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Strömungslehre & Hydraulik

Druck, Volumenstrom, Druckverlust, Pumpen

Die Strömungslehre beschreibt, wie sich Flüssigkeiten und Gase in Behältern, Rohren und Kanälen verhalten: welcher Druck in einer ruhenden Wassersäule herrscht, wie viel Wasser oder Luft pro Stunde durch eine Leitung fließt, wie viel Druck auf dem Weg durch Reibung verloren geht und welche Leistung eine Pumpe dafür aufbringen muss. In der Gebäude- und Anlagentechnik ist das tägliche Rechenpraxis – vom Vordruck des Ausdehnungsgefäßes über die Rohrdimensionierung bis zur Auswahl der Heizkreispumpe.

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Die Formeln dieses Bereichs bauen aufeinander auf. Aus Querschnitt und Geschwindigkeit folgt der Volumenstrom, aus Volumenstrom und Dichte der Massenstrom. Die Reynolds-Zahl entscheidet, ob eine Strömung laminar (geschichtet) oder turbulent (verwirbelt) verläuft, und bestimmt damit die Rohrreibungszahl. Mit ihr liefert die Gleichung von Darcy-Weisbach den Druckverlust gerader Rohre, Einzelwiderstände wie Bögen und Ventile kommen über die Widerstandszahl ζ hinzu. Aus Gesamtdruckverlust und Volumenstrom ergibt sich schließlich die hydraulische Leistung und damit die elektrische Antriebsleistung der Pumpe.

Alle Rechner arbeiten mit den in der Praxis üblichen Einheiten: Drücke in Pascal (1 bar = 100 000 Pa, 1 mbar = 100 Pa), Volumenströme je nach Formel in m³/s oder m³/h, Rohrdurchmesser in Millimetern. Die Umrechnungen stehen in jedem Beispiel ausgeschrieben. Richtwerttabellen für Viskositäten, Widerstandszahlen, Wasserdichte und empfohlene Strömungsgeschwindigkeiten ergänzen die Formeln.

Druck & Hydrostatik

3 Formeln

Hydrostatischer Druck

Welcher Druck entsteht durch das Gewicht einer ruhenden Flüssigkeitssäule der Höhe h?
Umstellen nach

Der hydrostatische Druck ist der Druck, den eine ruhende Flüssigkeit allein durch ihr Eigengewicht ausübt. Er hängt nur von der Dichte ρ der Flüssigkeit, der Fallbeschleunigung g und der Höhe h der Flüssigkeitssäule über dem betrachteten Punkt ab – nicht von der Form oder dem Volumen des Behälters (hydrostatisches Paradoxon). Zum berechneten Wert kommt der Druck an der Oberfläche hinzu, bei offenen Behältern also der Luftdruck; die Formel liefert den Überdruck gegenüber der Oberfläche.

In der Praxis bestimmt diese Formel den statischen Druck in Heizungsanlagen (Vordruck des Membran-Ausdehnungsgefäßes), den Ruhedruck in Trinkwasser-Steigleitungen, den Bodendruck in Tanks und Becken sowie die Belastung von Behälterwänden und Schwimmbadbecken.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
hydrostatischer DruckÜberdruck in der Tiefe h gegenüber der Flüssigkeitsoberfläche (1 bar = 100 000 Pa)Pa
Dichte der FlüssigkeitWasser ≈ 1000 kg/m³, Heizöl ≈ 840 kg/m³kg/m³
FallbeschleunigungErdbeschleunigung, gerundet 9,81 m/s²m/s²
Höhe der Flüssigkeitssäulesenkrechter Abstand vom betrachteten Punkt bis zur Flüssigkeitsoberflächem

Rechner

Pa
kg/m³
typisch: Wasser 1000 · Heizöl EL 840 · Glykol-Wasser 1040
m/s²
m
typisch: 0,5 … 50

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Hydrostatischer DruckBehälter mit Flüssigkeit und Druckverteilung mit h = 12 m, ρ = 1 000 kg/m³, p = 117 720 Pa, g = 9,81 m/s².h = 12 mp = 117 720 Paρ = 1 000 kg/m³g = 9,81 m/s²
Beispiel: 117 720 Pa ≈ 1,18 bar

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

In einem dreigeschossigen Wohnhaus liegt der höchste Heizkörper 12 m über dem Membran-Ausdehnungsgefäß im Keller. Welcher statische Druck lastet auf dem Gefäß, wenn die Anlage mit Wasser gefüllt ist?

  1. Gegeben: ρ = 1000 kg/m³ (Wasser), g = 9,81 m/s², h = 12 m. Gesucht: p.
  2. Formel: p = ρ · g · h.
  3. Einsetzen: p = 1000 kg/m³ · 9,81 m/s² · 12 m = 117 720 Pa.
  4. Umrechnen: 117 720 Pa ÷ 100 000 Pa/bar ≈ 1,18 bar.
  5. Praxis: Der Vordruck des Ausdehnungsgefäßes wird üblicherweise auf diesen statischen Druck plus etwa 0,2 bis 0,3 bar Zuschlag eingestellt, hier also rund 1,4 bar.

Ergebnis: 117 720 Pa ≈ 1,18 bar

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für ruhende, inkompressible Flüssigkeiten; bei Gasen ist die Dichte höhenabhängig (barometrische Höhenformel).
  • Die Formel liefert den Überdruck gegenüber der Oberfläche. Für den Absolutdruck den Oberflächendruck (offener Behälter: Luftdruck ≈ 1,013 bar) addieren.
  • Faustregel für Wasser: 10 m Wassersäule entsprechen etwa 1 bar (genau: 0,981 bar).

Typische Fehler

  • Höhe h bis zur Oberfläche messen, nicht bis zum Behälterboden – maßgebend ist die Säule über dem betrachteten Punkt.
  • Ergebnis in Pa: für bar durch 100 000 teilen, für mbar durch 100.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungslehre (z. B. Bohl/Elmendorf: Technische Strömungslehre; Tabellenbuch Metall)Eigene Seite

Dynamischer Druck (Staudruck)

Welcher Druck entspricht der Bewegungsenergie einer Strömung mit der Geschwindigkeit v?
Umstellen nach

Der dynamische Druck – auch Staudruck oder Geschwindigkeitsdruck – ist die auf das Volumen bezogene kinetische Energie eines strömenden Fluids. Er ist der Druck, der zusätzlich zum statischen Druck entsteht, wenn die Strömung an einem Hindernis vollständig abgebremst wird, etwa an der Spitze eines Staurohrs (Prandtl-Rohr). Mit ihm werden Strömungsgeschwindigkeiten gemessen und Druckverluste berechnet, denn sowohl die Rohrreibung als auch die Einzelwiderstände sind Vielfache des Staudrucks.

Typische Anwendungen sind die Geschwindigkeitsmessung in Lüftungskanälen mit dem Staurohr, die Windlast auf Bauteile und die Druckverlustrechnung in Rohrnetzen.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
dynamischer Druck (Staudruck)Druckanteil aus der Bewegungsenergie der StrömungPa
Dichte des FluidsLuft (20 °C) ≈ 1,2 kg/m³, Wasser ≈ 1000 kg/m³kg/m³
Strömungsgeschwindigkeitmittlere Geschwindigkeit des Fluidsm/s

Rechner

Pa
kg/m³
typisch: Luft 1,2 · Wasser 1000
m/s
typisch: Wasser 0,3 … 3 · Luft 2 … 10

Ergebnis

Rechenweg

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GrafikStaudruck über der Strömungsgeschwindigkeit

Staudruck über der StrömungsgeschwindigkeitArbeitspunkt bei v = 8 m/s und p_dyn = 38,4 Pa. Kurven für Luft (1,2 kg/m³), Wasser (1000 kg/m³).0100150051015v in m/spdyn​ in Pa38,48Luft (1,2 kg/m³)Wasser (1000 kg/m³)
Beispiel: 38,4 Pa ≈ 0,38 mbar

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

In einem Lüftungskanal strömt Luft mit 20 °C (ρ = 1,2 kg/m³) und 8 m/s. Welchen Staudruck zeigt ein Staurohr an?

  1. Gegeben: ρ = 1,2 kg/m³, v = 8 m/s. Gesucht: p_dyn.
  2. Formel: p_dyn = ρ / 2 · v².
  3. Einsetzen: p_dyn = 1,2 kg/m³ ÷ 2 · (8 m/s)² = 0,6 kg/m³ · 64 m²/s² = 38,4 Pa.
  4. Zum Vergleich: Wasser mit derselben Geschwindigkeit hätte einen Staudruck von 1000 ÷ 2 · 64 = 32 000 Pa = 0,32 bar – die Dichte macht den Unterschied.

Ergebnis: 38,4 Pa ≈ 0,38 mbar

Gültigkeit & Hinweise

  • Der Staudruck wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit: doppelte Geschwindigkeit bedeutet vierfachen Staudruck.
  • Gilt für inkompressible Strömung; bei Luft bis etwa 100 m/s (Mach 0,3) hinreichend genau.
  • Die Dichte der Luft hängt von Temperatur und Luftdruck ab: 1,2 kg/m³ gilt für 20 °C und 1013 mbar.

Typische Fehler

  • Geschwindigkeit in km/h statt m/s eingesetzt (1 m/s = 3,6 km/h).
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungslehre (z. B. Bohl/Elmendorf: Technische Strömungslehre)Eigene Seite

Bernoulli-Gleichung (horizontal, reibungsfrei)

Wie ändert sich der statische Druck, wenn sich die Strömungsgeschwindigkeit von v₁ auf v₂ ändert?
Umstellen nach

Die Bernoulli-Gleichung ist der Energieerhaltungssatz der Strömungslehre: Entlang einer Stromlinie bleibt die Summe aus statischem Druck, dynamischem Druck und Höhendruck konstant, solange keine Reibung wirkt. Für eine waagerechte Leitung entfällt der Höhenanteil, und die Gleichung sagt: Wo das Fluid schneller wird, sinkt der statische Druck – und zwar um die Differenz der Staudrücke.

