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Gebäudeenergieberatung

GEG, Energiebilanz, Bauphysik

Energieausweis, individueller Sanierungsfahrplan (iSFP), GEG-Nachweis, Förderantrag: Die Arbeit der Energieberatung besteht zu einem großen Teil aus denselben Rechenschritten – vom U-Wert eines Bauteils über den Transmissions- und Lüftungswärmeverlust bis zu End- und Primärenergie, CO₂-Emissionen und Heizkosten. Dieser Bereich versammelt diese Formeln in der Reihenfolge, in der sie in einer Bilanz aufeinander aufbauen, und ergänzt sie um die Kennwerte des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), die in der Beratung ständig gebraucht werden: Höchstwerte der Anlage 7 bei Änderung von Außenbauteilen, Primärenergie- und Emissionsfaktoren, Effizienzklassen und Effizienzhaus-Stufen.

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Die Formeln sind bewusst als Überschlags- und Prüfwerkzeuge angelegt. Sie beantworten die Fragen der Vor-Ort-Beratung – Welchen U-Wert hat die Wand von 1975? Reicht die Oberflächentemperatur gegen Schimmel? Wie groß wird die Heizlast nach der Dämmung, und welche Wärmepumpe passt dann? Was spart die Maßnahme, und wann rechnet sie sich? – und sie machen Ergebnisse aus der Bilanzierungssoftware nachvollziehbar. Den rechtsverbindlichen Nachweis nach DIN V 18599 (ab 2027 DIN/TS 18599) ersetzen sie nicht; die Hinweise zu jeder Formel nennen die maßgebende Norm und ihre Grenzen.

Ein Schichtenrechner ermittelt den U-Wert beliebig aufgebauter Bauteile mit Temperaturverlauf und GEG-Vergleich; ein durchgehendes Praxisbeispiel – ein Einfamilienhaus mit Baujahr 1975, ungedämmter Außenwand, altem Gaskessel und der Frage nach Dämmung, Fenstertausch und Wärmepumpe – verbindet die Formeln zu einer vollständigen Sanierungsrechnung.

Hinweis zum Rechtsstand: Das GEG wurde durch das Gesetz vom 23. Juli 2026 in das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) überführt. Die heizungsrechtlichen Änderungen gelten seit dem 29. Juli 2026; die geänderten Primärenergie- und Emissionsfaktoren, das neue Referenzgebäude und die Bilanzierung nach DIN/TS 18599:2025-10 gelten ab dem 1. Januar 2027. Die Tabellen dieses Bereichs weisen beide Stände aus; die Bauteil-Höchstwerte der Anlage 7 und die Effizienzklassen für Wohngebäude bleiben unverändert.

Bauteile & U-Wert

5 Formeln

Wärmedurchlasswiderstand einer Schicht

Wie stark bremst eine Baustoffschicht den Wärmestrom? R = d/λ.
Umstellen nach

Der Wärmedurchlasswiderstand R einer homogenen Schicht ist das Verhältnis ihrer Dicke d zur Wärmeleitfähigkeit λ des Baustoffs. Die Wärmeleitfähigkeit gibt an, welcher Wärmestrom bei 1 K Temperaturunterschied durch 1 m Baustoffdicke und 1 m² Fläche fließt; je kleiner λ, desto besser dämmt der Stoff. Für Berechnungen nach GEG und DIN 4108 werden die Bemessungswerte λ_B verwendet (Tabellenwerte nach DIN 4108-4 oder bauaufsichtlich zugelassene Herstellerwerte), nicht die Nennwerte aus Prospekten.

R ist der Grundbaustein jeder U-Wert-Berechnung: Die Widerstände aller Schichten eines Bauteils werden addiert, dazu kommen die Wärmeübergangswiderstände an den Oberflächen. In der Energieberatung dient die Formel vor allem dazu, Dämmdicken zu bemessen – etwa die Frage, wie viel Zentimeter Mineralwolle nötig sind, um einen bestimmten Widerstand zu erreichen. Die Dicke wird in Metern eingesetzt; Zentimeterangaben aus der Planung sind vorher umzurechnen.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
WärmedurchlasswiderstandWiderstand der Schicht gegen den Wärmedurchgang (ohne Übergangswiderstände)m²·K/W
SchichtdickeDicke der Schicht in Metern (z. B. 16 cm = 0,16 m)m
WärmeleitfähigkeitBemessungswert λ_B des Baustoffs, siehe TabelleW/(m·K)

Rechner

m²·K/W
m
typisch: 0,01 … 0,40
W/(m·K)
typisch: Dämmstoff 0,032 … 0,045 · Mauerwerk 0,1 … 1,0 · Beton 2,3

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikWärmedurchlasswiderstand über der Schichtdicke

Wärmedurchlasswiderstand über der SchichtdickeArbeitspunkt bei d = 0,16 m und R = 4,571 m²·K/W. Kurven für Mineralwolle 035, Porenbeton (0,09), Kalksandstein (0,99).02681000,10,20,3d in mR in m²·K/W4,5710,16Mineralwolle 035Porenbeton (0,09)Kalksandstein (0,99)
Beispiel: 4,57 m²·K/W

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Für die Außenwanddämmung eines Einfamilienhauses (Baujahr 1975) ist ein Wärmedämm-Verbundsystem mit 16 cm Mineralwolle der Wärmeleitfähigkeitsstufe 035 vorgesehen. Welchen Wärmedurchlasswiderstand bringt die Dämmschicht?

  1. Gegeben: d = 16 cm = 0,16 m, λ = 0,035 W/(m·K) (Bemessungswert WLS 035).
  2. Formel: R = d / λ.
  3. Einsetzen: R = 0,16 m / 0,035 W/(m·K) = 4,571 m²·K/W.
  4. Einordnung: Die ungedämmte Wand aus 30 cm Hochlochziegel (λ ≈ 0,50) hat nur R = 0,30/0,50 = 0,60 m²·K/W – die Dämmschicht erhöht den Widerstand des Bauteils also um mehr als das Siebenfache.

Ergebnis: 4,57 m²·K/W

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für homogene, ebene Schichten mit konstantem λ; inhomogene Schichten (z. B. Sparren mit Zwischensparrendämmung) werden nach DIN EN ISO 6946 mit oberem und unterem Grenzwert bewertet.
  • Für den GEG-Nachweis sind die Bemessungswerte λ_B nach DIN 4108-4 bzw. aus der bauaufsichtlichen Zulassung maßgebend (Nennwerte λ_D der Hersteller sind etwas günstiger).
  • Ruhende Luftschichten haben keinen Wert d/λ, sondern feste Tabellenwerte nach DIN EN ISO 6946 (z. B. 0,18 m²·K/W für 2 … 30 cm, horizontal).

Typische Fehler

  • Dicke in Zentimetern statt in Metern einsetzen – das Ergebnis wird dann um den Faktor 100 zu groß.
  • Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS 035) mit 0,35 statt 0,035 W/(m·K) verwechseln.
Verwandte Formeln:Quelle: DIN EN ISO 6946; DIN 4108-4 (Bemessungswerte)Eigene Seite

U-Wert eines mehrschichtigen Bauteils

Wärmedurchgangskoeffizient aus beliebig vielen Schichten plus Übergangswiderständen – mit Temperaturverlauf.

Der Wärmedurchgangskoeffizient U (U-Wert) beschreibt, wie viel Wärme je Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied durch ein Bauteil von der Raumluft zur Außenluft fließt. Er ist der Kehrwert des Wärmedurchgangswiderstands R_T, der sich aus dem inneren Wärmeübergangswiderstand R_si, den Wärmedurchlasswiderständen d_i/λ_i aller Schichten und dem äußeren Wärmeübergangswiderstand R_se zusammensetzt. Die Übergangswiderstände erfassen den Wärmeübergang zwischen Luft und Oberfläche (Konvektion und Strahlung) und hängen von der Wärmestromrichtung ab (DIN EN ISO 6946).

Der U-Wert ist die zentrale Kenngröße der Energieberatung: Er steht im Energieausweis, im individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) und in jedem GEG-Nachweis, und die Höchstwerte der GEG-Anlage 7 bei Änderung von Außenbauteilen beziehen sich direkt auf ihn. Der Rechner nimmt beliebig viele Schichten von innen nach außen auf, zeigt je Schicht den Widerstand, zeichnet den Wandaufbau maßstäblich mit dem Temperaturverlauf und vergleicht das Ergebnis auf Wunsch mit der GEG-Anforderung für den gewählten Bauteiltyp.

Der Temperaturverlauf macht sichtbar, wo im Bauteil die Temperatur abfällt: Bei Außendämmung bleibt das Mauerwerk warm, bei Innendämmung kühlt es aus – ein wichtiger Aspekt für Tauwasser- und Schimmelfragen.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
WärmedurchgangskoeffizientErgebnis: U-Wert des BauteilsW/(m²·K)
innerer Wärmeübergangswiderstandhorizontal 0,13 · aufwärts 0,10 · abwärts 0,17 (DIN EN ISO 6946)m²·K/W
äußerer Wärmeübergangswiderstand0,04 gegen Außenluft; gegen unbeheizte Räume/Erdreich R_se = R_sim²·K/W
Dicke der Schicht iSchichtdicke (Eingabe im Rechner in cm)m
Wärmeleitfähigkeit der Schicht iBemessungswert λ_B, siehe TabelleW/(m·K)

Rechner

Eigener Rechner mit erweiterter Eingabemaske.

Wärmestromrichtung und Übergangswiderstände
m²·K/W
m²·K/W
Schichten von innen nach außen

Bei Bereichsangaben in der Tabelle wird der obere, ungünstigere λ-Wert übernommen. Für Holzbalken- oder Sparrenlagen den U-Wert nach DIN EN ISO 6946 (Verfahren mit oberem und unterem Grenzwert) berechnen – dieser Rechner gilt für homogene Schichten.

Vergleich mit dem Gebäudeenergiegesetz

Ergebnis
U = 0,20 W/(m²·K)

genau 0,202 W/(m²·K) · RT = 4,9626 m²·K/W

Außenwände (Ersatz, Neueinbau, Außendämmung, neuer Außenputz): Umax = 0,24 W/(m²·K) → erfüllt (0,20 ≤ 0,24 W/(m²·K))

Rechenweg

  1. Übergangswiderstände
    Rsi = 0,1300 m²·K/W (horizontal – Außenwand, Fenster), Rse = 0,0400 m²·K/W
  2. Widerstand je Schicht R = d / λ
    Nr.Schichtd in cmd in mλ in W/(m·K)R in m²·K/W
    –Rsi (innen)–––0,1300
    1Innenputz (Kalkgipsputz)1,50,0150,70,0214
    2Kalksandstein17,50,1750,990,1768
    3Mineralwolle WLS 035160,1600,0354,5714
    4Außenputz (Kalkzementputz)20,0200,870,0230
    –Rse (außen)–––0,0400
  3. Wärmedurchgangswiderstand
    RT = Rsi + ΣRi + Rse = 4,9626 m²·K/W
  4. U-Wert
    U = 1 / RT = 1 / 4,9626 m²·K/W = 0,202 W/(m²·K)
  5. Wärmedurchlasswiderstand des Bauteils
    R = ΣRi = 4,7926 m²·K/W (ohne Übergangswiderstände)
  6. Vergleich mit GEG Anlage 7
    Außenwände (Ersatz, Neueinbau, Außendämmung, neuer Außenputz): Umax = 0,24 W/(m²·K) → erfüllt (0,20 ≤ 0,24 W/(m²·K))
  7. Temperaturverlauf (20 °C innen, −10 °C außen)
    StelleRkum in m²·K/Wθ in °C
    Innenluft0,000020,00
    Innenoberfläche0,130019,21
    nach Innenputz (Kalkgipsputz)0,151419,08
    nach Kalksandstein0,328218,02
    nach Mineralwolle WLS 0354,8996−9,62
    nach Außenputz (Kalkzementputz) = Außenoberfläche4,9226−9,76
    Außenluft4,9626−10,00

Grafik

U-Wert eines mehrschichtigen BauteilsWandaufbau mit Temperaturverlauf mit U = 0,2015 W/(m²·K), 1: Innenputz (Kalkgipsputz) · 1,5 cm · λ = 0,7, 2: Kalksandstein · 17,5 cm · λ = 0,99, 3: Mineralwolle WLS 035 · 16 cm · λ = 0,035, 4: Außenputz (Kalkzementputz) · 2 cm · λ = 0,87, R si = 0,13 m²·K/W, R se = 0,04 m²·K/W.−1001020 °Cinnen 20 °Caußen −10 °CU = 0,2015 W/(m²·K)123419,2−9,819,118,0−9,6Rsi​ = 0,13 m²·K/WRse​ = 0,04 m²·K/W1Innenputz (Kalkgipsputz) · 1,5 cm · λ = 0,72Kalksandstein · 17,5 cm · λ = 0,993Mineralwolle WLS 035 · 16 cm · λ = 0,0354Außenputz (Kalkzementputz) · 2 cm · λ = 0,87Temperaturverlauf für θᵢ = 20 °C, θₑ = −10 °CInnenoberfläche θₛᵢ = 19,21 °C
Beispiel: 0,20 W/(m²·K)

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine Außenwand erhält nach der Sanierung folgenden Aufbau (von innen nach außen): 1,5 cm Kalkgipsputz (λ = 0,70), 17,5 cm Kalksandstein (λ = 0,99), 16 cm Mineralwolle WLS 035 (λ = 0,035), 2 cm Kalkzementputz (λ = 0,87). Wie groß ist der U-Wert, und erfüllt die Wand die Anforderung der GEG-Anlage 7 (Außenwand 0,24 W/(m²·K))?

