Thermodynamik & Wärmeübertragung
Wärmemenge, Gase, Zustandsänderungen, Wärmeübertragung, Wärmepumpe
Die Thermodynamik beschreibt, wie Energie in Form von Wärme und Arbeit gespeichert, umgewandelt und übertragen wird. Hinter der Praxis im Gebäude, in der Anlagentechnik und in der Werkstatt stecken dabei immer dieselben Fragen: Wie viel Energie braucht es, einen Speicher aufzuheizen? Welcher Druck stellt sich in einem Druckluftbehälter ein, der sich in der Sonne erwärmt? Wie viel Wärme verliert ein gedämmtes Rohr? Und welche Leistungszahl kann eine Wärmepumpe bei gegebenen Temperaturen bestenfalls erreichen?
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Der Bereich ist in fünf Gruppen gegliedert. „Wärmemenge & Temperatur“ enthält die Grundformeln für sensible und latente Wärme, die Mischungstemperatur, die Wärmeleistung aus dem Massenstrom, die Ausdehnung von Flüssigkeiten und die Temperaturumrechnung. Unter „Gase & Zustandsänderungen“ stehen das ideale Gasgesetz und die klassischen Zustandsänderungen (isotherm, isobar, isochor, adiabat). „Wärmeübertragung“ umfasst Wärmeleitung, Konvektion und Strahlung sowie den Wärmedurchgang durch ebene Wände und Rohrdämmungen. „Kreisprozesse & Wärmepumpe“ liefert den Carnot-Wirkungsgrad und die Leistungszahlen, „Brennstoffe & Hauptsätze“ den ersten Hauptsatz und die Energie, die in einem Brennstoffvorrat steckt.
Bei den Einheiten gilt: Wärmemengen in Kilojoule (1 kWh = 3 600 kJ), Leistungen in Watt oder Kilowatt, Temperaturdifferenzen in Kelvin. Wo eine Formel absolute Temperaturen verlangt – Gasgesetze, Strahlung, Carnot-Prozess –, ist die Eingabe in Kelvin ausdrücklich gekennzeichnet (T = ϑ + 273,15). Drücke im Gasgesetz sind absolute Drücke in Pascal; bei den Zustandsänderungen, in die nur Druckverhältnisse eingehen, wird in bar (absolut) gerechnet. Die Beispiele zeigen jede nötige Umrechnung Schritt für Schritt.
Richtwerttabellen für spezifische Wärmekapazitäten, latente Wärmen, Gaskonstanten, Wärmeübergangskoeffizienten, Emissionsgrade, Wärmeleitfähigkeiten, Heizwerte und Ausdehnungskoeffizienten ergänzen die Rechner, damit sich typische Aufgaben ohne Nachschlagen lösen lassen.
Wärmemenge & Temperatur
7 FormelnWärmemenge (sensible Wärme)
Wie viel Energie braucht es, eine Masse um ΔT zu erwärmen – oder wie viel wird beim Abkühlen frei?
Die sensible („fühlbare“) Wärme ist die Energie, die ein Stoff aufnimmt oder abgibt, wenn sich seine Temperatur ändert, ohne dass er dabei schmilzt oder verdampft. Sie ist proportional zur Masse m, zur spezifischen Wärmekapazität c (der Energie, die 1 kg des Stoffs um 1 K erwärmt) und zur Temperaturdifferenz ΔT. Die Vorzeichenkonvention lautet: ΔT = Endtemperatur − Anfangstemperatur; ein positives Q bedeutet zugeführte Wärme (Erwärmung), ein negatives Q abgegebene Wärme (Abkühlung).
In der Praxis ist das die Grundformel für Pufferspeicher, Warmwasserbereitung, Heizkreise, Kühlwasser und jede Energiebilanz, in der ein Medium erwärmt oder abgekühlt wird. Mit der Umrechnung 1 kWh = 3 600 kJ lässt sich das Ergebnis direkt mit Zählerständen, Kesselleistungen oder Energiekosten vergleichen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Wärmemengezugeführte (positiv) oder abgegebene (negativ) Wärmeenergie; 1 kWh = 3 600 kJ | kJ | |
| MasseMasse des erwärmten oder abgekühlten Stoffs (Wasser: 1 l ≈ 1 kg) | kg | |
| spezifische WärmekapazitätStoffkonstante, Wasser ≈ 4,186 (siehe Tabelle) | kJ/(kg·K) | |
| TemperaturdifferenzEndtemperatur minus Anfangstemperatur (1 K = 1 °C Unterschied) | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikWärmemenge über der Temperaturdifferenz
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Pufferspeicher enthält 500 l Wasser und soll von 40 °C auf 60 °C aufgeheizt werden. Welche Wärmemenge ist dafür nötig?
- Gegeben: m = 500 kg (500 l Wasser entsprechen bei ρ ≈ 1 kg/l rund 500 kg), c = 4,186 kJ/(kg·K), ΔT = 60 °C − 40 °C = 20 K. Gesucht: Q.
- Formel: Q = m · c · ΔT.
- Einsetzen: Q = 500 kg · 4,186 kJ/(kg·K) · 20 K = 41 860 kJ.
- Umrechnen in Kilowattstunden: 41 860 kJ ÷ 3 600 kJ/kWh ≈ 11,6 kWh.
- Praxis: Ein Kessel mit 10 kW Leistung bräuchte dafür rund 1 h 10 min, wenn keine Verluste auftreten.
Ergebnis: 41 860 kJ ≈ 11,6 kWh
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt nur ohne Phasenwechsel – Schmelzen oder Verdampfen braucht zusätzlich die latente Wärme (eigene Formel).
- c ist leicht temperaturabhängig; für flüssiges Wasser zwischen 0 und 100 °C sind 4,18 … 4,22 kJ/(kg·K) üblich, in der Heizungstechnik wird meist mit 4,19 gerechnet.
- Die Formel liefert die reine Wärmemenge im Medium; Speicherverluste und Kesselwirkungsgrad kommen in der Praxis hinzu.
Typische Fehler
- Liter mit Kilogramm gleichsetzen bei Flüssigkeiten, die nicht Wasser sind (Heizöl ≈ 0,84 kg/l, Glykolgemisch ≈ 1,04 kg/l).
- c in J/(kg·K) (4 186) statt kJ/(kg·K) (4,186) einsetzen – das Ergebnis wäre dann in J.
- kJ und kWh verwechseln: 1 kWh = 3 600 kJ.
Latente Wärme (Schmelzen, Verdampfen)
Wie viel Energie steckt im Schmelzen von Eis oder im Verdampfen von Wasser – ohne Temperaturänderung?
Latente („verborgene“) Wärme ist die Energie, die ein Stoff beim Schmelzen oder Verdampfen aufnimmt bzw. beim Erstarren oder Kondensieren wieder abgibt – und zwar bei konstanter Temperatur. Die spezifische Schmelzwärme bzw. Verdampfungswärme L (auch Schmelz- oder Verdampfungsenthalpie) gibt an, wie viel Energie je Kilogramm für den Phasenwechsel nötig ist. Für Wasser sind das 334 kJ/kg beim Schmelzen und 2 257 kJ/kg beim Verdampfen bei 100 °C – das Verdampfen von 1 kg Wasser braucht also fast siebenmal so viel Energie wie das Erwärmen von 0 auf 80 °C.
In der Praxis zählt die latente Wärme bei Eisspeichern für Wärmepumpen, Latentwärmespeichern (PCM), Dampferzeugern, der Kondensation im Brennwertkessel und bei Kältemitteln, deren Verdampfen und Kondensieren den Kreisprozess der Wärmepumpe trägt.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Wärmemengefür den Phasenwechsel nötige (Schmelzen, Verdampfen) bzw. frei werdende (Erstarren, Kondensieren) Energie | kJ | |
| MasseMasse des Stoffs, der die Phase wechselt | kg | |
| spezifische Schmelz- bzw. VerdampfungswärmeStoffwert (siehe Tabelle), Wasser: Schmelzen 334, Verdampfen 2 257 bei 100 °C | kJ/kg |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikLatente Wärme über der Masse
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Eisspeicher für eine Sole-Wärmepumpe ist mit 10 m³ Wasser gefüllt. Welche Wärmemenge kann die Wärmepumpe dem Speicher entziehen, wenn das gesamte Wasser bei 0 °C zu Eis gefriert?
- Gegeben: m = 10 000 kg (10 m³ Wasser bei ρ ≈ 1 000 kg/m³), L = 334 kJ/kg (Schmelzwärme von Wasser). Gesucht: Q.
- Formel: Q = m · L.
- Einsetzen: Q = 10 000 kg · 334 kJ/kg = 3 340 000 kJ.
- Umrechnen: 3 340 000 kJ ÷ 3 600 kJ/kWh ≈ 928 kWh.
- Praxis: Beim Gefrieren wird diese Wärme frei und steht der Wärmepumpe als Quelle zur Verfügung – ohne dass die Speichertemperatur unter 0 °C fällt. Die sensible Wärme beim Abkühlen des Wassers von z. B. 10 °C auf 0 °C (419 000 kJ ≈ 116 kWh) kommt noch hinzu.
Ergebnis: 3 340 000 kJ ≈ 928 kWh
Gültigkeit & Hinweise
- Während des Phasenwechsels bleibt die Temperatur konstant; das Erwärmen vor und nach dem Phasenwechsel wird getrennt mit Q = m · c · ΔT berechnet (z. B. Eis −10 °C → Wasser 20 °C: Eis erwärmen + schmelzen + Wasser erwärmen).
- Die Verdampfungswärme hängt von Druck und Siedetemperatur ab: 2 257 kJ/kg gilt bei 100 °C und 1,013 bar; bei 20 °C (Verdunstung) sind es rund 2 454 kJ/kg, bei 10 bar rund 2 015 kJ/kg.
- Beim Kondensieren oder Erstarren wird derselbe Betrag frei (Q negativ nach der Vorzeichenkonvention „zugeführt = positiv“).
Typische Fehler
- Latente Wärme mit sensibler Wärme verwechseln oder das Erwärmen bis zum Siedepunkt vergessen.
- Die Verdampfungswärme von 100 °C für Verdunstung bei Raumtemperatur verwenden – dort ist sie rund 9 % größer.
Mischungstemperatur (Richmannsche Mischungsregel)
Welche Temperatur stellt sich ein, wenn zwei Wassermengen unterschiedlicher Temperatur gemischt werden?
Werden zwei Mengen desselben Stoffs (z. B. Warm- und Kaltwasser) ohne Wärmeverluste gemischt, gibt die wärmere so viel Wärme ab, wie die kältere aufnimmt. Aus dieser Energiebilanz folgt die Richmannsche Mischungsregel: Die Mischungstemperatur ist der mit den Massen gewichtete Mittelwert der Ausgangstemperaturen. Weil nur Temperaturdifferenzen eingehen, kann direkt in °C gerechnet werden.
Typische Anwendungen sind das Mischen von Warm- und Kaltwasser an Zapfstellen und Mischern, das Nachspeisen eines Speichers, Rücklaufbeimischung im Heizkreis oder das Abschätzen der Speichertemperatur nach einer Entnahme. Die Umstellungen nach m₁ oder m₂ beantworten die umgekehrte Frage: Wie viel Kaltwasser muss zugemischt werden, um eine gewünschte Zieltemperatur zu erreichen?