Die hier verwendete Form berechnet die Druckdifferenz Δp = p₁ − p₂ zwischen Querschnitt 1 (vor der Änderung) und Querschnitt 2 (danach). Ein positives Δp bedeutet, dass der statische Druck von 1 nach 2 abnimmt, weil die Strömung schneller wird, zum Beispiel in einer Rohrverengung, einer Düse oder einem Venturi-Rohr. Die Geschwindigkeiten folgen aus der Kontinuitätsgleichung.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Druckdifferenz p₁ − p₂Abnahme des statischen Drucks von Querschnitt 1 nach Querschnitt 2 (positiv, wenn die Strömung schneller wird)Pa
Dichte des FluidsWasser ≈ 1000 kg/m³, Luft ≈ 1,2 kg/m³kg/m³
Geschwindigkeit im Querschnitt 1Geschwindigkeit vor der Querschnittsänderungm/s
Geschwindigkeit im Querschnitt 2Geschwindigkeit nach der Querschnittsänderungm/s

Rechner

Pa
kg/m³
typisch: Wasser 1000 · Luft 1,2
m/s
m/s

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikDruckabnahme über der Geschwindigkeit im Querschnitt 2

Druckabnahme über der Geschwindigkeit im Querschnitt 2Arbeitspunkt bei v₂ = 2,048 m/s und Δp = 1 777 Pa.04 0006 0008 0000134v₂ in m/sΔp in Pa1 7772,048
Beispiel: ≈ 1 777 Pa ≈ 17,8 mbar

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine waagerechte Wasserleitung verengt sich; die Geschwindigkeit steigt dabei von 0,8 m/s auf 2,048 m/s. Um wie viel sinkt der statische Druck in der Verengung (Reibung vernachlässigt)?

  1. Gegeben: ρ = 1000 kg/m³, v₁ = 0,8 m/s, v₂ = 2,048 m/s. Gesucht: Δp = p₁ − p₂.
  2. Formel: Δp = ρ / 2 · (v₂² − v₁²).
  3. Einsetzen: Δp = 1000 kg/m³ ÷ 2 · ((2,048 m/s)² − (0,8 m/s)²) = 500 kg/m³ · (4,194 − 0,64) m²/s² = 500 · 3,554 Pa ≈ 1 777 Pa.
  4. Umrechnen: 1 777 Pa ≈ 17,8 mbar. Der statische Druck in der Verengung liegt also rund 18 mbar unter dem Druck davor.

Ergebnis: ≈ 1 777 Pa ≈ 17,8 mbar

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für stationäre, reibungsfreie, inkompressible Strömung in waagerechter Leitung. Bei Höhenunterschied kommt auf der rechten Seite der Term ρ · g · (z₂ − z₁) hinzu (z = Höhe über Bezugsniveau), bei realen Rohren der Druckverlust durch Reibung.
  • Vorzeichenkonvention: Δp = p₁ − p₂. Wird die Strömung langsamer (v₂ < v₁), ist Δp negativ – der statische Druck steigt (Diffusor).
  • Bei der Umstellung nach v₁ muss v₂² ≥ 2 · Δp / ρ sein, sonst gibt es keine reelle Lösung.

Typische Fehler

  • Geschwindigkeiten vertauscht: v₁ ist die Geschwindigkeit vor, v₂ die nach der Querschnittsänderung.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungslehre (z. B. Bohl/Elmendorf: Technische Strömungslehre)Eigene Seite

Volumenstrom & Kontinuität

5 Formeln

Volumenstrom aus Querschnitt und Geschwindigkeit

Wie viel Volumen strömt pro Sekunde durch eine Fläche A mit der Geschwindigkeit v?
Umstellen nach

Der Volumenstrom V̇ (gesprochen „V Punkt“) ist das Fluidvolumen, das je Zeiteinheit durch einen Querschnitt fließt. Er ergibt sich aus der durchströmten Fläche A und der mittleren Strömungsgeschwindigkeit v. Die Formel ist die Grundgleichung jeder Durchfluss- und Lüftungsrechnung und gilt für jeden Querschnitt – Rohr, Rechteckkanal oder offenes Gerinne –, solange die Fläche senkrecht zur Strömungsrichtung gemessen wird.

Der Rechner arbeitet in SI-Einheiten (m², m/s, m³/s). In der Anlagentechnik werden Volumenströme meist in m³/h (Lüftung, Heizkreise) oder l/min (Sanitär, Hydraulik) angegeben; die Umrechnung zeigt das Beispiel. Für Rohre mit Kreisquerschnitt gibt es den eigenen Rechner „Volumenstrom im Rohr“, der direkt mit dem Innendurchmesser rechnet.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Volumenstromdurchströmtes Volumen je Sekunde (1 m³/s = 3 600 m³/h = 60 000 l/min)m³/s
durchströmte Querschnittsflächefreier Querschnitt senkrecht zur Strömungsrichtungm²
mittlere Strömungsgeschwindigkeitüber den Querschnitt gemittelte Geschwindigkeitm/s

Rechner

m³/s
m²
typisch: Rohr DN 50 ≈ 0,002 · Kanal 500 × 300 mm = 0,15
m/s
typisch: Wasser 0,3 … 3 · Luft 2 … 10

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Durch eine Kühlwasserleitung mit einem freien Querschnitt von 0,002 m² (entspricht etwa DN 50) strömt Wasser mit 1,5 m/s. Welcher Volumenstrom fließt – in m³/s, m³/h und l/min?

  1. Gegeben: A = 0,002 m², v = 1,5 m/s. Gesucht: V̇.
  2. Formel: V̇ = A · v.
  3. Einsetzen: V̇ = 0,002 m² · 1,5 m/s = 0,003 m³/s.
  4. Umrechnen in m³/h: 0,003 m³/s · 3 600 s/h = 10,8 m³/h.
  5. Umrechnen in l/min: 0,003 m³/s · 1 000 l/m³ · 60 s/min = 180 l/min.

Ergebnis: 0,003 m³/s = 10,8 m³/h = 180 l/min

Gültigkeit & Hinweise

  • v ist die mittlere Geschwindigkeit über den Querschnitt; die Geschwindigkeit in Rohrmitte ist höher als am Rand (laminar bis zum Doppelten).
  • Umrechnungen: 1 m³/s = 3 600 m³/h; 1 m³/h = 16,67 l/min; 1 l/s = 3,6 m³/h.
  • Gilt für inkompressible Fluide; bei Gasen unter Druck ändert sich der Volumenstrom mit dem Druck (Normvolumenstrom beachten).

Typische Fehler

  • Fläche in cm² oder mm² statt m² eingesetzt (1 m² = 10 000 cm² = 1 000 000 mm²).
  • Bei Rohren den Innendurchmesser, nicht den Außendurchmesser oder die Nennweite für die Fläche verwenden.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungslehre (z. B. Tabellenbuch Metall; Bohl/Elmendorf)Eigene Seite

Volumenstrom im Rohr (Kreisquerschnitt)

Welcher Volumenstrom in m³/h fließt bei Innendurchmesser d und Geschwindigkeit v durch ein Rohr?
Umstellen nach

Für Rohre mit Kreisquerschnitt lässt sich die Querschnittsfläche direkt aus dem Innendurchmesser berechnen: A = π · d² / 4. Zusammen mit der Strömungsgeschwindigkeit ergibt sich der Volumenstrom. Dieser Rechner verwendet die in der Heizungs- und Sanitärtechnik üblichen Einheiten – Durchmesser in Millimetern, Volumenstrom in m³/h – und erledigt die Umrechnungen (mm → m, s → h) intern.

Typische Aufgaben sind die Kontrolle, ob ein vorhandenes Rohr den geforderten Volumenstrom bei vertretbarer Geschwindigkeit führen kann, oder die Berechnung der tatsächlichen Geschwindigkeit in einer bestehenden Leitung als Grundlage für Reynolds-Zahl und Druckverlust.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
VolumenstromVolumenstrom in Kubikmetern je Stunde (1 m³/h = 1 000 l/h ≈ 16,7 l/min)m³/h
Innendurchmesserlichter Durchmesser des Rohrs (nicht Außendurchmesser, nicht Nennweite)mm
mittlere Strömungsgeschwindigkeitüber den Querschnitt gemittelte Geschwindigkeitm/s

Rechner

m³/h
typisch: Heizkreis 0,2 … 5 · Hausanschluss 1 … 3
mm
typisch: Kupfer 15×1: 13 · 22×1: 20 · 28×1,5: 25 · 35×1,5: 32
m/s
typisch: Heizung 0,3 … 1,0 · Trinkwasser ≤ 2

Ergebnis

Rechenweg

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Grafik

Volumenstrom im Rohr (Kreisquerschnitt)Rohrströmung im Längsschnitt mit d = 20 mm, v = 0,8 m/s, V̇ = 0,9048 m³/h.d = 20 mmv = 0,8 m/sV̇ = 0,9048 m³/h
Beispiel: ≈ 0,905 m³/h = 905 l/h

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Heizkreis ist in Kupferrohr 22 × 1 mm ausgeführt (Innendurchmesser 20 mm). Welcher Volumenstrom fließt bei einer Strömungsgeschwindigkeit von 0,8 m/s?

  1. Gegeben: d = 20 mm = 0,020 m, v = 0,8 m/s. Gesucht: V̇.
  2. Querschnitt: A = π · d² / 4 = π · (0,020 m)² / 4 = 3,142 · 10⁻⁴ m².
  3. Volumenstrom: V̇ = A · v = 3,142 · 10⁻⁴ m² · 0,8 m/s = 2,513 · 10⁻⁴ m³/s.
  4. Umrechnen in m³/h: 2,513 · 10⁻⁴ m³/s · 3 600 s/h ≈ 0,905 m³/h = 905 l/h.

