkeit hat er nach 10 s erreicht?

  1. Gegeben: a = 1,2 m/s², t = 10 s, v₀ = 0. Gesucht: v.
  2. Formel: v = a · t.
  3. Einsetzen: v = 1,2 m/s² · 10 s = 12 m/s.
  4. Umrechnen: 12 m/s · 3,6 = 43,2 km/h.

Ergebnis: 12 m/s = 43,2 km/h

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für konstante Beschleunigung und Start aus dem Stand (v₀ = 0). Allgemein: v = v₀ + a · t.
  • Beim Bremsen mit der Verzögerung a (als Betrag) ist t = v / a die Bremszeit bis zum Stillstand.
  • Reale Antriebe beschleunigen nicht exakt konstant; die Formel liefert dann Mittelwerte.

Typische Fehler

  • Geschwindigkeit in km/h mit Beschleunigung in m/s² kombiniert – zuerst in m/s umrechnen.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Weg bei gleichmäßiger Beschleunigung

Welchen Weg legt ein Körper aus dem Stand in der Zeit t zurück?
Umstellen nach

Bei gleichmäßig beschleunigter Bewegung aus dem Stand wächst der zurückgelegte Weg mit dem Quadrat der Zeit: s = ½ · a · t². Die Formel folgt daraus, dass die mittlere Geschwindigkeit in dieser Zeit die Hälfte der Endgeschwindigkeit a · t ist. Doppelte Zeit bedeutet also vierfachen Weg.

Typische Anwendungen sind Anfahrstrecken von Fahrzeugen und Förderbändern, Beschleunigungswege von Kranlaufwerken und – mit a = g – der freie Fall. Mit Anfangsgeschwindigkeit lautet die allgemeine Form s = v₀ · t + ½ · a · t².

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Wegzurückgelegte Strecke ab dem Standm
Beschleunigungkonstante Beschleunigungm/s²
ZeitDauer der Beschleunigung ab dem Stands

Rechner

m
m/s²
s

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikWeg über der Zeit (Parabel)

Weg über der Zeit (Parabel)Arbeitspunkt bei t = 10 s und s = 60 m.0100150200250051520t in ss in m6010
Beispiel: 60 m

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Derselbe Lkw beschleunigt aus dem Stand gleichmäßig mit 1,2 m/s². Welchen Weg legt er in den ersten 10 s zurück?

  1. Gegeben: a = 1,2 m/s², t = 10 s, v₀ = 0. Gesucht: s.
  2. Formel: s = ½ · a · t².
  3. Einsetzen: s = 0,5 · 1,2 m/s² · (10 s)² = 0,5 · 1,2 · 100 m = 60 m.
  4. Kontrolle: Endgeschwindigkeit 12 m/s, mittlere Geschwindigkeit 6 m/s, Weg = 6 m/s · 10 s = 60 m.

Ergebnis: 60 m

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für konstante Beschleunigung und Start aus dem Stand (v₀ = 0). Allgemein: s = v₀ · t + ½ · a · t².
  • Für den Bremsweg aus der Geschwindigkeit v ist die Form s = v² / (2 · a) praktischer.
  • Die Umstellung nach t setzt a > 0 voraus.

Typische Fehler

  • Faktor ½ vergessen – das ergibt den doppelten Weg.
  • Zeit nicht quadriert.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Bremsweg und Beschleunigungsweg

Welcher Weg wird beim Bremsen von v bis zum Stillstand zurückgelegt?
Umstellen nach

Wird ein Körper mit der konstanten Verzögerung a von der Geschwindigkeit v bis zum Stillstand abgebremst, legt er dabei den Weg s = v² / (2 · a) zurück. Dieselbe Formel liefert umgekehrt den Weg, den ein Körper aus dem Stand braucht, um mit der Beschleunigung a die Geschwindigkeit v zu erreichen. Sie entsteht aus v = a · t und s = ½ · a · t² durch Eliminieren der Zeit.

Wichtig ist die quadratische Abhängigkeit: doppelte Geschwindigkeit bedeutet vierfachen Bremsweg. Die maximal mögliche Verzögerung eines Fahrzeugs ist durch die Reibung begrenzt: a_max ≈ μ · g, auf trockenem Asphalt also rund 7 bis 8 m/s², auf nasser Fahrbahn etwa 5 m/s². Die Formel wird für Fahrzeuge, Kranlaufwerke, Förderbänder und Auslaufwege von Maschinen gebraucht.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
BremswegWeg von der Geschwindigkeit v bis zum Stillstand (bzw. Beschleunigungsweg aus dem Stand bis v)m
GeschwindigkeitAusgangsgeschwindigkeit beim Bremsen; 1 m/s = 3,6 km/hm/s
VerzögerungBetrag der konstanten Verzögerung bzw. Beschleunigungm/s²

Rechner

m
m/s
m/s²
typisch: Pkw trocken 7 … 8 · nass ≈ 5 · Lkw 4 … 6

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikBremsweg über der Geschwindigkeit

Bremsweg über der GeschwindigkeitArbeitspunkt bei v = 13,89 m/s und s = 19,29 m. Kurven für trocken (7,5 m/s²), nass (5 m/s²), Schnee (2,5 m/s²).040608005102025v in m/ss in m19,2913,89trocken (7,5 m/s²)nass (5 m/s²)Schnee (2,5 m/s²)
Beispiel: 19,3 m

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Transporter fährt mit 50 km/h auf einer nassen Fahrbahn und bremst mit einer Verzögerung von 5 m/s². Wie lang ist der reine Bremsweg?

