Elektrotechnik
Gleichstrom, Wechselstrom, Drehstrom, Leitungen und Energie
Elektrotechnik begegnet jedem, der Anlagen plant, betreibt oder bewertet: Welche Leistung zieht die Wärmepumpe, welchen Querschnitt braucht die Zuleitung zur Wallbox, wie viel Spannung geht auf 40 m Leitung verloren, was kostet der Jahresverbrauch? Die Antworten stecken in wenigen Grundformeln – vom Ohmschen Gesetz über Leistung und Arbeit bis zu den Beziehungen des Wechsel- und Drehstroms.
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Dieser Bereich fasst die Formeln zusammen, die in der Elektroinstallation, in der Gebäude- und Anlagentechnik und im Energiemanagement laufend gebraucht werden: Gleichstromgrundlagen, Reihen- und Parallelschaltung, Leiterwiderstand und Spannungsfall, Kondensator und Spule mit ihren Blindwiderständen, Wirk-, Blind- und Scheinleistung, Drehstromleistung und Motorstrom, Transformator, Blindleistungskompensation sowie Energie und Kosten.
Jede Formel lässt sich nach jeder sinnvollen Größe umstellen. Der Rechner zeigt den Rechenweg mit Einheiten, ein Praxisbeispiel aus Hausinstallation, Wärmepumpen-Zuleitung, Pumpenantrieb oder Elektromobilität und – wo es hilft – eine Schaltskizze, ein Zeigerdiagramm oder einen Funktionsgraphen. Spannungen werden in Volt, Ströme in Ampere und Widerstände in Ohm eingegeben; Kapazitäten in µF, Induktivitäten in mH, Leistungen je nach Formel in W oder kW. Die Beispiele zeigen die nötigen Umrechnungen; Tabellen liefern Leitfähigkeiten, Normquerschnitte und typische Leistungsfaktoren.
Gleichstrom-Grundlagen
4 FormelnOhmsches Gesetz
Wie hängen Spannung, Strom und Widerstand zusammen?
Das Ohmsche Gesetz ist die Grundgleichung der Elektrotechnik: An einem Widerstand R fällt eine Spannung U ab, die proportional zum hindurchfließenden Strom I ist. Der Widerstand ist die Proportionalitätskonstante – er beschreibt, wie stark ein Bauteil oder eine Leitung den Stromfluss hemmt. Die Einheit Ohm (Ω) ist so festgelegt, dass 1 V an 1 Ω genau 1 A fließen lässt.
Die Formel gilt streng für lineare (ohmsche) Widerstände wie Heizwendeln, Leitungen und Drahtwiderstände bei konstanter Temperatur. In der Praxis liefert sie den Strom eines Heizstabs, den Widerstand einer Wicklung aus Spannung und Strom oder den Spannungsabfall an einem Leitungsstück. Bei Wechselstrom gilt sie in dieser Form nur für rein ohmsche Verbraucher; Spulen und Kondensatoren haben zusätzlich Blindwiderstände.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| SpannungSpannung am Widerstand (bei Wechselstrom Effektivwert) | V | |
| Widerstandohmscher Widerstand des Bauteils oder Leitungsstücks | Ω | |
| StromStrom durch den Widerstand (bei Wechselstrom Effektivwert) | A |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikSpannung über dem Strom (U-I-Kennlinie)
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Der Rohrheizkörper eines Warmwasserspeichers hat im warmen Zustand einen Widerstand von 26,5 Ω und wird an 230 V betrieben. Welcher Strom fließt?
- Gegeben: U = 230 V, R = 26,5 Ω. Gesucht: I.
- Umstellen nach I: I = U / R.
- Einsetzen: I = 230 V / 26,5 Ω = 8,68 A.
- Der Heizstab zieht rund 8,7 A – an einem mit B16 abgesicherten Stromkreis unkritisch. Die Leistung beträgt P = U · I = 230 V · 8,68 A ≈ 2 000 W.
Ergebnis: 8,68 A
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für lineare (ohmsche) Widerstände bei konstanter Temperatur; Halbleiter, Lichtbögen und Glühwendeln beim Aufheizen haben keine konstante Kennlinie.
- Metallische Leiter werden mit steigender Temperatur hochohmiger (Kupfer rund 0,4 % je K); der Kaltwiderstand einer Glühlampe ist deutlich kleiner als ihr Betriebswiderstand.
- Bei Wechselstrom nur für rein ohmsche Verbraucher; bei Spulen und Kondensatoren ist der Scheinwiderstand Z zu verwenden.
Typische Fehler
- Spannung und Strom aus verschiedenen Zweigen eines Stromkreises gemischt – U und I müssen sich auf denselben Widerstand beziehen.
- Milliampere oder Kiloohm ohne Umrechnung eingesetzt (1 kΩ = 1 000 Ω, 1 mA = 0,001 A).
Elektrische Leistung
Welche Leistung nimmt ein Verbraucher bei Spannung U und Strom I auf?
Die elektrische Leistung P ist die je Sekunde umgesetzte Energie. Bei Gleichstrom und bei rein ohmschen Wechselstromverbrauchern (Heizstab, Heizlüfter, Glühlampe) ist sie das Produkt aus Spannung und Strom: 1 V · 1 A = 1 W. Umgekehrt folgt aus der Leistung eines Geräts und der Netzspannung der Betriebsstrom – die wichtigste Größe für Leitungsquerschnitt und Absicherung.