Ergebnis: ≈ 0,905 m³/h = 905 l/h

Gültigkeit & Hinweise

  • d ist der Innendurchmesser. Bei Kupferrohr 22 × 1 mm beträgt er 20 mm, bei Stahlrohr DN 20 (3/4″) etwa 21,6 mm; bei Kunststoffrohren die Herstellerangabe verwenden.
  • Der Volumenstrom wächst mit dem Quadrat des Durchmessers: ein um 40 % größerer Durchmesser führt bei gleicher Geschwindigkeit fast den doppelten Volumenstrom.
  • Gilt für vollständig gefüllte Rohre; teilgefüllte Leitungen (Entwässerung) brauchen die tatsächlich benetzte Fläche.

Typische Fehler

  • Außendurchmesser oder Nennweite statt Innendurchmesser eingesetzt.
  • Ergebnis ist in m³/h; für l/min mit 16,67 multiplizieren, für l/s durch 3,6 teilen.

Rohrdurchmesser aus Volumenstrom und Zielgeschwindigkeit

Welchen Innendurchmesser braucht ein Rohr, damit der Volumenstrom V̇ mit der Geschwindigkeit v fließt?
Umstellen nach

Bei der Rohrdimensionierung ist der Volumenstrom aus der Wärme- oder Wasserbilanz bekannt, und gesucht ist der Durchmesser, bei dem sich eine sinnvolle Strömungsgeschwindigkeit einstellt. Die Zielgeschwindigkeit ist ein Erfahrungswert: zu niedrig bedeutet unnötig große und teure Rohre, zu hoch bedeutet hohen Druckverlust, Geräusche und Verschleiß. Die Formel folgt direkt aus V̇ = π · d² / 4 · v, aufgelöst nach d.

Der so berechnete Durchmesser ist ein rechnerischer Mindestwert. In der Praxis wird die nächstgrößere handelsübliche Rohrdimension gewählt und anschließend die tatsächliche Geschwindigkeit nachgerechnet. Die Tabelle „Empfohlene Strömungsgeschwindigkeiten“ gibt Richtwerte für Heizung, Trinkwasser, Lüftung und Druckluft.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
erforderlicher Innendurchmesserrechnerischer Innendurchmesser; nächstgrößere Handelsgröße wählenmm
Volumenstromgeforderter Volumenstrom in Kubikmetern je Stundem³/h
Zielgeschwindigkeitangestrebte mittlere Strömungsgeschwindigkeit (siehe Tabelle)m/s

Rechner

mm
m³/h
typisch: Heizkreis 0,2 … 5 · Lüftung 100 … 10 000
m/s
typisch: Heizung 0,3 … 1,0 · Trinkwasser ≤ 2 · Lüftung 3 … 6

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Rohrdurchmesser aus Volumenstrom und ZielgeschwindigkeitRohrströmung im Längsschnitt mit d = 33,25 mm, v = 0,8 m/s, V̇ = 2,5 m³/h.d = 33,25 mmv = 0,8 m/sV̇ = 2,5 m³/h
Beispiel: ≈ 33,2 mm → Kupferrohr 35 × 1,5 (d_i = 32 mm)

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Heizkreis soll 2,5 m³/h Wasser führen. Welcher Innendurchmesser ist für eine Zielgeschwindigkeit von 0,8 m/s erforderlich, und welches Kupferrohr wird gewählt?

  1. Gegeben: V̇ = 2,5 m³/h = 2,5 ÷ 3 600 m³/s = 6,944 · 10⁻⁴ m³/s, v = 0,8 m/s. Gesucht: d.
  2. Formel: d = √(4 · V̇ / (π · v)).
  3. Einsetzen: d = √(4 · 6,944 · 10⁻⁴ m³/s ÷ (π · 0,8 m/s)) = √(1,105 · 10⁻³ m²) = 0,03325 m ≈ 33,2 mm.
  4. Rohrwahl: Kupferrohr 35 × 1,5 mm hat 32 mm Innendurchmesser. Nachrechnung: v = 4 · 6,944 · 10⁻⁴ ÷ (π · 0,032²) ≈ 0,86 m/s – im Richtwertbereich für Heizungsrohre.

Ergebnis: ≈ 33,2 mm → Kupferrohr 35 × 1,5 (d_i = 32 mm)

Gültigkeit & Hinweise

  • Das Ergebnis ist ein Mindest-Innendurchmesser; immer auf die nächstgrößere Handelsgröße aufrunden und die Geschwindigkeit nachrechnen.
  • Die Zielgeschwindigkeit ist ein Erfahrungswert, keine Normvorgabe. Für Heizungsrohre sind 0,3 bis 1,0 m/s üblich, für Trinkwasser-Verbrauchsleitungen höchstens 2 m/s.
  • Eine Dimensionierung nach Druckverlust (z. B. Rohrreibungsgefälle 50 bis 150 Pa/m im Heizkreis) kann zu anderen Durchmessern führen als die Geschwindigkeitsregel; beides prüfen.

Typische Fehler

  • Volumenstrom in l/h statt m³/h eingegeben (1 000 l/h = 1 m³/h).
Verwandte Formeln:Quelle: Recknagel/Sprenger: Taschenbuch für Heizung + Klimatechnik; Grundlagen StrömungslehreEigene Seite

Massenstrom aus Volumenstrom

Wie viel Masse strömt pro Stunde, wenn Volumenstrom und Dichte bekannt sind?
Umstellen nach

Der Massenstrom ṁ (gesprochen „m Punkt“) ist die je Zeiteinheit durch einen Querschnitt fließende Masse. Er ergibt sich aus dem Volumenstrom und der Dichte des Fluids. Während der Volumenstrom von Temperatur und Druck abhängt, bleibt der Massenstrom in einer geschlossenen Leitung konstant – deshalb rechnen Energiebilanzen mit Massenströmen: Q̇ = ṁ · c · ΔT.

Der Rechner verwendet die anlagentechnischen Einheiten m³/h und kg/h. Für Wasser bei Raumtemperatur ist der Massenstrom in kg/h zahlenmäßig fast gleich dem Volumenstrom in l/h; bei Heizwasser über 60 °C, bei Glykolgemischen, Ölen oder Luft muss die tatsächliche Dichte eingesetzt werden (siehe Tabelle „Dichte von Wasser“).

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Massenstromdurchströmende Masse je Stunde (kg/h ÷ 3 600 = kg/s)kg/h
Dichte des Fluidsbei Betriebstemperatur; Wasser 20 °C ≈ 998, 60 °C ≈ 983kg/m³
VolumenstromVolumenstrom bei Betriebstemperaturm³/h

Rechner

kg/h
kg/m³
typisch: Wasser 983 … 1000 · Luft 1,2 · Heizöl 840
m³/h
typisch: Heizkreis 0,2 … 5

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Heizkreis mit Vorlauf 70 °C und Rücklauf 50 °C führt 2,5 m³/h. Welcher Massenstrom fließt, wenn mit der Dichte bei der mittleren Temperatur 60 °C (ρ ≈ 983 kg/m³) gerechnet wird?

  1. Gegeben: ρ = 983 kg/m³ (Wasser, 60 °C), V̇ = 2,5 m³/h. Gesucht: ṁ.
  2. Formel: ṁ = ρ · V̇.
  3. Einsetzen: ṁ = 983 kg/m³ · 2,5 m³/h = 2 457,5 kg/h.
  4. Umrechnen: 2 457,5 kg/h ÷ 3 600 s/h ≈ 0,683 kg/s. Mit c = 4,19 kJ/(kg·K) und ΔT = 20 K überträgt dieser Kreis Q̇ = 0,683 · 4,19 · 20 ≈ 57 kW.

Ergebnis: 2 457,5 kg/h ≈ 0,683 kg/s

Gültigkeit & Hinweise

  • Die Dichte bei Betriebstemperatur einsetzen: Wasser hat bei 60 °C rund 2 % weniger Dichte als bei 4 °C.
  • Bei Gasen hängt die Dichte stark von Druck und Temperatur ab; Volumenstrom und Dichte müssen sich auf denselben Zustand beziehen (Betriebs- oder Normzustand).
  • Umrechnung: 1 kg/s = 3 600 kg/h; 1 m³/h Wasser ≈ 1 000 kg/h.

Typische Fehler

  • Volumenstrom in l/h mit Dichte in kg/m³ multipliziert – das Ergebnis wäre 1 000-fach zu groß.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungslehre und Thermodynamik (z. B. Cerbe/Wilhelms; Recknagel/Sprenger)Eigene Seite

Kontinuitätsgleichung mit Durchmessern

Wie schnell strömt das Fluid nach einer Querschnittsänderung von d₁ auf d₂?
Umstellen nach

Die Kontinuitätsgleichung drückt die Massenerhaltung aus: In einer geschlossenen Leitung ist der Volumenstrom eines inkompressiblen Fluids an jeder Stelle gleich, also A₁ · v₁ = A₂ · v₂. Bei Kreisquerschnitten gehen die Flächen mit dem Quadrat des Durchmessers ein, sodass sich die Geschwindigkeit mit dem Quadrat des Durchmesserverhältnisses ändert: Halbiert sich der Durchmesser, vervierfacht sich die Geschwindigkeit.

Die Formel wird bei Reduzierungen und Erweiterungen in Rohrnetzen gebraucht, bei Düsen und Diffusoren und als Zubringer für die Bernoulli-Gleichung. Da die Durchmesser nur als Verhältnis eingehen, dürfen sie in jeder beliebigen, aber gleichen Einheit stehen.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Geschwindigkeit im Querschnitt 2Geschwindigkeit nach der Querschnittsänderungm/s
Geschwindigkeit im Querschnitt 1Geschwindigkeit vor der Querschnittsänderungm/s
Innendurchmesser 1Innendurchmesser vor der Änderungmm
Innendurchmesser 2Innendurchmesser nach der Änderungmm

Rechner

m/s
m/s
typisch: 0,3 … 3
mm
typisch: 13 … 100
mm
typisch: 13 … 100

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Kontinuitätsgleichung mit DurchmessernRohr mit Querschnittsverengung mit v₁ = 0,8 m/s, v₂ = 2,048 m/s, d₁ = 32 mm, d₂ = 20 mm.v₁ = 0,8 m/sv₂ = 2,048 m/sd₁ = 32 mmd₂ = 20 mm
Beispiel: ≈ 2,05 m/s

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine Trinkwasserleitung wird von 32 mm auf 20 mm Innendurchmesser reduziert. Vor der Reduzierung fließt das Wasser mit 0,8 m/s. Wie schnell strömt es im kleineren Rohr?