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| MischungstemperaturTemperatur nach dem Mischen; liegt immer zwischen T₁ und T₂ | °C | |
| Masse 1Masse der ersten Teilmenge (Wasser: 1 l ≈ 1 kg) | kg | |
| Temperatur 1Anfangstemperatur der ersten Teilmenge | °C | |
| Masse 2Masse der zweiten Teilmenge | kg | |
| Temperatur 2Anfangstemperatur der zweiten Teilmenge | °C |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Warmwasserspeicher enthält 150 l Wasser mit 55 °C. Nach einer Entnahme werden 50 l Kaltwasser mit 12 °C nachgespeist. Welche Mischungstemperatur stellt sich im Speicher ein (ohne Schichtung und Verluste)?
- Gegeben: m₁ = 150 kg (150 l Wasser), T₁ = 55 °C, m₂ = 50 kg, T₂ = 12 °C. Gesucht: T_m.
- Formel: T_m = (m₁ · T₁ + m₂ · T₂) / (m₁ + m₂).
- Einsetzen: T_m = (150 kg · 55 °C + 50 kg · 12 °C) / (150 kg + 50 kg) = (8 250 + 600) / 200 °C = 44,25 °C.
- Praxis: Die Temperatur fällt um gut 10 K. Für eine Zieltemperatur von mindestens 50 °C dürften nur rund 20 l Kaltwasser zugemischt werden (Umstellung nach m₂).
Ergebnis: 44,25 °C
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für zwei Mengen mit gleicher spezifischer Wärmekapazität (z. B. Wasser mit Wasser), ohne Wärmeverluste an die Umgebung und ohne Phasenwechsel.
- Für verschiedene Stoffe die Massen durch die Wärmekapazitäten C = m · c ersetzen: T_m = (m₁c₁T₁ + m₂c₂T₂) / (m₁c₁ + m₂c₂).
- Die Umstellungen nach m₁ und m₂ liefern nur dann ein positives Ergebnis, wenn T_m zwischen T₁ und T₂ liegt.
- Für mehr als zwei Komponenten die Zähler- und Nennersummen entsprechend erweitern.
Typische Fehler
- Volumen und Masse gleichsetzen bei Flüssigkeiten, die nicht Wasser sind.
- Speicher sind in der Praxis geschichtet – die rechnerische Mischungstemperatur gilt für vollständige Durchmischung.
Wärmeleistung aus Massenstrom und Spreizung
Welche Wärmeleistung überträgt ein Medium, das mit ṁ strömt und sich dabei um ΔT erwärmt oder abkühlt?
Strömt ein Medium mit dem Massenstrom ṁ durch einen Wärmeübertrager, Kessel oder Heizkreis und ändert dabei seine Temperatur um ΔT, dann ist die übertragene Wärmeleistung (der Wärmestrom) Q̇ = ṁ · c · ΔT. Es ist dieselbe Beziehung wie für die Wärmemenge, nur je Zeiteinheit: aus Kilogramm wird Kilogramm je Sekunde, aus Kilojoule wird Kilojoule je Sekunde, also Kilowatt. ΔT heißt in der Heizungstechnik Spreizung (Vorlauf- minus Rücklauftemperatur).
Die Formel dient zur Leistungsmessung an Wärmeübergabestationen, zur Auslegung von Wärmeübertragern, Kühlkreisen und Heizregistern sowie zur Kontrolle, ob ein Kessel oder eine Wärmepumpe die angegebene Leistung tatsächlich abgibt. Ist statt des Massenstroms der Volumenstrom in m³/h bekannt, gilt ṁ = V̇ · ρ / 3 600 (Wasser: ρ ≈ 1 000 kg/m³, Luft: ρ ≈ 1,2 kg/m³); der Heizkreis-Rechner mit V̇ in m³/h steht im Bereich TGA.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Wärmeleistung (Wärmestrom)übertragene Leistung; positiv, wenn das Medium erwärmt wird | kW | |
| MassenstromMasse je Sekunde; aus m³/h: ṁ = V̇ · ρ / 3 600 | kg/s | |
| spezifische WärmekapazitätWasser ≈ 4,186, Luft ≈ 1,005 (siehe Tabelle) | kJ/(kg·K) | |
| Temperaturdifferenz (Spreizung)Austritts- minus Eintrittstemperatur des Mediums (bei Heizkreisen: Vorlauf − Rücklauf) | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikWärmeleistung über dem Massenstrom
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
An einer Fernwärme-Übergabestation werden 1,2 kg/s Heizwasser gemessen; der Vorlauf hat 90 °C, der Rücklauf 60 °C. Welche Wärmeleistung bezieht das Gebäude?
- Gegeben: ṁ = 1,2 kg/s (entspricht etwa 4,4 m³/h bei ρ ≈ 983 kg/m³), c = 4,186 kJ/(kg·K), ΔT = 90 °C − 60 °C = 30 K. Gesucht: Q̇.
- Formel: Q̇ = ṁ · c · ΔT.
- Einsetzen: Q̇ = 1,2 kg/s · 4,186 kJ/(kg·K) · 30 K = 150,7 kJ/s = 150,7 kW.
- Praxis: Bei 8 h Laufzeit mit dieser Leistung wären das rund 1 200 kWh Wärmebezug.
Ergebnis: ≈ 150,7 kW
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt ohne Phasenwechsel und bei näherungsweise konstantem c über den Temperaturbereich.
- Einheiten: ṁ in kg/s und c in kJ/(kg·K) ergeben Q̇ direkt in kW. Für ṁ in kg/h das Ergebnis durch 3 600 teilen.
- Für Luft gilt ρ ≈ 1,2 kg/m³ bei 20 °C; 1 000 m³/h Luft sind also nur rund 0,33 kg/s.
Typische Fehler
- Volumenstrom in m³/h direkt als Massenstrom einsetzen – die Umrechnung über Dichte und 3 600 s/h nicht vergessen.
- Vor- und Rücklauftemperatur statt deren Differenz einsetzen.
Wärmeausdehnung von Flüssigkeiten
Um wie viel Liter dehnt sich eine Flüssigkeit aus, wenn sie um ΔT erwärmt wird?
Flüssigkeiten dehnen sich bei Erwärmung aus. Für nicht zu große Temperaturbereiche ist die Volumenzunahme ΔV proportional zum Ausgangsvolumen V₀, zur Temperaturdifferenz ΔT und zum Volumenausdehnungskoeffizienten γ (gamma), einem Stoffwert in 1/K. Bei Wasser ist γ stark temperaturabhängig: bei 20 °C rund 0,21 · 10⁻³ 1/K, bei 60 °C schon 0,52 · 10⁻³ 1/K; bei 4 °C ist γ null (Dichteanomalie). Für einen Temperaturbereich muss deshalb ein mittlerer Wert verwendet werden.
In der Praxis bestimmt die Wärmeausdehnung das nötige Ausdehnungsvolumen in Heizungs-, Solar- und Trinkwarmwasseranlagen (Membran-Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil), die Füllmenge von Öltanks und Ölbädern sowie Längen- und Volumenänderungen in geschlossenen Systemen. Die Formel ist eine lineare Näherung; wo es genau sein muss, rechnet man direkt mit den Dichten bei Anfangs- und Endtemperatur (ΔV/V₀ = ρ_Anfang/ρ_Ende − 1).
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| VolumenzunahmeAusdehnungsvolumen bei Erwärmung (negativ bei Abkühlung) | l | |
| AusgangsvolumenFlüssigkeitsinhalt bei Anfangstemperatur (z. B. Wasserinhalt der Anlage) | l | |
| VolumenausdehnungskoeffizientStoffwert, für den Temperaturbereich gemittelt (siehe Tabelle); Wasser 10 … 60 °C ≈ 0,00034 | 1/K | |
| TemperaturdifferenzEndtemperatur minus Anfangstemperatur | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Trinkwarmwasserspeicher mit 300 l Inhalt wird von 10 °C auf 60 °C aufgeheizt. Welches Ausdehnungsvolumen muss das Ausdehnungsgefäß bzw. das Sicherheitsventil aufnehmen?
- Gegeben: V₀ = 300 l, ΔT = 60 °C − 10 °C = 50 K, γ ≈ 0,34 · 10⁻³ 1/K (Mittelwert für Wasser zwischen 10 und 60 °C, aus den Dichten 999,7 und 983,2 kg/m³). Gesucht: ΔV.
- Formel: ΔV = V₀ · γ · ΔT.
- Einsetzen: ΔV = 300 l · 0,00034 1/K · 50 K = 5,1 l.
- Kontrolle über die Dichten: 300 l · (999,7 / 983,2 − 1) ≈ 5,0 l – die lineare Näherung mit gemitteltem γ passt gut.
- Praxis: Rund 1,7 % des Speicherinhalts müssen aufgenommen werden; ohne Ausdehnungsgefäß spricht bei jedem Aufheizen das Sicherheitsventil an.
Ergebnis: 5,1 l (≈ 1,7 % von V₀)
Gültigkeit & Hinweise
- Lineare Näherung: γ muss als Mittelwert für den betrachteten Temperaturbereich eingesetzt werden; für Wasser steigt γ mit der Temperatur stark an (Tabelle).
- Für Heizungsanlagen mit hohen Vorlauftemperaturen ist die Ausdehnung in Prozent tabelliert (z. B. 10 → 70 °C: ca. 2,2 %); diese Tabelle steht beim Ausdehnungsgefäß-Rechner im Bereich TGA.
- Unterhalb von 4 °C zieht sich Wasser bei Erwärmung zusammen (Dichteanomalie) – die Formel gilt dort nicht mit den Tabellenwerten für Wärme.
- Für Festkörper gilt die Längenausdehnung ΔL = L₀ · α · ΔT; der Volumenausdehnungskoeffizient ist dort γ ≈ 3 · α.
Typische Fehler
- γ von 20 °C (0,21 · 10⁻³ 1/K) für eine Aufheizung bis 70 °C verwenden – das unterschätzt die Ausdehnung etwa um die Hälfte.
- γ in Prozent je Kelvin statt 1/K einsetzen.
Temperaturumrechnung Celsius ↔ Kelvin
Wie wird eine Celsius-Temperatur in die absolute Temperatur in Kelvin umgerechnet?
Die Kelvin-Skala ist die absolute Temperaturskala: Ihr Nullpunkt (0 K = −273,15 °C) ist der absolute Nullpunkt, an dem keine thermische Bewegung mehr stattfindet. Die Celsius-Skala ist um 273,15 verschoben, die Schrittweite ist gleich: Eine Temperaturdifferenz von 1 K ist dasselbe wie eine Differenz von 1 °C. Deshalb werden Temperaturdifferenzen (Spreizung, ΔT) in Kelvin angegeben, absolute Temperaturen in der Praxis meist in °C.
Alle Formeln, in denen die Temperatur als Faktor oder Potenz auftritt – ideales Gasgesetz, Zustandsänderungen, Wärmestrahlung, Carnot-Wirkungsgrad, Leistungszahl – verlangen die absolute Temperatur in Kelvin. Diese Umrechnung ist dafür der erste Schritt.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| absolute TemperaturTemperatur in Kelvin (absolut), nie negativ | K | |
| Celsius-TemperaturTemperatur in Grad Celsius | °C |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Für das ideale Gasgesetz wird die Raumlufttemperatur von 20 °C in Kelvin benötigt.
