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Thermodynamik & Wärmeübertragung

Carnot-Wirkungsgrad

Welchen Wirkungsgrad kann eine Wärmekraftmaschine zwischen zwei Temperaturen höchstens erreichen?

Umstellen nach

Der Carnot-Wirkungsgrad ist die physikalische Obergrenze für jede Maschine, die aus Wärme Arbeit gewinnt – Dampfturbine, Verbrennungsmotor, Gasturbine, ORC-Anlage. Er hängt nur von der absoluten Temperatur T_w, bei der die Wärme zugeführt wird, und der absoluten Temperatur T_k ab, bei der die Abwärme abgegeben wird: η_C = 1 − T_k/T_w. Je größer der Temperaturunterschied, desto mehr der zugeführten Wärme lässt sich bestenfalls in Arbeit umwandeln; der Rest muss als Abwärme abfließen. Das ist eine Folge des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik, keine technische Unzulänglichkeit.

Reale Anlagen bleiben deutlich darunter: Moderne Dampfkraftwerke erreichen etwa 40 … 45 %, Gas- und Dampfturbinenkraftwerke bis rund 60 %, Blockheizkraftwerke elektrisch 30 … 40 % – jeweils gemessen an einem Carnot-Wert von 60 … 70 %. Die Formel zeigt, warum hohe Prozesstemperaturen und tiefe Kühltemperaturen (Flusswasser, Kühlturm) so wichtig sind und warum Niedertemperatur-Abwärme nur schlecht verstromt werden kann. Der Wirkungsgrad wird hier als Zahl zwischen 0 und 1 ausgegeben (0,61 = 61 %).

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Carnot-Wirkungsgradmaximal möglicher thermischer Wirkungsgrad als Zahl 0 … 1 (mal 100 = Prozent)–
absolute Temperatur der Wärmezufuhrobere Prozesstemperatur in Kelvin (ϑ + 273,15), z. B. FrischdampfK
absolute Temperatur der Wärmeabgabeuntere Prozesstemperatur in Kelvin, z. B. Kondensator/KühlwasserK

Rechner

K
typisch: 400 … 1 500
K
typisch: 280 … 330

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikCarnot-Wirkungsgrad über der oberen Prozesstemperatur

Carnot-Wirkungsgrad über der oberen ProzesstemperaturArbeitspunkt bei T_w = 773,1 K und η_C = 0,6079.00,20,40,84006001 0001 2001 400Tw​ in KηC​0,6079773,1
Beispiel: ≈ 0,61 (61 %)

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine Dampfturbine erhält Frischdampf mit 500 °C; der Kondensator wird mit Kühlwasser auf 30 °C gehalten. Welchen Wirkungsgrad könnte der Prozess bestenfalls erreichen?

  1. Gegeben: T_w = 500 °C + 273,15 = 773,15 K; T_k = 30 °C + 273,15 = 303,15 K. Gesucht: η_C.
  2. Formel: η_C = 1 − T_k / T_w.
  3. Einsetzen: η_C = 1 − 303,15 K / 773,15 K = 1 − 0,392 ≈ 0,608, also rund 61 %.
  4. Praxis: Ein reales Dampfkraftwerk mit diesen Temperaturen erreicht etwa 40 … 45 %, weil Dampfprozess, Turbine, Generator und Eigenbedarf Verluste verursachen. Mindestens 39 % der Brennstoffwärme müssen selbst im Idealfall als Abwärme abgeführt werden.

Ergebnis: ≈ 0,61 (61 %)

Gültigkeit & Hinweise

  • Obergrenze für alle Wärmekraftmaschinen zwischen diesen Temperaturen; reale Wirkungsgrade liegen deutlich darunter.
  • Beide Temperaturen in Kelvin; T_w muss größer als T_k sein, sonst ist kein Prozess möglich (η ≤ 0).
  • Maßgebend sind die Temperaturen des Arbeitsmediums bei Wärmezu- und -abfuhr, nicht die Flammentemperatur oder die Außenlufttemperatur.
  • Der Kehrwert-Gedanke führt zur Wärmepumpe: Die Carnot-Leistungszahl ist ε_WP = 1/η_C.

Typische Fehler

  • °C statt K einsetzen – mit 500 und 30 ergäbe sich fälschlich η = 0,94.
  • Den Carnot-Wirkungsgrad als erreichbaren Wirkungsgrad einer realen Anlage verwenden.