  1. Gegeben: v₁ = 0,8 m/s, d₁ = 32 mm, d₂ = 20 mm. Gesucht: v₂.
  2. Formel: v₂ = v₁ · (d₁ / d₂)².
  3. Einsetzen: v₂ = 0,8 m/s · (32 mm ÷ 20 mm)² = 0,8 m/s · 1,6² = 0,8 m/s · 2,56 ≈ 2,05 m/s.
  4. Bewertung: Die Geschwindigkeit liegt knapp über dem Richtwert von 2 m/s für Trinkwasser-Verbrauchsleitungen – mit Fließgeräuschen ist zu rechnen.

Ergebnis: ≈ 2,05 m/s

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für inkompressible Fluide (Flüssigkeiten, Luft bei kleinen Druckunterschieden) in vollständig gefüllten Leitungen.
  • Beide Durchmesser in derselben Einheit eingeben – sie gehen nur als Verhältnis ein.
  • Die Geschwindigkeit ändert sich mit dem Quadrat des Durchmesserverhältnisses: halber Durchmesser bedeutet vierfache Geschwindigkeit.

Typische Fehler

  • Außendurchmesser statt Innendurchmesser eingesetzt – bei dickwandigen Rohren ein deutlicher Fehler.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungslehre (z. B. Bohl/Elmendorf: Technische Strömungslehre; Tabellenbuch Metall)Eigene Seite

Reibung & Druckverlust

6 Formeln

Reynolds-Zahl

Strömt das Fluid laminar oder turbulent? Die Reynolds-Zahl entscheidet.
Umstellen nach

Die Reynolds-Zahl Re ist eine dimensionslose Kennzahl, die das Verhältnis von Trägheitskräften zu Zähigkeitskräften in einer Strömung beschreibt. Sie wird aus der Strömungsgeschwindigkeit v, dem Rohrinnendurchmesser d und der kinematischen Viskosität ν (gesprochen „nü“) des Fluids gebildet. Die kinematische Viskosität ist ein Maß für die Zähflüssigkeit; sie ist für Wasser bei 20 °C etwa 1,0 · 10⁻⁶ m²/s und sinkt mit steigender Temperatur.

In Rohrströmungen gilt: Unterhalb von Re ≈ 2 300 bleibt die Strömung laminar – die Fluidschichten gleiten geordnet aneinander vorbei. Oberhalb von etwa 4 000 ist sie turbulent, also von Querbewegungen und Wirbeln durchsetzt; dazwischen liegt ein Übergangsbereich. Die Reynolds-Zahl ist der erste Schritt jeder Druckverlustrechnung, weil die Rohrreibungszahl λ davon abhängt, in welchem Bereich die Strömung liegt. In der Haustechnik sind Wasserströmungen fast immer turbulent, Heizöl in dünnen Saugleitungen dagegen oft laminar.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Reynolds-Zahldimensionslos; < 2 300 laminar, > ≈ 4 000 turbulent–
Strömungsgeschwindigkeitmittlere Geschwindigkeit im Rohrm/s
Innendurchmesserlichter Rohrdurchmesser (bei nicht kreisförmigen Querschnitten: hydraulischer Durchmesser)mm
kinematische ViskositätZähigkeit des Fluids bei Betriebstemperatur, als Dezimalzahl eingeben (z. B. 0,000001)m²/s

Rechner

m/s
typisch: 0,3 … 3
mm
typisch: 13 … 100
m²/s
typisch: Wasser 20 °C 0,000001 · 60 °C 0,00000047 · Luft 0,000015

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikReynolds-Zahl über der Strömungsgeschwindigkeit

Reynolds-Zahl über der StrömungsgeschwindigkeitArbeitspunkt bei v = 0,8 m/s und Re = 34 043.020 00040 00060 00000,511,5v in m/sRe34 0430,8
Beispiel: ≈ 34 000 (turbulent)

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

In einem Heizungsrohr mit 20 mm Innendurchmesser strömt Wasser von 60 °C (ν = 0,47 · 10⁻⁶ m²/s) mit 0,8 m/s. Ist die Strömung laminar oder turbulent?

  1. Gegeben: v = 0,8 m/s, d = 20 mm = 0,020 m, ν = 0,47 · 10⁻⁶ m²/s. Gesucht: Re.
  2. Formel: Re = v · d / ν.
  3. Einsetzen: Re = 0,8 m/s · 0,020 m ÷ 0,47 · 10⁻⁶ m²/s = 0,016 ÷ 0,00000047 ≈ 34 000.
  4. Bewertung: Re ≈ 34 000 liegt weit über 4 000 – die Strömung ist turbulent. Die Rohrreibungszahl wird daher nicht mit λ = 64/Re, sondern z. B. mit der Blasius-Formel bestimmt.

Ergebnis: ≈ 34 000 (turbulent)

Gültigkeit & Hinweise

  • Laminar: Re < 2 300. Turbulent: Re > ≈ 4 000. Dazwischen liegt der Übergangsbereich, in dem die Strömung je nach Störungen umschlagen kann; für Auslegungen dort vorsichtshalber turbulent rechnen.
  • Die Viskosität ist stark temperaturabhängig: Wasser hat bei 60 °C weniger als die Hälfte der Viskosität von 20 °C. Werte siehe Tabelle „Kinematische Viskosität“.
  • Für nicht kreisförmige Querschnitte (Rechteckkanäle) wird statt d der hydraulische Durchmesser d_h = 4 · A / U eingesetzt (U = benetzter Umfang).

Typische Fehler

  • Dynamische Viskosität η (in Pa·s) mit der kinematischen ν (in m²/s) verwechselt: ν = η / ρ.
  • Viskosität in mm²/s (cSt) statt m²/s eingegeben – 1 mm²/s = 10⁻⁶ m²/s.

Rohrreibungszahl bei laminarer Strömung

Wie groß ist die Rohrreibungszahl λ, wenn die Strömung laminar ist (Re < 2 300)?
Umstellen nach

Die Rohrreibungszahl λ (Lambda) ist der dimensionslose Beiwert in der Darcy-Weisbach-Gleichung, der die Reibung zwischen strömendem Fluid und Rohrwand beschreibt. Bei laminarer Strömung lässt sie sich exakt aus dem Gesetz von Hagen-Poiseuille herleiten: λ = 64 / Re. Sie hängt dann nur von der Reynolds-Zahl ab, nicht von der Rauheit der Rohrwand – eine Besonderheit, die laminare Strömungen von turbulenten unterscheidet.

In der Praxis trifft man laminare Strömung bei zähen Fluiden (Heizöl, Hydrauliköl, Glykolgemische bei tiefen Temperaturen), bei sehr kleinen Durchmessern (Kapillarrohre, Fußbodenheizungsrohre bei geringem Durchfluss) oder sehr niedrigen Geschwindigkeiten an. Der Druckverlust steigt dann nur linear mit der Geschwindigkeit, nicht quadratisch wie bei Turbulenz.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Rohrreibungszahldimensionsloser Reibungsbeiwert für die Darcy-Weisbach-Gleichung–
Reynolds-Zahldimensionslos, hier nur im laminaren Bereich bis 2 300–

Rechner

typisch: 100 … 2 300

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikRohrreibungszahl im laminaren Bereich

Rohrreibungszahl im laminaren BereichArbeitspunkt bei Re = 500 und λ = 0,128.00,20,40,61 0001 5002 000Reλ0,128500
Beispiel: λ = 0,128

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

In der Saugleitung einer Ölheizung (Innendurchmesser 10 mm) strömt Heizöl EL mit 0,3 m/s; die Reynolds-Zahl beträgt Re = 500 (ν ≈ 6 · 10⁻⁶ m²/s). Wie groß ist die Rohrreibungszahl?

  1. Gegeben: Re = 500 (aus v = 0,3 m/s, d = 0,010 m, ν = 6 · 10⁻⁶ m²/s: Re = 0,3 · 0,010 ÷ 0,000006 = 500). Gesucht: λ.
  2. Prüfung: Re = 500 < 2 300 – die Strömung ist laminar, die Formel darf verwendet werden.
  3. Formel: λ = 64 / Re.
  4. Einsetzen: λ = 64 ÷ 500 = 0,128. Zum Vergleich: turbulente Wasserströmungen in Heizungsrohren haben λ ≈ 0,02 bis 0,04 – laminare Ölströmungen haben deutlich höhere Reibungszahlen, aber wegen der geringen Geschwindigkeit trotzdem kleine Druckverluste.

Ergebnis: λ = 0,128

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt nur für laminare Strömung, also Re < 2 300. Für turbulente Strömung die Blasius-Formel (glatte Rohre) oder das Moody-Diagramm bzw. die Colebrook-Gleichung (raue Rohre) verwenden.
  • Im laminaren Bereich spielt die Rauheit der Rohrwand keine Rolle.
  • Exakte Lösung (Hagen-Poiseuille), keine Näherung – innerhalb des Gültigkeitsbereichs.