- Gegeben: ϑ = 20 °C. Gesucht: T in K.
- Formel: T = ϑ + 273,15.
- Einsetzen: T = 20 + 273,15 = 293,15 K.
- Hinweis: Für Überschlagsrechnungen wird häufig mit 273 gerundet (293 K); der Unterschied liegt unter 0,1 %.
Ergebnis: 293,15 K
Gültigkeit & Hinweise
- Temperaturdifferenzen sind in K und °C gleich groß – nur absolute Temperaturen müssen umgerechnet werden.
- Es gibt keine negativen Kelvin-Werte; der absolute Nullpunkt liegt bei −273,15 °C.
- Die Einheit heißt Kelvin (K), nicht „Grad Kelvin“.
Typische Fehler
- °C statt K in Gasgesetz, Strahlungsformel oder Carnot-Wirkungsgrad einsetzen – das ergibt grob falsche Ergebnisse.
- Differenzen „umrechnen“ (z. B. 20 K Spreizung als 293 K behandeln).
Temperaturumrechnung Celsius ↔ Fahrenheit
Wie werden Temperaturangaben in °F (z. B. aus Datenblättern) in °C umgerechnet – und umgekehrt?
Die Fahrenheit-Skala wird vor allem in den USA verwendet und taucht in Datenblättern, Betriebsanleitungen und Software importierter Geräte auf. Sie hat eine andere Schrittweite (1 K = 1,8 °F) und einen anderen Nullpunkt: 0 °C entsprechen 32 °F, 100 °C entsprechen 212 °F. Beide Skalen treffen sich bei −40 °C = −40 °F.
Für die Umrechnung von Temperaturdifferenzen gilt nur der Faktor 1,8 (ohne die 32): Eine Spreizung von 10 K sind 18 °F.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Temperatur in FahrenheitTemperatur auf der Fahrenheit-Skala | °F | |
| Temperatur in CelsiusTemperatur auf der Celsius-Skala | °C |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Das Datenblatt eines importierten Lüfters nennt eine maximale Umgebungstemperatur von 104 °F. Wie viel °C sind das?
- Gegeben: ϑ_F = 104 °F. Gesucht: ϑ_C.
- Umstellen: ϑ_C = (ϑ_F − 32) / 1,8.
- Einsetzen: ϑ_C = (104 − 32) / 1,8 = 72 / 1,8 = 40 °C.
Ergebnis: 40 °C
Gültigkeit & Hinweise
- Temperaturdifferenzen nur mit dem Faktor 1,8 umrechnen: ΔT in °F = ΔT in K · 1,8.
- Merkpunkte: 0 °C = 32 °F, 20 °C = 68 °F, 37 °C ≈ 98,6 °F, 100 °C = 212 °F.
- In US-Unterlagen taucht gelegentlich auch Rankine auf: T in °R = ϑ_F + 459,67 (absolute Skala mit Fahrenheit-Schrittweite).
Typische Fehler
- Die 32 bei der Umrechnung von Differenzen mitnehmen.
Gase & Zustandsänderungen
5 FormelnIdeales Gasgesetz (thermische Zustandsgleichung)
Wie hängen Druck, Volumen, Masse und Temperatur eines Gases zusammen – etwa im Druckluftbehälter?
Die thermische Zustandsgleichung idealer Gase verknüpft Druck p, Volumen V, Masse m und absolute Temperatur T über die spezifische Gaskonstante R_s. Sie ist der Stoffwert des jeweiligen Gases und ergibt sich aus der universellen Gaskonstante R = 8,314 J/(mol·K) geteilt durch die molare Masse: für Luft 287 J/(kg·K), für Wasserdampf 462 J/(kg·K). Entscheidend sind die Einheiten: p als Absolutdruck in Pascal (Überdruck + Umgebungsdruck ≈ 1,013 bar), V in m³, T in Kelvin.
Luft, Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Erdgas verhalten sich bis etwa 20 bar und fern der Kondensation nahezu ideal (Abweichung meist unter 1 bis 2 %). Mit der Gleichung lassen sich die Luftmasse in einem Druckluftbehälter, der Inhalt einer Gasflasche, die Dichte von Luft bei beliebiger Temperatur (ρ = m/V = p / (R_s · T)) oder die Volumenänderung beim Erwärmen bestimmen. Wasserdampf nahe der Sättigung und CO₂ bei hohem Druck weichen deutlicher ab – dafür sind Dampftafeln bzw. Realgasgleichungen nötig.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Absolutdruckabsoluter Druck (Überdruck + Umgebungsdruck); 1 bar = 100 000 Pa | Pa | |
| VolumenGasvolumen (Behälterinhalt); 1 000 l = 1 m³ | m³ | |
| GasmasseMasse des eingeschlossenen Gases | kg | |
| spezifische GaskonstanteStoffwert des Gases (siehe Tabelle) | J/(kg·K) | |
| absolute TemperaturGastemperatur in Kelvin: T = ϑ + 273,15 | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikDruck über der absoluten Temperatur (m, V konstant)
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Druckluftbehälter mit 500 l Inhalt steht unter 8 bar Überdruck bei 20 °C. Welche Luftmasse enthält er?
- Gegeben: Überdruck 8 bar → Absolutdruck p ≈ 8 bar + 1 bar = 9 bar = 900 000 Pa; V = 500 l = 0,5 m³; R_s = 287 J/(kg·K) (Luft); T = 20 °C + 273,15 = 293,15 K. Gesucht: m.
- Umstellen: m = p · V / (R_s · T).
- Einsetzen: m = 900 000 Pa · 0,5 m³ / (287 J/(kg·K) · 293,15 K) = 450 000 / 84 134 kg ≈ 5,35 kg.
- Kontrolle: Drucklos (1 bar) wären nur rund 0,59 kg im Behälter – der Behälter speichert also etwa 4,8 kg bzw. rund 4 m³ Luft im entspannten Zustand.
Ergebnis: ≈ 5,35 kg
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ideale Gase; Luft, N₂, O₂, H₂ und Erdgas bis etwa 20 bar und fern der Kondensation mit Abweichungen unter 1 … 2 %. Wasserdampf nahe der Sättigung und CO₂ bei hohem Druck weichen stärker ab.
- p ist der Absolutdruck: Manometer zeigen Überdruck; Umgebungsdruck ≈ 1,013 bar (auf Meereshöhe) addieren.
- T immer in Kelvin; mit °C ist das Ergebnis grob falsch.
- Dichte eines Gases: ρ = p / (R_s · T); Luft bei 20 °C und 1,013 bar: 101 325 / (287 · 293,15) ≈ 1,20 kg/m³.
- Mit der Stoffmenge n in mol lautet die Gleichung p · V = n · R · T mit R = 8,314 J/(mol·K).
Typische Fehler
- Überdruck statt Absolutdruck einsetzen (bei 8 bar Überdruck ein Fehler von rund 11 %).
- Volumen in Litern statt m³ oder Druck in bar statt Pa – das Ergebnis ist dann um Zehnerpotenzen falsch.
- Die universelle Gaskonstante R (8,314 J/(mol·K)) mit der spezifischen R_s verwechseln.
Isotherme Zustandsänderung (Boyle-Mariotte)
Wie ändert sich der Druck eines Gases, wenn es bei gleichbleibender Temperatur verdichtet oder entspannt wird?
Bleibt die Temperatur eines idealen Gases konstant (isotherm), ist das Produkt aus Druck und Volumen unveränderlich: p₁ · V₁ = p₂ · V₂ (Gesetz von Boyle-Mariotte). Halbiert sich das Volumen, verdoppelt sich der Druck. Isotherm verläuft eine Zustandsänderung, wenn sie so langsam abläuft, dass die Kompressionswärme vollständig an die Umgebung abfließen kann – oder wenn das Gas aktiv gekühlt wird.
Typische Anwendungen: das Gaspolster im Membran-Ausdehnungsgefäß (langsame Druckänderungen mit dem Anlagendruck), Druckluftspeicher, die langsam gefüllt oder entleert werden, oder die Abschätzung, wie viel entspannte Luft in einer Druckluftflasche steckt. Da nur Verhältnisse eingehen, können p und V in beliebigen, aber gleichen Einheiten eingesetzt werden – p jedoch immer als Absolutdruck.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Absolutdruck Zustand 1Anfangsdruck, absolut (Überdruck + ca. 1,013 bar) | bar | |
| Volumen Zustand 1Anfangsvolumen des Gases (1 000 l = 1 m³) | m³ | |
| Absolutdruck Zustand 2Enddruck, absolut | bar | |
| Volumen Zustand 2Endvolumen des Gases | m³ |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikIsotherme: Druck über dem Volumen (Hyperbel)
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Das Gaspolster eines Membran-Ausdehnungsgefäßes hat bei 1,5 bar Vordruck (Überdruck) ein Volumen von 50 l. Beim Aufheizen der Anlage drückt das Ausdehnungswasser das Gaspolster auf 35 l zusammen. Welcher Druck herrscht dann im Gefäß?
- Gegeben: p₁ = 1,5 bar Überdruck + 1,0 bar ≈ 2,5 bar absolut; V₁ = 50 l = 0,05 m³; V₂ = 35 l = 0,035 m³. Gesucht: p₂.
- Umstellen: p₂ = p₁ · V₁ / V₂.
- Einsetzen: p₂ = 2,5 bar · 0,05 m³ / 0,035 m³ ≈ 3,57 bar (absolut).
- Umrechnen in Überdruck (Manometeranzeige): 3,57 bar − 1,0 bar ≈ 2,57 bar.
- Praxis: Der Enddruck muss unter dem Ansprechdruck des Sicherheitsventils (z. B. 3 bar) bleiben – hier ist das Gefäß also an der Grenze.
Ergebnis: ≈ 3,57 bar absolut (≈ 2,57 bar Überdruck)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ideale Gase bei konstanter Temperatur – also bei langsamen Vorgängen mit Wärmeaustausch. Schnelle Verdichtung ohne Wärmeabfuhr ist adiabat (eigene Formel).
- Drücke immer als Absolutdruck einsetzen; die Einheit (bar, Pa) ist beliebig, solange beide Drücke dieselbe haben – ebenso die Volumina.
- Beim Membran-Ausdehnungsgefäß nimmt die Gastemperatur in Wirklichkeit leicht zu; die isotherme Rechnung ist dafür die übliche Näherung.
Typische Fehler
- Überdruck statt Absolutdruck einsetzen – bei kleinen Drücken ein großer Fehler.
- Die Formel auf einen Vorgang anwenden, bei dem sich die Temperatur deutlich ändert (Kompressor, schnelles Entspannen).
Isobare Zustandsänderung (Gay-Lussac)
Wie stark dehnt sich ein Gas aus, wenn es bei konstantem Druck erwärmt wird?
Bei konstantem Druck (isobar) ist das Volumen eines idealen Gases proportional zur absoluten Temperatur: V₁/T₁ = V₂/T₂ (1. Gesetz von Gay-Lussac, auch Gesetz von Charles). Eine Erwärmung von 0 °C auf 273 °C verdoppelt das Volumen; je Kelvin dehnt sich das Gas um 1/273 seines Volumens bei 0 °C aus. Die Temperaturen müssen deshalb in Kelvin eingesetzt werden.