In der Installationspraxis wird mit dieser Formel geprüft, ob ein Stromkreis die angeschlossenen Geräte tragen kann: 230 V · 16 A = 3 680 W ist die maximale Dauerleistung eines mit B16 abgesicherten Stromkreises. Für Motoren, Netzteile und andere nicht rein ohmsche Wechselstromverbraucher ist U · I die Scheinleistung S in VA; die Wirkleistung ist um den Leistungsfaktor cos φ kleiner.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Leistungaufgenommene Leistung (bei rein ohmscher Last gleich der Wirkleistung) | W | |
| SpannungSpannung am Verbraucher (Effektivwert) | V | |
| StromStrom durch den Verbraucher (Effektivwert) | A |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikLeistung über dem Strom
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine Wallbox lädt ein Elektroauto einphasig mit 16 A an 230 V. Welche Ladeleistung wird übertragen?
- Gegeben: U = 230 V, I = 16 A. Gesucht: P.
- Formel: P = U · I.
- Einsetzen: P = 230 V · 16 A = 3 680 W.
- Umrechnen: 3 680 W = 3,68 kW – die typische einphasige Ladeleistung („3,7 kW“). Dreiphasig mit 16 A je Außenleiter ergeben sich 11 kW (siehe Drehstromleistung).
Ergebnis: 3 680 W = 3,68 kW
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für Gleichstrom und für rein ohmsche Wechselstromverbraucher (cos φ = 1). Bei Motoren, Netzteilen und Leuchten mit Vorschaltgerät ist U · I die Scheinleistung in VA; die Wirkleistung ist P = U · I · cos φ.
- Bei Drehstrom gilt P = √3 · U · I · cos φ mit der Außenleiterspannung 400 V.
- Die Leistung eines Stromkreises wird durch die Absicherung begrenzt: B16 an 230 V → höchstens 3 680 W Dauerlast.
Typische Fehler
- kW und W verwechselt – der Rechner erwartet P in Watt (11 kW = 11 000 W).
- Dreiphasige Geräte (Herd, 11-kW-Wallbox, Durchlauferhitzer) einphasig gerechnet – dort gilt √3 · 400 V.
Leistung am Widerstand (aus Strom)
Welche Leistung setzt ein Widerstand bei Strom I um – etwa die Verlustleistung einer Leitung?
Setzt man das Ohmsche Gesetz U = R · I in P = U · I ein, ergibt sich die Leistung, die ein Widerstand allein aus Strom und Widerstandswert umsetzt: P = I² · R. Sie wird vollständig in Wärme umgewandelt – gewollt im Heizstab, ungewollt in Leitungen, Klemmen und Wicklungen (Stromwärmeverluste).
Die quadratische Abhängigkeit vom Strom ist der Grund, warum der doppelte Strom die Leitungsverluste vervierfacht und warum Übergangswiderstände an lockeren Klemmen heiß werden. Die Formel ist das Werkzeug zur Abschätzung von Leitungsverlusten (mit R aus dem Leiterwiderstand) sowie der Verlustleistung in Messwiderständen (Shunts), Vorwiderständen und Sicherungen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Leistungim Widerstand umgesetzte Leistung (Wärme) | W | |
| StromStrom durch den Widerstand (Effektivwert) | A | |
| Widerstandohmscher Widerstand; bei Leitungen Hin- und Rückleiter zusammen | Ω |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikVerlustleistung über dem Strom (quadratisch)
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Die 25 m lange Kupferzuleitung (2,5 mm²) einer einphasigen Wallbox hat für Hin- und Rückleiter zusammen einen Widerstand von 0,357 Ω (siehe Leiterwiderstand). Welche Verlustleistung entsteht beim Laden mit 16 A?
- Gegeben: I = 16 A, R = 0,357 Ω (2 · 25 m Kupfer, 2,5 mm²). Gesucht: P.
- Formel: P = I² · R.
- Einsetzen: P = (16 A)² · 0,357 Ω = 256 A² · 0,357 Ω = 91,4 W.
- Rund 91 W der 3 680 W Ladeleistung (≈ 2,5 %) werden in der Leitung zu Wärme; über eine Ladung von 4 h sind das etwa 0,37 kWh.
Ergebnis: ≈ 91 W (≈ 2,5 % der Ladeleistung)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ohmsche Widerstände; bei Wechselstrom ist I der Effektivwert.
- Der Widerstand steigt mit der Temperatur (Kupfer rund 0,4 % je K); bei betriebswarmer Leitung ist die Verlustleistung entsprechend höher.
- Für einphasige Leitungen den Widerstand beider Leiter (Hin- und Rückleiter) einsetzen; bei Drehstrom je Außenleiter einzeln rechnen (Gesamtverlust 3 · I² · R_Leiter).
- Die Vergleichskurven im Graphen gelten für 2 · 25 m Kupfer mit 4, 2,5 und 1,5 mm².
Typische Fehler
- Strom nicht quadriert.
- Nur einen Leiter statt Hin- und Rückleiter angesetzt.
Leistung am Widerstand (aus Spannung)
Welche Leistung nimmt ein Widerstand an der Spannung U auf – oder welchen Widerstand braucht ein Heizstab?