Typische Fehler

  • Formel bei turbulenter Strömung angewendet – λ wird dann viel zu klein geschätzt (bei Re = 30 000 liefert 64/Re nur 0,002 statt rund 0,024).
Verwandte Formeln:Quelle: Hagen-Poiseuille-Gesetz; Grundlagen Strömungslehre (z. B. Bohl/Elmendorf)Eigene Seite

Rohrreibungszahl bei turbulenter Strömung (Blasius)

Wie groß ist λ im turbulenten Bereich bei hydraulisch glatten Rohren?
Umstellen nach

Für turbulente Strömung in hydraulisch glatten Rohren liefert die Blasius-Formel eine einfache, geschlossene Näherung für die Rohrreibungszahl: λ = 0,3164 / Re^0,25. Sie gilt im Bereich 2 300 < Re < 100 000 und ist für Kupfer-, Edelstahl- und Kunststoffrohre in der Heizungs-, Sanitär- und Kältetechnik ausreichend genau. „Hydraulisch glatt“ bedeutet, dass die Wandrauheit kleiner ist als die laminare Unterschicht der Strömung und daher keinen Einfluss auf die Reibung hat.

Für raue Rohre (verzinkter Stahl, Guss, alte Leitungen) liegt λ höher; dann sind die Colebrook-Gleichung oder das Moody-Diagramm zuständig, die sich nicht geschlossen auflösen lassen. Die Blasius-Formel ist in diesen Fällen eine untere Abschätzung.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Rohrreibungszahldimensionsloser Reibungsbeiwert für hydraulisch glatte Rohre–
Reynolds-Zahldimensionslos, turbulenter Bereich 2 300 bis 100 000–

Rechner

typisch: 4 000 … 100 000

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikRohrreibungszahl nach Blasius (glatte Rohre)

Rohrreibungszahl nach Blasius (glatte Rohre)Arbeitspunkt bei Re = 34 000 und λ = 0,0233.00,010,030,040,0520 00060 00080 000100 000Reλ0,023334 000
Beispiel: λ ≈ 0,0233

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Im Heizungsrohr aus dem Reynolds-Beispiel (Kupfer, 20 mm Innendurchmesser, Wasser 60 °C, 0,8 m/s) beträgt Re ≈ 34 000. Wie groß ist die Rohrreibungszahl nach Blasius?

  1. Gegeben: Re = 34 000 (turbulent, Kupferrohr → hydraulisch glatt). Gesucht: λ.
  2. Prüfung: 2 300 < 34 000 < 100 000 – die Blasius-Formel ist anwendbar.
  3. Formel: λ = 0,3164 / Re^0,25.
  4. Einsetzen: Re^0,25 = ⁴√34 000 ≈ 13,58; λ = 0,3164 ÷ 13,58 ≈ 0,0233.

Ergebnis: λ ≈ 0,0233

Gültigkeit & Hinweise

  • Näherungsformel, gültig für hydraulisch glatte Rohre im Bereich 2 300 < Re < 100 000. Darüber und für raue Rohre sind Colebrook-Gleichung oder Moody-Diagramm nötig.
  • Für Rohre aus Kupfer, Edelstahl und Kunststoff in der Haustechnik ist die Formel ausreichend genau; für verzinkte Stahl- oder Gussrohre liefert sie zu kleine Werte (Rauheit k ≈ 0,1 bis 1 mm).
  • Im Übergangsbereich 2 300 bis 4 000 ist die Strömungsform unsicher; dort liefert Blasius eine Abschätzung auf der sicheren Seite gegenüber der laminaren Formel.

Typische Fehler

  • Formel außerhalb des Gültigkeitsbereichs verwendet; bei Re < 2 300 gilt λ = 64 / Re.
Verwandte Formeln:Quelle: Blasius-Gleichung; Grundlagen Strömungslehre (z. B. Bohl/Elmendorf: Technische Strömungslehre; Recknagel/Sprenger)Eigene Seite

Druckverlust im geraden Rohr (Darcy-Weisbach)

Wie viel Druck geht durch Reibung auf einer geraden Rohrstrecke der Länge l verloren?
Umstellen nach

Die Gleichung von Darcy-Weisbach ist die Grundformel für den Reibungsdruckverlust in Rohrleitungen. Der Druckverlust ist proportional zur Rohrreibungszahl λ, zum Verhältnis von Rohrlänge zu Innendurchmesser und zum Staudruck ρ/2 · v². Die Rohrreibungszahl hängt von der Reynolds-Zahl und bei turbulenter Strömung zusätzlich von der Wandrauheit ab; für laminare Strömung gilt λ = 64 / Re, für turbulente Strömung in glatten Rohren die Blasius-Formel.

Mit dieser Formel wird das Rohrreibungsgefälle R = Δp / l in Pa/m berechnet, das in der Heizungs- und Sanitärplanung als Auslegungskriterium dient (üblich sind 50 bis 150 Pa/m in Heizkreisen). Zusammen mit den Einzelwiderständen ergibt sich der Gesamtdruckverlust eines Rohrnetzes und damit die erforderliche Förderhöhe der Pumpe. Der Rechner erwartet den Durchmesser in Millimetern und rechnet intern in Meter um.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
DruckverlustReibungsdruckverlust der geraden Rohrstrecke (100 Pa = 1 mbar)Pa
Rohrreibungszahldimensionslos, aus Reynolds-Zahl und Rauheit–
RohrlängeLänge der geraden Rohrstrecke (bei Heizkreisen Vor- und Rücklauf zusammen)m
Innendurchmesserlichter Rohrdurchmessermm
Dichte des Fluidsbei Betriebstemperaturkg/m³
Strömungsgeschwindigkeitmittlere Geschwindigkeit im Rohrm/s

Rechner

Pa
typisch: turbulent glatt 0,02 … 0,04 · laminar 64/Re
m
typisch: 1 … 200
mm
typisch: 13 … 100
kg/m³
typisch: Wasser 983 … 1000 · Luft 1,2
m/s
typisch: 0,3 … 3

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikDruckverlust über der Strömungsgeschwindigkeit

Druckverlust über der StrömungsgeschwindigkeitArbeitspunkt bei v = 0,8 m/s und Δp = 9 044 Pa.020 00030 00000,511,5v in m/sΔp in Pa9 0440,8
Beispiel: ≈ 9 044 Pa ≈ 90 mbar

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Heizkreis aus Kupferrohr 22 × 1 mm (Innendurchmesser 20 mm) hat eine gestreckte Länge von 25 m (Vor- und Rücklauf). Wasser von 60 °C (ρ = 983 kg/m³) strömt mit 0,8 m/s; die Rohrreibungszahl beträgt λ = 0,023 (Blasius, Re ≈ 34 000). Wie groß ist der Druckverlust der geraden Rohrstrecke?

  1. Gegeben: λ = 0,023, l = 25 m, d = 20 mm = 0,020 m, ρ = 983 kg/m³, v = 0,8 m/s. Gesucht: Δp.
  2. Formel: Δp = λ · (l / d) · (ρ / 2) · v².
  3. Einsetzen: Δp = 0,023 · (25 m ÷ 0,020 m) · (983 kg/m³ ÷ 2) · (0,8 m/s)² = 0,023 · 1 250 · 491,5 kg/m³ · 0,64 m²/s² ≈ 9 044 Pa.
  4. Umrechnen: 9 044 Pa ≈ 90 mbar ≈ 0,09 bar. Rohrreibungsgefälle: R = 9 044 Pa ÷ 25 m ≈ 362 Pa/m – für einen Heizkreis eher hoch (Richtwert 50 bis 150 Pa/m); eine Nummer größeres Rohr würde den Druckverlust etwa auf ein Drittel senken.

Ergebnis: ≈ 9 044 Pa ≈ 90 mbar

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für vollständig gefüllte, gerade Rohre mit konstantem Querschnitt und ausgebildeter Strömung. Bögen, Armaturen und Querschnittsänderungen werden getrennt als Einzelwiderstände erfasst.
  • λ muss zur Strömungsform passen: laminar λ = 64 / Re, turbulent glatt nach Blasius, turbulent rau nach Colebrook/Moody. Bei turbulenter Strömung steigt der Druckverlust etwa mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, bei laminarer nur linear (weil λ dort selbst mit 1/v fällt).
  • Für die Pumpenauslegung den Druckverlust des ungünstigsten (längsten) Strangs inklusive aller Einzelwiderstände und Wärmeerzeuger-/Verbraucherwiderstände ansetzen.

Typische Fehler

  • Durchmesser in Meter statt Millimeter eingegeben – der Rechner erwartet mm und rechnet selbst um.
  • Bei Heizkreisen nur den Vorlauf gezählt – die Rohrlänge umfasst Vor- und Rücklauf.
  • Rohrreibungszahl aus der laminaren Formel bei turbulenter Strömung – Druckverlust wird um ein Vielfaches unterschätzt.

Druckverlust durch Einzelwiderstände

Wie viel Druck kosten Bögen, T-Stücke und Armaturen in einer Leitung?
Umstellen nach

Jedes Einbauteil, das die Strömung umlenkt, aufteilt oder einschnürt – Bogen, T-Stück, Ventil, Querschnittssprung, Ein- oder Auslauf – erzeugt einen zusätzlichen Druckverlust. Er wird als Vielfaches des Staudrucks ausgedrückt; der Faktor ist die dimensionslose Widerstandszahl ζ (Zeta). Mehrere Einzelwiderstände in einer Leitung werden einfach addiert: Σζ, solange sie weit genug auseinanderliegen, um sich nicht gegenseitig zu beeinflussen.

