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Strömungslehre & Hydraulik

Reynolds-Zahl

Strömt das Fluid laminar oder turbulent? Die Reynolds-Zahl entscheidet.

Umstellen nach

Die Reynolds-Zahl Re ist eine dimensionslose Kennzahl, die das Verhältnis von Trägheitskräften zu Zähigkeitskräften in einer Strömung beschreibt. Sie wird aus der Strömungsgeschwindigkeit v, dem Rohrinnendurchmesser d und der kinematischen Viskosität ν (gesprochen „nü“) des Fluids gebildet. Die kinematische Viskosität ist ein Maß für die Zähflüssigkeit; sie ist für Wasser bei 20 °C etwa 1,0 · 10⁻⁶ m²/s und sinkt mit steigender Temperatur.

In Rohrströmungen gilt: Unterhalb von Re ≈ 2 300 bleibt die Strömung laminar – die Fluidschichten gleiten geordnet aneinander vorbei. Oberhalb von etwa 4 000 ist sie turbulent, also von Querbewegungen und Wirbeln durchsetzt; dazwischen liegt ein Übergangsbereich. Die Reynolds-Zahl ist der erste Schritt jeder Druckverlustrechnung, weil die Rohrreibungszahl λ davon abhängt, in welchem Bereich die Strömung liegt. In der Haustechnik sind Wasserströmungen fast immer turbulent, Heizöl in dünnen Saugleitungen dagegen oft laminar.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Reynolds-Zahldimensionslos; < 2 300 laminar, > ≈ 4 000 turbulent–
Strömungsgeschwindigkeitmittlere Geschwindigkeit im Rohrm/s
Innendurchmesserlichter Rohrdurchmesser (bei nicht kreisförmigen Querschnitten: hydraulischer Durchmesser)mm
kinematische ViskositätZähigkeit des Fluids bei Betriebstemperatur, als Dezimalzahl eingeben (z. B. 0,000001)m²/s

Rechner

m/s
typisch: 0,3 … 3
mm
typisch: 13 … 100
m²/s
typisch: Wasser 20 °C 0,000001 · 60 °C 0,00000047 · Luft 0,000015

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikReynolds-Zahl über der Strömungsgeschwindigkeit

Reynolds-Zahl über der StrömungsgeschwindigkeitArbeitspunkt bei v = 0,8 m/s und Re = 34 043.020 00040 00060 00000,511,5v in m/sRe34 0430,8
Beispiel: ≈ 34 000 (turbulent)

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

In einem Heizungsrohr mit 20 mm Innendurchmesser strömt Wasser von 60 °C (ν = 0,47 · 10⁻⁶ m²/s) mit 0,8 m/s. Ist die Strömung laminar oder turbulent?

  1. Gegeben: v = 0,8 m/s, d = 20 mm = 0,020 m, ν = 0,47 · 10⁻⁶ m²/s. Gesucht: Re.
  2. Formel: Re = v · d / ν.
  3. Einsetzen: Re = 0,8 m/s · 0,020 m ÷ 0,47 · 10⁻⁶ m²/s = 0,016 ÷ 0,00000047 ≈ 34 000.
  4. Bewertung: Re ≈ 34 000 liegt weit über 4 000 – die Strömung ist turbulent. Die Rohrreibungszahl wird daher nicht mit λ = 64/Re, sondern z. B. mit der Blasius-Formel bestimmt.

Ergebnis: ≈ 34 000 (turbulent)

Gültigkeit & Hinweise

  • Laminar: Re < 2 300. Turbulent: Re > ≈ 4 000. Dazwischen liegt der Übergangsbereich, in dem die Strömung je nach Störungen umschlagen kann; für Auslegungen dort vorsichtshalber turbulent rechnen.
  • Die Viskosität ist stark temperaturabhängig: Wasser hat bei 60 °C weniger als die Hälfte der Viskosität von 20 °C. Werte siehe Tabelle „Kinematische Viskosität“.
  • Für nicht kreisförmige Querschnitte (Rechteckkanäle) wird statt d der hydraulische Durchmesser d_h = 4 · A / U eingesetzt (U = benetzter Umfang).

Typische Fehler

  • Dynamische Viskosität η (in Pa·s) mit der kinematischen ν (in m²/s) verwechselt: ν = η / ρ.
  • Viskosität in mm²/s (cSt) statt m²/s eingegeben – 1 mm²/s = 10⁻⁶ m²/s.
Verwandte Formeln:Quelle: Grundlagen Strömungslehre (z. B. Bohl/Elmendorf: Technische Strömungslehre; VDI-Wärmeatlas)