In der Praxis beschreibt die Formel, wie sich Luft beim Erwärmen im Heizregister oder beim Abkühlen im Kühler ausdehnt bzw. zusammenzieht – und damit, warum Volumenströme in der Lüftungstechnik immer auf eine Bezugstemperatur bezogen werden. Ebenso folgt daraus die Dichteänderung von Luft (Dichte umgekehrt proportional zu T), die für Auftrieb, Kaminzug und Luftmassenströme wichtig ist.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Volumen Zustand 1Anfangsvolumen des Gases | m³ | |
| absolute Temperatur Zustand 1Anfangstemperatur in Kelvin (ϑ + 273,15) | K | |
| Volumen Zustand 2Endvolumen des Gases | m³ | |
| absolute Temperatur Zustand 2Endtemperatur in Kelvin (ϑ + 273,15) | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikIsobare: Volumen über der absoluten Temperatur
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
In einem Heizregister wird 1,0 m³ Zuluft von 20 °C auf 50 °C erwärmt; der Druck bleibt praktisch gleich. Welches Volumen nimmt die Luft danach ein?
- Gegeben: V₁ = 1,0 m³; T₁ = 20 °C + 273,15 = 293,15 K; T₂ = 50 °C + 273,15 = 323,15 K. Gesucht: V₂.
- Umstellen: V₂ = V₁ · T₂ / T₁.
- Einsetzen: V₂ = 1,0 m³ · 323,15 K / 293,15 K ≈ 1,102 m³.
- Praxis: Die Luft dehnt sich um gut 10 % aus; ihre Dichte sinkt im gleichen Verhältnis von etwa 1,20 auf 1,09 kg/m³. Ein Volumenstrom von 1 000 m³/h vor dem Register sind also rund 1 100 m³/h dahinter – bei gleichem Massenstrom.
Ergebnis: ≈ 1,10 m³
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ideale Gase bei konstantem Druck; Temperaturen in Kelvin.
- Die Dichte ändert sich umgekehrt: ρ₂ = ρ₁ · T₁ / T₂.
- Volumenströme in der Lüftungstechnik werden deshalb auf einen Bezugszustand (z. B. 20 °C) oder als Massenstrom angegeben.
Typische Fehler
- °C statt K einsetzen – 20 °C → 50 °C würde dann fälschlich eine Ausdehnung um das 2,5-Fache ergeben.
- Die Formel bei merklicher Druckänderung anwenden (dann allgemeine Gasgleichung p₁V₁/T₁ = p₂V₂/T₂).
Isochore Zustandsänderung (Amontons)
Wie steigt der Druck in einem geschlossenen Behälter, wenn sich das Gas darin erwärmt?
Bei konstantem Volumen (isochor) ist der Druck eines idealen Gases proportional zur absoluten Temperatur: p₁/T₁ = p₂/T₂ (Gesetz von Amontons, auch 2. Gesetz von Gay-Lussac). Ein Gas in einem starren, geschlossenen Behälter – Druckluftbehälter, Gasflasche, Reifen, abgesperrter Rohrabschnitt – erhöht seinen Druck mit jedem Kelvin um rund 1/273 des Drucks bei 0 °C. Die Temperaturen müssen in Kelvin eingesetzt werden, die Drücke sind Absolutdrücke.
In der Praxis erklärt die Formel, warum der Reifendruck im Sommer steigt, warum Gasflaschen vor Sonne geschützt werden und wie stark der Druck in einem Druckluftbehälter zwischen Sommer und Winter schwankt. Da nur Verhältnisse eingehen, können die Drücke in bar (absolut) eingegeben werden.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Absolutdruck Zustand 1Anfangsdruck, absolut (Überdruck + ca. 1,013 bar) | bar | |
| absolute Temperatur Zustand 1Anfangstemperatur in Kelvin (ϑ + 273,15) | K | |
| Absolutdruck Zustand 2Enddruck, absolut | bar | |
| absolute Temperatur Zustand 2Endtemperatur in Kelvin (ϑ + 273,15) | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikIsochore: Druck über der absoluten Temperatur
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Druckluftbehälter im Freien wurde im Sommer bei 20 °C auf 8 bar Überdruck gefüllt und dann abgesperrt. Welcher Druck herrscht an einem Wintertag bei −10 °C?
- Gegeben: p₁ = 8 bar Überdruck + 1 bar ≈ 9,0 bar absolut; T₁ = 20 °C + 273,15 = 293,15 K; T₂ = −10 °C + 273,15 = 263,15 K. Gesucht: p₂.
- Umstellen: p₂ = p₁ · T₂ / T₁.
- Einsetzen: p₂ = 9,0 bar · 263,15 K / 293,15 K ≈ 8,08 bar absolut.
- Umrechnen in Überdruck: 8,08 bar − 1,0 bar ≈ 7,08 bar – das Manometer zeigt also rund 0,9 bar weniger als im Sommer, obwohl keine Luft entnommen wurde.
Ergebnis: ≈ 8,08 bar absolut (≈ 7,1 bar Überdruck)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ideale Gase in einem starren Behälter (Volumen konstant); Temperaturen in Kelvin, Drücke absolut.
- Für Gasflaschen mit 200 bar und mehr ist das ideale Gasgesetz nur noch eine Näherung (Realgasverhalten, Abweichung einige Prozent).
- Ein Druckanstieg durch Erwärmung ist auch in abgesperrten, vollständig mit Flüssigkeit gefüllten Leitungen gefährlich – dort gilt aber nicht diese Gasformel, sondern die Wärmeausdehnung der Flüssigkeit.
Typische Fehler
- °C statt K einsetzen oder Überdruck statt Absolutdruck.
- Das Ergebnis (Absolutdruck) direkt mit der Manometeranzeige (Überdruck) vergleichen.
Adiabate Zustandsänderung (Verdichtung ohne Wärmeaustausch)
Welcher Druck entsteht, wenn ein Gas schnell – ohne Wärmeabgabe – verdichtet oder entspannt wird?
Verläuft eine Verdichtung oder Entspannung so schnell, dass praktisch keine Wärme mit der Umgebung ausgetauscht wird, heißt die Zustandsänderung adiabat (reibungsfrei: isentrop). Dann gilt p₁ · V₁^κ = p₂ · V₂^κ mit dem Isentropenexponenten κ (kappa) = c_p/c_v, für Luft und andere zweiatomige Gase etwa 1,4. Weil die Kompressionsarbeit im Gas bleibt, steigt bei der Verdichtung neben dem Druck auch die Temperatur: T₂ = T₁ · (V₁/V₂)^(κ−1). Der Druck steigt deshalb steiler als bei der isothermen Verdichtung.
Die Formel beschreibt näherungsweise den Verdichtungstakt in Kolbenverdichtern und Verbrennungsmotoren, die schnelle Entspannung aus Druckluftbehältern oder die Erwärmung der Luft in Luftfedern und Pumpen. Reale Verdichter liegen zwischen isotherm und adiabat (polytrop mit 1 < n < κ), weil ein Teil der Wärme über die Zylinderwand abfließt. Drücke sind Absolutdrücke; da nur Verhältnisse eingehen, kann in bar gerechnet werden.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Absolutdruck Zustand 1Anfangsdruck, absolut | bar | |
| Volumen Zustand 1Anfangsvolumen des Gases (1 l = 0,001 m³) | m³ | |
| Absolutdruck Zustand 2Enddruck, absolut | bar | |
| Volumen Zustand 2Endvolumen des Gases | m³ | |
| IsentropenexponentVerhältnis c_p/c_v des Gases (siehe Tabelle Gaskonstanten) | – |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikAdiabate: Druck über dem Volumen (steiler als die Isotherme)
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Kolbenverdichter saugt 2,0 l Luft bei 1,0 bar (absolut) und 20 °C an und verdichtet sie schnell auf 0,4 l. Welcher Druck entsteht, wenn keine Wärme abgeführt wird?
- Gegeben: p₁ = 1,0 bar (absolut); V₁ = 2,0 l = 0,002 m³; V₂ = 0,4 l = 0,0004 m³; κ = 1,4 (Luft). Gesucht: p₂.
- Umstellen: p₂ = p₁ · (V₁/V₂)^κ.
- Einsetzen: p₂ = 1,0 bar · (0,002 / 0,0004)^1,4 = 1,0 bar · 5^1,4 ≈ 9,52 bar (absolut).
- Vergleich: Isotherm (mit vollständiger Kühlung) wären es nur 5,0 bar. Die Temperatur steigt adiabat auf T₂ = 293,15 K · 5^0,4 ≈ 558 K ≈ 285 °C – deshalb werden Verdichter gekühlt.
Ergebnis: ≈ 9,52 bar absolut
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ideale Gase ohne Wärmeaustausch und ohne Reibung (isentrop). Reale Verdichter sind polytrop: p · Vⁿ = konst. mit 1 < n < κ; die Formel gilt dann mit n statt κ.
- Temperatur nach der Verdichtung: T₂ = T₁ · (V₁/V₂)^(κ−1) = T₁ · (p₂/p₁)^((κ−1)/κ), Temperaturen in Kelvin.
- κ sinkt mit steigender Temperatur leicht (Luft: 1,40 bei 20 °C, etwa 1,36 bei 500 °C).
- Drücke als Absolutdruck; die Einheiten von p und V sind beliebig, solange sie innerhalb der Formel gleich sind.
Typische Fehler
- Isotherme Formel für schnelle Vorgänge verwenden – der Druck wird dann deutlich unterschätzt.
- Überdruck statt Absolutdruck einsetzen; bei 1 bar Ansaugdruck wäre der Überdruck 0 und die Rechnung sinnlos.
Wärmeübertragung
6 FormelnWärmeleitung durch eine ebene Wand (Fourier)
Welcher Wärmestrom fließt durch eine Platte oder Wand, wenn beide Oberflächen unterschiedlich warm sind?
Wärmeleitung ist der Wärmetransport im Inneren eines ruhenden Stoffs, von der warmen zur kalten Seite. Für eine ebene Wand mit der Dicke d, der Fläche A und den Oberflächentemperaturen T₁ (warm) und T₂ (kalt) liefert das Fouriersche Gesetz im stationären Zustand den Wärmestrom Q̇ = λ · A · (T₁ − T₂) / d. Die Wärmeleitfähigkeit λ (lambda) ist ein Stoffwert: Dämmstoffe liegen bei 0,02 … 0,05 W/(m·K), Beton bei rund 2, Stahl bei rund 50, Kupfer bei fast 400 W/(m·K). Der Wärmestrom je Quadratmeter (Wärmestromdichte q = Q̇/A) hängt also nur von λ, d und der Temperaturdifferenz ab.