  1. Gegeben: v = 50 km/h = 50 / 3,6 m/s ≈ 13,89 m/s, a = 5 m/s². Gesucht: s.
  2. Formel: s = v² / (2 · a).
  3. Einsetzen: s = (13,89 m/s)² / (2 · 5 m/s²) = 192,9 m²/s² / 10 m/s² ≈ 19,3 m.
  4. Hinzu kommt der Reaktionsweg: Bei 1 s Reaktionszeit sind das weitere 13,9 m, der Anhalteweg beträgt also rund 33 m.

Ergebnis: 19,3 m

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für konstante Verzögerung. Reaktionszeit und Ansprechzeit der Bremse sind nicht enthalten: Anhalteweg = Reaktionsweg + Bremsweg.
  • Die maximale Verzögerung ist durch die Haftreibung begrenzt: a_max ≈ μ₀ · g. Bei Gefälle verlängert der Hangabtrieb den Bremsweg.
  • Die Fahrschul-Faustformel (v in km/h ÷ 10)² gibt den Bremsweg in m für eine Verzögerung von rund 3,9 m/s² – eine bewusst konservative Annahme.

Typische Fehler

  • Geschwindigkeit in km/h eingesetzt – die Formel verlangt m/s (km/h ÷ 3,6).
  • Reaktionsweg vergessen – der Bremsweg ist nur ein Teil des Anhaltewegs.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Freier Fall

Wie lange fällt ein Körper aus der Höhe h, und wie weit fällt er in der Zeit t?
Umstellen nach

Beim freien Fall wird ein Körper allein durch die Fallbeschleunigung g beschleunigt; Luftwiderstand wird vernachlässigt. Aus der Ruhe losgelassen, legt er in der Zeit t die Fallhöhe h = ½ · g · t² zurück – ein Sonderfall der gleichmäßig beschleunigten Bewegung mit a = g. Die Fallgeschwindigkeit beträgt dabei v = g · t.

Die Formel wird auf der Baustelle für die Beurteilung von Absturz- und Fallgefahren gebraucht, in der Fördertechnik für Fallstrecken von Schüttgut und in der Prüftechnik für Fallversuche. Für kompakte, schwere Körper und Fallhöhen von einigen Metern ist die Näherung ohne Luftwiderstand gut; für leichte oder flächige Körper (Blech, Folie) oder große Höhen nicht.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Fallhöhein der Zeit t zurückgelegte Fallstrecke ab der Ruhem
FallbeschleunigungErdbeschleunigung, technisch 9,81 m/s²m/s²
FallzeitDauer des Falls ab dem Loslassens

Rechner

m
m/s²
s

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikFallhöhe über der Fallzeit

Fallhöhe über der FallzeitArbeitspunkt bei t = 1,564 s und h = 12 m.0203040500123t in sh in m121,564
Beispiel: 1,56 s

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Auf einer Baustelle fällt ein Werkzeug von einem Gerüst aus 12 m Höhe. Wie lange dauert der Fall bis zum Boden, und mit welcher Geschwindigkeit trifft es auf?

  1. Gegeben: h = 12 m, g = 9,81 m/s². Gesucht: t.
  2. Formel: h = ½ · g · t², umgestellt t = √(2 · h / g).
  3. Einsetzen: t = √(2 · 12 m / 9,81 m/s²) = √(2,446 s²) ≈ 1,56 s.
  4. Aufprallgeschwindigkeit: v = g · t = 9,81 m/s² · 1,564 s ≈ 15,3 m/s ≈ 55 km/h – deshalb sind Schutzhelm und Absperrung unter Gerüsten Pflicht.

Ergebnis: 1,56 s

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt ohne Luftwiderstand und ohne Anfangsgeschwindigkeit (Loslassen aus der Ruhe).
  • Mit Luftwiderstand erreichen Körper eine Endgeschwindigkeit; für kompakte Körper und wenige Meter Fallhöhe ist der Fehler klein.
  • Fallgeschwindigkeit: v = g · t = √(2 · g · h). Nach g wird nicht umgestellt; der Wert ist vorbelegt.

Typische Fehler

  • Faktor ½ vergessen.
  • Fallhöhe in cm oder mm eingesetzt.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Umfangsgeschwindigkeit

Wie schnell bewegt sich der Rand einer rotierenden Scheibe oder Trommel?
Umstellen nach

Die Umfangsgeschwindigkeit v ist die Geschwindigkeit eines Punktes am Umfang eines rotierenden Körpers mit dem Durchmesser d. Bei jeder Umdrehung legt der Punkt den Umfang π · d zurück; mit der Drehzahl n in Umdrehungen je Minute ergibt sich v = π · d · n / 60 in m/s. Mit der Winkelgeschwindigkeit ω = 2 · π · n / 60 lautet dieselbe Beziehung v = ω · r.