  1. Übergangswiderstände (Wärmestrom horizontal): R_si = 0,13 m²·K/W, R_se = 0,04 m²·K/W.
  2. Widerstand je Schicht R_i = d_i/λ_i (Dicken in m):
  3. Innenputz: 0,015 m / 0,70 W/(m·K) = 0,0214 m²·K/W · Kalksandstein: 0,175 / 0,99 = 0,1768 m²·K/W · Mineralwolle: 0,16 / 0,035 = 4,5714 m²·K/W · Außenputz: 0,02 / 0,87 = 0,0230 m²·K/W.
  4. Summe: R_T = 0,13 + 0,0214 + 0,1768 + 4,5714 + 0,0230 + 0,04 = 4,9626 m²·K/W.
  5. U = 1 / R_T = 1 / 4,9626 m²·K/W = 0,2015 W/(m²·K) ≈ 0,20 W/(m²·K).
  6. Vergleich: 0,20 ≤ 0,24 W/(m²·K) – die Anforderung der GEG-Anlage 7 für Außenwände ist erfüllt. Die Dämmschicht liefert 92 % des Gesamtwiderstands; das Mauerwerk bleibt im Winter nahezu auf Raumtemperatur (Temperatur hinter dem Mauerwerk bei 20/−10 °C: ≈ 18 °C).

Ergebnis: 0,20 W/(m²·K)

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für ebene Bauteile aus homogenen Schichten; bei inhomogenen Schichten (Holzständer, Sparren) ist das Verfahren mit oberem und unterem Grenzwert nach DIN EN ISO 6946 anzuwenden.
  • Übergangswiderstände nach DIN EN ISO 6946: R_si = 0,13 (horizontal), 0,10 (aufwärts), 0,17 (abwärts) m²·K/W; R_se = 0,04 m²·K/W gegen Außenluft. Gegen unbeheizte Räume gilt R_se = R_si.
  • Für Bauteile gegen Erdreich ist der Wärmestrom nach DIN EN ISO 13370 vom Bodenverhältnis abhängig; der hier berechnete Bauteil-U-Wert ist der Wert, der im GEG-Nachweis (Anlage 7) verglichen wird.
  • Fenster werden nicht schichtweise gerechnet, sondern aus Verglasung, Rahmen und Glasrand (siehe U-Wert eines Fensters).

Typische Fehler

  • Übergangswiderstände vergessen – bei schlecht gedämmten Bauteilen ändert das den U-Wert deutlich.
  • Dicken in cm statt m einsetzen.
  • Dämmstoff-Nennwert λ_D statt Bemessungswert λ_B verwenden.

U-Wert eines einschichtigen Bauteils

U-Wert einer homogenen Wand oder Dämmplatte mit Übergangswiderständen – schnelle Abschätzung.
Umstellen nach

Für ein Bauteil aus einer einzigen homogenen Schicht – etwa eine ungedämmte Ziegelwand, eine Porenbetonwand oder eine Betondecke – vereinfacht sich die U-Wert-Berechnung auf einen Term: Zum Wärmedurchlasswiderstand d/λ kommen nur noch die beiden Übergangswiderstände R_si und R_se. Dünne Putzschichten ändern das Ergebnis meist nur in der zweiten Nachkommastelle und werden bei dieser Abschätzung weggelassen.

Die Formel eignet sich für die schnelle Einordnung von Bestandsbauteilen in der Vor-Ort-Beratung (Welchen U-Wert hat eine 30 cm dicke Ziegelwand von 1975?) und für die umgekehrte Frage, welche Dicke ein monolithischer Wandbaustoff für einen Ziel-U-Wert braucht. Für mehrschichtige Aufbauten steht der Schichtenrechner zur Verfügung.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
WärmedurchgangskoeffizientU-Wert des Bauteils einschließlich ÜbergangswiderständenW/(m²·K)
BauteildickeDicke der homogenen Schicht in Meternm
WärmeleitfähigkeitBemessungswert des Baustoffs, siehe TabelleW/(m·K)
innerer Wärmeübergangswiderstand0,13 horizontal · 0,10 aufwärts · 0,17 abwärtsm²·K/W
äußerer Wärmeübergangswiderstand0,04 gegen Außenluft; gegen unbeheizte Räume = R_sim²·K/W

Rechner

W/(m²·K)
m
typisch: 0,1 … 0,5
W/(m·K)
m²·K/W
m²·K/W

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikU-Wert über der Bauteildicke

U-Wert über der BauteildickeArbeitspunkt bei d = 0,3 m und U = 1,299 W/(m²·K). Kurven für Mineralwolle 035, Porenbeton (0,09), Hochlochziegel (0,50).024600,20,40,6d in mU in W/(m²·K)1,2990,3Mineralwolle 035Porenbeton (0,09)Hochlochziegel (0,50)
Beispiel: 1,30 W/(m²·K)

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Die Außenwand eines Einfamilienhauses von 1975 besteht aus 30 cm Hochlochziegel-Mauerwerk mit λ = 0,50 W/(m·K); die Putzschichten werden vernachlässigt. Welchen U-Wert hat die ungedämmte Wand?

  1. Gegeben: d = 30 cm = 0,30 m, λ = 0,50 W/(m·K), R_si = 0,13 m²·K/W, R_se = 0,04 m²·K/W.
  2. Wärmedurchlasswiderstand: d/λ = 0,30 / 0,50 = 0,60 m²·K/W.
  3. Gesamtwiderstand: R_T = 0,13 + 0,60 + 0,04 = 0,77 m²·K/W.
  4. U = 1 / 0,77 m²·K/W = 1,30 W/(m²·K).
  5. Einordnung: Der Wert liegt mehr als fünfmal über dem GEG-Höchstwert für sanierte Außenwände (0,24 W/(m²·K)) – ein typischer Befund für ungedämmte Bestandswände der 1970er-Jahre.

Ergebnis: 1,30 W/(m²·K)

Gültigkeit & Hinweise

  • Nur für homogene Bauteile; Putze, Bekleidungen und Luftschichten sind hier vernachlässigt (sie verbessern den U-Wert geringfügig).
  • Die Umstellung nach d oder λ ist nur sinnvoll, wenn 1/U größer als R_si + R_se ist (U < 5,9 W/(m²·K) bei 0,13/0,04).
  • R_si/R_se nach DIN EN ISO 6946; für den Schimmelnachweis nach DIN 4108-2 wird an der Innenoberfläche mit R_si = 0,25 m²·K/W gerechnet (siehe Innenoberflächentemperatur).

Typische Fehler

  • Dicke in cm einsetzen.
  • Übergangswiderstände weglassen – bei dünnen oder gut leitenden Bauteilen liegt der U-Wert dann deutlich zu hoch.

U-Wert eines Fensters

U_w aus Verglasung, Rahmen und Glasrandverbund – die Kennzahl für den Fenstertausch.
Umstellen nach

Ein Fenster besteht aus Verglasung (Index g), Rahmen (Index f) und dem Glasrandverbund, an dem der Abstandhalter eine linienförmige Wärmebrücke bildet. Der Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters U_w ergibt sich nach DIN EN ISO 10077-1 als flächengewichtetes Mittel aus U_g und U_f zuzüglich des längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten Ψ_g des Glasrandes, multipliziert mit der Umfangslänge l_g der Verglasung.

In der Energieberatung ist U_w die Größe, die mit den Anforderungen verglichen wird: GEG-Anlage 7 verlangt beim Fenstertausch U_w ≤ 1,3 W/(m²·K), Förderprogramme setzen meist strengere Werte an. Weil der Rahmenanteil bei kleinen Fenstern groß ist, kann ein Fenster mit sehr guter Verglasung trotzdem einen mäßigen U_w haben – die Formel zeigt, welcher Anteil den Ausschlag gibt.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
U-Wert des FenstersWärmedurchgangskoeffizient des gesamten FenstersW/(m²·K)
Glasflächesichtbare Verglasungsflächem²
U-Wert der Verglasung2-fach-Wärmeschutzglas ≈ 1,1 · 3-fach ≈ 0,5 … 0,7W/(m²·K)
RahmenflächeFläche von Blendrahmen und Flügelrahmen (projiziert)m²
U-Wert des RahmensKunststoff/Holz ≈ 1,0 … 1,4 · Aluminium ≈ 1,6 … 2,2W/(m²·K)
Umfangslänge der VerglasungLänge des Glasrandverbunds (Umfang der sichtbaren Glasfläche)m
längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient des GlasrandesAluminium-Abstandhalter ≈ 0,08 · „warme Kante“ ≈ 0,04W/(m·K)

Rechner

W/(m²·K)
m²
W/(m²·K)
typisch: 0,5 … 1,1
m²
W/(m²·K)
typisch: 0,9 … 2,0
m
W/(m·K)
typisch: 0,03 … 0,08

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Beim Fenstertausch im Einfamilienhaus wird ein Kunststofffenster mit Dreifachverglasung eingebaut: Glasfläche 1,30 m², Rahmenfläche 0,52 m², Glasumfang 4,6 m, U_g = 0,7 W/(m²·K), U_f = 1,2 W/(m²·K), Abstandhalter „warme Kante“ mit Ψ_g = 0,04 W/(m·K). Welchen U_w hat das Fenster?

  1. Gegeben: A_g = 1,30 m², U_g = 0,7 W/(m²·K), A_f = 0,52 m², U_f = 1,2 W/(m²·K), l_g = 4,6 m, Ψ_g = 0,04 W/(m·K).
  2. Zähler: 1,30 · 0,7 + 0,52 · 1,2 + 4,6 · 0,04 = 0,910 + 0,624 + 0,184 = 1,718 W/K.
  3. Nenner: A_g + A_f = 1,30 + 0,52 = 1,82 m².
  4. U_w = 1,718 W/K / 1,82 m² = 0,944 W/(m²·K).
  5. Einordnung: Deutlich besser als der GEG-Höchstwert von 1,3 W/(m²·K); der Rahmen trägt trotz nur 29 % Flächenanteil 36 % zum Wärmeverlust bei.

Ergebnis: 0,94 W/(m²·K)

Gültigkeit & Hinweise

  • Formel nach DIN EN ISO 10077-1; Herstellerangaben zu U_w beziehen sich auf das Normprüfmaß 1,23 m × 1,48 m – für abweichende Fenstergrößen ändert sich U_w mit dem Rahmenanteil.
  • Keine Umstellung nach A_g, A_f oder l_g: Die Geometrie folgt aus dem Fenstermaß und wird nicht aus einem Ziel-U_w zurückgerechnet.
  • Rollladenkästen, Sprossen und Montagefugen sind nicht enthalten; beim Einbau entsteht zusätzlich eine Wärmebrücke zur Laibung (Ψ-Wert des Einbaus).

Typische Fehler

  • U_g der Verglasung als U_w des Fensters ausgeben – das unterschätzt den Verlust meist um 20 … 40 %.
  • Glasumfang l_g mit dem Fensterumfang verwechseln.
Verwandte Formeln:Quelle: DIN EN ISO 10077-1; GEG Anlage 7 (U_w ≤ 1,3 W/(m²·K) beim Fenstertausch)Eigene Seite

Wärmestrom durch ein Bauteil

Wie viel Watt verliert eine Wand bei gegebenem U-Wert, Fläche und Temperaturdifferenz?
Umstellen nach

Der Wärmestrom Q̇ (Leistung in Watt) durch ein Bauteil ist das Produkt aus U-Wert, Fläche und der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen. Die Formel ist die stationäre Form des Wärmedurchgangs: Sie gilt, wenn sich die Temperaturen nicht ändern und Speichereffekte des Bauteils keine Rolle spielen. Für die Heizlast wird mit der Normaußentemperatur gerechnet, für Energiebilanzen mit Mittelwerten über die Heizperiode.

Praktisch beantwortet die Formel die Frage, welche Heizleistung ein einzelnes Bauteil bindet – etwa eine ungedämmte Außenwand an einem kalten Wintertag – und wie groß die Entlastung nach einer Dämmmaßnahme ist. Vorzeichen: Q̇ ist positiv, wenn Wärme von innen nach außen fließt (θ_i > θ_e).

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
WärmestromTransmissionswärmeverlust des Bauteils (Leistung)W
WärmedurchgangskoeffizientU-Wert des BauteilsW/(m²·K)
BauteilflächeFläche nach Außenmaßen (GEG-Konvention)m²
InnentemperaturRaumlufttemperatur, üblich 20 °C°C
AußentemperaturAußenlufttemperatur bzw. Normaußentemperatur°C

Rechner

W
W/(m²·K)
m²
°C
typisch: 19 … 22
°C
typisch: −16 … 15

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Wärmestrom durch ein BauteilTemperaturverlauf durch ein Bauteil mit U = 1,3 W/(m²·K), θ i = 20 °C, θ e = −12 °C, Q̇ = 6 656 W, θ si = 14,59 °C, θ se = −10,34 °C, A = 160 m².θi​ = 20 °Cθe​ = −12 °Cθsi​ = 14,59 °Cθse​ = −10,34 °CU = 1,3 W/(m²·K)Q̇ = 6 656 WA = 160 m²
Beispiel: 6 656 W ≈ 6,7 kW

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Die ungedämmte Außenwand des Einfamilienhauses (U = 1,30 W/(m²·K), Fläche 160 m²) soll bei 20 °C Raumtemperatur und −12 °C Außentemperatur bewertet werden. Welcher Wärmestrom geht durch die Wand?