Wichtig: T₁ und T₂ sind die Temperaturen der beiden Wandoberflächen, nicht die Luft- oder Fluidtemperaturen auf beiden Seiten. Sind nur diese bekannt, kommen die Wärmeübergänge hinzu – dann ist der Wärmedurchgangskoeffizient k (eigene Formel) das richtige Werkzeug. Typische Anwendungen sind Dämmplatten an Speichern und Kanälen, Ofen- und Behälterwände, Kühlzellen und die Abschätzung von Wärmebrücken.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Wärmestromdurch die Wand geleitete Wärmeleistung (von warm nach kalt) | W | |
| WärmeleitfähigkeitStoffwert des Wandmaterials (siehe Tabelle) | W/(m·K) | |
| Flächedurchströmte Wandfläche senkrecht zum Wärmestrom | m² | |
| Oberflächentemperatur warme SeiteTemperatur der Wandoberfläche auf der warmen Seite | °C | |
| Oberflächentemperatur kalte SeiteTemperatur der Wandoberfläche auf der kalten Seite | °C | |
| WanddickeDicke der Wand in Metern (100 mm = 0,1 m) | m |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Die Seitenwand eines Pufferspeichers (Fläche 2,0 m²) ist mit 100 mm Mineralwolle (λ = 0,035 W/(m·K)) gedämmt. Die Blechoberfläche unter der Dämmung hat 60 °C, die Dämmoberfläche außen 22 °C. Welcher Wärmestrom geht durch die Dämmung verloren?
- Gegeben: λ = 0,035 W/(m·K), A = 2,0 m², T₁ = 60 °C, T₂ = 22 °C, d = 100 mm = 0,1 m. Gesucht: Q̇.
- Formel: Q̇ = λ · A · (T₁ − T₂) / d.
- Einsetzen: Q̇ = 0,035 W/(m·K) · 2,0 m² · (60 − 22) K / 0,1 m = 0,035 · 2,0 · 38 / 0,1 W = 26,6 W.
- Praxis: Das sind 13,3 W/m² Wärmestromdichte; über ein Jahr (8 760 h) gehen durch diese 2 m² rund 233 kWh verloren. Ohne Dämmung wäre der Verlust um ein Vielfaches höher.
Ergebnis: 26,6 W (≈ 13,3 W/m²)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt im stationären Zustand (Temperaturen zeitlich konstant), für eine homogene Wand und eindimensionalen Wärmestrom (Randeffekte vernachlässigt).
- T₁ und T₂ sind Oberflächentemperaturen. Mit Luft- bzw. Fluidtemperaturen auf beiden Seiten den Wärmedurchgangskoeffizienten k verwenden.
- λ ist temperatur- und feuchteabhängig; für Dämmstoffe den Bemessungswert des Herstellers (λ_B) verwenden.
- Für mehrere Schichten addieren sich die Wärmedurchlasswiderstände R = d/λ; der Wärmestrom ist dann Q̇ = A · (T₁ − T₂) / ΣR.
Typische Fehler
- d in Millimetern statt Metern einsetzen – der Wärmestrom wird dann um den Faktor 1 000 zu klein.
- Lufttemperaturen statt Oberflächentemperaturen verwenden; das überschätzt den Wärmestrom, vor allem bei dünnen oder gut leitenden Wänden.
Konvektiver Wärmeübergang (Newton)
Wie viel Wärme gibt eine Oberfläche an die vorbeiströmende Luft oder das Wasser ab?
Beim Wärmeübergang durch Konvektion wird Wärme zwischen einer festen Oberfläche und einem strömenden Fluid (Luft, Wasser) ausgetauscht. Der Wärmestrom ist proportional zur Fläche A, zur Temperaturdifferenz ΔT zwischen Oberfläche und Fluid und zum Wärmeübergangskoeffizienten α (alpha). α ist kein Stoffwert, sondern hängt von Strömungsart und -geschwindigkeit, Geometrie und Fluid ab: ruhende Luft an einer Wand liefert nur 5 … 10 W/(m²·K), angeblasene Luft 20 … 100, strömendes Wasser 500 … 5 000 W/(m²·K). Man unterscheidet freie Konvektion (Strömung nur durch Auftrieb der erwärmten Luft) und erzwungene Konvektion (Ventilator, Pumpe, Wind).
Die Formel wird zur Abschätzung von Wärmeverlusten warmer Oberflächen (Kessel, Speicher, Rohre, Kanäle), für die Auslegung von Heizflächen und Kühlkörpern und als Baustein des Wärmedurchgangskoeffizienten gebraucht. In Räumen kommt zur Konvektion fast immer die Wärmestrahlung in ähnlicher Größe hinzu; für Innenoberflächen rechnet die Bauphysik mit einem Gesamtwert von rund 8 W/(m²·K).
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Wärmestromvon der Oberfläche an das Fluid übertragene Wärmeleistung | W | |
| Wärmeübergangskoeffizientabhängig von Fluid, Strömung und Geometrie (siehe Tabelle) | W/(m²·K) | |
| Oberflächevom Fluid umströmte Fläche | m² | |
| TemperaturdifferenzOberflächentemperatur minus Fluidtemperatur | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikKonvektiver Wärmestrom über der Temperaturdifferenz
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein älterer Heizkessel hat 1,5 m² ungedämmte Außenfläche mit 70 °C Oberflächentemperatur; die Luft im Heizraum hat 20 °C. Welche Wärme gibt die Oberfläche durch freie Konvektion ab (α ≈ 8 W/(m²·K))?
- Gegeben: α = 8 W/(m²·K) (freie Konvektion, ruhende Luft), A = 1,5 m², ΔT = 70 °C − 20 °C = 50 K. Gesucht: Q̇.
- Formel: Q̇ = α · A · ΔT.
- Einsetzen: Q̇ = 8 W/(m²·K) · 1,5 m² · 50 K = 600 W.
- Praxis: Die Wärmestrahlung der Oberfläche kommt in ähnlicher Größe hinzu (bei ε ≈ 0,9 nochmals rund 500 W). Über eine Heizperiode von 1 800 Betriebsstunden gehen so rund 2 000 kWh in den Heizraum – ein Grund für die Dämmung alter Kessel.
Ergebnis: 600 W
Gültigkeit & Hinweise
- α ist eine Erfahrungs- bzw. Rechengröße, keine Stoffkonstante; die Tabellenwerte sind grobe Spannen. Für genaue Auslegungen Nusselt-Korrelationen (VDI-Wärmeatlas) verwenden.
- Bei freier Konvektion steigt α selbst mit ΔT (etwa mit ΔT^0,25) – der Wärmestrom wächst also etwas stärker als linear.
- Wärmestrahlung wird durch diese Formel nicht erfasst; für Oberflächen in Räumen ist sie etwa gleich groß wie die freie Konvektion.
- Wasser als Fluid: α ist 50- bis 500-mal höher als bei Luft – deshalb sind wasserseitige Wärmeübertrager so kompakt.
Typische Fehler
- α für Wasser bei einer luftumströmten Fläche verwenden (oder umgekehrt).
- Fluidtemperatur statt der Temperaturdifferenz einsetzen.
Wärmestrahlung (Stefan-Boltzmann-Gesetz)
Wie viel Wärme strahlt eine Oberfläche allein aufgrund ihrer Temperatur ab?
Jede Oberfläche sendet Wärmestrahlung aus – elektromagnetische Strahlung im Infrarotbereich, die kein Trägermedium braucht. Nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz ist die abgestrahlte Leistung proportional zur Fläche A und zur vierten Potenz der absoluten Temperatur T in Kelvin. Der Emissionsgrad ε (epsilon, 0 … 1) beschreibt, wie stark die Oberfläche im Vergleich zum idealen „schwarzen Körper“ (ε = 1) strahlt: Lacke, Putz, Beton, Glas und oxidierter Stahl liegen bei 0,8 … 0,95, blanke Metalle nur bei 0,04 … 0,3. Die Stefan-Boltzmann-Konstante σ (sigma) beträgt 5,67 · 10⁻⁸ W/(m²·K⁴).
Die Formel liefert die Emission einer Oberfläche. Der Netto-Wärmeverlust an eine Umgebung mit der Temperatur T_U ist kleiner, weil die Fläche zugleich Strahlung aus der Umgebung aufnimmt: Q̇_netto = ε · σ · A · (T⁴ − T_U⁴) für einen kleinen Körper in großer Umgebung. Wegen der vierten Potenz dominiert die Strahlung bei hohen Temperaturen (Öfen, Abgasrohre, Strahlungsheizungen, Glühkörper); bei Raumtemperaturen ist sie etwa so groß wie die freie Konvektion und bestimmt die empfundene Temperatur vor kalten Fenstern oder Wandheizungen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Strahlungsleistungvon der Oberfläche abgestrahlte Wärmeleistung (Emission, ohne Gegenstrahlung der Umgebung) | W | |
| Emissionsgrad0 … 1; schwarzer Körper 1, Lack/Putz ≈ 0,9, blankes Aluminium ≈ 0,05 (siehe Tabelle) | – | |
| Stefan-Boltzmann-KonstanteNaturkonstante 5,67 · 10⁻⁸ W/(m²·K⁴) | W/(m²·K⁴) | |
| strahlende FlächeOberfläche des Körpers | m² | |
| absolute OberflächentemperaturTemperatur der Oberfläche in Kelvin: T = ϑ + 273,15 | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikStrahlungsleistung über der absoluten Temperatur (T⁴)
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Die Außenwand eines Industrieofens hat 2,0 m² Fläche, eine Oberflächentemperatur von 200 °C und einen Emissionsgrad von 0,9 (oxidiertes Stahlblech). Welche Leistung strahlt die Wand ab?
- Gegeben: ε = 0,9, σ = 5,67 · 10⁻⁸ W/(m²·K⁴), A = 2,0 m², T = 200 °C + 273,15 = 473,15 K. Gesucht: Q̇.
- Formel: Q̇ = ε · σ · A · T⁴.
- Einsetzen: T⁴ = 473,15⁴ K⁴ ≈ 5,012 · 10¹⁰ K⁴; Q̇ = 0,9 · 5,67 · 10⁻⁸ W/(m²·K⁴) · 2,0 m² · 5,012 · 10¹⁰ K⁴ ≈ 5 115 W.
- Netto an die Halle (20 °C = 293,15 K): Q̇_netto = 0,9 · 5,67 · 10⁻⁸ · 2,0 · (473,15⁴ − 293,15⁴) W ≈ 4 360 W – die Umgebung strahlt rund 750 W zurück.
- Praxis: Eine blanke Aluminium-Verkleidung (ε ≈ 0,05) würde die Abstrahlung auf etwa ein Zwanzigstel senken.
Ergebnis: ≈ 5 115 W (netto gegen 20 °C ≈ 4 360 W)
Gültigkeit & Hinweise
- T muss in Kelvin eingesetzt werden; die vierte Potenz macht den Fehler bei °C riesig.
- Die Formel gibt die Emission an. Der Netto-Austausch mit einer Umgebung der Temperatur T_U ist Q̇ = ε · σ · A · (T⁴ − T_U⁴) (kleiner Körper in großer Umgebung); zwischen zwei großen parallelen Flächen gehen beide Emissionsgrade ein.
- ε gilt für den „grauen Strahler“ (wellenlängenunabhängig) – für technische Oberflächen eine gute Näherung.
- Für kleine Temperaturdifferenzen bei Raumtemperatur lässt sich die Strahlung näherungsweise als α_S ≈ 4 · ε · σ · T_m³ ≈ 5 W/(m²·K) (bei ε = 0,9, 20 °C) linearisieren.