Mit I = U / R aus dem Ohmschen Gesetz wird P = U · I zu P = U² / R. Die Leistung eines ohmschen Verbrauchers an fester Spannung hängt damit nur von seinem Widerstand ab: je kleiner R, desto größer die Leistung. Das ist die Auslegungsformel für Heizwiderstände, Heizstäbe und Heizmatten.
Umgekehrt liefert R = U² / P den Betriebswiderstand jedes ohmschen Geräts aus den Typenschildangaben – und zeigt, warum ein 230-V-Heizstab an 400 V die rund dreifache Leistung (400² / 230² ≈ 3) umsetzen würde und ein 400-V-Gerät an 230 V nur ein Drittel. Spannungsschwankungen wirken sich quadratisch auf die Leistung aus.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Leistungim Widerstand umgesetzte Leistung | W | |
| SpannungSpannung am Widerstand (Effektivwert) | V | |
| Widerstandohmscher Widerstand im Betriebszustand (warm) | Ω |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikLeistung über der Spannung (quadratisch)
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Welchen Widerstand hat die Heizwendel eines 2 000-W-Heizstabs für 230 V, wie er als Elektro-Heizeinsatz in Warmwasserspeichern verbaut wird?
- Gegeben: U = 230 V, P = 2 000 W. Gesucht: R.
- Umstellen nach R: R = U² / P.
- Einsetzen: R = (230 V)² / 2 000 W = 52 900 V² / 2 000 W = 26,45 Ω.
- Kontrolle: I = U / R = 230 V / 26,45 Ω = 8,7 A und P = U · I = 230 V · 8,7 A ≈ 2 000 W.
Ergebnis: 26,45 Ω
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ohmsche Verbraucher; der Widerstand ist für den warmen Betriebszustand anzusetzen (Kaltwiderstand ist niedriger).
- Bei Wechselstrom ist U der Effektivwert (230 V).
- Die Typenschildleistung gilt für die Nennspannung; bei 10 % Unterspannung sinkt die Leistung um rund 19 %, bei 10 % Überspannung steigt sie um 21 %.
Typische Fehler
- Spannung nicht quadriert.
- Typenschildleistung in kW statt W eingesetzt.
Schaltungen & Leitungen
6 FormelnLeiterwiderstand
Welchen Widerstand hat ein Leiter aus Länge, Querschnitt und Werkstoff?
Der Widerstand eines Leiters wächst mit seiner Länge l und sinkt mit seinem Querschnitt A. Der Werkstoff geht über die elektrische Leitfähigkeit κ (Kappa) ein – für Kupfer 56, für Aluminium 35 m/(Ω·mm²). Mit l in Metern und A in Quadratmillimetern ergibt sich R direkt in Ohm. Der Kehrwert der Leitfähigkeit ist der spezifische Widerstand ρ (Kupfer 0,0178 Ω·mm²/m).
Die Formel liefert den Widerstand einer einzelnen Ader. Für den Stromkreis aus Hin- und Rückleiter wird die doppelte Länge angesetzt. In der Praxis dient sie zur Abschätzung von Spannungsfall und Leitungsverlusten, zur Berechnung von Schleifenwiderständen im Kurzschlussfall und zur Auslegung von Mess- und Steuerleitungen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| LeiterwiderstandWiderstand einer Ader bei 20 °C | Ω | |
| LeiterlängeLänge der Ader; für Hin- und Rückleiter die doppelte Leitungslänge eintragen | m | |
| elektrische LeitfähigkeitWerkstoffkennwert bei 20 °C (siehe Tabelle) | m/(Ω·mm²) | |
| LeiterquerschnittQuerschnittsfläche des Leiters (nicht der Durchmesser) | mm² |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Die Außeneinheit einer Wärmepumpe wird über eine 25 m lange Kupferleitung mit 2,5 mm² Aderquerschnitt angeschlossen. Welchen Widerstand hat eine Ader?
- Gegeben: l = 25 m, κ = 56 m/(Ω·mm²) (Kupfer), A = 2,5 mm². Gesucht: R.
- Formel: R = l / (κ · A).
- Einsetzen: R = 25 m / (56 m/(Ω·mm²) · 2,5 mm²) = 25 / 140 Ω = 0,179 Ω.
- Für den Stromkreis aus Hin- und Rückleiter verdoppelt sich der Wert auf 0,357 Ω – dieser Wert zählt für Spannungsfall und Leitungsverluste.
Ergebnis: 0,179 Ω je Ader (Hin- und Rückleiter: 0,357 Ω)
Gültigkeit & Hinweise
- Leitfähigkeiten gelten für 20 °C; der Widerstand von Kupfer und Aluminium steigt um rund 0,4 % je Kelvin (bei 70 °C Leitertemperatur etwa 20 % mehr).
- Gilt für Gleichstrom und für Wechselstrom bei den in der Installation üblichen Querschnitten; bei sehr großen Querschnitten oder hohen Frequenzen erhöht der Skin-Effekt den Wechselstromwiderstand.
- A ist der Leiterquerschnitt in mm², nicht der Durchmesser; bei Rundleitern gilt A = π · d² / 4.
Typische Fehler
- Einfache Leitungslänge statt der Leiterlänge im Stromkreis (Hin- und Rückleiter = 2 · l).
- Leitfähigkeit von Kupfer für Aluminiumleitungen verwendet (35 statt 56).
Reihenschaltung von Widerständen
Wie groß ist der Gesamtwiderstand hintereinandergeschalteter Widerstände?