Die ζ-Werte stammen aus Versuchen und Herstellerangaben; die Tabelle „Widerstandszahlen ζ“ nennt grobe Richtwerte für die gängigsten Bauteile. In kurzen, verwinkelten Leitungen überwiegen die Einzelwiderstände oft den Reibungsverlust der geraden Rohre. Armaturen werden in der Haustechnik häufig über den Kv-Wert statt über ζ beschrieben.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
DruckverlustDruckverlust des Einzelwiderstands bzw. der Summe aller Einzelwiderstände (100 Pa = 1 mbar)Pa
Widerstandszahldimensionslos; bei mehreren Bauteilen die Summe Σζ–
Dichte des Fluidsbei Betriebstemperaturkg/m³
Strömungsgeschwindigkeitmittlere Geschwindigkeit im Rohr, auf das sich ζ beziehtm/s

Rechner

Pa
typisch: Bogen 0,2 … 0,5 · T-Stück Abzweig 1,3 · Ventil 2 … 5
kg/m³
typisch: Wasser 983 … 1000 · Luft 1,2
m/s
typisch: 0,3 … 3

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikDruckverlust der Einzelwiderstände über der Geschwindigkeit

Druckverlust der Einzelwiderstände über der GeschwindigkeitArbeitspunkt bei v = 0,8 m/s und Δp = 2 296 Pa.04 0006 0008 00010 00000,511,5v in m/sΔp in Pa2 2960,8
Beispiel: ≈ 2 296 Pa ≈ 23 mbar

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

In dem Heizkreis aus dem Darcy-Weisbach-Beispiel (Wasser 60 °C, ρ = 983 kg/m³, v = 0,8 m/s) sind sechs 90°-Bögen (ζ ≈ 0,5), ein Durchgangsventil (ζ ≈ 3) und ein T-Stück im Abzweig (ζ ≈ 1,3) eingebaut. Welcher Druckverlust entsteht durch die Einzelwiderstände?

  1. Summe der Widerstandszahlen: Σζ = 6 · 0,5 + 3 + 1,3 = 7,3.
  2. Gegeben: ζ = 7,3, ρ = 983 kg/m³, v = 0,8 m/s. Gesucht: Δp.
  3. Formel: Δp = ζ · (ρ / 2) · v².
  4. Einsetzen: Δp = 7,3 · (983 kg/m³ ÷ 2) · (0,8 m/s)² = 7,3 · 491,5 kg/m³ · 0,64 m²/s² ≈ 2 296 Pa ≈ 23 mbar.
  5. Gesamt: Zusammen mit dem Reibungsverlust der geraden Rohre (≈ 9 044 Pa) ergibt sich ein Rohrnetz-Druckverlust von rund 11 300 Pa ≈ 113 mbar.

Ergebnis: ≈ 2 296 Pa ≈ 23 mbar

Gültigkeit & Hinweise

  • ζ-Werte sind grobe Richtwerte und bezogen auf die Geschwindigkeit im Anschlussrohr des Bauteils; bei Querschnittssprüngen ist angegeben, auf welchen Querschnitt sich ζ bezieht (meist der kleinere).
  • Die Addition Σζ setzt voraus, dass die Bauteile nicht unmittelbar hintereinander liegen; dicht aufeinanderfolgende Bögen können sich gegenseitig beeinflussen.
  • Für Armaturen mit Kv-Wert den Rechner „Kv-Wert“ verwenden; der Hersteller-Kv ist genauer als ein pauschales ζ.

Typische Fehler

  • ζ-Werte verschiedener Rohrdurchmesser addiert, obwohl die Geschwindigkeit in den Abschnitten unterschiedlich ist – je Durchmesserabschnitt getrennt rechnen.
Verwandte Formeln:Quelle: Recknagel/Sprenger: Taschenbuch für Heizung + Klimatechnik; Bohl/Elmendorf: Technische StrömungslehreEigene Seite

Kv-Wert einer Armatur

Welcher Druckverlust entsteht an einem Ventil mit bekanntem Kv-Wert – oder welcher Volumenstrom fließt?
Umstellen nach

Der Kv-Wert ist der Durchflusskennwert einer Armatur: der Volumenstrom in m³/h Wasser (bei 5 bis 30 °C, Dichte 1000 kg/m³), der bei einem Druckverlust von genau 1 bar durch das Ventil fließt. Hersteller geben ihn für jede Ventilstellung an; der Wert bei voller Öffnung heißt Kvs. Da der Druckverlust quadratisch mit dem Volumenstrom wächst, lassen sich mit dem Kv-Wert Druckverlust und Durchfluss bei beliebigen Betriebspunkten umrechnen. Für andere Flüssigkeiten geht die Dichte über das Verhältnis ρ / 1000 kg/m³ ein.

Der Kv-Wert ist das zentrale Werkzeug beim hydraulischen Abgleich von Heizungsanlagen (Voreinstellung von Thermostat- und Strangregulierventilen) und bei der Auswahl von Regel- und Mischventilen. Abweichend von den übrigen Rechnern dieses Bereichs wird der Druckverlust hier in bar eingegeben, weil der Kv-Wert auf 1 bar bezogen definiert ist (1 bar = 1 000 mbar = 100 000 Pa).

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Kv-WertDurchflusskennwert der Armatur bei 1 bar Druckverlust (Herstellerangabe)m³/h
Volumenstromtatsächlicher Volumenstrom durch die Armaturm³/h
Dichte des Fluidsbei Betriebstemperatur; Bezugswert des Kv ist 1000 kg/m³kg/m³
Druckverlust der ArmaturDruckdifferenz über der Armatur in bar (1 bar = 1 000 mbar = 100 000 Pa)bar

Rechner

m³/h
typisch: Thermostatventil 0,1 … 1,0 · Strangventil 1 … 20
m³/h
typisch: Heizkörper 0,05 … 0,3
kg/m³
typisch: Wasser 983 … 1000
bar
typisch: 0,02 … 0,3

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikDruckverlust der Armatur über dem Volumenstrom

Druckverlust der Armatur über dem VolumenstromArbeitspunkt bei V̇ = 0,1 m³/h und Δp = 0,02327 bar.00,040,060,080,100,050,150,2V̇ in m³/hΔp in bar0,023270,1
Beispiel: ≈ 0,0233 bar = 23,3 mbar ≈ 2 330 Pa

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein Heizkörper-Thermostatventil ist auf einen Kv-Wert von 0,65 m³/h voreingestellt. Durch den Heizkörper sollen 100 l/h Heizwasser (60 °C, ρ = 983 kg/m³) fließen. Welcher Druckverlust entsteht am Ventil?

  1. Gegeben: Kv = 0,65 m³/h, V̇ = 100 l/h = 0,1 m³/h, ρ = 983 kg/m³. Gesucht: Δp.
  2. Umstellen: Δp = (V̇ / Kv)² · ρ / 1000.
  3. Einsetzen: Δp = (0,1 ÷ 0,65)² · 983 ÷ 1000 = 0,02367 · 0,983 ≈ 0,0233 bar.
  4. Umrechnen: 0,0233 bar = 23,3 mbar ≈ 2 330 Pa. Für Thermostatventile werden beim hydraulischen Abgleich üblicherweise 30 bis 100 mbar angestrebt; die Voreinstellung könnte also noch etwas enger gewählt werden.

Ergebnis: ≈ 0,0233 bar = 23,3 mbar ≈ 2 330 Pa

Gültigkeit & Hinweise

  • Der Kv-Wert ist für Wasser (ρ = 1000 kg/m³) und turbulente Strömung definiert; bei anderen Flüssigkeiten die Dichte einsetzen, bei zähen Medien (laminar) gilt die Formel nur näherungsweise.
  • Druckverlust hier in bar: 1 bar = 1 000 mbar = 100 000 Pa. Für die Summe mit anderen Druckverlusten in Pa den Wert mit 100 000 multiplizieren.
  • Kvs bezeichnet den Kv-Wert bei voll geöffneter Armatur; voreingestellte Ventile haben kleinere Kv-Werte (Herstellerdiagramm).
  • Zusammenhang mit ζ: ζ = 1,6 · 10⁹ · d⁴ / Kv² mit d in m und Kv in m³/h (für Wasser).

Typische Fehler

  • Volumenstrom in l/h statt m³/h eingesetzt – Druckverlust wird 10⁶-fach zu groß.
  • Druckverlust in Pa oder mbar statt bar eingegeben.
Verwandte Formeln:Quelle: VDI/VDE 2173, DIN EN 60534 (Definition des Kv-Werts); Recknagel/SprengerEigene Seite

Pumpen & Energie

4 Formeln

Hydraulische Leistung

Welche Leistung steckt in einem Volumenstrom, der gegen eine Druckdifferenz gefördert wird?
Umstellen nach

Die hydraulische Leistung ist die Leistung, die eine Pumpe oder ein Ventilator tatsächlich an das Fluid abgibt: das Produkt aus Volumenstrom und erzeugter Druckdifferenz. Sie ist die Nutzleistung der Strömungsmaschine – ohne Verluste in Laufrad, Lager und Motor. Umgekehrt ist sie die Leistung, die ein Fluid beim Durchströmen eines Widerstands als Wärme verliert.

Der Rechner verwendet den Volumenstrom in m³/h und die Druckdifferenz in Pascal, wie sie aus der Rohrnetzberechnung kommen, und liefert die Leistung in Watt. Sie ist der Ausgangspunkt für die Pumpenauswahl und für die Bewertung von Energieeffizienz: Hohe Druckverluste bei großem Volumenstrom bedeuten hohe Pumpenleistung über tausende Betriebsstunden im Jahr.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
hydraulische Leistungan das Fluid abgegebene Leistung (1 kW = 1 000 W)W
Volumenstromgeförderter Volumenstromm³/h
Druckdifferenzvon der Pumpe erzeugte Druckerhöhung = Druckverlust des Netzes (1 bar = 100 000 Pa)Pa

Rechner

W
m³/h
typisch: Heizkreis 0,5 … 10 · Kühlwasser 10 … 200
Pa
typisch: Heizkreis 10 000 … 60 000 (0,1 … 0,6 bar)

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine Heizkreispumpe fördert 2,5 m³/h gegen einen Netzdruckverlust von 0,3 bar. Welche hydraulische Leistung gibt sie an das Wasser ab?

  1. Gegeben: V̇ = 2,5 m³/h = 2,5 ÷ 3 600 m³/s = 6,944 · 10⁻⁴ m³/s, Δp = 0,3 bar = 30 000 Pa. Gesucht: P.
  2. Formel: P = V̇ · Δp (mit V̇ in m³/s und Δp in Pa = N/m² ergibt sich N·m/s = W).
  3. Einsetzen: P = 6,944 · 10⁻⁴ m³/s · 30 000 Pa ≈ 20,8 W.
  4. Bewertung: Die reine Förderarbeit ist klein; die elektrische Leistungsaufnahme der Pumpe liegt wegen des Wirkungsgrads deutlich höher (siehe Pumpen-Antriebsleistung).