  1. Gegeben: U = 1,30 W/(m²·K), A = 160 m², θ_i = 20 °C, θ_e = −12 °C.
  2. Temperaturdifferenz: θ_i − θ_e = 20 °C − (−12 °C) = 32 K.
  3. Einsetzen: Q̇ = 1,30 W/(m²·K) · 160 m² · 32 K = 6 656 W ≈ 6,7 kW.
  4. Vergleich: Nach der Dämmung (U = 0,20 W/(m²·K)) wären es nur 0,20 · 160 · 32 = 1 024 W – die Wand bindet dann 5,6 kW weniger Heizleistung.

Ergebnis: 6 656 W ≈ 6,7 kW

Gültigkeit & Hinweise

  • Stationäre Betrachtung: Speichereffekte und Sonneneinstrahlung auf die Außenoberfläche sind nicht enthalten.
  • Flächen im GEG-Nachweis nach Außenmaßen; Wärmebrücken sind im U-Wert nicht enthalten (Zuschlag ΔU_WB, siehe Transmissionswärmeverlustkoeffizient).
  • Für Bauteile gegen unbeheizte Räume oder Erdreich ist statt der Außentemperatur die Temperatur des Nachbarraums bzw. ein Temperatur-Korrekturfaktor F_x anzusetzen.

Typische Fehler

  • Temperaturdifferenz mit falschem Vorzeichen bilden (−12 − 20 statt 20 − (−12)).

Feuchte & Schimmelschutz

3 Formeln

Innenoberflächentemperatur eines Bauteils

Wie kalt wird die Wandoberfläche innen? Grundlage für den Schimmelnachweis.
Umstellen nach

Die Temperatur der raumseitigen Bauteiloberfläche θ_si liegt immer unter der Raumlufttemperatur, weil der Wärmeübergang von der Luft an die Oberfläche einen Widerstand R_si hat. Der Temperaturabfall an der Oberfläche ist proportional zum Wärmestrom durch das Bauteil, also zu U · (θ_i − θ_e), multipliziert mit R_si. Je schlechter das Bauteil gedämmt ist, desto kälter wird die Oberfläche.

Für den Schimmelschutz ist das die entscheidende Größe: Schimmelpilze wachsen, wenn die relative Luftfeuchte an der Oberfläche über längere Zeit etwa 80 % überschreitet. Bei 20 °C und 50 % Raumluftfeuchte ist das ab einer Oberflächentemperatur von etwa 12,6 °C der Fall. DIN 4108-2 rechnet den Nachweis deshalb mit einem erhöhten Übergangswiderstand R_si = 0,25 m²·K/W (für Möbel, Vorhänge und Raumecken) und θ_e = −5 °C. Für den normalen Wärmeschutznachweis (U-Wert) gilt dagegen R_si = 0,13 m²·K/W nach DIN EN ISO 6946; der Wert ist hier als Konstante vorbelegt und kann geändert werden.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
InnenoberflächentemperaturTemperatur der raumseitigen Bauteiloberfläche°C
InnentemperaturRaumlufttemperatur (Schimmelnachweis: 20 °C)°C
AußentemperaturAußenlufttemperatur (Schimmelnachweis nach DIN 4108-2: −5 °C)°C
WärmedurchgangskoeffizientU-Wert des Bauteils bzw. der betrachteten StelleW/(m²·K)
innerer Wärmeübergangswiderstand0,25 für den Schimmelnachweis (DIN 4108-2); 0,13 für den Wärmeschutz (DIN EN ISO 6946)m²·K/W

Rechner

°C
°C
typisch: 20
°C
typisch: −5
W/(m²·K)
m²·K/W

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikInnenoberflächentemperatur über der Außentemperatur

Innenoberflächentemperatur über der AußentemperaturArbeitspunkt bei θ_e = −5 °C und θ_si = 11,88 °C. Kurven für U = 1,3 (ungedämmt), U = 0,6, U = 0,2 (gedämmt).05101520−15−10051015θe​ in °Cθsi​ in °C11,88−5U = 1,3 (ungedämmt)U = 0,6U = 0,2 (gedämmt)
Beispiel: 11,9 °C

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

In einem Schlafzimmer des Einfamilienhauses von 1975 zeigt sich Schimmel an der Außenwand (U = 1,30 W/(m²·K)). Welche Oberflächentemperatur stellt sich unter den Randbedingungen des Schimmelnachweises nach DIN 4108-2 (θ_i = 20 °C, θ_e = −5 °C, R_si = 0,25 m²·K/W) ein?

  1. Gegeben: θ_i = 20 °C, θ_e = −5 °C, U = 1,30 W/(m²·K), R_si = 0,25 m²·K/W.
  2. Temperaturdifferenz: θ_i − θ_e = 20 − (−5) = 25 K.
  3. Temperaturabfall an der Oberfläche: U · R_si · Δθ = 1,30 · 0,25 · 25 = 8,125 K.
  4. θ_si = 20 °C − 8,125 K = 11,9 °C.
  5. Bewertung: 11,9 °C liegt unter den 12,6 °C, bei denen die Luftfeuchte an der Oberfläche (bei 20 °C / 50 %) 80 % erreicht – Schimmelgefahr auch ohne Baumangel; Abhilfe schafft nur Dämmung (nach Sanierung mit U = 0,20: θ_si = 20 − 0,20 · 0,25 · 25 = 18,75 °C).

Ergebnis: 11,9 °C

Gültigkeit & Hinweise

  • Eindimensionale Betrachtung in der Fläche; in Raumecken, an Fensterlaibungen und bei Wärmebrücken liegt θ_si tiefer – dort ist der Nachweis über den Temperaturfaktor f_Rsi aus Wärmebrückenberechnung oder Beiblatt 2 zu führen.
  • Randbedingungen nach DIN 4108-2 für den Schimmelnachweis: θ_i = 20 °C, φ_i = 50 %, θ_e = −5 °C, R_si = 0,25 m²·K/W; Anforderung θ_si ≥ 12,6 °C bzw. f_Rsi ≥ 0,70.
  • Für den normalen Wärmeschutz (U-Wert-Berechnung) gilt R_si = 0,13 m²·K/W (horizontal); der Wert ist änderbar.
  • Die Umstellung nach θ_i ist nur sinnvoll, wenn U · R_si < 1 ist (bei R_si = 0,25 also U < 4 W/(m²·K)).

Typische Fehler

  • R_si = 0,13 für den Schimmelnachweis verwenden – das liefert zu hohe Oberflächentemperaturen und ein zu günstiges Ergebnis.
  • θ_e als Betrag (5 statt −5) einsetzen.
Verwandte Formeln:Quelle: DIN 4108-2 (Mindestwärmeschutz, Schimmelnachweis); DIN EN ISO 6946; DIN EN ISO 13788Eigene Seite

Temperaturfaktor f_Rsi

Dimensionslose Kennzahl für die Oberflächentemperatur – Mindestanforderung f_Rsi ≥ 0,70.
Umstellen nach

Der Temperaturfaktor f_Rsi setzt die Differenz zwischen Innenoberflächen- und Außentemperatur ins Verhältnis zur Differenz zwischen Innen- und Außenlufttemperatur. Er ist dimensionslos und unabhängig von den konkreten Temperaturen – ein Bauteil mit f_Rsi = 0,70 hat bei jeder Wetterlage 70 % der gesamten Temperaturdifferenz „auf der warmen Seite“ der Oberfläche. Der Faktor ist damit die ideale Kenngröße, um Wärmebrücken und Bauteilanschlüsse zu bewerten; er wird aus Wärmebrückenberechnungen, aus DIN 4108 Beiblatt 2 oder aus Thermografie-Messungen abgeleitet.

DIN 4108-2 fordert für den Mindestwärmeschutz an jeder Stelle der Gebäudehülle f_Rsi ≥ 0,70. Das entspricht unter den Normrandbedingungen (20 °C, −5 °C) einer Oberflächentemperatur von 12,6 °C und begrenzt das Schimmelrisiko bei 50 % Raumluftfeuchte. In der Energieberatung hilft der Faktor, Messwerte aus der Thermografie einzuordnen: Oberflächentemperatur, Raum- und Außentemperatur messen, f_Rsi berechnen, mit 0,70 vergleichen.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Temperaturfaktordimensionslos; Anforderung nach DIN 4108-2: ≥ 0,70–
Innenoberflächentemperaturgemessen oder berechnet an der betrachteten Stelle°C
InnentemperaturRaumlufttemperatur (Norm: 20 °C)°C
AußentemperaturAußenlufttemperatur (Norm: −5 °C)°C

Rechner

°C
°C
typisch: 20
°C
typisch: −5

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Bei einer Thermografie-Aufnahme in einer Außenwandecke wird eine Oberflächentemperatur von 13,5 °C gemessen; die Raumluft hat 20 °C, die Außenluft −5 °C. Erfüllt die Ecke die Mindestanforderung f_Rsi ≥ 0,70?

  1. Gegeben: θ_si = 13,5 °C, θ_i = 20 °C, θ_e = −5 °C.
  2. Zähler: θ_si − θ_e = 13,5 − (−5) = 18,5 K. Nenner: θ_i − θ_e = 20 − (−5) = 25 K.
  3. f_Rsi = 18,5 K / 25 K = 0,74.
  4. Bewertung: 0,74 ≥ 0,70 – die Anforderung der DIN 4108-2 ist erfüllt. Die zugehörige Grenz-Oberflächentemperatur wäre θ_si = −5 + 0,70 · 25 = 12,5 °C (gerundet 12,6 °C nach Norm).

Ergebnis: 0,74 (≥ 0,70 erfüllt)

Gültigkeit & Hinweise

  • Mindestanforderung nach DIN 4108-2: f_Rsi ≥ 0,70 an jeder Stelle der wärmeübertragenden Umfassungsfläche (Randbedingungen 20 °C / 50 % / −5 °C, R_si = 0,25 m²·K/W).
  • Bei Messungen muss sich ein stationärer Zustand eingestellt haben (mehrere kalte Tage, keine Sonneneinstrahlung, keine Heizkörper direkt an der Messstelle); sonst sind die Werte nicht vergleichbar.
  • Der Faktor hängt nur vom Bauteil ab, nicht von den Temperaturen – deshalb können Messwerte bei beliebigem Wetter auf die Normrandbedingungen umgerechnet werden.
  • Die Umstellung nach θ_e ist nur für f_Rsi < 1 definiert.

Typische Fehler

  • Oberflächentemperatur in der Fläche statt an der kritischen Stelle (Ecke, Laibung, Sturz) ansetzen.
  • Vorzeichen der Außentemperatur verlieren.
Verwandte Formeln:Quelle: DIN 4108-2; DIN EN ISO 13788; DIN 4108 Beiblatt 2Eigene Seite

Taupunkttemperatur (Magnus-Formel)

Ab welcher Oberflächentemperatur kondensiert Raumluft mit gegebener Temperatur und Feuchte?
Umstellen nach

Die Taupunkttemperatur θ_τ ist die Temperatur, auf die feuchte Luft abgekühlt werden muss, bis sie mit Wasserdampf gesättigt ist (relative Feuchte 100 %). Ist eine Bauteiloberfläche kälter als der Taupunkt der Raumluft, fällt dort Tauwasser aus – an Fensterscheiben, Fensterlaibungen oder ungedämmten Wärmebrücken. Die Berechnung beruht auf der Magnus-Formel für den Sättigungsdampfdruck über Wasser mit den Koeffizienten 17,62 und 243,12 °C (gültig für etwa −45 °C bis +60 °C).

Mit der Hilfsgröße a = ln(φ/100) + 17,62 · θ / (243,12 + θ) ergibt sich θ_τ = 243,12 · a / (17,62 − a). Die Umkehrung liefert die relative Feuchte, bei der eine gegebene Oberflächentemperatur gerade zum Taupunkt wird – praktisch für die Beratung: Wie feucht darf die Raumluft bei 20 °C sein, damit ein Fenster mit 9 °C Scheibentemperatur nicht beschlägt? Für den Schimmelschutz gilt die schärfere Grenze von 80 % relativer Feuchte an der Oberfläche (siehe Innenoberflächentemperatur).

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
TaupunkttemperaturTemperatur, bei der die Luft gesättigt ist (φ = 100 %)°C
LufttemperaturTemperatur der Raumluft°C
relative Luftfeuchterelative Feuchte der Raumluft%

Rechner

°C
°C
typisch: 18 … 24
%
typisch: 40 … 60

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikTaupunkttemperatur über der relativen Luftfeuchte

Taupunkttemperatur über der relativen LuftfeuchteArbeitspunkt bei φ = 50% und θ_τ = 9,255 °C. Kurven für 18 °C, 20 °C, 24 °C.−50515202520406080100φ in %θτ​ in °C9,2555018 °C20 °C24 °C
Beispiel: 9,3 °C

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Im Wohnzimmer herrschen 20 °C und 50 % relative Luftfeuchte. Bei welcher Oberflächentemperatur beschlagen die alten Isolierglasfenster?