In der Praxis bestimmt die Formel die Bandgeschwindigkeit einer Förderbandtrommel, die Riemengeschwindigkeit an Riemenscheiben, die Umfangsgeschwindigkeit von Schleifscheiben (Sicherheitsgrenze) und die Schnittgeschwindigkeit beim Drehen und Fräsen. Dort wird üblicherweise v_c in m/min mit d in mm angegeben: v_c = π · d · n / 1 000.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
UmfangsgeschwindigkeitGeschwindigkeit eines Punktes am Umfangm/s
DurchmesserDurchmesser am betrachteten Umfang (z. B. Trommel, Riemenscheibe, Werkstück)m
DrehzahlUmdrehungen je Minute1/min

Rechner

m/s
m
1/min
typisch: Förderbandtrommel 30 … 120 · Motorwelle 750 … 3 000

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikUmfangsgeschwindigkeit über der Drehzahl

Umfangsgeschwindigkeit über der DrehzahlArbeitspunkt bei n = 57,3 1/min und v = 1,2 m/s.00,511,522,50204080100n in 1/minv in m/s1,257,3
Beispiel: 57,3 1/min

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Förderband soll mit 1,2 m/s laufen. Die Antriebstrommel hat einen Durchmesser von 400 mm. Welche Trommeldrehzahl ist nötig?

  1. Gegeben: v = 1,2 m/s, d = 400 mm = 0,4 m. Gesucht: n.
  2. Formel: v = π · d · n / 60, umgestellt n = 60 · v / (π · d).
  3. Einsetzen: n = 60 · 1,2 m/s / (π · 0,4 m) = 72 / 1,2566 1/min ≈ 57,3 1/min.
  4. Mit einem Getriebemotor von 1 450 1/min braucht der Antrieb also eine Übersetzung von rund 1 450 / 57,3 ≈ 25 : 1.

Ergebnis: 57,3 1/min

Gültigkeit & Hinweise

  • d ist der Durchmesser an der Stelle, deren Geschwindigkeit interessiert – bei Förderbändern der Trommeldurchmesser zuzüglich Gurtdicke, beim Drehen der Werkstückdurchmesser.
  • Schlupf (Riemen, Gurt) ist nicht berücksichtigt; die Formel beschreibt die starre Rotation.
  • Schnittgeschwindigkeit in m/min mit d in mm: v_c = π · d · n / 1 000.

Typische Fehler

  • Durchmesser in mm eingesetzt – hier wird d in m erwartet.
  • Radius statt Durchmesser verwendet (Faktor 2).
Verwandte Formeln:Quelle: Tabellenbuch Metall, Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge)Eigene Seite

Zentripetalkraft

Welche Kraft hält einen Körper auf seiner Kreisbahn?
Umstellen nach

Ein Körper, der sich mit der Bahngeschwindigkeit v auf einer Kreisbahn mit dem Radius r bewegt, wird ständig zum Mittelpunkt hin beschleunigt – sonst würde er geradeaus weiterfliegen. Die dafür nötige Zentripetalkraft F_z = m · v² / r zeigt zum Kreismittelpunkt. Sie wird je nach Anwendung von der Reifenreibung (Fahrzeug in der Kurve), der Seilkraft, der Schienenführung oder der Werkstofffestigkeit (rotierende Scheibe) aufgebracht.

Im mitrotierenden Bezugssystem erscheint dieselbe Kraft als nach außen gerichtete Trägheitskraft, die Zentrifugalkraft (Fliehkraft); beide haben denselben Betrag. Die Formel wird für Kurvenfahrten, Zentrifugen, Unwuchtkräfte an Wellen, Fliehkraftkupplungen und die Festigkeit von Schwungrädern und Schleifscheiben gebraucht. Mit der Drehzahl n in 1/min ergibt sich v = 2 · π · r · n / 60.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Zentripetalkraftzum Mittelpunkt gerichtete Kraft, die den Körper auf der Kreisbahn hältN
MasseMasse des Körpers auf der Kreisbahnkg
BahngeschwindigkeitGeschwindigkeit entlang der Kreisbahn; 1 m/s = 3,6 km/hm/s
BahnradiusRadius der Kreisbahnm

Rechner

N
kg
m/s
m

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

ZentripetalkraftKörper auf einer Kreisbahn mit r = 50 m, v = 16,67 m/s, F z = 8 337 N, m = 1 500 kg.r = 50 mv = 16,67 m/sFz​ = 8 337 Nm = 1 500 kg
Beispiel: 8 337 N ≈ 8,3 kN

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Pkw mit 1 500 kg durchfährt mit 60 km/h eine Kurve mit 50 m Radius. Welche Zentripetalkraft müssen die Reifen über die Reibung aufbringen?