Typische Fehler
- °C statt K einsetzen.
- Die Emission mit dem Nettoverlust gleichsetzen und die Gegenstrahlung der Umgebung vergessen.
- ε aus der sichtbaren Farbe ableiten – im Infraroten strahlen weiße und schwarze Anstriche fast gleich, nur blanke Metalle strahlen schwach.
Wärmedurchgangskoeffizient einer einschichtigen Wand
Wie groß ist der k-Wert (U-Wert) einer Wand aus Wärmeübergang innen, Wärmeleitung und Wärmeübergang außen?
Fließt Wärme von einem warmen Fluid durch eine Wand in ein kaltes Fluid, sind drei Widerstände hintereinandergeschaltet: der Wärmeübergang innen (1/α_i), die Wärmeleitung durch die Wand (d/λ) und der Wärmeübergang außen (1/α_a). Der Kehrwert der Summe ist der Wärmedurchgangskoeffizient k in W/(m²·K) – in der Bauphysik U-Wert genannt. Je kleiner k, desto besser dämmt die Wand. Die Übergangswiderstände werden dort als R_si = 1/α_i (innen, 0,13 m²·K/W für Wände) und R_se = 1/α_a (außen, 0,04 m²·K/W) bezeichnet, was α_i ≈ 7,7 und α_a = 25 W/(m²·K) entspricht.
Mit dieser Formel lassen sich einschichtige Wände, Dämmplatten, Behälterwände und Wärmeübertragerflächen beurteilen und die nötige Dämmdicke für einen Ziel-k-Wert bestimmen. Bei mehreren Schichten addieren sich die Durchlasswiderstände d_i/λ_i – dafür gibt es im Bereich Bauphysik den U-Wert-Rechner für beliebig viele Schichten. Der zugehörige Wärmestrom folgt aus Q̇ = k · A · ΔT.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert)Wärmestrom je m² und je Kelvin Temperaturdifferenz zwischen den Fluiden | W/(m²·K) | |
| Wärmeübergangskoeffizient innenwarme Seite; Bauphysik: 1/R_si = 1/0,13 ≈ 7,7 (siehe Tabelle) | W/(m²·K) | |
| WanddickeDicke der Wand bzw. Dämmschicht in Metern (120 mm = 0,12 m) | m | |
| WärmeleitfähigkeitStoffwert der Wand (siehe Tabelle) | W/(m·K) | |
| Wärmeübergangskoeffizient außenkalte Seite; Bauphysik außen (Wind): 1/R_se = 1/0,04 = 25 | W/(m²·K) |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafikk-Wert über der Dämmdicke
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine Dämmplatte aus Mineralwolle (λ = 0,035 W/(m·K)) mit 120 mm Dicke trennt einen beheizten Raum von der Außenluft (der tragende Wandanteil sei vernachlässigt). Welcher k-Wert ergibt sich mit den Übergangswiderständen der Bauphysik (innen R_si = 0,13, außen R_se = 0,04 m²·K/W)?
- Gegeben: α_i = 1/0,13 ≈ 7,7 W/(m²·K), d = 120 mm = 0,12 m, λ = 0,035 W/(m·K), α_a = 1/0,04 = 25 W/(m²·K). Gesucht: k.
- Widerstände: 1/α_i = 0,130 m²·K/W; d/λ = 0,12 / 0,035 = 3,429 m²·K/W; 1/α_a = 0,040 m²·K/W.
- Summe: R_ges = 0,130 + 3,429 + 0,040 = 3,599 m²·K/W.
- Kehrwert: k = 1 / 3,599 ≈ 0,278 W/(m²·K).
- Praxis: Die Dämmschicht stellt über 95 % des Gesamtwiderstands; die Übergänge spielen bei gut gedämmten Bauteilen kaum noch eine Rolle. Für k = 0,20 W/(m²·K) wären nach Umstellung nach d rund 169 mm nötig.
Ergebnis: ≈ 0,28 W/(m²·K)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für eine ebene, einschichtige Wand im stationären Zustand. Mehrschichtige Wände: 1/k = 1/α_i + Σ(d_i/λ_i) + 1/α_a (U-Wert-Rechner im Bereich Bauphysik).
- Die Umstellungen nach d, λ, α_i und α_a sind nur sinnvoll, wenn 1/k größer ist als die Summe der übrigen Widerstände – sonst ergibt sich ein negativer Wert.
- In der Bauphysik (DIN EN ISO 6946) heißen die Übergangswiderstände R_si (innen: Wand 0,13, Dach 0,10, Boden 0,17 m²·K/W) und R_se (außen: 0,04 m²·K/W); α = 1/R.
- Bei Rohren und gekrümmten Flächen ist k auf eine Bezugsfläche zu beziehen (siehe Rohrdämmung).
Typische Fehler
- Dämmdicke in Millimetern einsetzen.
- Die Widerstände 1/α statt der Koeffizienten α eingeben (oder umgekehrt).
- k mit der Wärmeleitfähigkeit λ verwechseln: λ ist ein Stoffwert in W/(m·K), k eine Bauteilkennzahl in W/(m²·K).
Wärmestrom durch Wärmedurchgang
Welcher Wärmestrom fließt bei bekanntem k-Wert durch eine Fläche A bei der Temperaturdifferenz ΔT?
Ist der Wärmedurchgangskoeffizient k einer Wand oder einer Wärmeübertragerfläche bekannt, folgt der Wärmestrom einfach aus Q̇ = k · A · ΔT. ΔT ist die Temperaturdifferenz zwischen den beiden Fluiden auf den Seiten der Wand – also z. B. Raumluft minus Außenluft bei einem Bauteil oder die mittlere Temperaturdifferenz zwischen Heiz- und Kühlmedium bei einem Wärmeübertrager.
Die Formel ist die Grundgleichung der Wärmeübertrager-Auslegung (Plattenwärmeübertrager, Rohrbündel, Heizregister, Fernwärmeübergabestationen) und zugleich der Transmissionswärmeverluste von Gebäudehüllen. Bei Wärmeübertragern ändert sich die Temperaturdifferenz entlang der Fläche; dann ist für ΔT die logarithmische mittlere Temperaturdifferenz ΔT_ln einzusetzen (Rechner im Bereich TGA).
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Wärmestromübertragene Wärmeleistung (1 000 W = 1 kW) | W | |
| Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert)Kennwert der Wand bzw. des Wärmeübertragers (siehe k-Wert-Formel) | W/(m²·K) | |
| FlächeWärmeübertragungsfläche | m² | |
| Temperaturdifferenzzwischen den Fluiden beider Seiten; bei Wärmeübertragern die mittlere (logarithmische) Temperaturdifferenz | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Plattenwärmeübertrager zur Systemtrennung hat 2,5 m² Übertragungsfläche und einen k-Wert von 3 000 W/(m²·K). Die mittlere logarithmische Temperaturdifferenz zwischen Primär- und Sekundärkreis beträgt 8 K. Welche Leistung überträgt er?
- Gegeben: k = 3 000 W/(m²·K), A = 2,5 m², ΔT = ΔT_ln = 8 K. Gesucht: Q̇.
- Formel: Q̇ = k · A · ΔT.
- Einsetzen: Q̇ = 3 000 W/(m²·K) · 2,5 m² · 8 K = 60 000 W = 60 kW.
- Praxis: Mit zunehmender Verschmutzung (Fouling) sinkt k; Hersteller legen deshalb mit einem Zuschlag von 10 … 30 % Fläche aus.
Ergebnis: 60 000 W = 60 kW
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt im stationären Zustand. Bei Wärmeübertragern ist ΔT die logarithmische mittlere Temperaturdifferenz ΔT_ln (Gegen-/Gleichstrom), nicht die Differenz der Eintrittstemperaturen.
- k und A müssen sich auf dieselbe Bezugsfläche beziehen (bei Rohren: Innen- oder Außenfläche).
- Bei Gebäudebauteilen entspricht die Formel dem Transmissionswärmeverlust mit U statt k und ΔT = Innen- minus Außentemperatur.
Typische Fehler
- k in kW/(m²·K) oder Q̇ in kW mischen – die Formel ist hier in W.
- Eintrittstemperaturdifferenz statt mittlerer Temperaturdifferenz verwenden (überschätzt die Leistung).
Wärmestrom durch eine Rohrwand oder Rohrdämmung
Wie viel Wärme verliert ein gedämmtes Rohr je Meter – und welche Dämmdicke ist nötig?
Bei einem Rohr fließt die Wärme radial nach außen durch eine zylindrische Schicht, deren Fläche mit dem Radius wächst. Deshalb steht in der Formel nicht die Dicke, sondern der Logarithmus des Radienverhältnisses r₂/r₁: Q̇ = 2π · λ · L · (T₁ − T₂) / ln(r₂/r₁). T₁ ist die Temperatur an der Innenseite der Schicht (bei einer Dämmung: Rohroberfläche), T₂ die Temperatur an ihrer Außenseite. Weil nur das Verhältnis r₂/r₁ eingeht, können die Radien in Millimetern eingegeben werden.
Die Formel bestimmt die Wärmeverluste gedämmter Heizungs-, Warmwasser- und Dampfleitungen sowie die Kälteverluste von Kaltwasserleitungen. Die Umstellung nach r₂ liefert die Dämmdicke (r₂ − r₁), die für einen zulässigen Verlust nötig ist. In der Praxis ist die äußere Oberflächentemperatur T₂ oft nicht bekannt, sondern die Umgebungstemperatur; dann kommt der äußere Wärmeübergang 1/(α_a · 2π · r₂ · L) als weiterer Widerstand hinzu – bei dicken Dämmungen ist er klein, bei blanken Rohren bestimmt er den Verlust. Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für Heizungs- und Warmwasserleitungen Mindestdämmdicken vor (bei λ = 0,035 W/(m·K) je nach Rohrdurchmesser 20 mm bis 100 mm bzw. gleich dem Rohrinnendurchmesser).
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| WärmestromWärmeverlust der gesamten Rohrlänge L (je Meter: Q̇/L) | W | |
| Wärmeleitfähigkeit der SchichtStoffwert der Dämmung bzw. Rohrwand (siehe Tabelle) | W/(m·K) | |
| Rohrlängebetrachtete Länge des Rohrs | m | |
| Temperatur innenTemperatur an der Innenseite der Schicht (Dämmung: Rohroberfläche ≈ Medientemperatur) | °C | |
| Temperatur außenTemperatur an der Außenseite der Schicht (Dämmoberfläche) | °C | |
| Innenradius der Schichtbei Dämmung: Außenradius des Rohrs (Außendurchmesser/2) | mm | |
| Außenradius der SchichtAußenradius der Dämmung = r₁ + Dämmdicke; muss größer als r₁ sein | mm |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Kupferrohr 28 × 1,5 mm einer Heizungsverteilung (10 m lang) ist mit 30 mm Mineralwolle (λ = 0,035 W/(m·K)) gedämmt. Die Rohroberfläche hat 60 °C, die Dämmoberfläche 25 °C. Welcher Wärmestrom geht über die 10 m verloren?
- Gegeben: λ = 0,035 W/(m·K), L = 10 m, T₁ = 60 °C, T₂ = 25 °C, r₁ = 28 mm / 2 = 14 mm (Rohraußenradius), r₂ = 14 mm + 30 mm = 44 mm. Gesucht: Q̇.