  1. Gegeben: θ = 20 °C, φ = 50 %.
  2. Hilfsgröße: a = ln(50/100) + 17,62 · 20 / (243,12 + 20) = −0,6931 + 352,4 / 263,12 = −0,6931 + 1,3393 = 0,6462.
  3. θ_τ = 243,12 · 0,6462 / (17,62 − 0,6462) = 157,10 / 16,974 = 9,26 °C.
  4. Bewertung: Scheiben mit weniger als 9,3 °C Oberflächentemperatur beschlagen. Bei einem alten Isolierglas (U_g ≈ 2,8) liegt die Scheibeninnentemperatur bei −5 °C außen etwa bei 20 − 2,8 · 0,13 · 25 ≈ 10,9 °C – knapp darüber; bei 60 % Raumluftfeuchte (θ_τ = 12,0 °C) beschlägt es sicher.

Ergebnis: 9,3 °C

Gültigkeit & Hinweise

  • Magnus-Formel mit den Koeffizienten 17,62 und 243,12 °C (Sonntag 1990) über Wasser; Gültigkeit etwa −45 °C bis +60 °C, Abweichung unter 0,1 K im Bauklima-Bereich.
  • Tauwasser (100 % an der Oberfläche) ist das Kriterium für Fensterscheiben und Metallteile; für Schimmel auf saugfähigen Oberflächen gilt die strengere Grenze von 80 % relativer Feuchte (DIN 4108-2: θ_si ≥ 12,6 °C bei 20 °C/50 %).
  • Bei Temperaturen unter 0 °C ist streng genommen der Sättigungsdampfdruck über Eis maßgebend (Frostpunkt); für Innenraumfragen ohne Bedeutung.

Typische Fehler

  • φ als Dezimalzahl (0,5) statt in Prozent (50) eingeben.
  • Dekadischen statt natürlichen Logarithmus verwenden.
Verwandte Formeln:Quelle: Magnus-Formel (Sonntag 1990), z. B. nach DIN 4108-3 / Bauphysik-LehrbücherEigene Seite

Wärmeverluste & Heizlast

5 Formeln

Transmissionswärmeverlustkoeffizient H_T (Bauteil)

Wärmeverlust eines Bauteils je Kelvin – mit Temperatur-Korrekturfaktor und Wärmebrückenzuschlag.
Umstellen nach

Der Transmissionswärmeverlustkoeffizient H_T gibt an, wie viel Wärme je Kelvin Temperaturdifferenz durch Wärmeleitung über die Gebäudehülle verloren geht (Einheit W/K). Für ein einzelnes Bauteil ist er das Produkt aus U-Wert und Fläche, korrigiert um den Temperatur-Korrekturfaktor F_x: Bauteile gegen Außenluft zählen voll (F_x = 1,0), Bauteile gegen Erdreich, unbeheizte Keller oder Dachräume nur anteilig, weil dort eine geringere Temperaturdifferenz anliegt. Hinzu kommt der Wärmebrückenzuschlag ΔU_WB, der die zusätzlichen Verluste an Ecken, Anschlüssen und Durchdringungen pauschal erfasst und im Nachweis auf die gesamte Hüllfläche bezogen wird.

Die Summe über alle Bauteile ist der H_T des Gebäudes, aus dem sich Heizlast, Heizwärmebedarf und der spezifische Transmissionswärmeverlust H'_T für den GEG-Nachweis ergeben. Diese vereinfachte Bauteilformel folgt DIN V 4108-6 bzw. DIN V 18599-2; die Richtwerte für F_x und ΔU_WB stehen in den Tabellen neben dem Rechner.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
TransmissionswärmeverlustkoeffizientWärmeverlust des Bauteils je Kelvin einschließlich WärmebrückenzuschlagW/K
WärmedurchgangskoeffizientU-Wert des BauteilsW/(m²·K)
BauteilflächeFläche nach Außenmaßenm²
Temperatur-KorrekturfaktorAußenluft 1,0 · unbeheizter Dachraum 0,8 · Erdreich/unbeheizter Keller 0,5 … 0,6 (siehe Tabelle)–
Wärmebrückenzuschlagpauschal 0,10 · Kategorie A 0,05 · Kategorie B 0,03 (siehe Tabelle)W/(m²·K)

Rechner

W/K
W/(m²·K)
m²
typisch: 1,0 · 0,8 · 0,6 · 0,5
W/(m²·K)
typisch: 0,10 · 0,05 · 0,03

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Für den Energieausweis des Einfamilienhauses von 1975 wird die ungedämmte Außenwand (U = 1,30 W/(m²·K), 160 m², gegen Außenluft) bilanziert; Wärmebrücken werden mangels Nachweis pauschal mit 0,10 W/(m²·K) angesetzt. Wie groß ist H_T der Außenwand?

  1. Gegeben: U = 1,30 W/(m²·K), A = 160 m², F_x = 1,0 (Außenluft), ΔU_WB = 0,10 W/(m²·K).
  2. Bauteilanteil: U · A · F_x = 1,30 · 160 · 1,0 = 208 W/K.
  3. Wärmebrückenanteil: ΔU_WB · A = 0,10 · 160 = 16 W/K.
  4. H_T = 208 + 16 = 224 W/K.
  5. Einordnung: Bei 32 K Temperaturdifferenz (20 °C / −12 °C) entspricht das 224 · 32 = 7 168 W Heizleistung allein für die Außenwand.

Ergebnis: 224 W/K

Gültigkeit & Hinweise

  • Vereinfachte Bauteilformel; im GEG-Nachweis wird H_T als Summe über alle Bauteile gebildet und der Wärmebrückenzuschlag auf die gesamte wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogen: H_T = Σ(F_x,i · U_i · A_i) + ΔU_WB · A_gesamt.
  • Temperatur-Korrekturfaktoren nach DIN V 4108-6 bzw. DIN V 18599-2 (Richtwerte in der Tabelle); für Bauteile gegen Erdreich hängt F_x von der Dämmung und der Bodenplattengeometrie ab.
  • Wärmebrückenzuschlag nach GEG § 24: 0,10 W/(m²·K) ohne Nachweis; 0,05 bei Gleichwertigkeit nach DIN 4108 Beiblatt 2 Kategorie A; 0,03 bei Kategorie B; alternativ detaillierte Berechnung der Ψ-Werte.
  • Ab dem 1. Januar 2027 verweist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) für die Bilanzierung auf DIN/TS 18599:2025-10.

Typische Fehler

  • Wärmebrückenzuschlag bei Bauteilen gegen Erdreich mit F_x multiplizieren – der Zuschlag wird ohne Korrekturfaktor angesetzt.
  • Flächen nach Innenmaßen statt Außenmaßen.

Spezifischer Transmissionswärmeverlust H'_T

Mittlerer U-Wert der Gebäudehülle – die Kennzahl für den baulichen Wärmeschutz im GEG-Nachweis.
Umstellen nach

Der spezifische, auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogene Transmissionswärmeverlust H'_T ist der Transmissionswärmeverlustkoeffizient H_T des gesamten Gebäudes, geteilt durch die Hüllfläche A. Anschaulich ist er der flächengewichtete mittlere U-Wert der Gebäudehülle einschließlich Wärmebrücken (Einheit W/(m²·K)). Ungedämmte Gebäude der 1970er-Jahre liegen bei etwa 1,0 … 1,5, Neubauten nach GEG bei etwa 0,3 … 0,4.

Im GEG-Nachweis für neue Wohngebäude darf H'_T den Wert des Referenzgebäudes nicht überschreiten (§ 16: Faktor 1,0); bei Änderungen bestehender Gebäude über das Bilanzverfahren gilt das 1,4-Fache. Die Effizienzhaus-Stufen der Bundesförderung (BEG) verlangen zusätzlich H'_T-Werte von 55 % (Effizienzhaus 40) bis 100 % (Effizienzhaus 85) des Referenzgebäudes. Das Referenzgebäude hat dabei die in Anlage 1 festgelegte Hülle (Außenwand 0,28, Dach 0,20, Fenster 1,3 W/(m²·K), Wärmebrückenzuschlag 0,05), so dass sein H'_T je nach Fensteranteil und Kompaktheit meist bei 0,35 … 0,45 W/(m²·K) liegt.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
spezifischer Transmissionswärmeverlustmittlerer U-Wert der Hülle einschließlich WärmebrückenW/(m²·K)
Transmissionswärmeverlustkoeffizient des GebäudesSumme aller Bauteile einschließlich WärmebrückenzuschlagW/K
wärmeübertragende UmfassungsflächeHüllfläche nach Außenmaßen (Wände, Dach, Bodenplatte/Kellerdecke, Fenster, Türen)m²

Rechner

W/(m²·K)
typisch: Bestand 0,8 … 1,5 · Neubau 0,3 … 0,45
W/K
m²

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Für das Einfamilienhaus von 1975 ergibt die Bauteilbilanz H_T = 473 W/K (Außenwände 208, Dach 96, Fenster 84, Kellerdecke 45, Wärmebrücken 40 W/K) bei einer Hüllfläche von 400 m². Wie groß ist H'_T, und wo steht das Gebäude im Vergleich zu einem Neubau?

  1. Gegeben: H_T = 473 W/K, A = 400 m².
  2. H'_T = 473 W/K / 400 m² = 1,18 W/(m²·K).
  3. Einordnung: Ein GEG-Referenzgebäude gleicher Geometrie läge bei etwa 0,40 W/(m²·K); der Bestand verliert über die Hülle rund das Dreifache. Für das Effizienzhaus 70 (85 % des Referenzwerts) müsste H'_T auf etwa 0,34 W/(m²·K) sinken.

Ergebnis: 1,18 W/(m²·K)

Gültigkeit & Hinweise

  • GEG § 16 (Neubau Wohngebäude): H'_T ≤ 1,0 × H'_T des Referenzgebäudes nach § 15; feste Höchstwerte je Gebäudetyp wie in der früheren EnEV gibt es im GEG nicht mehr.
  • GEG § 50 (Änderung bestehender Gebäude, Bilanzverfahren): Primärenergiebedarf und H'_T dürfen das 1,4-Fache des Referenzgebäudes nicht überschreiten (140-%-Regel).
  • BEG-Effizienzhaus: H'_T ≤ 55 % (EH 40), 70 % (EH 55), 85 % (EH 70), 100 % (EH 85) des Referenzgebäudes, siehe Tabelle.
  • Ab 1. Januar 2027 (GModG) wird der Höchstwert nach DIN/TS 18599-2:2025-10 Anhang F ermittelt; die Vergleichslogik mit dem Referenzgebäude bleibt.

Typische Fehler

  • Gebäudenutzfläche A_N statt Hüllfläche als Bezugsgröße verwenden.
  • Wärmebrückenzuschlag vergessen – er macht bei gut gedämmten Gebäuden 15 … 25 % von H'_T aus.
Verwandte Formeln:Quelle: GEG § 15, § 16, § 50 und Anlage 1; DIN V 18599-2; BEG-Richtlinien (Effizienzhaus-Stufen)Eigene Seite

Lüftungswärmeverlustkoeffizient H_V

Wärmeverlust durch Luftwechsel je Kelvin – aus Luftwechselrate und beheiztem Luftvolumen.
Umstellen nach

Neben der Transmission verliert ein Gebäude Wärme über die Luft, die durch Fenster, Fugen und Lüftungsanlagen ausgetauscht wird. Der Lüftungswärmeverlustkoeffizient H_V ist das Produkt aus Luftwechselrate n (wie oft das Luftvolumen je Stunde ausgetauscht wird), beheiztem Luftvolumen V und der volumenbezogenen Wärmekapazität der Luft ρ·c_p ≈ 0,34 Wh/(m³·K). Das Luftvolumen ist kleiner als das beheizte Gebäudevolumen V_e (Außenmaße): Bei Wohngebäuden bis drei Vollgeschosse setzt DIN V 4108-6 vereinfacht V = 0,76 · V_e an, sonst 0,80 · V_e.

Die Luftwechselrate ist in der Bilanz ein Rechenwert, keine Messgröße: ohne Dichtheitsnachweis n = 0,7 1/h, mit Dichtheitsprüfung (Blower-Door) n = 0,6 1/h, bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung entsprechend weniger. In der Energieberatung macht H_V bei gut gedämmten Gebäuden schnell ein Drittel der Verluste aus – ein Argument für Luftdichtheit und kontrollierte Lüftung.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
LüftungswärmeverlustkoeffizientWärmeverlust durch Luftwechsel je KelvinW/K
LuftwechselrateRechenwert: 0,7 ohne, 0,6 mit Dichtheitsnachweis (DIN V 4108-6)1/h
beheiztes Luftvolumen≈ 0,76 · V_e bei Wohngebäuden bis 3 Vollgeschosse (V_e = beheiztes Gebäudevolumen nach Außenmaßen)m³
volumenbezogene Wärmekapazität der Luft0,34 Wh/(m³·K) bei 20 °C (ρ ≈ 1,2 kg/m³, c_p ≈ 1,005 kJ/(kg·K))Wh/(m³·K)

Rechner

W/K
1/h
typisch: 0,5 … 0,7
m³
Wh/(m³·K)

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Lüftungswärmeverlustkoeffizient H_VRaum mit Zu- und Abluft mit V = 425,6 m³, n = 0,7 1/h, V̇ = 297,9 m³/h, H V = 101,3 W/K, ρ·c p = 0,34 Wh/(m³·K).V = 425,6 m³n = 0,7 1/hV̇ = 297,9 m³/hHV​ = 101,3 W/Kρ·cp​ = 0,34 Wh/(m³·K)
Beispiel: 101,3 W/K

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Das Einfamilienhaus von 1975 hat ein beheiztes Gebäudevolumen V_e = 560 m³ (Außenmaße). Ein Dichtheitsnachweis liegt nicht vor. Wie groß ist der Lüftungswärmeverlustkoeffizient?