In einer Reihenschaltung fließt durch alle Widerstände derselbe Strom; die Teilspannungen addieren sich zur Gesamtspannung. Daraus folgt, dass sich auch die Widerstände addieren: Der Gesamtwiderstand ist stets größer als der größte Einzelwiderstand. Die Teilspannung an jedem Widerstand ist proportional zu seinem Widerstandswert (Uₙ = I · Rₙ).
Reihenschaltungen treten in der Praxis als Vorwiderstände, als Leitungswiderstand in Reihe zum Verbraucher, in Messkreisen und bei in Reihe geschalteten Modulen oder Zellen auf. Der Rechner nimmt bis zu drei Widerstände auf; nicht genutzte Widerstände werden mit 0 eingetragen. Für mehr als drei Widerstände werden einfach alle Werte addiert.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| GesamtwiderstandErsatzwiderstand der Reihenschaltung | Ω | |
| Widerstand 1erster Einzelwiderstand | Ω | |
| Widerstand 2zweiter Einzelwiderstand (nicht genutzt: 0 eintragen) | Ω | |
| Widerstand 3dritter Einzelwiderstand (nicht genutzt: 0 eintragen) | Ω |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
In einer Prüfschaltung zur Strombegrenzung werden drei Widerstände mit 100 Ω, 220 Ω und 330 Ω in Reihe geschaltet. Welcher Gesamtwiderstand ergibt sich, und welcher Strom fließt an 24 V?
- Gegeben: R₁ = 100 Ω, R₂ = 220 Ω, R₃ = 330 Ω. Gesucht: R_ges.
- Formel: R_ges = R₁ + R₂ + R₃.
- Einsetzen: R_ges = 100 Ω + 220 Ω + 330 Ω = 650 Ω.
- Strom an 24 V: I = U / R_ges = 24 V / 650 Ω = 0,0369 A = 36,9 mA. Teilspannungen: U₁ = 3,7 V, U₂ = 8,1 V, U₃ = 12,2 V (Summe 24 V).
Ergebnis: 650 Ω
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ohmsche Widerstände bei Gleichstrom und bei Wechselstrom ohne Blindanteile; Blindwiderstände werden geometrisch addiert (siehe Scheinwiderstand).
- Nicht genutzte Widerstände mit 0 eintragen; für mehr als drei Widerstände alle Werte addieren.
- Der größte Widerstand erhält die größte Teilspannung – darum stört ein Übergangswiderstand an einer Klemme in Reihe zum Verbraucher so stark.
Typische Fehler
- Reihen- und Parallelschaltung verwechselt: In Reihe addieren sich die Widerstände, parallel die Leitwerte.
Parallelschaltung zweier Widerstände
Welcher Ersatzwiderstand ergibt sich, wenn zwei Widerstände parallel liegen?
In einer Parallelschaltung liegt an allen Widerständen dieselbe Spannung; die Ströme der Zweige addieren sich. Damit addieren sich die Leitwerte (1 / R), und der Gesamtwiderstand ist immer kleiner als der kleinste Einzelwiderstand. Für genau zwei Widerstände lässt sich die Leitwertsumme zur handlichen Formel „Produkt durch Summe“ zusammenfassen.
Jeder Stromkreis mit mehreren Verbrauchern ist eine Parallelschaltung: Heizstäbe, Steckdosenverbraucher und Leuchten hängen parallel am Netz, und ihre Ströme summieren sich am Leitungsschutzschalter. Für drei und mehr Widerstände wird 1 / R_ges = 1 / R₁ + 1 / R₂ + 1 / R₃ + … verwendet oder die Formel schrittweise angewendet (zwei Widerstände zusammenfassen, dann mit dem nächsten weiterrechnen).
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| GesamtwiderstandErsatzwiderstand der Parallelschaltung (kleiner als jeder Einzelwiderstand) | Ω | |
| Widerstand 1erster Zweigwiderstand | Ω | |
| Widerstand 2zweiter Zweigwiderstand | Ω |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Am selben 230-V-Stromkreis hängen ein 2-kW-Heizstab (26,45 Ω) und ein 1-kW-Heizlüfter (52,9 Ω). Welcher Gesamtwiderstand ergibt sich, und welchen Strom muss der Leitungsschutzschalter führen?
- Gegeben: R₁ = 26,45 Ω, R₂ = 52,9 Ω. Gesucht: R_ges.
- Formel: R_ges = R₁ · R₂ / (R₁ + R₂).
- Einsetzen: R_ges = 26,45 Ω · 52,9 Ω / (26,45 Ω + 52,9 Ω) = 1 399,2 Ω² / 79,35 Ω = 17,63 Ω.
- Gesamtstrom: I = 230 V / 17,63 Ω = 13,0 A – das entspricht 2 kW + 1 kW = 3 kW an 230 V. Ein B16-Leitungsschutzschalter reicht aus.
Ergebnis: 17,63 Ω (I = 13,0 A an 230 V)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ohmsche Widerstände; bei Blindwiderständen nur innerhalb gleichartiger Bauteile (z. B. zwei Spulen).
- Bei der Umstellung nach R₁ oder R₂ muss der Gesamtwiderstand kleiner als der bekannte Einzelwiderstand sein, sonst gibt es keine Lösung.
- Zwei gleiche Widerstände parallel ergeben den halben Wert, n gleiche Widerstände R / n.