  1. Gegeben: m = 1 500 kg, v = 60 km/h = 60 / 3,6 m/s ≈ 16,67 m/s, r = 50 m. Gesucht: F_z.
  2. Formel: F_z = m · v² / r.
  3. Einsetzen: F_z = 1 500 kg · (16,67 m/s)² / 50 m = 1 500 · 277,9 / 50 N ≈ 8 337 N.
  4. Vergleich mit der Reibung: Gewichtskraft 1 500 kg · 9,81 m/s² = 14 715 N; nötige Reibungszahl μ = 8 337 / 14 715 ≈ 0,57 – auf trockenem Asphalt (μ ≈ 0,7) möglich, auf nasser Fahrbahn (μ ≈ 0,4) nicht.

Ergebnis: 8 337 N ≈ 8,3 kN

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für die gleichförmige Kreisbewegung (konstanter Betrag der Geschwindigkeit). Bei Beschleunigung entlang der Bahn kommt eine Tangentialkraft hinzu.
  • Zentripetalkraft (nach innen, im ruhenden System) und Zentrifugalkraft (nach außen, im mitrotierenden System) haben denselben Betrag.
  • Mit der Drehzahl: v = 2 · π · r · n / 60 (n in 1/min), damit F_z = m · r · (2 · π · n / 60)² – die Kraft wächst quadratisch mit der Drehzahl.
  • Für ein Fahrzeug ohne Kurvenüberhöhung muss μ₀ · m · g ≥ F_z gelten, sonst rutscht es nach außen.

Typische Fehler

  • Geschwindigkeit in km/h statt m/s eingesetzt – der Fehler geht quadratisch ein (Faktor 13).
  • Durchmesser statt Radius verwendet.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Arbeit, Energie, Leistung

7 Formeln

Mechanische Arbeit

Kraft mal Weg – welche Arbeit wird beim Verschieben oder Heben verrichtet?
Umstellen nach

Mechanische Arbeit W wird verrichtet, wenn eine Kraft F einen Körper längs eines Weges s bewegt. Bei konstanter Kraft in Wegrichtung ist W = F · s. Die Einheit ist das Joule: 1 J = 1 N·m = 1 W·s. Wirkt die Kraft schräg zum Weg, zählt nur die Komponente in Wegrichtung: W = F · s · cos α; senkrecht zum Weg wird keine Arbeit verrichtet.

In der Praxis unterscheidet man Hubarbeit (F = Gewichtskraft, s = Hubhöhe), Reibungsarbeit (F = Reibungskraft), Beschleunigungsarbeit und Federarbeit (hier wächst die Kraft mit dem Weg, daher W = ½ · k · x²). Arbeit und Energie sind dieselbe Größe: Die verrichtete Hubarbeit steckt anschließend als potentielle Energie in der Last. Für Energiebilanzen ist die Umrechnung 1 kWh = 3,6 MJ = 3 600 kJ nützlich.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Arbeitverrichtete mechanische Arbeit (1 J = 1 N·m = 1 W·s)J
Kraftkonstante Kraft in WegrichtungN
WegWeg, längs dessen die Kraft wirktm

Rechner

J
N
m

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Kran hebt eine Palette mit 500 kg (Gewichtskraft 4 905 N) um 8 m auf ein Gerüst. Welche Hubarbeit wird dabei verrichtet?

  1. Gegeben: F = F_G = 500 kg · 9,81 m/s² = 4 905 N, s = 8 m. Gesucht: W.
  2. Formel: W = F · s.
  3. Einsetzen: W = 4 905 N · 8 m = 39 240 N·m = 39 240 J.
  4. Umrechnen: 39 240 J = 39,24 kJ ≈ 0,0109 kWh – die reine Hubarbeit ist energetisch klein; die elektrische Arbeit des Hubwerks ist wegen des Wirkungsgrads größer.

Ergebnis: 39 240 J = 39,24 kJ

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für konstante Kraft in Wegrichtung. Bei schräger Kraft: W = F · s · cos α; bei veränderlicher Kraft ist W die Fläche unter der Kraft-Weg-Kurve (Federarbeit W = ½ · k · x²).
  • Vorzeichen: Arbeit, die dem Körper zugeführt wird (Heben, Beschleunigen), ist positiv; Reibungsarbeit wird in Wärme umgesetzt.
  • Umrechnungen: 1 kJ = 1 000 J, 1 kWh = 3 600 kJ = 3,6 MJ.

Typische Fehler

  • Masse in kg statt Gewichtskraft in N eingesetzt.
  • N·m der Arbeit mit N·m des Drehmoments gleichgesetzt – gleiche Einheit, verschiedene Größen.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Leistung

Arbeit durch Zeit – wie schnell wird Arbeit verrichtet?
Umstellen nach

Die Leistung P gibt an, wie viel Arbeit W in der Zeit t verrichtet wird. Die Einheit ist das Watt: 1 W = 1 J/s. Dieselbe Hubarbeit in der halben Zeit erfordert die doppelte Leistung – deshalb bestimmt nicht die Last allein, sondern Last und Geschwindigkeit die Motorgröße eines Hubwerks.

Die Formel liefert die mittlere Leistung über den Zeitraum t. Sie wird für Hubwerke, Pumpen, Pressen und jede Energiebilanz gebraucht, bei der aus Arbeit und Zeit die nötige Antriebsleistung folgt. Umgekehrt ergibt sich aus Leistung und Laufzeit die verrichtete Arbeit: W = P · t, in der Energiewirtschaft als kWh (1 kW · 1 h).