  1. Luftvolumen: V = 0,76 · V_e = 0,76 · 560 m³ = 425,6 m³.
  2. Gegeben: n = 0,7 1/h (ohne Dichtheitsnachweis), ρ·c_p = 0,34 Wh/(m³·K).
  3. Einsetzen: H_V = 0,7 1/h · 425,6 m³ · 0,34 Wh/(m³·K) = 101,3 W/K.
  4. Einordnung: Mit Dichtheitsprüfung (n = 0,6) wären es 86,8 W/K; gegenüber H_T = 473 W/K spielt die Lüftung im ungedämmten Bestand noch die kleinere Rolle.

Ergebnis: 101,3 W/K

Gültigkeit & Hinweise

  • Rechenwerte nach DIN V 4108-6: n = 0,7 1/h ohne, 0,6 1/h mit Dichtheitsnachweis; bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung wird der Luftwechsel um den Wärmebereitstellungsgrad reduziert (DIN V 18599-6 rechnet detaillierter mit Infiltration und Anlagenluftwechsel).
  • V = 0,76 · V_e gilt für Wohngebäude bis drei Vollgeschosse, sonst 0,80 · V_e; alternativ das lichte Raumvolumen ansetzen.
  • Für die Heizlast nach DIN/TS 12831-1 werden andere, raumweise Mindestluftwechsel verwendet; diese Formel dient der Energiebilanz.

Typische Fehler

  • V_e (Außenmaße) direkt als Luftvolumen einsetzen – das überschätzt H_V um rund ein Viertel.
  • Luftwechsel aus der Lüftungstechnik (z. B. 4 1/h für Büros) in die Jahresbilanz übernehmen.

Heizlast (vereinfacht aus H_T und H_V)

Überschlägige Gebäudeheizlast aus den Verlustkoeffizienten und der Normaußentemperatur.
Umstellen nach

Die Heizlast Φ_HL ist die Heizleistung, die das Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht, um die Innentemperatur zu halten. Vereinfacht ergibt sie sich aus der Summe von Transmissions- und Lüftungswärmeverlustkoeffizient, multipliziert mit der Differenz zwischen Innentemperatur und Normaußentemperatur. Die Normaußentemperatur ist ein standortabhängiger Auslegungswert nach DIN/TS 12831-1 (in Deutschland etwa −8 °C bis −16 °C).

In der Energieberatung dient die Formel der Plausibilitätsprüfung und der ersten Dimensionierung eines Wärmeerzeugers, etwa beim Umstieg vom Gaskessel auf die Wärmepumpe. Die normgerechte Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1 arbeitet raumweise, mit Aufheizzuschlägen und detaillierten Lüftungsansätzen; sie ist für die Auslegung von Heizflächen und Wärmepumpen maßgebend. Die vereinfachte Formel liegt in der Regel auf der sicheren Seite, da solare und interne Gewinne nicht angerechnet werden.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Heizlasterforderliche Heizleistung am AuslegungstagW
TransmissionswärmeverlustkoeffizientSumme aller Bauteile einschließlich WärmebrückenW/K
Lüftungswärmeverlustkoeffizientn · V · 0,34W/K
InnentemperaturNorm-Innentemperatur, Wohnräume 20 °C°C
NormaußentemperaturAuslegungswert des Standorts nach DIN/TS 12831-1°C

Rechner

W
W/K
W/K
°C
typisch: 20
°C
typisch: −8 … −16

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Für das Einfamilienhaus von 1975 (H_T = 473 W/K, H_V = 101 W/K) soll vor dem Heizungstausch die Heizlast abgeschätzt werden. Innentemperatur 20 °C, Normaußentemperatur des Standorts −12 °C.

  1. Gegeben: H_T = 473 W/K, H_V = 101 W/K, θ_i = 20 °C, θ_e = −12 °C.
  2. Gesamtverlustkoeffizient: H_T + H_V = 574 W/K. Temperaturdifferenz: 20 − (−12) = 32 K.
  3. Φ_HL = 574 W/K · 32 K = 18 368 W ≈ 18,4 kW.
  4. Einordnung: Bei 180 m² Gebäudenutzfläche sind das rund 100 W/m² – typisch für ungedämmte Gebäude der 1970er-Jahre. Nach Dämmung von Wand und Dach und Fenstertausch sinkt H_T auf etwa 150 W/K und die Heizlast auf rund 8 kW – erst dann ist eine Wärmepumpe wirtschaftlich auslegbar.

Ergebnis: 18 368 W ≈ 18,4 kW

Gültigkeit & Hinweise

  • Überschlagsformel ohne solare und interne Gewinne und ohne Aufheizzuschläge; für die Auslegung von Wärmeerzeugern und Heizflächen ist die raumweise Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1 maßgebend.
  • Normaußentemperaturen nach DIN/TS 12831-1 (Klimadaten je Postleitzahl) liegen in Deutschland etwa zwischen −8 °C und −16 °C; die Werte der älteren DIN EN 12831 Beiblatt 1 (z. B. Berlin −14 °C) liegen teils tiefer. Den Wert für den Standort aus der Norm bzw. der Planungssoftware entnehmen.
  • Für Bauteile gegen unbeheizte Räume ist in H_T der Temperatur-Korrekturfaktor bereits enthalten.

Typische Fehler

  • Heizlast mit dem Jahresheizwärmebedarf verwechseln (kW gegen kWh/a).
  • Normaußentemperatur ohne Vorzeichen einsetzen.

Heizlast aus dem Jahresheizwärmebedarf (Vollbenutzungsstunden)

Heizlast überschlägig aus dem Verbrauch – die Standardmethode bei der Wärmepumpen-Vorplanung.
Umstellen nach

Die Vollbenutzungsstunden b_VH verknüpfen Jahresheizwärmebedarf und Heizlast: Würde der Wärmeerzeuger b_VH Stunden im Jahr mit voller Leistung laufen, hätte er genau den Jahresbedarf gedeckt. Für Wohngebäude in Deutschland liegt b_VH bei rund 1 600 … 2 100 h/a (VDI 2067; höhere Werte in kalten Regionen und bei durchgehend beheizten Gebäuden). Damit lässt sich aus dem Verbrauch der letzten Jahre die Heizlast abschätzen – und umgekehrt aus einer berechneten Heizlast der zu erwartende Jahresbedarf.

In der Beratungspraxis ist das die schnellste Plausibilitätsprüfung vor einem Heizungstausch: Gasverbrauch um den Warmwasseranteil bereinigen, mit dem Kesselnutzungsgrad in Nutzwärme umrechnen, durch die Vollbenutzungsstunden teilen. Das Ergebnis liegt bei Bestandsgebäuden oft deutlich unter der Nennleistung des alten Kessels, der in der Regel überdimensioniert ist.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Heizlastüberschlägige GebäudeheizlastkW
JahresheizwärmebedarfNutzwärme für die Raumheizung (Verbrauch × Nutzungsgrad, ohne Warmwasser)kWh/a
VollbenutzungsstundenWohngebäude ≈ 1 600 … 2 100 h/a (VDI 2067)h/a

Rechner

kW
kWh/a
h/a
typisch: 1 600 … 2 100

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikHeizlast über den Vollbenutzungsstunden

Heizlast über den VollbenutzungsstundenArbeitspunkt bei b_VH = 1 900 h/a und Φ_HL = 9,842 kW.891112131 4001 6002 2002 400bVH​ in h/aΦHL​ in kW9,8421 900
Beispiel: 9,84 kW

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein teilsaniertes Einfamilienhaus verbraucht im Mittel 25 000 kWh Erdgas je Jahr, davon rund 3 000 kWh für Warmwasser; der Niedertemperaturkessel hat einen Jahresnutzungsgrad von 0,85. Welche Heizlast ist für die geplante Wärmepumpe zu erwarten (b_VH = 1 900 h/a)?

  1. Gasverbrauch für die Heizung: 25 000 − 3 000 = 22 000 kWh/a (Endenergie).
  2. Nutzwärme: Q_h = 22 000 kWh/a · 0,85 = 18 700 kWh/a.
  3. Gegeben: b_VH = 1 900 h/a.
  4. Φ_HL = 18 700 kWh/a / 1 900 h/a = 9,84 kW.
  5. Einordnung: Die Wärmepumpe wäre mit etwa 10 kW Heizleistung (bei Normaußentemperatur) zu planen; der vorhandene 24-kW-Kessel ist mehr als doppelt überdimensioniert. Für die Bestellung ist die raumweise Heizlast nach DIN/TS 12831-1 nachzurechnen.

Ergebnis: 9,84 kW

Gültigkeit & Hinweise

  • Überschlagsverfahren; Vollbenutzungsstunden nach VDI 2067 bzw. Erfahrungswerten (Einfamilienhaus etwa 1 600 … 2 100 h/a, Mehrfamilienhaus eher 1 800 … 2 300 h/a). Witterungsbereinigte Verbräuche mehrerer Jahre verwenden.
  • Q_h ist Nutzwärme: Endenergieverbrauch um Warmwasser bereinigen und mit dem Jahresnutzungsgrad des alten Kessels multiplizieren (Brennwert ≈ 0,95, Niedertemperatur ≈ 0,85, alter Standardkessel ≈ 0,75).
  • Bei Nutzerverhalten mit Teilbeheizung (nur einzelne Räume geheizt) wird die Heizlast unterschätzt – nach Sanierung oder Nutzerwechsel steigt der Bedarf.

Typische Fehler

  • Endenergie (Gas in kWh) direkt als Nutzwärme einsetzen.
  • Warmwasseranteil nicht abziehen (typisch 10 … 20 % des Verbrauchs).

Energiebilanz (Nutz-, End-, Primärenergie)

7 Formeln

Heizwärmebedarf nach Gradtagzahl (vereinfacht)

Jahresheizwärmebedarf aus den Verlustkoeffizienten und der Gradtagzahl des Standorts – ohne Gewinne.
Umstellen nach

Das Gradtagzahlverfahren ist die einfachste Jahresbilanz: Die Verlustkoeffizienten H_T und H_V (in W/K) werden mit der Gradtagzahl G_t des Standorts multipliziert. G_t (in K·d/a) summiert über alle Heiztage die Differenz zwischen Innentemperatur und Tagesmitteltemperatur außen; der Faktor 24 wandelt Tage in Stunden, die Division durch 1 000 Wattstunden in Kilowattstunden. Das Ergebnis ist der Heizwärmebedarf Q_h in kWh/a – die Nutzwärme, die die Heizung in die Räume bringen muss.

In dieser Form fehlen die solaren und internen Wärmegewinne (Sonne durch Fenster, Personen, Geräte), die im Altbau 15 … 25 % und im gut gedämmten Neubau 30 … 50 % der Verluste decken. Das Verfahren eignet sich deshalb für die Verbrauchsplausibilisierung und für Vorher-Nachher-Vergleiche von Dämmmaßnahmen; der Energieausweis und der GEG-Nachweis verwenden die Monatsbilanz nach DIN V 18599 (ab 2027 DIN/TS 18599) mit Gewinnen und Ausnutzungsgrad.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
HeizwärmebedarfNutzwärmebedarf für die Raumheizung je Jahr (ohne Gewinne)kWh/a
TransmissionswärmeverlustkoeffizientSumme aller Bauteile einschließlich WärmebrückenW/K
Lüftungswärmeverlustkoeffizientn · V · 0,34W/K
GradtagzahlStandortwert für 20 °C Innen-/15 °C Heizgrenztemperatur; Deutschland etwa 3 000 … 3 900 K·d/aK·d/a

Rechner

kWh/a
W/K
W/K
K·d/a
typisch: 3 000 … 3 900

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Für das Einfamilienhaus von 1975 (H_T = 473 W/K, H_V = 101 W/K) soll der Heizwärmebedarf ohne Gewinne abgeschätzt werden; die Gradtagzahl des Standorts beträgt 3 500 K·d/a.

  1. Gegeben: H_T = 473 W/K, H_V = 101 W/K, G_t = 3 500 K·d/a.
  2. Gesamtverlustkoeffizient: 473 + 101 = 574 W/K.
  3. Q_h = 574 W/K · 3 500 K·d/a · 24 h/d / 1 000 = 48 216 kWh/a.
  4. Einordnung: Bezogen auf 180 m² Gebäudenutzfläche sind das 268 kWh/(m²·a) Verluste; mit etwa 25 % solaren und internen Gewinnen bleiben rund 36 000 kWh/a Heizwärmebedarf – passend zu einem Gasverbrauch von etwa 45 000 kWh/a bei einem alten Kessel (η_a = 0,80).