Typische Fehler
- „Produkt durch Summe“ für drei Widerstände verwendet – die Formel gilt nur für genau zwei; mehr Widerstände schrittweise oder über die Leitwerte zusammenfassen.
Unbelasteter Spannungsteiler
Welche Teilspannung fällt an R₂ einer Reihenschaltung aus R₁ und R₂ ab?
Zwei in Reihe geschaltete Widerstände teilen die angelegte Spannung U im Verhältnis ihrer Widerstandswerte auf: An R₂ liegt der Anteil R₂ / (R₁ + R₂). Die Formel folgt direkt aus dem Ohmschen Gesetz, weil durch beide Widerstände derselbe Strom I = U / (R₁ + R₂) fließt.
Spannungsteiler sind die Standardschaltung zur Anpassung von Mess- und Steuersignalen (z. B. 24 V auf einen 0 … 10-V-Analogeingang), für Referenzspannungen und in Sensorschaltungen mit Widerstandsgebern (Pt1000, NTC). „Unbelastet“ bedeutet, dass am Abgriff kein nennenswerter Strom entnommen wird; eine Last parallel zu R₂ verkleinert die Teilspannung.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| TeilspannungSpannung an R₂ (am Abgriff gegen den Bezugspunkt) | V | |
| Gesamtspannungan der Reihenschaltung anliegende Spannung | V | |
| oberer WiderstandWiderstand zwischen Gesamtspannung und Abgriff | Ω | |
| unterer WiderstandWiderstand zwischen Abgriff und Bezugspunkt, an dem U₂ abfällt | Ω |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine 24-V-Steuerspannung soll für einen hochohmigen Analogeingang (0 … 10 V) auf 10 V geteilt werden. Der untere Widerstand R₂ ist mit 10 kΩ festgelegt. Welchen Wert muss R₁ haben?
- Gegeben: U = 24 V, U₂ = 10 V, R₂ = 10 000 Ω. Gesucht: R₁.
- Umstellen nach R₁: Aus U₂ · (R₁ + R₂) = U · R₂ folgt R₁ = R₂ · (U − U₂) / U₂.
- Einsetzen: R₁ = 10 000 Ω · (24 V − 10 V) / 10 V = 10 000 Ω · 1,4 = 14 000 Ω = 14 kΩ.
- Kontrolle: U₂ = 24 V · 10 kΩ / (14 kΩ + 10 kΩ) = 10 V. Der Querstrom beträgt I = 24 V / 24 kΩ = 1 mA; der Eingangswiderstand des Analogeingangs sollte deutlich größer als 10 kΩ sein (Richtwert: Faktor 10 oder mehr).
Ergebnis: 14 000 Ω = 14 kΩ
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt nur unbelastet; eine Last R_L parallel zu R₂ ersetzt R₂ durch die Parallelschaltung aus R₂ und R_L und senkt U₂.
- Die Teilspannung ist immer kleiner als U; bei der Umstellung nach R₁ oder R₂ muss U > U₂ sein.
- Je niederohmiger der Teiler, desto unempfindlicher gegen Belastung, aber desto höher Querstrom und Verlustleistung (P = U² / (R₁ + R₂)).
Typische Fehler
- R₁ und R₂ vertauscht – U₂ fällt am unteren Widerstand R₂ ab.
- Belastung des Abgriffs vernachlässigt (z. B. niederohmiger Messeingang).
Spannungsfall auf einer Leitung (einphasig / Gleichstrom)
Wie viel Spannung geht auf Hin- und Rückleiter einer Leitung verloren?
Jede Leitung hat einen Widerstand, an dem bei Stromfluss Spannung abfällt – am Verbraucher kommt weniger an, als am Zähler anliegt. Bei Gleichstrom und bei einphasigem Wechselstrom fließt der Strom über Hin- und Rückleiter, daher steht die doppelte Leitungslänge in der Formel. Mit l in m, A in mm² und κ in m/(Ω·mm²) ergibt sich ΔU direkt in Volt; bezogen auf die Nennspannung 230 V wird daraus der prozentuale Spannungsfall. Die Formel gilt für ohmsche Last (cos φ = 1); bei induktiven Verbrauchern wird näherungsweise mit cos φ multipliziert.
Der Spannungsfall ist neben der Strombelastbarkeit das zweite Kriterium für den Leitungsquerschnitt – lange Zuleitungen zu Wallbox, Gartenhaus, Wärmepumpe oder Pumpenschacht werden häufig nach dem Spannungsfall und nicht nach der Belastbarkeit bemessen. DIN 18015-1 empfiehlt für Wohngebäude höchstens 3 % Spannungsfall zwischen Zähler und Verbrauchsmittel (zwischen Hausanschlusskasten und Zähler zusätzlich höchstens 0,5 %); DIN VDE 0100-520 nennt als Empfehlung 3 % für Beleuchtung und 5 % für übrige Verbrauchsmittel.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| SpannungsfallSpannungsverlust auf Hin- und Rückleiter zusammen | V | |
| Leitungslängeeinfache Länge der Leitung bis zum Verbraucher (Hin- und Rückleiter steckt im Faktor 2) | m | |
| BetriebsstromStrom des Verbrauchers (Effektivwert) | A | |
| elektrische LeitfähigkeitWerkstoffkennwert bei 20 °C (siehe Tabelle) | m/(Ω·mm²) | |
| LeiterquerschnittQuerschnitt einer Ader | mm² |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine einphasige Wallbox (3,7 kW, 16 A) wird über eine 25 m lange Kupferleitung mit 2,5 mm² angeschlossen. Wie groß ist der Spannungsfall, und hält er die 3-%-Empfehlung ein?