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Leistungmittlere Leistung (1 W = 1 J/s)W
Arbeitverrichtete Arbeit bzw. umgesetzte EnergieJ
ZeitDauer, in der die Arbeit verrichtet wirds

Rechner

W
J
s

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Der Kran aus dem Beispiel zur Hubarbeit verrichtet 39 240 J Hubarbeit und braucht für den Hub 20 s. Welche mechanische Leistung muss das Hubwerk im Mittel abgeben?

  1. Gegeben: W = 39 240 J, t = 20 s. Gesucht: P.
  2. Formel: P = W / t.
  3. Einsetzen: P = 39 240 J / 20 s = 1 962 J/s = 1 962 W.
  4. Umrechnen: 1 962 W ≈ 1,96 kW. Mit einem Gesamtwirkungsgrad von 0,8 nimmt der Motor rund 2,45 kW elektrisch auf.

Ergebnis: 1 962 W ≈ 1,96 kW

Gültigkeit & Hinweise

  • Die Formel liefert die mittlere Leistung über die Zeit t; die Spitzenleistung beim Anfahren liegt höher.
  • Umrechnungen: 1 kW = 1 000 W; 1 kWh = 3,6 MJ; 1 PS ≈ 0,735 kW (veraltete Einheit).
  • Mechanische Abgabeleistung und elektrische Aufnahmeleistung unterscheiden sich um den Wirkungsgrad.

Typische Fehler

  • Zeit in Minuten statt Sekunden eingesetzt.
  • kJ und J vermischt – 39,24 kJ sind 39 240 J.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Leistung aus Kraft und Geschwindigkeit

Welche Leistung braucht es, um eine Kraft mit der Geschwindigkeit v zu bewegen?
Umstellen nach

Wird eine Kraft F mit der konstanten Geschwindigkeit v in ihrer Wirkungsrichtung bewegt, beträgt die Leistung P = F · v. Die Formel folgt aus P = W / t mit W = F · s und v = s / t. Sie ist die Standardformel für Hubwerke (F = Gewichtskraft der Last, v = Hubgeschwindigkeit), Förderbänder (F = Summe der Widerstände, v = Bandgeschwindigkeit), Seilwinden, Fahrantriebe und Vorschubantriebe.

Das Ergebnis ist die mechanisch abgegebene Leistung an der Last. Die elektrische Aufnahmeleistung des Antriebs ist um den Wirkungsgrad von Motor, Getriebe und Seiltrieb größer. Mit F in N und v in m/s ergibt sich P in W (1 N · 1 m/s = 1 W).

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Leistungmechanische Leistung an der bewegten LastW
KraftKraft in Bewegungsrichtung (z. B. Gewichtskraft beim Heben, Widerstandskraft beim Fördern)N
GeschwindigkeitGeschwindigkeit der Last in Kraftrichtungm/s

Rechner

W
N
m/s
typisch: Kranhub 0,05 … 0,5 · Förderband 0,5 … 3

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikLeistung über der Geschwindigkeit

Leistung über der GeschwindigkeitArbeitspunkt bei v = 0,2 m/s und P = 3 924 W.02 0006 0008 00000,10,30,4v in m/sP in W3 9240,2
Beispiel: 3 924 W ≈ 3,9 kW

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Kranhubwerk hebt eine Last von 2 000 kg (Gewichtskraft 19 620 N) mit 0,2 m/s. Welche mechanische Hubleistung ist dafür nötig?

  1. Gegeben: F = F_G = 2 000 kg · 9,81 m/s² = 19 620 N, v = 0,2 m/s. Gesucht: P.
  2. Formel: P = F · v.
  3. Einsetzen: P = 19 620 N · 0,2 m/s = 3 924 N·m/s = 3 924 W.
  4. Umrechnen: 3 924 W ≈ 3,9 kW mechanisch. Bei einem Gesamtwirkungsgrad von 0,8 ergibt sich eine elektrische Aufnahmeleistung von rund 4,9 kW.

Ergebnis: 3 924 W ≈ 3,9 kW

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für konstante Geschwindigkeit und Kraft in Bewegungsrichtung (stationärer Betrieb). Beim Anfahren kommt die Beschleunigungsleistung hinzu.
  • Ergebnis ist die mechanische Leistung; die Antriebsleistung folgt aus P_zu = P / η.
  • Beim Heben ist F die Gewichtskraft der Last zuzüglich Hakenflasche und Seil.

Typische Fehler

  • Masse in kg statt Gewichtskraft in N eingesetzt.
  • Geschwindigkeit in m/min statt m/s eingesetzt (Faktor 60).
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Leistung bei Rotation

Wie hängen Leistung, Drehzahl und Drehmoment an einer Welle zusammen?
Umstellen nach

An einer rotierenden Welle ist die Leistung das Produkt aus Drehmoment M und Winkelgeschwindigkeit ω. Mit der Drehzahl n in Umdrehungen je Minute gilt ω = 2 · π · n / 60 und damit P = 2 · π · n · M / 60 – mit M in N·m und n in 1/min ergibt sich P in W. In der Praxis ist die Zahlenwertgleichung P = M · n / 9 550 (P in kW) weit verbreitet; sie ist dieselbe Beziehung.