Ergebnis: 48 216 kWh/a ≈ 48 200 kWh/a

Gültigkeit & Hinweise

  • Ohne solare und interne Gewinne – das Ergebnis ist eine obere Abschätzung; der tatsächliche Heizwärmebedarf liegt im Altbau 15 … 25 %, im Neubau bis 50 % darunter.
  • Gradtagzahlen gelten für eine bestimmte Innentemperatur und Heizgrenze (üblich 20 °C / 15 °C); Werte für den Standort aus den Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes oder der Normklimadaten entnehmen.
  • Der GEG-Nachweis und der Energieausweis verwenden das Monatsbilanzverfahren nach DIN V 18599 (ab 1. Januar 2027 DIN/TS 18599:2025-10).

Typische Fehler

  • Faktor 24/1 000 vergessen (Ergebnis in W·K·d statt kWh).
  • Gradtagzahl mit der Heizgradtagzahl zu anderer Innentemperatur (z. B. 19 °C) mischen.

Gradtagzahl aus Heiztagen und mittlerer Außentemperatur

G_t = Heiztage × (Innentemperatur − mittlere Außentemperatur der Heiztage).
Umstellen nach

Die Gradtagzahl G_t fasst das Heizklima eines Standorts in einer Zahl zusammen. Exakt ist sie die Summe der täglichen Differenzen zwischen Innentemperatur (20 °C) und Tagesmittel der Außentemperatur über alle Heiztage – also alle Tage, an denen das Tagesmittel unter der Heizgrenztemperatur (üblich 15 °C) liegt. Sind nur die Anzahl der Heiztage z und deren mittlere Außentemperatur θ_m bekannt, ergibt sich G_t als Produkt z · (θ_i − θ_m).

Die Formel dient dazu, Gradtagzahlen aus Wetterstatistiken abzuleiten, Verbräuche verschiedener Jahre zu vergleichen (Witterungsbereinigung) und Klimadaten plausibel einzuordnen. Typische Werte in Deutschland liegen bei 3 000 K·d/a (Oberrheingraben) bis 3 900 K·d/a (Alpenvorland, Mittelgebirge); mildere Winter der letzten Jahre haben die Werte gegenüber den Normjahren gesenkt.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
GradtagzahlSumme der Temperaturdifferenzen über alle HeiztageK·d/a
Anzahl der HeiztageTage mit Tagesmittel unter der Heizgrenze (Deutschland etwa 230 … 300)d/a
InnentemperaturBezugstemperatur innen, üblich 20 °C°C
mittlere Außentemperatur der HeiztageMittel der Tagesmitteltemperaturen über die Heiztage°C

Rechner

K·d/a
d/a
typisch: 230 … 300
°C
typisch: 20
°C
typisch: 4 … 8

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Die Wetterstatistik eines Standorts weist 265 Heiztage mit einer mittleren Außentemperatur von 6,8 °C aus. Welche Gradtagzahl ergibt sich für 20 °C Innentemperatur?

  1. Gegeben: z = 265 d/a, θ_i = 20 °C, θ_m = 6,8 °C.
  2. Temperaturdifferenz: 20 − 6,8 = 13,2 K.
  3. G_t = 265 d/a · 13,2 K = 3 498 K·d/a ≈ 3 500 K·d/a.
  4. Einordnung: Ein mittlerer deutscher Standort; ein mildes Jahr mit 240 Heiztagen bei 7,5 °C hätte nur 3 000 K·d/a – rund 14 % weniger Heizwärmebedarf bei gleichem Gebäude.

Ergebnis: 3 498 K·d/a

Gültigkeit & Hinweise

  • Heizgrenztemperatur üblich 15 °C (Altbau) bzw. 12 °C (gut gedämmte Gebäude); je niedriger die Heizgrenze, desto weniger Heiztage und desto kleiner G_t.
  • Für die Witterungsbereinigung von Verbräuchen nach VDI 3807 wird der Verbrauch mit dem Verhältnis G_t (langjähriges Mittel) / G_t (Abrechnungsjahr) korrigiert.
  • θ_m ist das Mittel nur über die Heiztage, nicht die Jahresmitteltemperatur.

Typische Fehler

  • Jahresmitteltemperatur (≈ 9 … 11 °C) statt der Heiztagsmitteltemperatur verwenden.
Verwandte Formeln:Quelle: VDI 3807; Klimadaten des Deutschen WetterdienstesEigene Seite

Endenergiebedarf aus Heizwärmebedarf und Jahresnutzungsgrad

Wie viel Brennstoff oder Strom muss eingekauft werden, um den Heizwärmebedarf zu decken?
Umstellen nach

Der Endenergiebedarf Q_E ist die Energiemenge, die an der Gebäudegrenze als Gas, Öl, Pellets, Fernwärme oder Strom bezogen wird. Er ist größer als der Heizwärmebedarf Q_h, weil der Wärmeerzeuger, die Verteilung und die Speicherung Verluste haben. Der Jahresnutzungsgrad η_a fasst diese Verluste zusammen; sein Kehrwert ist die Erzeugeraufwandszahl e_g der DIN V 4701-10. Für Wärmepumpen tritt an die Stelle von η_a die Jahresarbeitszahl, die deutlich über 1 liegt.

Die Formel ist das Bindeglied zwischen Bauphysik und Anlagentechnik: Sie zeigt, warum ein alter Standardkessel mit η_a ≈ 0,75 ein Drittel mehr Brennstoff verbraucht als ein Brennwertkessel, und sie bildet die Grundlage für Heizkosten, Primärenergie und CO₂-Emissionen. Im Energieausweis enthält der Endenergiebedarf zusätzlich Warmwasser und Hilfsstrom.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Endenergiebedarfbezogene Energie (Brennstoff, Fernwärme, Strom) je JahrkWh/a
HeizwärmebedarfNutzwärme für die RaumheizungkWh/a
JahresnutzungsgradStandardkessel 0,70 … 0,80 · Niedertemperatur 0,85 · Brennwert 0,95 … 1,0 · Wärmepumpe = JAZ (siehe Tabelle)–

Rechner

kWh/a
kWh/a
typisch: 0,75 … 1,0 (Kessel) · 2,5 … 4,5 (Wärmepumpe)

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Das Einfamilienhaus von 1975 hat nach Monatsbilanz (mit Gewinnen) einen Heizwärmebedarf von 36 000 kWh/a. Der Gas-Standardkessel von 1992 erreicht einen Jahresnutzungsgrad von 0,80. Welcher Endenergiebedarf ergibt sich für die Heizung?

  1. Gegeben: Q_h = 36 000 kWh/a, η_a = 0,80.
  2. Q_E = 36 000 kWh/a / 0,80 = 45 000 kWh/a Erdgas (heizwertbezogen).
  3. Einordnung: Ein Brennwertkessel (η_a ≈ 0,97) käme mit 37 100 kWh/a aus; eine Wärmepumpe mit JAZ 3,2 bräuchte 11 250 kWh/a Strom (siehe Strombedarf Wärmepumpe).

Ergebnis: 45 000 kWh/a

Gültigkeit & Hinweise

  • Jahresnutzungsgrade sind heizwertbezogen; Brennwertkessel können deshalb Werte über 1,0 erreichen (Gas bis etwa 1,05 bei niedrigen Rücklauftemperaturen).
  • Der Wert enthält hier nur die Raumheizung; Warmwasser (etwa 10 … 20 % des Verbrauchs im Einfamilienhaus) und Hilfsstrom (Pumpen, Regelung) kommen im Energieausweis hinzu.
  • Für Wärmepumpen η_a = JAZ (Jahresarbeitszahl) einsetzen; dann ist Q_E der Strombezug.

Typische Fehler

  • Normnutzungsgrad aus dem Prospekt (z. B. 109 % brennwertbezogen) als Jahresnutzungsgrad verwenden.
  • Verteil- und Speicherverluste doppelt zählen.

Primärenergiebedarf

Endenergie × Primärenergiefaktor – der Kennwert des GEG-Nachweises und des Energieausweises.
Umstellen nach

Der Primärenergiebedarf Q_P bewertet die Endenergie mit dem Aufwand, der in der vorgelagerten Kette (Förderung, Umwandlung, Transport) anfällt. Der Primärenergiefaktor f_p gibt den nicht erneuerbaren Anteil dieses Aufwands je Kilowattstunde Endenergie an: Erdgas und Heizöl 1,1, Holz 0,2, Netzstrom 1,8 (GEG Anlage 4). Ein Gebäude mit Holzheizung hat deshalb trotz hohem Endenergieverbrauch einen niedrigen Primärenergiebedarf, ein Gebäude mit Stromdirektheizung einen hohen.

Q_P ist die Hauptanforderungsgröße des GEG für Neubauten (Vergleich mit dem Referenzgebäude) und der Kennwert auf der Bedarfsskala des Energieausweises. Zum 1. Januar 2027 ändert das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) die Faktoren: Netzstrom 1,5, biogene Brennstoffe einschließlich Holz einheitlich 0,7, Fernwärme pauschal 0,7 oder der veröffentlichte Netzwert. Beide Stände stehen in der Tabelle neben dem Rechner. Für Fernwärme ist nach GEG § 22 der vom Versorger zertifizierte Netzfaktor maßgebend.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Primärenergiebedarfnicht erneuerbarer Primärenergieaufwand je JahrkWh/a
Endenergiebedarfbezogene Energie des jeweiligen EnergieträgerskWh/a
Primärenergiefaktor (nicht erneuerbar)Erdgas/Heizöl 1,1 · Holz 0,2 (ab 2027: 0,7) · Netzstrom 1,8 (ab 2027: 1,5) – siehe Tabelle–

Rechner

kWh/a
kWh/a
typisch: 0 … 1,8

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikEndenergie und Primärenergie

Endenergie und PrimärenergieEndenergie Q_E: 45 000 kWh/a; Primärenergie Q_P: 49 500 kWh/a. Unterschied: +4 500 kWh/a (+10 %)Endenergie QE​45 000 kWh/aPrimärenergie QP​49 500 kWh/aUnterschied: +4 500 kWh/a (+10 %)
Beispiel: 49 500 kWh/a

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Der Gas-Endenergiebedarf des Einfamilienhauses beträgt 45 000 kWh/a. Wie groß ist der Primärenergiebedarf nach GEG Anlage 4, und wie sähe es mit einer Wärmepumpe (11 250 kWh/a Netzstrom) aus?

  1. Gegeben: Q_E = 45 000 kWh/a, f_p = 1,1 (Erdgas, GEG Anlage 4).
  2. Q_P = 45 000 kWh/a · 1,1 = 49 500 kWh/a.
  3. Vergleich Wärmepumpe: 11 250 kWh/a · 1,8 = 20 250 kWh/a (GEG); mit dem Faktor 1,5 ab 2027 nur noch 16 875 kWh/a – primärenergetisch rund zwei Drittel weniger als mit Gas.

Ergebnis: 49 500 kWh/a

Gültigkeit & Hinweise

  • Primärenergiefaktoren (nicht erneuerbarer Anteil) nach GEG Anlage 4; bei mehreren Energieträgern wird je Energieträger gerechnet und summiert.
  • Ab 1. Januar 2027 gelten die Faktoren der neuen Anlage 4 des GModG (Netzstrom 1,5; Holz, Biogas, Biomethan, Bioöl, Wasserstoff je 0,7; Fernwärme 0,7 oder Netzwert). Bis dahin ausgestellte Nachweise und Ausweise bleiben gültig.
  • Für gebäudenah erzeugten Strom aus Photovoltaik oder Wind gilt f_p = 0,0, soweit er im Gebäude genutzt wird (Anrechnungsregeln § 23 GEG).

Typische Fehler

  • Gesamtfaktor (erneuerbar + nicht erneuerbar) statt des nicht erneuerbaren Anteils verwenden.
  • Alten und neuen Rechtsstand mischen.

CO₂-Emissionen aus dem Endenergiebedarf

Treibhausgasemissionen in kg/a aus Endenergie und Emissionsfaktor des Energieträgers.
Umstellen nach

Die Treibhausgasemissionen E_CO2 eines Gebäudes ergeben sich aus dem Endenergiebedarf je Energieträger, multipliziert mit dem Emissionsfaktor f_CO2 in Gramm CO₂-Äquivalent je Kilowattstunde. Die Faktoren der GEG Anlage 9 berücksichtigen die Vorkette: Erdgas 240, Heizöl 310, Holz 20, Netzstrom 560 g/kWh. Die Division durch 1 000 liefert Kilogramm je Jahr.

Der Wert steht im Energieausweis und ist die Grundlage der CO₂-Kostenaufteilung zwischen Vermietern und Mietern. In der Beratung macht er den Klimaeffekt eines Heizungstauschs greifbar: Eine Wärmepumpe mit Netzstrom verursacht schon mit dem heutigen Faktor nur gut die Hälfte der Emissionen eines Gaskessels; ab 1. Januar 2027 setzt das GModG für Netzstrom nur noch 100 g/kWh an, weil der Strommix bis 2045 bilanziert wird – dann sinken die Emissionen der Wärmepumpe rechnerisch auf rund ein Zehntel.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
CO₂-EmissionenTreibhausgasemissionen als CO₂-Äquivalent je Jahrkg/a
Endenergiebedarfbezogene Energie des EnergieträgerskWh/a
EmissionsfaktorErdgas 240 · Heizöl 310 · Holz 20 · Netzstrom 560 (ab 2027: 100) – siehe Tabelleg/kWh

Rechner

kg/a
kWh/a
g/kWh
typisch: 0 … 560

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Das Einfamilienhaus bezieht 45 000 kWh/a Erdgas für die Heizung. Welche CO₂-Emissionen ergeben sich nach GEG Anlage 9, und wie viel wären es mit einer Wärmepumpe (11 250 kWh/a Netzstrom)?