- Gegeben: l = 25 m, I = 16 A, κ = 56 m/(Ω·mm²) (Kupfer), A = 2,5 mm². Gesucht: ΔU.
- Formel: ΔU = 2 · l · I / (κ · A).
- Einsetzen: ΔU = 2 · 25 m · 16 A / (56 m/(Ω·mm²) · 2,5 mm²) = 800 / 140 V = 5,71 V.
- Prozentual: 5,71 V / 230 V · 100 % = 2,5 % – unter der 3-%-Empfehlung nach DIN 18015-1. Bei 3 % (6,9 V) wäre die Grenzlänge l = 6,9 V · 140 / (2 · 16 A) ≈ 30 m; für längere Wege 4 mm² wählen.
Ergebnis: 5,71 V ≈ 2,5 % von 230 V
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für Gleichstrom und einphasigen Wechselstrom mit ohmscher Last (cos φ = 1); bei induktiver Last näherungsweise ΔU · cos φ (induktiver Anteil der Leitung vernachlässigt).
- Der prozentuale Spannungsfall bezieht sich auf die Nennspannung: ΔU in % = ΔU / 230 V · 100.
- Empfehlungen: DIN 18015-1 höchstens 3 % zwischen Zähler und Verbrauchsmittel (plus 0,5 % zwischen Hausanschlusskasten und Zähler); DIN VDE 0100-520 empfiehlt 3 % für Beleuchtung und 5 % für sonstige Verbrauchsmittel.
- Leitfähigkeit bei 20 °C; bei betriebswarmer Leitung (70 °C) ist der Spannungsfall rund 20 % höher – für Auslegungen auf der sicheren Seite mit κ ≈ 47 rechnen oder 20 % Zuschlag geben.
Typische Fehler
- Faktor 2 vergessen (nur der Hinleiter gerechnet).
- Länge bis zur Verteilung statt bis zum Verbraucher angesetzt.
- Außendurchmesser der Leitung statt des Leiterquerschnitts verwendet.
Spannungsfall auf einer Drehstromleitung
Wie groß ist der Spannungsfall einer dreiphasigen Zuleitung bei symmetrischer Last?
Bei symmetrisch belastetem Drehstrom fließt im Neutralleiter kein Strom; der Rückstrom jedes Außenleiters schließt sich über die beiden anderen. Dadurch tritt in der Formel statt des Faktors 2 der Verkettungsfaktor √3 auf, und der Spannungsfall bezieht sich auf die Außenleiterspannung 400 V. Der Leistungsfaktor cos φ berücksichtigt, dass bei induktiver Last nur der Wirkanteil des Stroms am ohmschen Leitungswiderstand den Spannungsfall bestimmt (induktiver Anteil der Leitung vernachlässigt).
Typische Anwendungen sind Zuleitungen zu 11-kW- und 22-kW-Wallboxen, Wärmepumpen, Drehstrommotoren und Unterverteilungen. Bei gleicher Leistung ist der Spannungsfall bei Drehstrom deutlich kleiner als einphasig, weil der Strom je Außenleiter geringer ist und √3 statt 2 wirkt. Die Empfehlungen zum zulässigen Spannungsfall (DIN 18015-1: 3 %; DIN VDE 0100-520: 3 % Beleuchtung, 5 % sonstige Verbrauchsmittel) gelten hier bezogen auf 400 V.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| SpannungsfallSpannungsverlust der Außenleiterspannung (Bezug 400 V) | V | |
| Leitungslängeeinfache Länge der Leitung bis zum Verbraucher | m | |
| AußenleiterstromStrom je Außenleiter (Effektivwert) | A | |
| LeistungsfaktorLeistungsfaktor des Verbrauchers (0 … 1) | – | |
| elektrische LeitfähigkeitWerkstoffkennwert bei 20 °C (siehe Tabelle) | m/(Ω·mm²) | |
| LeiterquerschnittQuerschnitt einer Ader | mm² |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine 11-kW-Wallbox (16 A je Außenleiter, cos φ ≈ 1) wird über 30 m Kupferleitung 5 × 2,5 mm² versorgt. Wie groß ist der Spannungsfall?
- Gegeben: l = 30 m, I = 16 A, cos φ = 1, κ = 56 m/(Ω·mm²), A = 2,5 mm². Gesucht: ΔU.
- Formel: ΔU = √3 · l · I · cos φ / (κ · A).
- Einsetzen: ΔU = 1,732 · 30 m · 16 A · 1 / (56 m/(Ω·mm²) · 2,5 mm²) = 831,4 / 140 V = 5,94 V.
- Prozentual: 5,94 V / 400 V · 100 % = 1,5 %. Zum Vergleich: Dieselben 11 kW einphasig (48 A) über 30 m 2,5 mm² ergäben 2 · 30 · 48 / 140 = 20,6 V = 8,9 % – bei gleicher Leistung ist der Spannungsfall dreiphasig rund sechsmal kleiner.
Ergebnis: 5,94 V ≈ 1,5 % von 400 V
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für symmetrische Last (gleicher Strom in allen drei Außenleitern); bei unsymmetrischer Last oder einphasigen Verbrauchern am Drehstromnetz die einphasige Formel mit Bezug 230 V verwenden.