- Formel: Q̇ = 2π · λ · L · (T₁ − T₂) / ln(r₂/r₁).
- Radienverhältnis: ln(44 / 14) = ln(3,143) ≈ 1,145 (einheitenfrei, daher mm zulässig).
- Einsetzen: Q̇ = 2π · 0,035 W/(m·K) · 10 m · 35 K / 1,145 = 76,97 / 1,145 W ≈ 67,2 W.
- Praxis: Das sind rund 6,7 W je Meter. Ohne Dämmung würde das blanke Rohr durch Konvektion und Strahlung rund das Sechsfache verlieren (≈ 40 W/m bei α ≈ 12 W/(m²·K) und 20 °C Raumtemperatur).
Ergebnis: ≈ 67,2 W (≈ 6,7 W/m)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt im stationären Zustand für eine homogene zylindrische Schicht mit bekannten Temperaturen an Innen- und Außenseite; r₂ muss größer als r₁ sein.
- Nur das Verhältnis r₂/r₁ geht ein – beide Radien in derselben Einheit (hier mm) eingeben.
- Mit Umgebungstemperatur statt Dämmoberflächentemperatur: Q̇ = 2π · L · (T₁ − T_U) / (ln(r₂/r₁)/λ + 1/(α_a · r₂)), mit r₂ in Metern und α_a ≈ 8 … 10 W/(m²·K) in Räumen.
- Bei dünnen Rohrwänden aus Metall (λ ≈ 50 … 400 W/(m·K)) ist der Leitwiderstand vernachlässigbar; der Wärmeverlust wird dann vom äußeren Wärmeübergang bestimmt.
- Mehrere Schichten (Rohrwand + Dämmung): die Terme ln(r_{i+1}/r_i)/λ_i addieren.
Typische Fehler
- Durchmesser statt Radius einsetzen – das Verhältnis bleibt zwar gleich, die Dämmdicke (r₂ − r₁) aber nicht.
- Dämmdicke als r₂ eingeben statt r₁ + Dämmdicke.
- Medientemperatur und Raumtemperatur als T₁ und T₂ verwenden und den äußeren Wärmeübergang vergessen (überschätzt den Verlust bei dünnen Dämmungen deutlich).
Kreisprozesse & Wärmepumpe
3 FormelnCarnot-Wirkungsgrad
Welchen Wirkungsgrad kann eine Wärmekraftmaschine zwischen zwei Temperaturen höchstens erreichen?
Der Carnot-Wirkungsgrad ist die physikalische Obergrenze für jede Maschine, die aus Wärme Arbeit gewinnt – Dampfturbine, Verbrennungsmotor, Gasturbine, ORC-Anlage. Er hängt nur von der absoluten Temperatur T_w, bei der die Wärme zugeführt wird, und der absoluten Temperatur T_k ab, bei der die Abwärme abgegeben wird: η_C = 1 − T_k/T_w. Je größer der Temperaturunterschied, desto mehr der zugeführten Wärme lässt sich bestenfalls in Arbeit umwandeln; der Rest muss als Abwärme abfließen. Das ist eine Folge des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik, keine technische Unzulänglichkeit.
Reale Anlagen bleiben deutlich darunter: Moderne Dampfkraftwerke erreichen etwa 40 … 45 %, Gas- und Dampfturbinenkraftwerke bis rund 60 %, Blockheizkraftwerke elektrisch 30 … 40 % – jeweils gemessen an einem Carnot-Wert von 60 … 70 %. Die Formel zeigt, warum hohe Prozesstemperaturen und tiefe Kühltemperaturen (Flusswasser, Kühlturm) so wichtig sind und warum Niedertemperatur-Abwärme nur schlecht verstromt werden kann. Der Wirkungsgrad wird hier als Zahl zwischen 0 und 1 ausgegeben (0,61 = 61 %).
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Carnot-Wirkungsgradmaximal möglicher thermischer Wirkungsgrad als Zahl 0 … 1 (mal 100 = Prozent) | – | |
| absolute Temperatur der Wärmezufuhrobere Prozesstemperatur in Kelvin (ϑ + 273,15), z. B. Frischdampf | K | |
| absolute Temperatur der Wärmeabgabeuntere Prozesstemperatur in Kelvin, z. B. Kondensator/Kühlwasser | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikCarnot-Wirkungsgrad über der oberen Prozesstemperatur
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine Dampfturbine erhält Frischdampf mit 500 °C; der Kondensator wird mit Kühlwasser auf 30 °C gehalten. Welchen Wirkungsgrad könnte der Prozess bestenfalls erreichen?
- Gegeben: T_w = 500 °C + 273,15 = 773,15 K; T_k = 30 °C + 273,15 = 303,15 K. Gesucht: η_C.
- Formel: η_C = 1 − T_k / T_w.
- Einsetzen: η_C = 1 − 303,15 K / 773,15 K = 1 − 0,392 ≈ 0,608, also rund 61 %.
- Praxis: Ein reales Dampfkraftwerk mit diesen Temperaturen erreicht etwa 40 … 45 %, weil Dampfprozess, Turbine, Generator und Eigenbedarf Verluste verursachen. Mindestens 39 % der Brennstoffwärme müssen selbst im Idealfall als Abwärme abgeführt werden.
Ergebnis: ≈ 0,61 (61 %)
Gültigkeit & Hinweise
- Obergrenze für alle Wärmekraftmaschinen zwischen diesen Temperaturen; reale Wirkungsgrade liegen deutlich darunter.
- Beide Temperaturen in Kelvin; T_w muss größer als T_k sein, sonst ist kein Prozess möglich (η ≤ 0).
- Maßgebend sind die Temperaturen des Arbeitsmediums bei Wärmezu- und -abfuhr, nicht die Flammentemperatur oder die Außenlufttemperatur.
- Der Kehrwert-Gedanke führt zur Wärmepumpe: Die Carnot-Leistungszahl ist ε_WP = 1/η_C.
Typische Fehler
- °C statt K einsetzen – mit 500 und 30 ergäbe sich fälschlich η = 0,94.
- Den Carnot-Wirkungsgrad als erreichbaren Wirkungsgrad einer realen Anlage verwenden.
Leistungszahl der Wärmepumpe (Carnot-Grenze)
Welche Leistungszahl kann eine Wärmepumpe bei gegebener Quellen- und Vorlauftemperatur höchstens erreichen?
Eine Wärmepumpe hebt Wärme von einer kalten Quelle (Außenluft, Erdreich, Grundwasser) auf das Temperaturniveau der Heizung. Die Leistungszahl ε (auch COP) gibt an, wie viel Heizwärme je eingesetzter Antriebsarbeit geliefert wird. Ihre theoretische Obergrenze ist die Carnot-Leistungszahl ε_WP = T_w / (T_w − T_k), mit der absoluten Temperatur T_w der Wärmeabgabe (Heizungsvorlauf bzw. Kondensation) und T_k der Wärmeaufnahme (Quelle bzw. Verdampfung). Entscheidend ist der Temperaturhub T_w − T_k: Je kleiner er ist, desto höher die Leistungszahl – deshalb sind niedrige Vorlauftemperaturen (Fußbodenheizung) und warme Quellen (Erdreich, Grundwasser) so wirksam.
Reale Wärmepumpen erreichen etwa 40 … 55 % des Carnot-Werts (Gütegrad), weil Verdichter, Wärmeübertrager und Druckverluste Verluste verursachen und das Kältemittel einige Kelvin kälter verdampfen bzw. wärmer kondensieren muss als Quelle und Senke. Als Faustwert gilt daher ε_real ≈ 0,45 · ε_WP. Für Kältemaschinen gilt entsprechend ε_K = T_k / (T_w − T_k) = ε_WP − 1.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Carnot-Leistungszahl (Wärmepumpe)theoretische Obergrenze der Leistungszahl (dimensionslos); real etwa 40 … 55 % davon | – | |
| absolute Temperatur der Wärmeabgabe (Senke)Vorlauf- bzw. Kondensationstemperatur in Kelvin (ϑ + 273,15) | K | |
| absolute Temperatur der WärmequelleQuellen- bzw. Verdampfungstemperatur in Kelvin (Außenluft, Sole, Grundwasser) | K |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikCarnot-Leistungszahl über der Quellentemperatur (−30 … +25 °C)
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt eine Fußbodenheizung mit 35 °C Vorlauf; die Außenluft hat 2 °C. Welche Leistungszahl ist theoretisch möglich, und welcher reale Wert ist zu erwarten?
- Gegeben: T_w = 35 °C + 273,15 = 308,15 K; T_k = 2 °C + 273,15 = 275,15 K. Gesucht: ε_WP.
- Formel: ε_WP = T_w / (T_w − T_k).
- Einsetzen: ε_WP = 308,15 K / (308,15 K − 275,15 K) = 308,15 / 33 ≈ 9,34.
- Realistisch: Mit einem Gütegrad von etwa 45 % ergibt sich ε_real ≈ 0,45 · 9,34 ≈ 4,2 – das entspricht dem Betriebspunkt A2/W35 guter Geräte.
- Vergleich: Bei 55 °C Vorlauf (Radiatoren) sinkt ε_WP auf 328,15 / 53 ≈ 6,2 und der reale Wert auf rund 2,8.
Ergebnis: ≈ 9,3 (real etwa 4,2)
Gültigkeit & Hinweise
- Theoretische Obergrenze; reale Wärmepumpen erreichen etwa 40 … 55 % davon (Gütegrad), Faustwert ε_real ≈ 0,45 · ε_WP.
- Beide Temperaturen in Kelvin; T_w muss größer als T_k sein. Für den Kältemittelkreis liegen Verdampfungs- und Kondensationstemperatur zusätzlich etwa 3 … 8 K außerhalb von Quellen- und Senkentemperatur.
- Kältemaschine (Nutzen = Kälte): ε_K = T_k / (T_w − T_k) = ε_WP − 1.
- Die über das Jahr gemittelte Leistungszahl heißt Jahresarbeitszahl (JAZ); sie ist niedriger als die Leistungszahl im günstigsten Betriebspunkt.
Typische Fehler
- °C statt K einsetzen – das Ergebnis wäre völlig falsch (35 / 33 ≈ 1,06).
- Carnot-Wert als Herstellerangabe oder JAZ interpretieren.
Leistungszahl der Wärmepumpe (COP, real)
Wie viel Heizleistung liefert eine Wärmepumpe je Kilowatt elektrischer Leistung?
Die reale Leistungszahl COP (Coefficient of Performance, auch ε) einer Wärmepumpe ist das Verhältnis von abgegebener Heizleistung Q̇_heiz zur aufgenommenen elektrischen Leistung P_el. Ein COP von 4 bedeutet: Aus 1 kW Strom werden 4 kW Wärme – die übrigen 3 kW stammen aus der Umweltwärmequelle. Der COP gilt für einen Betriebspunkt und wird nach DIN EN 14511 bei genormten Temperaturen angegeben, z. B. A2/W35 (Außenluft 2 °C, Vorlauf 35 °C) oder B0/W35 (Sole 0 °C).