  1. Gegeben: Q_E = 45 000 kWh/a, f_CO2 = 240 g/kWh (Erdgas).
  2. E_CO2 = 45 000 kWh/a · 240 g/kWh / 1 000 = 10 800 kg/a = 10,8 t/a.
  3. Vergleich Wärmepumpe: 11 250 kWh/a · 560 g/kWh / 1 000 = 6 300 kg/a (GEG, Faktor 560); mit dem Faktor 100 g/kWh ab 2027: 1 125 kg/a.

Ergebnis: 10 800 kg/a = 10,8 t/a

Gültigkeit & Hinweise

  • Emissionsfaktoren nach GEG Anlage 9 (CO₂-Äquivalent einschließlich Vorkette); ab 1. Januar 2027 gilt die geänderte Anlage 9 des GModG mit Netzstrom 100 g/kWh.
  • Der Energieausweis weist die Emissionen je m² Gebäudenutzfläche aus; bei mehreren Energieträgern wird summiert.
  • Für Fernwärme ist der vom Versorger veröffentlichte Emissionsfaktor zu verwenden, soweit vorhanden.

Typische Fehler

  • Gramm und Kilogramm verwechseln (Faktor 1 000).
  • Nutzwärme statt Endenergie einsetzen.

Strombedarf einer Wärmepumpe aus der Jahresarbeitszahl

Wie viel Strom braucht die Wärmepumpe für den Heizwärmebedarf? W_el = Q_h / JAZ.
Umstellen nach

Die Jahresarbeitszahl JAZ ist das Verhältnis der über ein Jahr abgegebenen Wärme zur aufgenommenen elektrischen Energie einer Wärmepumpe – einschließlich Abtauung, Hilfsantrieben und Heizstab. Bei JAZ 3,2 liefert die Anlage aus 1 kWh Strom 3,2 kWh Wärme; die restlichen 2,2 kWh stammen aus Luft, Erdreich oder Grundwasser. Der Strombedarf ist deshalb der Heizwärmebedarf geteilt durch die JAZ.

Die JAZ hängt vor allem von der Wärmequelle und der nötigen Vorlauftemperatur ab: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Bestand mit Heizkörpern etwa 2,5 … 3,5, Sole-Wasser-Anlagen 3,5 … 4,5; Fußbodenheizung und gedämmte Hülle erhöhen die Werte. Die Formel gehört in jede Beratung zum Heizungstausch – für Stromkosten, Netzanschluss und den Vergleich der Emissionen.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Strombedarf der Wärmepumpeelektrische Energie je JahrkWh/a
Wärmebedarfvon der Wärmepumpe zu liefernde Wärme (Heizung, ggf. plus Warmwasser)kWh/a
JahresarbeitszahlLuft-Wasser 2,5 … 3,5 · Sole-Wasser 3,5 … 4,5 (siehe Tabelle)–

Rechner

kWh/a
kWh/a
typisch: 2,5 … 4,5

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikStrombedarf über der Jahresarbeitszahl

Strombedarf über der JahresarbeitszahlArbeitspunkt bei JAZ = 3,2 und W_el = 11 250 kWh/a.05 00015 00020 00025 0002456JAZWel​ in kWh/a11 2503,2
Beispiel: 11 250 kWh/a

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Im Einfamilienhaus soll der Gaskessel durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt werden. Der Heizwärmebedarf beträgt 36 000 kWh/a, die erwartete Jahresarbeitszahl 3,2. Wie viel Strom braucht die Anlage?

  1. Gegeben: Q_h = 36 000 kWh/a, JAZ = 3,2.
  2. W_el = 36 000 kWh/a / 3,2 = 11 250 kWh/a.
  3. Einordnung: Gegenüber 45 000 kWh/a Erdgas beim alten Kessel sinkt die Endenergie auf ein Viertel; bei 28 ct/kWh Wärmepumpenstrom sind das 3 150 €/a gegenüber 5 400 €/a Gas (12 ct/kWh). Nach einer Hüllsanierung (Q_h ≈ 18 000 kWh/a, JAZ 3,8 dank niedrigerer Vorlauftemperatur) blieben nur 4 740 kWh/a.

Ergebnis: 11 250 kWh/a

Gültigkeit & Hinweise

  • JAZ-Richtwerte: Luft-Wasser 2,5 … 3,5, Sole-Wasser 3,5 … 4,5 (VDI 4650 Berechnung; Feldmessungen). Niedrige Vorlauftemperaturen (Flächenheizung, große Heizkörper) sind der wichtigste Hebel.
  • Die JAZ enthält im Gegensatz zum COP (Prüfpunkt, z. B. A2/W35) alle Betriebszustände eines Jahres einschließlich Abtauung und Heizstab.
  • Soll die Wärmepumpe auch Warmwasser bereiten, dessen Bedarf zu Q_h addieren; die JAZ für Warmwasser ist wegen der höheren Temperatur niedriger.

Typische Fehler

  • COP aus dem Datenblatt (z. B. 4,5 bei A7/W35) als JAZ verwenden.
  • Endenergie Gas statt Nutzwärme als Q_h einsetzen.

Spezifischer Endenergiebedarf und Energieeffizienzklasse

Endenergie je m² Gebäudenutzfläche – der Wert, nach dem der Energieausweis die Klasse A+ bis H vergibt.
Umstellen nach

Der spezifische Endenergiebedarf q_E bezieht den jährlichen Endenergiebedarf für Heizung, Warmwasser und Hilfsenergie auf die Gebäudenutzfläche A_N. Mit diesem Kennwert ordnet der Energieausweis Wohngebäude in die Effizienzklassen A+ (unter 30 kWh/(m²·a)) bis H (über 250 kWh/(m²·a)) nach GEG Anlage 10 ein; dieselbe Skala gilt für den Verbrauchsausweis mit dem witterungsbereinigten Verbrauch.

Die Gebäudenutzfläche A_N ist eine Rechengröße des GEG, keine Wohnfläche: Für Wohngebäude gilt A_N = 0,32 · V_e (bei Geschosshöhen zwischen 2,5 und 3,0 m), sie liegt meist 20 … 35 % über der Wohnfläche. Für die Einordnung eines Gebäudes vor der Beratung reicht die Formel mit dem Verbrauch der letzten drei Jahre; typische unsanierte Einfamilienhäuser der 1970er-Jahre liegen in den Klassen F bis H.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
spezifischer EndenergiebedarfKennwert des Energieausweises (Bedarf oder witterungsbereinigter Verbrauch)kWh/(m²·a)
EndenergiebedarfHeizung, Warmwasser und Hilfsenergie je JahrkWh/a
Gebäudenutzflächenach GEG: A_N = 0,32 · V_e (Wohngebäude)m²

Rechner

kWh/(m²·a)
typisch: Neubau 30 … 60 · Bestand 100 … 300
kWh/a
m²

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Das Einfamilienhaus von 1975 hat einen Endenergiebedarf von 43 200 kWh/a (Heizung und Warmwasser) bei einem beheizten Gebäudevolumen von 560 m³. In welche Effizienzklasse fällt es?

  1. Gebäudenutzfläche: A_N = 0,32 · V_e = 0,32 · 560 m³ ≈ 180 m².
  2. Gegeben: Q_E = 43 200 kWh/a.
  3. q_E = 43 200 kWh/a / 180 m² = 240 kWh/(m²·a).
  4. Einordnung: 200 … 250 kWh/(m²·a) entspricht Klasse G nach GEG Anlage 10. Nach einer Komplettsanierung mit Wärmepumpe (Endenergie etwa 7 000 kWh/a Strom) läge das Haus bei 39 kWh/(m²·a) – Klasse A.

Ergebnis: 240 kWh/(m²·a) → Klasse G

Gültigkeit & Hinweise

  • Effizienzklassen für Wohngebäude nach GEG Anlage 10 (Endenergie): A+ < 30, A < 50, B < 75, C < 100, D < 130, E < 160, F < 200, G < 250, H > 250 kWh/(m²·a); die Skala bleibt im GModG für Wohngebäude unverändert, Nichtwohngebäude erhalten ab 2027 eine eigene Skala (Anlage 10a).
  • A_N = 0,32 · V_e gilt für Wohngebäude mit Geschosshöhen von 2,5 bis 3,0 m; sonst A_N = (1/h_G − 0,04) · V_e.
  • Bedarfs- und Verbrauchsausweis derselben Immobilie können deutlich abweichen (Nutzerverhalten, Teilbeheizung).

Typische Fehler

  • Wohnfläche statt Gebäudenutzfläche verwenden – der Kennwert fällt dann 20 … 35 % zu hoch aus.
  • Nur Heizung ohne Warmwasser ansetzen.
Verwandte Formeln:Quelle: GEG § 85 und Anlage 10; Gebäudenutzfläche A_N nach GEGEigene Seite

Wirtschaftlichkeit & Erneuerbare

5 Formeln

A/V-Verhältnis (Kompaktheit)

Hüllfläche je Kubikmeter beheiztes Volumen – je kleiner, desto weniger Verlustfläche je Nutzen.
Umstellen nach

Das A/V-Verhältnis setzt die wärmeübertragende Umfassungsfläche A ins Verhältnis zum beheizten Gebäudevolumen V_e (beides nach Außenmaßen). Es beschreibt die Kompaktheit eines Gebäudes: Ein großer Würfel hat ein kleines A/V, ein verwinkeltes kleines Haus mit Erkern und Gauben ein großes. Weil die Transmissionsverluste proportional zur Hüllfläche sind, der Nutzen aber zum Volumen, braucht ein kompaktes Gebäude bei gleichem Dämmstandard weniger Heizenergie je Quadratmeter.

Typische Werte: freistehende Einfamilienhäuser 0,8 … 1,1 1/m, Reihenhäuser 0,5 … 0,7, Mehrfamilienhäuser 0,3 … 0,5. In der früheren Energieeinsparverordnung war der zulässige Transmissionswärmeverlust direkt an A/V gekoppelt; im GEG steckt der Einfluss im Referenzgebäude. Für Energieberater bleibt die Kennzahl ein schneller Indikator, warum zwei Häuser mit gleichen U-Werten sehr unterschiedliche Kennwerte im Energieausweis haben.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
A/V-VerhältnisHüllfläche je Kubikmeter beheiztes Volumen1/m
wärmeübertragende UmfassungsflächeHüllfläche nach Außenmaßenm²
beheiztes GebäudevolumenBruttovolumen innerhalb der Hüllfläche (Außenmaße)m³

Rechner

1/m
typisch: EFH 0,8 … 1,1 · MFH 0,3 … 0,5
m²
m³

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Das Einfamilienhaus von 1975 hat eine Hüllfläche von 400 m² (Außenwände 160, Dach 120, Fenster 30, Kellerdecke 90 m²) und ein beheiztes Volumen von 560 m³. Wie kompakt ist das Gebäude?

  1. Gegeben: A = 400 m², V_e = 560 m³.
  2. A/V = 400 m² / 560 m³ = 0,71 1/m.
  3. Einordnung: Ein vergleichsweise kompaktes Einfamilienhaus (typisch 0,8 … 1,1). Ein Reihenmittelhaus gleicher Größe läge bei etwa 0,5 1/m und hätte bei gleichen U-Werten rund 30 % weniger Transmissionsverluste.

Ergebnis: 0,71 1/m

Gültigkeit & Hinweise

  • Flächen und Volumen nach Außenmaßen entsprechend der Systemgrenze des GEG-Nachweises (Hüllfläche umschließt das beheizte Volumen).
  • Angebaute oder unbeheizte Gebäudeteile (unbeheizter Keller, Garage) zählen nicht zum Volumen; die Trennfläche zählt zur Hülle.
  • Die Gebäudenutzfläche folgt aus demselben Volumen: A_N = 0,32 · V_e (Wohngebäude).

Typische Fehler

  • Wohnfläche oder Innenmaße statt Außenmaße verwenden.
  • Die Bodenplatte bzw. Kellerdecke bei der Hüllfläche vergessen.
Verwandte Formeln:Quelle: GEG (Begriffsbestimmungen, Systemgrenze); DIN V 18599-1Eigene Seite

Energieeinsparung durch Dämmung

Wie viele Kilowattstunden je Jahr spart die Verbesserung des U-Werts eines Bauteils?
Umstellen nach

Die jährliche Einsparung ΔQ einer Dämmmaßnahme ergibt sich aus der Verbesserung des U-Werts (U_alt − U_neu), der Bauteilfläche A und der Gradtagzahl G_t des Standorts; der Faktor 24/1 000 wandelt wie beim Heizwärmebedarf in kWh/a um. Das Ergebnis ist eingesparte Nutzwärme; geteilt durch den Nutzungsgrad der Heizung wird daraus eingesparte Endenergie, multipliziert mit dem Energiepreis die Kostenersparnis.