Ergebnis: ≈ 20,8 W

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für inkompressible Fluide; bei Ventilatoren mit kleinen Druckerhöhungen (bis einige kPa) ebenfalls anwendbar.
  • Einheitenkontrolle: m³/s · Pa = m³/s · N/m² = N·m/s = W. Der Rechner teilt den Volumenstrom in m³/h intern durch 3 600.
  • Die hydraulische Leistung ist die Nutzleistung; die Antriebsleistung ist um den Gesamtwirkungsgrad größer.

Typische Fehler

  • Druckdifferenz in bar statt Pa eingesetzt (0,3 bar = 30 000 Pa).
  • Volumenstrom in m³/h direkt mit Pa multipliziert, ohne durch 3 600 zu teilen – Ergebnis 3 600-fach zu groß.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungsmaschinen (z. B. Bohl/Elmendorf: Strömungsmaschinen; Recknagel/Sprenger)Eigene Seite

Elektrische Antriebsleistung einer Pumpe

Wie viel elektrische Leistung nimmt eine Pumpe auf, um V̇ gegen Δp zu fördern?
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Die elektrische Leistungsaufnahme einer Pumpe ist die hydraulische Leistung geteilt durch den Gesamtwirkungsgrad η (Eta). Dieser fasst die Verluste in der Pumpe selbst (Strömungs-, Spalt- und Reibungsverluste im Laufrad) und im Motor zusammen: η = η_Pumpe · η_Motor. Kleine Nassläufer-Umwälzpumpen erreichen Gesamtwirkungsgrade von nur 20 bis 50 %, große Kreiselpumpen mit Normmotor 60 bis 80 %.

Die Formel wird zur Vorauswahl der Pumpe, zur Abschätzung des Stromverbrauchs (Leistung mal Betriebsstunden) und zur Bewertung von Effizienzmaßnahmen gebraucht: Wer den Druckverlust eines Netzes halbiert, halbiert bei gleichem Volumenstrom auch die Antriebsleistung.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
elektrische Leistungsaufnahmevom Netz aufgenommene Leistung des Pumpenaggregats (1 kW = 1 000 W)W
Volumenstromgeförderter Volumenstromm³/h
Druckdifferenzvon der Pumpe zu erzeugende Druckerhöhung (1 bar = 100 000 Pa)Pa
GesamtwirkungsgradPumpe und Motor zusammen, als Dezimalzahl (0,35 = 35 %)–

Rechner

W
m³/h
typisch: Heizkreis 0,5 … 10 · Kühlwasser 10 … 200
Pa
typisch: 10 000 … 500 000
typisch: kleine Umwälzpumpe 0,2 … 0,5 · Kreiselpumpe mit Normmotor 0,6 … 0,8

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine Kühlwasserpumpe in einer Produktionsanlage fördert 40 m³/h gegen 2,5 bar. Der Gesamtwirkungsgrad von Pumpe und Motor beträgt 60 %. Welche elektrische Leistung nimmt das Aggregat auf?

  1. Gegeben: V̇ = 40 m³/h = 40 ÷ 3 600 m³/s = 0,01111 m³/s, Δp = 2,5 bar = 250 000 Pa, η = 0,6. Gesucht: P_el.
  2. Hydraulische Leistung: P = 0,01111 m³/s · 250 000 Pa ≈ 2 778 W.
  3. Formel: P_el = V̇ · Δp / η.
  4. Einsetzen: P_el = 2 778 W ÷ 0,6 ≈ 4 630 W ≈ 4,6 kW.
  5. Bei 6 000 Betriebsstunden im Jahr ergibt das rund 4,63 kW · 6 000 h ≈ 27 800 kWh Stromverbrauch.

Ergebnis: ≈ 4 630 W ≈ 4,6 kW

Gültigkeit & Hinweise

  • η ist der Gesamtwirkungsgrad im Betriebspunkt; er ist stark lastabhängig und erreicht sein Maximum nur nahe dem Auslegungspunkt der Pumpe. Werte aus der Herstellerkennlinie entnehmen.
  • Für drehzahlgeregelte Pumpen sinkt die Leistungsaufnahme bei Teillast etwa mit der dritten Potenz der Drehzahl – die Formel gilt je Betriebspunkt.
  • Die Motornennleistung wird mit Sicherheitszuschlag (üblich 10 bis 20 %) über der berechneten Leistung gewählt.

Typische Fehler

  • Wirkungsgrad in Prozent statt als Dezimalzahl eingegeben (60 % = 0,6).
  • Nur den Pumpenwirkungsgrad ohne Motor angesetzt – die elektrische Leistung wird dann unterschätzt.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungsmaschinen (z. B. Bohl/Elmendorf: Strömungsmaschinen; Recknagel/Sprenger)Eigene Seite

Förderhöhe aus Druckdifferenz

Welcher Förderhöhe in Metern entspricht eine Druckdifferenz in Pascal?
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Pumpenkennlinien geben die erzeugte Druckerhöhung traditionell als Förderhöhe H in Metern Flüssigkeitssäule an – die Höhe, auf die die Pumpe das Fluid theoretisch heben könnte. Rohrnetzberechnungen liefern dagegen Druckverluste in Pascal oder bar. Die Umrechnung erfolgt über die Dichte des Fluids: Δp = ρ · g · H. Für Wasser entspricht 1 bar rund 10,2 m Förderhöhe und 1 m Wassersäule etwa 0,098 bar.

Die Förderhöhe ist unabhängig vom Fluid – eine Pumpe hebt Wasser und Öl bei gleicher Drehzahl gleich hoch –, der erzeugte Druck dagegen nicht. Deshalb muss bei Glykolgemischen oder anderen Flüssigkeiten die tatsächliche Dichte eingesetzt werden.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
FörderhöheDruckdifferenz als Höhe der Flüssigkeitssäule (Pumpenkennlinie)m
DruckdifferenzDruckerhöhung der Pumpe bzw. Druckverlust des Netzes (1 bar = 100 000 Pa)Pa
Dichte des Fluidsbei Betriebstemperaturkg/m³
FallbeschleunigungErdbeschleunigung, gerundet 9,81 m/s²m/s²

Rechner

m
Pa
typisch: 10 000 … 600 000
kg/m³
typisch: Wasser 983 … 1000 · Glykol-Wasser 1040
m/s²

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Die Rohrnetzberechnung eines Heizkreises ergibt einen Druckverlust von 0,5 bar. Welche Förderhöhe muss die Pumpe laut Kennlinie bei diesem Volumenstrom liefern (Wasser, ρ = 1000 kg/m³)?

  1. Gegeben: Δp = 0,5 bar = 50 000 Pa, ρ = 1000 kg/m³, g = 9,81 m/s². Gesucht: H.
  2. Formel: H = Δp / (ρ · g).
  3. Einsetzen: H = 50 000 Pa ÷ (1000 kg/m³ · 9,81 m/s²) = 50 000 ÷ 9 810 m ≈ 5,10 m.
  4. Faustregel zur Kontrolle: 1 bar ≈ 10,2 m Wassersäule, also 0,5 bar ≈ 5,1 m.

Ergebnis: ≈ 5,10 m

Gültigkeit & Hinweise

  • Die Förderhöhe bezieht sich auf das tatsächlich geförderte Fluid; bei Glykolgemischen (ρ ≈ 1040 kg/m³) entspricht derselbe Druck einer kleineren Förderhöhe.
  • Umrechnungen für Wasser: 1 bar ≈ 10,2 m; 1 m Wassersäule (mWS) = 9 806,65 Pa ≈ 0,098 bar; 10 kPa ≈ 1,02 m.
  • Die Pumpe muss zusätzlich zur Reibungsförderhöhe eine geodätische Höhe überwinden, wenn das System offen ist (z. B. Brunnenpumpe); in geschlossenen Heizkreisen hebt sich die geodätische Höhe auf.

Typische Fehler

  • Druck in bar oder mbar statt Pa eingegeben – 0,5 bar sind 50 000 Pa.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungsmaschinen (z. B. Bohl/Elmendorf: Strömungsmaschinen); DIN EN ISO 17769-1 (Begriffe Pumpen)Eigene Seite

Hydraulische Leistung aus Fallhöhe (Wasserkraft)

Welche Leistung liefert ein Wasserstrom Q, der um die Höhe H fällt?
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Die Leistung einer Wasserkraftanlage folgt aus der Lageenergie des Wassers: Ein Volumenstrom Q, der die Fallhöhe H überwindet, setzt je Sekunde die Energie ρ · g · Q · H frei. Der Wirkungsgrad η fasst die Verluste in Turbine, Getriebe und Generator zusammen; moderne Anlagen erreichen 80 bis 90 %. Die Fallhöhe ist die Nettofallhöhe – die Bruttohöhe abzüglich der Reibungsverluste in Einlauf, Druckrohrleitung und Auslauf.

Die Formel dient zur Potenzialabschätzung von Kleinwasserkraft-Standorten und zur Jahresertragsrechnung (Leistung mal Volllaststunden). Sie ist das Gegenstück zur Pumpenleistung: Dort wird Leistung aufgewendet, um Wasser zu heben; hier wird Leistung gewonnen, wenn es fällt.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
elektrische Leistungabgegebene Leistung an den Generatorklemmen (1 kW = 1 000 W)W
Dichte des Wassersfür Wasser 1000 kg/m³ (vorbelegt, änderbar)kg/m³
FallbeschleunigungErdbeschleunigung, gerundet 9,81 m/s²m/s²
Durchfluss (Volumenstrom)Ausbaudurchfluss der Anlage in Kubikmetern je Sekunde (1 m³/s = 3 600 m³/h)m³/s
Nettofallhöhenutzbare Fallhöhe nach Abzug der Rohrleitungsverlustem
GesamtwirkungsgradTurbine, Getriebe und Generator zusammen, als Dezimalzahl–

Rechner

W
kg/m³
m/s²
m³/s
typisch: Kleinwasserkraft 0,1 … 10
m
typisch: 2 … 500
typisch: 0,7 … 0,9

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

An einem Mühlenstandort stehen 0,8 m³/s Durchfluss und 12 m Nettofallhöhe zur Verfügung. Welche elektrische Leistung liefert eine Kleinwasserkraftanlage mit 80 % Gesamtwirkungsgrad?