- Näherung für Leitungen bis etwa 16 mm²: Der induktive Anteil der Leitungsimpedanz ist vernachlässigt; bei großen Querschnitten und kleinem cos φ wird er relevant.
- Der prozentuale Spannungsfall bezieht sich auf 400 V; Empfehlungen: 3 % (DIN 18015-1) bzw. 3 % / 5 % (DIN VDE 0100-520).
- Die Umstellung nach cos φ dient nur Kontrollrechnungen; ein Ergebnis über 1 zeigt, dass die übrigen Werte nicht zusammenpassen.
Typische Fehler
- Faktor 2 statt √3 verwendet.
- 230 V statt 400 V als Bezug für die Prozentangabe.
- Gesamtleistung in einen einphasigen Strom umgerechnet statt Strom je Außenleiter.
Kondensator & Spule
6 FormelnLadung eines Kondensators
Welche Ladung speichert ein Kondensator der Kapazität C bei der Spannung U?
Die Kapazität C ist das Maß dafür, wie viel Ladung Q ein Kondensator je Volt Spannung aufnimmt: Q = C · U. Die Einheit Farad (1 F = 1 As/V) ist sehr groß; in der Technik sind Mikrofarad (µF = 10⁻⁶ F), Nanofarad und Picofarad üblich. Der Rechner erwartet C in µF und liefert Q in µC (Mikrocoulomb); 1 000 000 µC = 1 C = 1 As.
Die Formel beschreibt den Zusammenhang zwischen Spannung und gespeicherter Ladung bei Zwischenkreiskondensatoren von Frequenzumrichtern, Glättungs- und Stützkondensatoren, Motorbetriebskondensatoren und Kompensationsanlagen. Sie ist die Grundlage für die Berechnung der gespeicherten Energie und der Lade- und Entladeströme.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Ladunggespeicherte Ladung (1 000 000 µC = 1 C = 1 As) | µC | |
| KapazitätKapazität des Kondensators | µF | |
| SpannungSpannung am Kondensator | V |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Der Zwischenkreiskondensator eines Frequenzumrichters hat 470 µF und ist auf 560 V (gleichgerichtete 400-V-Netzspannung) aufgeladen. Welche Ladung ist gespeichert?
- Gegeben: C = 470 µF, U = 560 V. Gesucht: Q.
- Formel: Q = C · U.
- Einsetzen: Q = 470 µF · 560 V = 263 200 µC.
- Umrechnen: 263 200 µC = 0,263 C = 0,263 As. Nach dem Abschalten bleibt diese Ladung erhalten – vor Arbeiten am Umrichter die Entladezeit abwarten und Spannungsfreiheit feststellen.
Ergebnis: 263 200 µC = 0,263 C
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ideale Kondensatoren mit spannungsunabhängiger Kapazität; Keramikkondensatoren bestimmter Dielektrika verlieren bei hoher Spannung Kapazität.
- Bei Wechselspannung ist U der Augenblickswert; die maximale Ladung ergibt sich mit dem Scheitelwert (230 V effektiv → 325 V).
- Einheiten: C in µF und Q in µC gehören zusammen; wird C in F eingegeben, ergibt sich Q in C.
Typische Fehler
- nF oder pF als µF eingetragen (1 µF = 1 000 nF = 1 000 000 pF).
Energie im Kondensator
Wie viel Energie speichert ein geladener Kondensator?
Beim Aufladen eines Kondensators steigt die Spannung linear mit der Ladung; die gespeicherte Energie ist die Fläche unter dieser Geraden und damit W = ½ · C · U². Die Energie wächst quadratisch mit der Spannung – doppelte Spannung bedeutet vierfache Energie. Mit C in µF ergibt sich W in Joule (Wattsekunden), wenn der Faktor 10⁻⁶ berücksichtigt wird; der Rechner erledigt das.
Praktisch relevant ist die Formel für die Gefährdungsbeurteilung an Zwischenkreisen von Frequenzumrichtern und Netzteilen (gespeicherte Energie nach dem Abschalten), für Kondensatorbänke und Blitzgeräte sowie für die Auslegung von Entladewiderständen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| gespeicherte EnergieEnergie im elektrischen Feld (1 J = 1 Ws) | J | |
| KapazitätKapazität des Kondensators | µF | |
| SpannungSpannung am Kondensator | V |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikGespeicherte Energie über der Spannung (quadratisch)
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Der Zwischenkreiskondensator eines Frequenzumrichters (470 µF) ist auf 560 V aufgeladen. Welche Energie ist darin gespeichert?
- Gegeben: C = 470 µF = 470 · 10⁻⁶ F, U = 560 V. Gesucht: W.
- Formel: W = ½ · C · U².
- Einsetzen: W = 0,5 · 470 · 10⁻⁶ F · (560 V)² = 0,5 · 470 · 10⁻⁶ · 313 600 J = 73,7 J.
- 73,7 J = 73,7 Ws – genug, um einen 10-W-Widerstand gut 7 s lang zu versorgen. Die Entladezeit solcher Zwischenkreise liegt im Minutenbereich; die vom Hersteller angegebene Wartezeit vor dem Öffnen des Geräts ist einzuhalten.