Für die Energiebilanz über ein Jahr ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) maßgebend – das Verhältnis der jährlich gelieferten Wärme zur jährlich bezogenen Strommenge inklusive Hilfsantrieben und Abtauung; sie liegt typischerweise bei 3 … 4,5 für gut geplante Anlagen. Mit der Formel lassen sich Herstellerangaben prüfen, der Stromverbrauch aus dem Wärmebedarf abschätzen oder aus Wärmemengen- und Stromzähler die tatsächliche Arbeitszahl einer Anlage bestimmen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| LeistungszahlHeizleistung je elektrischer Leistung (dimensionslos); Luft-Wasser 2,5 … 5, Sole-Wasser 4 … 6 | – | |
| Heizleistungvon der Wärmepumpe an das Heizsystem abgegebene Wärmeleistung | kW | |
| elektrische LeistungsaufnahmeAntriebsleistung von Verdichter (und je nach Definition Hilfsantrieben) | kW |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine Wärmepumpe liefert im Betriebspunkt A2/W35 eine Heizleistung von 9,6 kW und nimmt dabei 2,4 kW elektrische Leistung auf. Wie groß ist die Leistungszahl?
- Gegeben: Q̇_heiz = 9,6 kW, P_el = 2,4 kW. Gesucht: COP.
- Formel: COP = Q̇_heiz / P_el.
- Einsetzen: COP = 9,6 kW / 2,4 kW = 4,0.
- Praxis: 7,2 kW (75 %) der Heizleistung stammen aus der Umweltwärme. Für einen Jahreswärmebedarf von 15 000 kWh wären bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 rund 4 300 kWh Strom nötig.
Ergebnis: 4,0
Gültigkeit & Hinweise
- Der COP gilt für einen Betriebspunkt (Quellen- und Vorlauftemperatur); er sinkt mit steigendem Temperaturhub. Für den Jahresvergleich die Jahresarbeitszahl (JAZ) bzw. den SCOP nach DIN EN 14825 verwenden.
- Ob Hilfsantriebe (Pumpen, Ventilator, Abtauung, Steuerung) in P_el enthalten sind, hängt von der Definition ab – beim Vergleich von Herstellerangaben darauf achten.
- Für Kältemaschinen heißt die entsprechende Kennzahl EER = Q̇_kühl / P_el; es gilt COP = EER + 1 (dieselbe Maschine, Wärmeabgabe = Kälteleistung + Antriebsleistung).
- Die Carnot-Leistungszahl aus den Temperaturen gibt die physikalische Obergrenze; reale Werte erreichen etwa 40 … 55 % davon.
Typische Fehler
- Heizleistung in kW mit Stromverbrauch in kWh mischen – beide Größen müssen Leistungen (oder beide Energiemengen) sein.
- Den COP eines günstigen Betriebspunkts (z. B. A7/W35) für die Jahresbilanz verwenden.
Brennstoffe & Hauptsätze
2 FormelnErster Hauptsatz (geschlossenes System)
Wie ändert sich die innere Energie eines Gases, wenn Wärme zugeführt und Arbeit verrichtet wird?
Der erste Hauptsatz der Thermodynamik ist der Energieerhaltungssatz für Wärme und Arbeit: In einem geschlossenen System (keine Masse tritt über die Grenze, z. B. Gas in einem Zylinder mit Kolben) ändert sich die innere Energie U um die zugeführte Wärme Q abzüglich der vom System nach außen verrichteten Arbeit W: ΔU = Q − W. Die innere Energie ist die im Stoff gespeicherte Energie der Molekülbewegung; beim idealen Gas hängt sie nur von der Temperatur ab (ΔU = m · c_v · ΔT).
Vorzeichenkonvention dieser Seite (klassische Form in Physik und Maschinenbau): Q ist positiv, wenn dem System Wärme zugeführt wird, und negativ bei Wärmeabgabe. W ist positiv, wenn das System Arbeit nach außen verrichtet (Gas dehnt sich aus und schiebt den Kolben), und negativ, wenn am System Arbeit verrichtet wird (Verdichtung). Viele deutsche Lehrbücher und DIN 1345 schreiben stattdessen ΔU = Q + W mit W als zugeführter Arbeit – inhaltlich dasselbe, nur mit umgekehrtem Vorzeichen von W. Die Formel ist die Grundlage für Verdichter, Motoren, Druckluftspeicher und jede Energiebilanz an einem abgeschlossenen Volumen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Änderung der inneren EnergieZunahme (positiv) oder Abnahme (negativ) der im System gespeicherten Energie; ideales Gas: ΔU = m · c_v · ΔT | kJ | |
| Wärmedem System zugeführte Wärme (positiv); abgegebene Wärme negativ eintragen | kJ | |
| vom System verrichtete Arbeitnach außen abgegebene Arbeit (positiv, z. B. Expansion); am System verrichtete Arbeit (Verdichtung) negativ eintragen | kJ |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Dem Gas in einem Zylinder werden 150 kJ Wärme zugeführt. Dabei dehnt es sich aus und verrichtet 50 kJ Arbeit am Kolben. Um wie viel ändert sich die innere Energie des Gases?
- Gegeben: Q = +150 kJ (zugeführt), W = +50 kJ (vom Gas nach außen verrichtet). Gesucht: ΔU.
- Formel: ΔU = Q − W.
- Einsetzen: ΔU = 150 kJ − 50 kJ = 100 kJ.
- Deutung: Zwei Drittel der zugeführten Wärme bleiben als innere Energie im Gas (es wird wärmer), ein Drittel verlässt das System als mechanische Arbeit. Bei einer Verdichtung mit 50 kJ zugeführter Arbeit (W = −50 kJ) und ohne Wärmeabfuhr wäre ΔU = 0 − (−50) = +50 kJ.
Ergebnis: +100 kJ
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für geschlossene Systeme (kein Massenstrom über die Systemgrenze). Für offene, stationär durchströmte Systeme (Turbine, Verdichter, Wärmeübertrager) gilt die Form mit der Enthalpie H = U + p · V.
- Vorzeichen: Q zugeführt positiv, W vom System verrichtet positiv (ΔU = Q − W). In der Konvention nach DIN 1345 (ΔU = Q + W) ist W die zugeführte Arbeit – beim Vergleich mit Lehrbüchern darauf achten.
- Ideales Gas: ΔU = m · c_v · ΔT mit c_v = c_p − R_s (Luft: c_v ≈ 0,718 kJ/(kg·K)); bei konstantem Volumen ist W = 0 und ΔU = Q.
- Volumenänderungsarbeit bei konstantem Druck: W = p · ΔV (p in Pa, ΔV in m³ → W in J).
Typische Fehler
- Vorzeichen von W verwechseln (Expansion vs. Verdichtung) oder die Konvention zweier Quellen mischen.
- Wärme und Temperatur gleichsetzen – ΔU kann auch ohne Wärmezufuhr steigen (adiabate Verdichtung).
Energieinhalt eines Brennstoffs (Heizwert)
Wie viel Wärme steckt in einer Menge Heizöl, Pellets, Holz oder Gas?
Der Heizwert H_i (früher H_u, „unterer Heizwert“) gibt an, wie viel Wärme bei vollständiger Verbrennung je Kilogramm Brennstoff frei wird, wenn der im Abgas enthaltene Wasserdampf nicht kondensiert. Die Energie eines Brennstoffvorrats ist damit Q = m · H_i. Der Brennwert H_s (früher H_o) enthält zusätzlich die Kondensationswärme des Wasserdampfs und liegt bei Erdgas rund 11 %, bei Heizöl rund 6 % und bei Holz je nach Feuchte 7 … 15 % höher; Brennwertkessel können einen Teil davon nutzen, weshalb ihr auf den Heizwert bezogener Wirkungsgrad über 100 % liegen kann.
Die Formel wird gebraucht, um Lagerbestände in Energie umzurechnen (Öltank, Pelletlager, Holzvorrat), den Jahresverbrauch aus Lieferscheinen zu bestimmen, Brennstoffe nach Preis je kWh zu vergleichen oder den Kesselwirkungsgrad aus Brennstoffverbrauch und abgegebener Wärme zu ermitteln. Die Nutzwärme ist Q · η_Kessel (Jahresnutzungsgrad alter Kessel 70 … 85 %, moderne Brennwertkessel über 95 % bezogen auf H_i). Für Flüssigkeiten und Gase lässt sich die Masse über die Dichte umrechnen: Heizöl ≈ 0,84 kg/l, Erdgas wird direkt in kWh je Normkubikmeter angegeben.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Brennstoffenergiebei vollständiger Verbrennung frei werdende Wärme (ohne Kesselverluste) | kWh | |
| BrennstoffmasseMasse des Brennstoffs (Heizöl: Liter · 0,84; bei Gas in m³ dann H_i in kWh/m³ einsetzen) | kg | |
| HeizwertBrennstoffkennwert (siehe Tabelle); Heizöl 11,9, Pellets 4,9, Scheitholz 4,0 | kWh/kg |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikBrennstoffenergie über der Masse
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Pelletlager fasst 6 000 kg Holzpellets (Heizwert 4,9 kWh/kg). Welche Energiemenge ist das, und welche Nutzwärme liefert ein Pelletkessel mit 90 % Jahresnutzungsgrad daraus?
- Gegeben: m = 6 000 kg, H_i = 4,9 kWh/kg. Gesucht: Q.
- Formel: Q = m · H_i.
- Einsetzen: Q = 6 000 kg · 4,9 kWh/kg = 29 400 kWh.
- Nutzwärme: Q_nutz = 29 400 kWh · 0,90 ≈ 26 500 kWh – das deckt den Heizwärmebedarf eines Einfamilienhauses mit rund 150 … 200 m² im Bestand.
- Vergleich: Dieselbe Energie steckt in etwa 2 470 kg ≈ 2 940 l Heizöl EL (11,9 kWh/kg, 0,84 kg/l) oder rund 2 940 m³ Erdgas H.
Ergebnis: 29 400 kWh (Nutzwärme bei 90 %: ≈ 26 500 kWh)
Gültigkeit & Hinweise
- Die Formel liefert die Brennstoffenergie bezogen auf den Heizwert; die nutzbare Wärme ist um den Kessel- bzw. Jahresnutzungsgrad kleiner.
- Heizwert (H_i) und Brennwert (H_s) nicht verwechseln: Gasrechnungen und Brennwertkessel-Angaben beziehen sich meist auf den Brennwert.
- Für Gase die Menge in Normkubikmetern (0 °C, 1,013 bar) und H_i in kWh/m³ einsetzen – die Formel bleibt gleich, nur die Einheiten ändern sich entsprechend.
- Bei Holz hängt der Heizwert stark vom Wassergehalt ab: frisch geschlagen (50 %) nur ≈ 2,2 kWh/kg, lufttrocken (15 … 20 %) ≈ 4,0 kWh/kg.
- Umrechnung in Megajoule: 1 kWh = 3,6 MJ (Heizöl EL: 11,9 kWh/kg ≈ 42,8 MJ/kg).
Typische Fehler
- Liter Heizöl als Kilogramm einsetzen (1 l ≈ 0,84 kg) – oder den Liter-Heizwert (≈ 10 kWh/l) mit dem Kilogramm-Heizwert (11,9 kWh/kg) verwechseln.
- Brennwert statt Heizwert verwenden und damit den Kesselwirkungsgrad schönrechnen.