Die Formel ist das Herzstück jeder Maßnahmenbewertung im individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) und in Wirtschaftlichkeitsrechnungen. Sie zeigt zugleich das Gesetz des abnehmenden Ertrags: Von U = 1,3 auf 0,4 W/(m²·K) spart die Wand das Dreifache dessen, was der Schritt von 0,4 auf 0,1 bringt. Die Balkengrafik stellt die Verluste vor und nach der Maßnahme gegenüber.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
eingesparte HeizwärmeNutzwärme-Einsparung je JahrkWh/a
U-Wert vor der MaßnahmeBestandsbauteilW/(m²·K)
U-Wert nach der Maßnahmegedämmtes BauteilW/(m²·K)
BauteilflächeFläche des gedämmten Bauteilsm²
GradtagzahlStandortwert (Deutschland etwa 3 000 … 3 900 K·d/a)K·d/a

Rechner

kWh/a
W/(m²·K)
W/(m²·K)
m²
K·d/a
typisch: 3 000 … 3 900

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikTransmissionswärmeverlust des Bauteils vorher / nachher

Transmissionswärmeverlust des Bauteils vorher / nachhervorher: 17 472 kWh/a; nachher: 2 688 kWh/a. Einsparung: 14 784 kWh/a (−84,6 %)vorher17 472 kWh/anachher2 688 kWh/aEinsparung: 14 784 kWh/a (−84,6 %)
Beispiel: 14 784 kWh/a ≈ 14 800 kWh/a

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Die 160 m² Außenwand des Einfamilienhauses (U_alt = 1,30 W/(m²·K)) erhält ein Wärmedämm-Verbundsystem mit 16 cm Mineralwolle (U_neu = 0,20 W/(m²·K)). Gradtagzahl 3 500 K·d/a. Wie viel Heizwärme wird jährlich eingespart?

  1. Gegeben: U_alt = 1,30 W/(m²·K), U_neu = 0,20 W/(m²·K), A = 160 m², G_t = 3 500 K·d/a.
  2. U-Wert-Verbesserung: 1,30 − 0,20 = 1,10 W/(m²·K).
  3. ΔQ = 1,10 W/(m²·K) · 160 m² · 3 500 K·d/a · 24 h/d / 1 000 = 14 784 kWh/a.
  4. Weiterrechnung: Beim Gaskessel mit η_a = 0,80 entspricht das 14 784 / 0,80 = 18 480 kWh/a Erdgas; bei 12 ct/kWh rund 2 200 €/a Kostenersparnis (ohne Berücksichtigung der Wärmegewinne, die die Einsparung etwas verringern).

Ergebnis: 14 784 kWh/a ≈ 14 800 kWh/a

Gültigkeit & Hinweise

  • Vereinfachtes Gradtagzahlverfahren ohne Gewinne; die tatsächliche Einsparung liegt meist 10 … 20 % niedriger, weil ein Teil der Verluste ohnehin durch Sonne und interne Wärme gedeckt wurde (Ausnutzungsgrad).
  • Das Ergebnis ist Nutzwärme; für Endenergie durch den Nutzungsgrad teilen (bzw. mit der JAZ bei Wärmepumpen), für Kosten mit dem Energiepreis multiplizieren.
  • Wärmebrückeneffekte (z. B. durchgehende Außendämmung über Deckenstirnen) können zusätzliche Einsparungen bringen, die hier nicht enthalten sind.

Typische Fehler

  • Gradtagzahl zu 19 °C oder zu 12 °C Heizgrenze mit einer zu 20/15 mischen.
  • Fläche nach Innenmaßen oder ohne Fensterabzug ansetzen.

Jährliche Heizkosten

Endenergie × Arbeitspreis – von Kilowattstunden zu Euro.
Umstellen nach

Die verbrauchsabhängigen Heizkosten K ergeben sich aus dem Endenergiebedarf Q_E und dem Arbeitspreis des Energieträgers. Weil Energiepreise üblicherweise in Cent je Kilowattstunde angegeben werden, wird durch 100 geteilt, um Euro zu erhalten. Grundpreise, Zählergebühren, Wartung und Schornsteinfeger kommen als feste Kosten hinzu und sind hier nicht enthalten.

In der Energieberatung ist die Formel die Brücke von der Energiebilanz zur Entscheidung des Bauherrn: Welche Kosten verursacht der heutige Zustand, was spart die Sanierung, wie wirkt sich der Wechsel des Energieträgers aus? Für Vergleiche über Jahrzehnte sind Preissteigerungen und CO₂-Preise zu berücksichtigen (dynamische Verfahren nach VDI 2067); die statische Rechnung mit heutigen Preisen ist der erste Schritt.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
jährliche Heizkostenverbrauchsabhängige Kosten je Jahr (ohne Grundpreis)€/a
Endenergiebedarfbezogene Energiemenge je JahrkWh/a
ArbeitspreisPreis je Kilowattstunde des Energieträgersct/kWh

Rechner

€/a
kWh/a
ct/kWh
typisch: Gas 10 … 14 · Pellets 7 … 10 · Wärmepumpenstrom 25 … 32

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Das Einfamilienhaus bezieht 45 000 kWh/a Erdgas zu einem Arbeitspreis von 12 ct/kWh. Wie hoch sind die verbrauchsabhängigen Heizkosten, und was kostet die Wärmepumpen-Variante (11 250 kWh/a Strom zu 28 ct/kWh)?

  1. Gegeben: Q_E = 45 000 kWh/a, p = 12 ct/kWh.
  2. K = 45 000 kWh/a · 12 ct/kWh / 100 = 5 400 €/a.
  3. Vergleich Wärmepumpe: 11 250 kWh/a · 28 ct/kWh / 100 = 3 150 €/a – rund 2 250 €/a weniger, trotz des mehr als doppelt so hohen Strompreises, weil die Wärmepumpe nur ein Viertel der Endenergie braucht.

Ergebnis: 5 400 €/a

Gültigkeit & Hinweise

  • Nur Arbeitspreis; Grundpreise, Messkosten, Wartung und ggf. Schornsteinfeger als Festkosten getrennt ansetzen.
  • Für Zukunftsvergleiche Preissteigerung und CO₂-Preis (Brennstoffemissionshandel, bei Erdgas etwa 1 ct/kWh je 50 €/t CO₂) berücksichtigen.
  • Brennstoffe in anderen Einheiten vorher umrechnen: Heizöl ≈ 10 kWh/l, Erdgas (Abrechnung in kWh), Pellets ≈ 4,8 kWh/kg, Scheitholz Buche ≈ 2 000 kWh/Raummeter.

Typische Fehler

  • Preis in Euro statt Cent einsetzen (Faktor 100).
  • Brutto- und Nettopreise mischen.

Statische Amortisationszeit

Nach wie vielen Jahren hat die Einsparung die Investition zurückgezahlt?
Umstellen nach

Die statische Amortisationszeit t ist der Quotient aus Investition I und jährlicher Einsparung E_a. Sie beantwortet die einfachste Wirtschaftlichkeitsfrage: Wann ist das Geld wieder da? Statisch heißt: ohne Zinsen, ohne Preissteigerung, ohne Instandhaltung – jede Jahreseinsparung zählt gleich viel. Für Maßnahmen mit kurzer Laufzeit und als erste Orientierung reicht das aus.

In der Energieberatung wird die Amortisationszeit mit der Lebensdauer der Maßnahme verglichen: Eine Fassadendämmung hält 40 Jahre und darf sich deshalb auch in 15 … 20 Jahren amortisieren; eine Pumpe mit 15 Jahren Lebensdauer sollte sich in deutlich kürzerer Zeit rechnen. Als Investition zählen bei Ohnehin-Maßnahmen (Fassadenanstrich steht an) nur die energiebedingten Mehrkosten, Fördermittel werden abgezogen. Für belastbare Aussagen über lange Zeiträume ist die Annuitätenmethode nach VDI 2067 mit Zins und Preissteigerung vorzuziehen.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
AmortisationszeitJahre bis zur Rückzahlung der Investitiona
Investitionenergiebedingte Mehrkosten abzüglich Förderung€
jährliche Einsparungeingesparte Energiekosten (ggf. abzüglich Mehrkosten für Wartung)€/a

Rechner

a
€
€/a

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Die Außenwanddämmung des Einfamilienhauses (160 m²) kostet nach Abzug der Förderung 24 000 € und spart rund 2 200 €/a Gaskosten. Wie lange dauert die statische Amortisation?

  1. Gegeben: I = 24 000 € (150 €/m² × 160 m², energiebedingter Anteil nach Förderung), E_a = 2 200 €/a.
  2. t = 24 000 € / 2 200 €/a = 10,9 a.
  3. Bewertung: Bei einer Nutzungsdauer der Dämmung von 40 Jahren ist die Maßnahme wirtschaftlich; mit 3 % jährlicher Gaspreissteigerung verkürzt sich die Rückzahlung auf etwa 9,5 Jahre, mit 4 % Kapitalzins (ohne Preissteigerung) verlängert sie sich auf rund 15 Jahre.

Ergebnis: 10,9 Jahre

Gültigkeit & Hinweise

  • Statisches Verfahren ohne Zins, Preissteigerung und Restwert; für Entscheidungen über Maßnahmen mit 20 … 50 Jahren Nutzungsdauer die dynamische Rechnung nach VDI 2067 (Annuität, Kapitalwert) ergänzen.
  • Bei gekoppelten Maßnahmen nur die energiebedingten Mehrkosten als Investition ansetzen (z. B. Dämmung zusätzlich zum ohnehin fälligen Putz).
  • Nicht monetäre Effekte (Behaglichkeit, Schimmelfreiheit, Wertsteigerung, CO₂-Minderung) sind nicht enthalten.

Typische Fehler

  • Gesamtkosten statt energiebedingter Mehrkosten ansetzen.
  • Nutzwärme-Einsparung in kWh direkt mit dem Preis multiplizieren, ohne den Nutzungsgrad der Heizung zu berücksichtigen.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen der Investitionsrechnung; VDI 2067Eigene Seite

Jahresertrag einer Photovoltaikanlage (überschlägig)

Installierte Leistung × spezifischer Ertrag – die Faustformel für die Dachanlage.
Umstellen nach

Der Jahresertrag E einer Photovoltaikanlage ergibt sich überschlägig aus der installierten Nennleistung P in Kilowatt-Peak (kWp) und dem spezifischen Ertrag e_spez in kWh je kWp und Jahr. Der spezifische Ertrag fasst Einstrahlung des Standorts, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Anlagenverluste zusammen; in Deutschland liegt er bei unverschatteten Süddächern mit 30 … 35° Neigung bei etwa 950 … 1 100 kWh/(kWp·a), im Norden und bei Ost-West-Ausrichtung eher bei 850 … 950.

In der Energieberatung dient die Formel der Vorplanung: Wie viel Strom liefert das Dach, wie groß ist die mögliche Deckung des Wärmepumpenstroms, lohnt ein Speicher? Für die Auslegung werden Standort-Einstrahlungsdaten und Simulationsprogramme verwendet; die Faustformel liegt bei typischen Dächern innerhalb von ±10 %.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Jahresertragerzeugte elektrische Energie je JahrkWh/a
installierte LeistungNennleistung der Module unter Standard-TestbedingungenkWp
spezifischer JahresertragSüd 30° ≈ 950 … 1 100 · Ost/West ≈ 850 … 950 · Nord ≈ 600 … 750 (Deutschland)kWh/(kWp·a)

Rechner

kWh/a
kWp
typisch: 5 … 15 (Einfamilienhaus)
kWh/(kWp·a)
typisch: 850 … 1 100

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Jahresertrag einer Photovoltaikanlage (überschlägig)Haus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach mit P = 9,6 kWp, E = 9 120 kWh/a, e spez = 950 kWh/(kWp·a).…P = 9,6 kWpE = 9 120 kWh/aespez​ = 950 kWh/(kWp·a)
Beispiel: 9 120 kWh/a

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Auf das Süddach des Einfamilienhauses (35° Neigung) passen 24 Module mit je 400 Wp. Welcher Jahresertrag ist bei einem spezifischen Ertrag von 950 kWh/(kWp·a) zu erwarten?

  1. Installierte Leistung: P = 24 · 400 Wp = 9 600 Wp = 9,6 kWp.
  2. Gegeben: e_spez = 950 kWh/(kWp·a).
  3. E = 9,6 kWp · 950 kWh/(kWp·a) = 9 120 kWh/a.
  4. Einordnung: Der Ertrag entspricht rechnerisch 81 % des Strombedarfs der Wärmepumpe (11 250 kWh/a); weil die Erzeugung im Sommer, der Bedarf aber im Winter liegt, decken sich davon ohne Speicher real nur etwa 20 … 30 %.

Ergebnis: 9 120 kWh/a

Gültigkeit & Hinweise

  • Überschlagsformel; spezifische Erträge nach Standort (Globalstrahlung Deutschland etwa 950 … 1 250 kWh/(m²·a)), Ausrichtung, Neigung und Verschattung. Für Angebote Ertragssimulation mit Standortdaten durchführen.
  • Moduldegradation (etwa 0,3 … 0,5 %/a) und Wechselrichterverluste sind im spezifischen Ertrag enthalten, sofern Erfahrungswerte verwendet werden.
  • Eigenverbrauchsanteil und Autarkiegrad sind getrennt zu bewerten – die Jahressumme sagt nichts über die zeitliche Deckung aus.

Typische Fehler

  • Modulfläche statt Nennleistung verwenden (etwa 5 m² je kWp bei heutigen Modulen).
  • Globalstrahlung in kWh/m² direkt als spezifischen Ertrag einsetzen (Systemwirkungsgrad ≈ 0,80 … 0,85 fehlt).
Verwandte Formeln:Quelle: Erfahrungswerte Photovoltaik Deutschland, z. B. Fraunhofer ISE / DGS-LeitfadenEigene Seite