Die Formel ist das zentrale Werkzeug der Antriebstechnik: Aus Motorleistung und Drehzahl folgt das verfügbare Drehmoment an der Welle, aus dem geforderten Drehmoment und der Drehzahl die nötige Motorleistung. Bei gleicher Leistung bedeutet eine niedrigere Drehzahl (z. B. hinter einem Getriebe) ein entsprechend höheres Drehmoment.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Leistungmechanische Leistung an der WelleW
DrehzahlUmdrehungen je Minute1/min
DrehmomentDrehmoment an der WelleN·m

Rechner

W
1/min
typisch: Asynchronmotor 4-polig ≈ 1 450, 2-polig ≈ 2 900
N·m

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikLeistung über der Drehzahl bei konstantem Drehmoment

Leistung über der Drehzahl bei konstantem DrehmomentArbeitspunkt bei n = 1 450 1/min und P = 7 500 W.05 00010 00015 00005001 0002 0002 500n in 1/minP in W7 5001 450
Beispiel: 49,4 N·m

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Elektromotor gibt bei 1 450 1/min eine Leistung von 7,5 kW an der Welle ab. Welches Drehmoment steht an der Motorwelle zur Verfügung?

  1. Gegeben: P = 7,5 kW = 7 500 W, n = 1 450 1/min. Gesucht: M.
  2. Formel: P = 2 · π · n · M / 60, umgestellt M = 60 · P / (2 · π · n).
  3. Einsetzen: M = 60 · 7 500 W / (2 · π · 1 450 1/min) = 450 000 / 9 110,6 N·m ≈ 49,4 N·m.
  4. Kontrolle mit der Zahlenwertgleichung: M = 9 550 · P / n = 9 550 · 7,5 / 1 450 ≈ 49,4 N·m. Hinter einem Getriebe mit i = 25 stünden bei 58 1/min rund 1 235 N·m zur Verfügung (ohne Getriebeverluste).

Ergebnis: 49,4 N·m

Gültigkeit & Hinweise

  • n in 1/min, M in N·m, P in W. Zahlenwertgleichung für die Praxis: P [kW] = M [N·m] · n [1/min] / 9 550.
  • Gilt für die mechanische Leistung an der Welle; die elektrische Aufnahmeleistung des Motors ist um den Wirkungsgrad größer.
  • Hinter einem Getriebe mit der Übersetzung i sinkt die Drehzahl auf n / i und das Drehmoment steigt auf i · M · η_Getriebe.

Typische Fehler

  • Leistung in kW statt W eingesetzt (Faktor 1 000).
  • Drehzahl in 1/s statt 1/min – dann entfällt der Faktor 60.
Verwandte Formeln:Quelle: Roloff/Matek Maschinenelemente, Tabellenbuch MetallEigene Seite

Kinetische Energie

Wie viel Bewegungsenergie steckt in einer Masse mit der Geschwindigkeit v?
Umstellen nach

Die kinetische Energie (Bewegungsenergie) E_kin eines Körpers hängt von seiner Masse m und dem Quadrat seiner Geschwindigkeit v ab. Sie entspricht der Arbeit, die nötig war, den Körper aus dem Stand auf v zu beschleunigen – und der Arbeit, die eine Bremse in Wärme umsetzen muss, um ihn wieder anzuhalten. Doppelte Geschwindigkeit bedeutet vierfache Energie.

Die Formel gilt für die Translation (geradlinige Bewegung) eines Körpers; rotierende Teile (Schwungrad, Rotor) haben zusätzlich Rotationsenergie ½ · J · ω². In der Praxis wird sie für Bremsauslegung, Aufprallenergie, Puffer und Anschläge, Schwungmassen und die Energiebilanz von Fahrzeugen gebraucht. Mit m in kg und v in m/s ergibt sich E_kin in J.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
kinetische EnergieBewegungsenergie des Körpers (1 J = 1 N·m)J
MasseMasse des bewegten Körperskg
GeschwindigkeitGeschwindigkeit des Körpers; 1 m/s = 3,6 km/hm/s

Rechner

J
kg
m/s

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikKinetische Energie über der Geschwindigkeit (Parabel)

Kinetische Energie über der Geschwindigkeit (Parabel)Arbeitspunkt bei v = 15 m/s und E_kin = 393 750 J.01 000 0001 500 0000102030v in m/sEkin​ in J393 75015
Beispiel: 393 750 J ≈ 394 kJ

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Transporter mit 3 500 kg fährt mit 54 km/h. Welche kinetische Energie müssen die Bremsen bei einer Vollbremsung bis zum Stillstand in Wärme umsetzen?