  1. Gegeben: ρ = 1000 kg/m³, g = 9,81 m/s², Q = 0,8 m³/s, H = 12 m, η = 0,8. Gesucht: P.
  2. Formel: P = ρ · g · Q · H · η.
  3. Einsetzen: P = 1000 kg/m³ · 9,81 m/s² · 0,8 m³/s · 12 m · 0,8 ≈ 75 341 W ≈ 75 kW.
  4. Jahresertrag bei 5 000 Volllaststunden: 75,3 kW · 5 000 h ≈ 377 000 kWh.

Ergebnis: ≈ 75 341 W ≈ 75 kW

Gültigkeit & Hinweise

  • H ist die Nettofallhöhe: Bruttofallhöhe (Höhenunterschied Ober-/Unterwasser) abzüglich der Druckverluste in Zulauf und Druckrohr, die mit Darcy-Weisbach berechnet werden können.
  • η ist der Gesamtwirkungsgrad von Turbine, Getriebe und Generator (0,7 bis 0,9); Wasserräder liegen deutlich darunter (0,5 bis 0,7).
  • Q in m³/s eingeben; Werte in m³/h durch 3 600 teilen, Werte in l/s durch 1 000.

Typische Fehler

  • Durchfluss in m³/h oder l/s statt m³/s eingesetzt.
  • Bruttofallhöhe statt Nettofallhöhe verwendet – die Leistung wird überschätzt.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungsmaschinen und Energietechnik (z. B. Giesecke/Mosonyi: Wasserkraftanlagen)Eigene Seite

Ausfluss & Auftrieb

2 Formeln

Ausflussgeschwindigkeit (Torricelli)

Mit welcher Geschwindigkeit tritt Flüssigkeit aus einer Öffnung in der Tiefe h unter dem Flüssigkeitsspiegel aus?
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Das Ausflussgesetz von Torricelli beschreibt, wie schnell eine Flüssigkeit aus einer Öffnung ausströmt, die sich in der Tiefe h unter dem freien Flüssigkeitsspiegel befindet. Es folgt aus der Bernoulli-Gleichung: Die Lageenergie der Flüssigkeitssäule wandelt sich vollständig in Bewegungsenergie um, daher ist die Ausflussgeschwindigkeit genauso groß wie die Geschwindigkeit eines Körpers nach dem freien Fall aus der Höhe h. Sie hängt nur von h ab – nicht von der Dichte der Flüssigkeit und nicht von der Größe der Öffnung.

Die Formel liefert die theoretische Geschwindigkeit ohne Reibung und Strahleinschnürung. Der tatsächliche Volumenstrom ist kleiner und wird mit einer Ausflusszahl μ berechnet: V̇ = μ · A · √(2 · g · h), mit μ ≈ 0,6 für scharfkantige Bohrungen und bis etwa 0,97 für gut gerundete Düsen. Anwendungen sind die Entleerung von Tanks und Becken, Überläufe, Notablässe und Löschwasserentnahmen.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Ausflussgeschwindigkeittheoretische Geschwindigkeit des austretenden Strahls (reibungsfrei)m/s
FallbeschleunigungErdbeschleunigung, gerundet 9,81 m/s²m/s²
Höhe des Flüssigkeitsspiegels über der Öffnungsenkrechter Abstand von der Öffnung bis zum freien Spiegelm

Rechner

m/s
m/s²
m
typisch: 0,2 … 20

Ergebnis

Rechenweg

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Grafik

Ausflussgeschwindigkeit (Torricelli)Behälter mit Ausfluss am Boden mit h = 2,5 m, v = 7,004 m/s, g = 9,81 m/s².h = 2,5 mv = 7,004 m/sg = 9,81 m/s²
Beispiel: ≈ 7,0 m/s

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Ein offener Löschwasserbehälter ist bis 2,5 m über dem Entnahmestutzen gefüllt. Mit welcher theoretischen Geschwindigkeit tritt das Wasser am geöffneten Stutzen aus?

  1. Gegeben: h = 2,5 m, g = 9,81 m/s². Gesucht: v.
  2. Formel: v = √(2 · g · h).
  3. Einsetzen: v = √(2 · 9,81 m/s² · 2,5 m) = √(49,05 m²/s²) ≈ 7,0 m/s.
  4. Praxis: Bei einem scharfkantigen Stutzen mit 50 mm Durchmesser (A = 1,96 · 10⁻³ m²) und μ ≈ 0,6 fließen V̇ = 0,6 · 1,96 · 10⁻³ m² · 7,0 m/s ≈ 8,2 l/s ≈ 30 m³/h ab – anfangs; mit sinkendem Spiegel nimmt der Ausfluss ab.

Ergebnis: ≈ 7,0 m/s

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für reibungsfreie Strömung aus einem offenen Behälter mit großem Querschnitt (Spiegel sinkt vernachlässigbar langsam) in die freie Atmosphäre.
  • Der tatsächliche Volumenstrom ist kleiner: V̇ = μ · A · v mit der Ausflusszahl μ ≈ 0,6 (scharfkantige Bohrung) bis 0,97 (abgerundete Düse).
  • Steht der Behälter unter Überdruck p_ü, ist zu h die Druckhöhe p_ü / (ρ · g) zu addieren.
  • Die Geschwindigkeit ist unabhängig von der Dichte: Wasser und Öl treten aus gleicher Höhe gleich schnell aus.

Typische Fehler

  • h von der Öffnung bis zum Behälterboden statt bis zum Flüssigkeitsspiegel gemessen.
Verwandte Formeln:Quelle: Ausflussgesetz von Torricelli; Grundlagen Strömungslehre (z. B. Bohl/Elmendorf; Tabellenbuch Metall)Eigene Seite

Auftriebskraft (Archimedes)

Welche Kraft drückt einen untergetauchten Körper nach oben?
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Nach dem Prinzip des Archimedes erfährt jeder Körper in einem Fluid eine nach oben gerichtete Auftriebskraft, die gleich der Gewichtskraft des von ihm verdrängten Fluids ist. Sie hängt nur von der Dichte des Fluids und dem eingetauchten Volumen ab – nicht vom Material oder Gewicht des Körpers. Ob ein Körper schwimmt, schwebt oder sinkt, entscheidet der Vergleich von Auftriebskraft und Gewichtskraft.

In der Technik ist der Auftrieb vor allem dort wichtig, wo er unerwünscht ist: Erdverlegte Tanks, Zisternen, Schächte und Schwimmbecken können bei hohem Grundwasser aufschwimmen, wenn sie leer sind und nicht gegen Auftrieb gesichert wurden. Die Formel liefert die Kraft, die durch Ballast, Verankerung oder Erdauflast aufgenommen werden muss. Weitere Anwendungen sind Schwimmerschalter, Tauchkörper in Behältern und Pontons.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Auftriebskraftnach oben gerichtete Kraft auf den eingetauchten Körper (1 kN = 1 000 N)N
Dichte des FluidsDichte der umgebenden Flüssigkeit (nicht des Körpers)kg/m³
FallbeschleunigungErdbeschleunigung, gerundet 9,81 m/s²m/s²
verdrängtes Volumeneingetauchtes Volumen des Körpers (bei vollständigem Eintauchen das Gesamtvolumen)m³

Rechner

N
kg/m³
typisch: Wasser 1000 · Meerwasser 1025 · Heizöl 840
m/s²
m³
typisch: 0,1 … 50

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Auftriebskraft (Archimedes)Teilweise eingetauchter Körper mit V = 5 m³, ρ = 1 000 kg/m³, F A = 49 050 N, g = 9,81 m/s².FA​ = 49 050 NFG​V = 5 m³ρ = 1 000 kg/m³g = 9,81 m/s²
Beispiel: 49 050 N ≈ 49 kN

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine erdverlegte Kunststoff-Zisterne mit 5 m³ Außenvolumen steht bei Hochwasser vollständig im Grundwasser und ist gerade leer. Welche Auftriebskraft wirkt auf die Zisterne?

  1. Gegeben: ρ = 1000 kg/m³ (Grundwasser), g = 9,81 m/s², V = 5 m³. Gesucht: F_A.
  2. Formel: F_A = ρ · g · V.
  3. Einsetzen: F_A = 1000 kg/m³ · 9,81 m/s² · 5 m³ = 49 050 N ≈ 49 kN.
  4. Bewertung: Das entspricht der Gewichtskraft von rund 5 t. Eine leere Kunststoffzisterne wiegt nur wenige hundert Kilogramm – ohne Erdauflast oder Verankerung würde sie aufschwimmen.

Ergebnis: 49 050 N ≈ 49 kN

Gültigkeit & Hinweise

  • V ist das tatsächlich eingetauchte Volumen; bei teilweise eingetauchten Körpern nur der Anteil unter dem Flüssigkeitsspiegel.
  • Der Körper schwimmt, wenn F_A größer als seine Gewichtskraft ist, schwebt bei Gleichheit und sinkt, wenn sie kleiner ist.
  • Gilt auch in Gasen (Ballon, Luftschiff), dort mit der Dichte der Luft (≈ 1,2 kg/m³).

Typische Fehler

  • Dichte des Körpers statt der Dichte des Fluids eingesetzt.
  • Volumen in Litern statt m³ eingegeben (1 m³ = 1 000 l).
Verwandte Formeln:Quelle: Archimedisches Prinzip; Grundlagen Physik/Strömungslehre (z. B. Tabellenbuch Metall)Eigene Seite