  1. Gegeben: m = 3 500 kg, v = 54 km/h = 54 / 3,6 m/s = 15 m/s. Gesucht: E_kin.
  2. Formel: E_kin = ½ · m · v².
  3. Einsetzen: E_kin = 0,5 · 3 500 kg · (15 m/s)² = 0,5 · 3 500 · 225 J = 393 750 J.
  4. Umrechnen: 393 750 J ≈ 394 kJ ≈ 0,11 kWh. Bei 27 km/h (halbe Geschwindigkeit) wäre es nur ein Viertel, rund 98 kJ.

Ergebnis: 393 750 J ≈ 394 kJ

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für die geradlinige Bewegung (Translation). Rotierende Massen haben zusätzlich Rotationsenergie E_rot = ½ · J · ω².
  • Die kinetische Energie ist gleich der Beschleunigungsarbeit aus dem Stand und gleich der Bremsarbeit bis zum Stillstand.
  • Geschwindigkeit in m/s einsetzen; km/h ÷ 3,6 = m/s.

Typische Fehler

  • Geschwindigkeit in km/h eingesetzt – der Fehler geht quadratisch ein (Faktor 13).
  • Faktor ½ vergessen.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Potentielle Energie

Wie viel Lageenergie hat eine Masse in der Höhe h?
Umstellen nach

Die potentielle Energie (Lageenergie) E_pot ist die Energie, die ein Körper aufgrund seiner Höhe h über einem Bezugsniveau im Schwerefeld besitzt. Sie ist gleich der Hubarbeit, die nötig war, ihn dorthin zu heben: Gewichtskraft m · g mal Hubhöhe h. Beim Absenken wird sie wieder frei – als kinetische Energie, als Arbeit oder, über eine Bremse, als Wärme.

Das Bezugsniveau (h = 0) ist frei wählbar; nur Höhenunterschiede sind physikalisch bedeutsam. In der Praxis wird die Formel für Hubarbeit von Kranen und Aufzügen, für Pumpspeicher und Hochbehälter (hier mit der Wassermasse), für Fallenergie bei Absturz und für Gegengewichte gebraucht. Mit m in kg, g in m/s² und h in m ergibt sich E_pot in J.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
potentielle EnergieLageenergie gegenüber dem Bezugsniveau (1 J = 1 N·m)J
MasseMasse des Körperskg
FallbeschleunigungErdbeschleunigung, technisch 9,81 m/s²m/s²
HöheHöhe über dem Bezugsniveaum

Rechner

J
kg
m/s²
m

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Kran hebt einen Stahlträger mit 1 250 kg um 15 m auf eine Geschossdecke. Um wie viel nimmt die potentielle Energie des Trägers zu?

  1. Gegeben: m = 1 250 kg, g = 9,81 m/s², h = 15 m. Gesucht: E_pot.
  2. Formel: E_pot = m · g · h.
  3. Einsetzen: E_pot = 1 250 kg · 9,81 m/s² · 15 m = 183 937,5 J.
  4. Umrechnen: 183 937,5 J ≈ 184 kJ ≈ 0,051 kWh. Diese Energie muss das Hubwerk als Hubarbeit aufbringen – zuzüglich Verluste.

Ergebnis: 183 937,5 J ≈ 184 kJ

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für konstante Fallbeschleunigung, also für technische Höhenunterschiede (nicht für Raumfahrt).
  • Das Bezugsniveau ist frei wählbar; nur die Höhendifferenz zählt. Nach g wird nicht umgestellt; der Wert ist vorbelegt.
  • Energieerhaltung: Beim freien Fall wandelt sich E_pot vollständig in E_kin um, daraus folgt v = √(2 · g · h).

Typische Fehler

  • Höhe in cm oder mm eingesetzt.
  • Gewichtskraft in N zusätzlich mit g multipliziert – entweder m · g oder F_G, nicht beides.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Wirkungsgrad

Welcher Anteil der zugeführten Leistung kommt als Nutzleistung heraus?
Umstellen nach

Der Wirkungsgrad η (eta) ist das Verhältnis von abgegebener Nutzleistung P_ab zu zugeführter Leistung P_zu. Er ist dimensionslos und liegt zwischen 0 und 1; die Differenz P_zu − P_ab ist die Verlustleistung, die als Wärme abgeführt wird. In der Praxis wird η meist in Prozent angegeben: η = 0,85 entspricht 85 %.

Dieselbe Beziehung gilt für Arbeit bzw. Energie: η = W_ab / W_zu. Bei hintereinandergeschalteten Maschinen (Motor → Getriebe → Seiltrieb) multiplizieren sich die Einzelwirkungsgrade zum Gesamtwirkungsgrad. Typische Werte: Elektromotoren 0,8 bis 0,96, Stirnradgetriebe 0,97 je Stufe, Schneckengetriebe 0,5 bis 0,9, Verbrennungsmotoren 0,25 bis 0,45, Pumpen 0,5 bis 0,85.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Wirkungsgraddimensionslos, 0 … 1 (× 100 = Prozent)–
abgegebene LeistungNutzleistung am Ausgang (z. B. mechanisch an der Welle)W
zugeführte Leistungaufgenommene Leistung am Eingang (z. B. elektrisch)W

Rechner

typisch: E-Motor 0,8 … 0,96 · Getriebe 0,9 … 0,98 · Pumpe 0,5 … 0,85
W
W

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Kranhubwerk muss 3 924 W mechanische Hubleistung liefern. Motor, Getriebe und Seiltrieb haben zusammen einen Wirkungsgrad von 0,8. Welche elektrische Leistung nimmt der Antrieb auf?

  1. Gegeben: P_ab = 3 924 W, η = 0,8 (= 80 %). Gesucht: P_zu.
  2. Formel: η = P_ab / P_zu, umgestellt P_zu = P_ab / η.
  3. Einsetzen: P_zu = 3 924 W / 0,8 = 4 905 W.
  4. Umrechnen: 4 905 W ≈ 4,9 kW. Die Verlustleistung 4 905 W − 3 924 W = 981 W wird als Wärme in Motor und Getriebe frei.

Ergebnis: 4 905 W ≈ 4,9 kW

Gültigkeit & Hinweise

  • η ist dimensionslos und liegt zwischen 0 und 1; für die Eingabe Prozentwerte durch 100 teilen (85 % → 0,85).
  • Gesamtwirkungsgrad einer Kette: η_ges = η₁ · η₂ · η₃ … – drei Stufen mit je 0,9 ergeben nur 0,73.
  • Wirkungsgrade sind lastabhängig: Im Teillastbetrieb liegt η meist deutlich unter dem Nennwert.
  • Gilt gleichermaßen für Energie: η = W_ab / W_zu.

Typische Fehler

  • Prozentwert (85) statt Dezimalzahl (0,85) eingesetzt.
  • P_ab und P_zu vertauscht – der Wirkungsgrad kann nicht größer als 1 sein.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Technischen Mechanik (z. B. Böge), Tabellenbuch MetallEigene Seite

Stoffwerte

1 Formeln

Dichte

Masse je Volumen – wie schwer ist ein Bauteil aus dem Volumen?
Umstellen nach

Die Dichte ρ (rho) ist das Verhältnis von Masse m zu Volumen V eines Stoffes. Sie ist eine Stoffkonstante: Stahl hat rund 7 850 kg/m³, Aluminium 2 700 kg/m³, Wasser 1 000 kg/m³. Aus Dichte und Volumen lässt sich die Masse eines Bauteils berechnen, bevor es existiert – das ist die Grundlage jeder Gewichtsabschätzung für Transport, Kranauswahl und Statik.

Die Dichte ist temperaturabhängig (Stoffe dehnen sich bei Erwärmung aus) und bei Gasen zusätzlich druckabhängig; für Feststoffe und Flüssigkeiten bei Raumtemperatur reichen die Tabellenwerte. Gängige Umrechnung: 1 000 kg/m³ = 1 kg/dm³ = 1 g/cm³ = 1 kg/l. Nicht zu verwechseln mit der Wichte (spezifisches Gewicht) γ = ρ · g in N/m³, die im Bauwesen für Lasten verwendet wird.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
DichteMasse je Volumen; Stahl 7 850, Aluminium 2 700, Beton 2 400, Wasser 1 000kg/m³
MasseMasse des Körperskg
VolumenVolumen des Körpers (1 m³ = 1 000 l = 1 000 dm³)m³

Rechner

kg/m³
typisch: Stahl 7 850 · Aluminium 2 700 · Beton 2 400 · Wasser 1 000 · Fichte ≈ 450
kg
m³

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Betonfundament mit den Abmessungen 2,0 m × 1,5 m × 0,8 m soll als Fertigteil mit dem Kran versetzt werden. Welche Masse hat es bei einer Dichte von 2 400 kg/m³?

  1. Volumen: V = 2,0 m · 1,5 m · 0,8 m = 2,4 m³. Gegeben außerdem: ρ = 2 400 kg/m³. Gesucht: m.
  2. Formel: ρ = m / V, umgestellt m = ρ · V.
  3. Einsetzen: m = 2 400 kg/m³ · 2,4 m³ = 5 760 kg.
  4. Umrechnen: 5 760 kg = 5,76 t; Gewichtskraft 5 760 kg · 9,81 m/s² ≈ 56,5 kN. Bei Stahlbeton (2 500 kg/m³) wären es 6,0 t.

Ergebnis: 5 760 kg = 5,76 t

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für homogene Körper. Bei Verbundbauteilen oder Hohlkörpern Volumen und Dichte je Werkstoff getrennt ansetzen.
  • Dichten sind temperaturabhängig; die Tabellenwerte gelten für Raumtemperatur. Holz und Beton streuen je nach Feuchte und Zusammensetzung.
  • Umrechnungen: 1 kg/m³ = 0,001 kg/dm³ = 0,001 g/cm³; 1 m³ = 1 000 l. Wichte (für Lasten im Bauwesen): γ = ρ · g in N/m³.

Typische Fehler

  • Volumen in dm³ oder l mit Dichte in kg/m³ kombiniert (Faktor 1 000).
  • Abmessungen in mm multipliziert und das Ergebnis als m³ gelesen (Faktor 10⁹).
Verwandte Formeln:Quelle: Tabellenbuch Metall, DIN EN 1991-1-1 (Wichten von Baustoffen)Eigene Seite