Ergebnis: 73,7 J = 73,7 Ws (≈ 0,02 Wh)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ideale Kondensatoren; beim Entladen über einen Widerstand wird die gespeicherte Energie vollständig in Wärme umgesetzt – unabhängig vom Widerstandswert, der nur die Entladezeit bestimmt.
- Bei Wechselspannung mit dem Scheitelwert rechnen (230 V effektiv → 325 V), wenn die maximale Energie gesucht ist.
- Zwischenkreise von Umrichtern speichern nach dem Abschalten noch gefährliche Energie; vor Arbeiten die Entladezeit abwarten und Spannungsfreiheit feststellen.
Typische Fehler
- Spannung nicht quadriert.
- Faktor ½ vergessen.
- µF nicht in F umgerechnet – ohne den Faktor 10⁻⁶ ist das Ergebnis um das Millionenfache zu groß.
Kapazitiver Blindwiderstand
Welchen Widerstand setzt ein Kondensator einem Wechselstrom der Frequenz f entgegen?
Ein Kondensator lässt Wechselstrom fließen, ohne ihn in Wärme umzusetzen: Er wird ständig umgeladen. Das Verhältnis von Spannung zu Strom heißt kapazitiver Blindwiderstand X_C. Er ist umgekehrt proportional zu Frequenz und Kapazität – bei Gleichstrom (f = 0) ist er unendlich, bei hohen Frequenzen wird der Kondensator durchlässig. Der Strom eilt der Spannung um 90° voraus.
Mit C in µF und f in Hz liefert der Rechner X_C in Ω. Anwendungen sind Betriebskondensatoren einphasiger Motoren, Kompensationskondensatoren, Entstör- und Filterkondensatoren sowie der kapazitive Ableitstrom langer geschirmter Motorleitungen an Frequenzumrichtern.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| kapazitiver BlindwiderstandWechselstromwiderstand des Kondensators bei der Frequenz f | Ω | |
| FrequenzFrequenz der Wechselspannung | Hz | |
| KapazitätKapazität des Kondensators | µF |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikKapazitiver Blindwiderstand über der Frequenz
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Der Betriebskondensator eines einphasigen Pumpenmotors hat 8 µF. Welchen Blindwiderstand hat er bei 50 Hz, und welcher Strom fließt an 230 V?
- Gegeben: f = 50 Hz, C = 8 µF = 8 · 10⁻⁶ F. Gesucht: X_C.
- Formel: X_C = 1 / (2 · π · f · C).
- Einsetzen: X_C = 1 / (2 · π · 50 Hz · 8 · 10⁻⁶ F) = 1 / 0,002513 Ω⁻¹ = 397,9 Ω.
- Strom am Kondensator: I = U / X_C = 230 V / 397,9 Ω = 0,58 A; die Blindleistung beträgt Q = U · I ≈ 133 var.
Ergebnis: 397,9 Ω (I ≈ 0,58 A an 230 V)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ideale (verlustfreie) Kondensatoren bei sinusförmiger Spannung; reale Kondensatoren haben zusätzlich einen kleinen Verlustwiderstand (Verlustfaktor tan δ).
- Der Blindwiderstand erzeugt keine Wirkleistung, aber Blindstrom – er belastet Leitungen und Sicherungen wie Wirkstrom.
- Bei nicht sinusförmigen Strömen (Umrichter, Oberschwingungen) ist X_C für jede Frequenz einzeln zu betrachten – für die 5. Oberschwingung (250 Hz) ist er nur ein Fünftel so groß wie bei 50 Hz.
Typische Fehler
- Kapazität in F statt µF eingegeben – der Rechner erwartet µF.
- Kreisfrequenz ω = 2 · π · f mit der Frequenz f verwechselt.
Induktiver Blindwiderstand
Welchen Widerstand setzt eine Spule einem Wechselstrom der Frequenz f entgegen?
Eine Spule (Induktivität L) widersetzt sich jeder Stromänderung durch Selbstinduktion. Bei Wechselstrom wirkt das wie ein Widerstand, der mit Frequenz und Induktivität wächst: der induktive Blindwiderstand X_L = 2 · π · f · L. Bei Gleichstrom ist er null (nur der Drahtwiderstand bleibt), bei hohen Frequenzen sperrt die Spule. Der Strom eilt der Spannung um 90° nach.
Der Rechner erwartet L in Millihenry (mH) und f in Hz und liefert X_L in Ω. Induktive Blindwiderstände bestimmen das Verhalten von Motorwicklungen, Transformatoren, Drosseln (Netz- und Motordrosseln an Umrichtern), Schützspulen und Filterkreisen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| induktiver BlindwiderstandWechselstromwiderstand der Spule bei der Frequenz f | Ω | |
| FrequenzFrequenz des Wechselstroms | Hz | |
| InduktivitätInduktivität der Spule (1 H = 1 000 mH) | mH |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikInduktiver Blindwiderstand über der Frequenz
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Die Wicklung eines kleinen Pumpenmotors hat eine Induktivität von 120 mH. Welchen induktiven Blindwiderstand hat sie bei Netzfrequenz 50 Hz?
- Gegeben: f = 50 Hz, L = 120 mH = 0,12 H. Gesucht: X_L.
- Formel: X_L = 2 · π · f · L.
- Einsetzen: X_L = 2 · π · 50 Hz · 0,12 H = 37,7 Ω.
- Zusammen mit dem Wicklungswiderstand (z. B. R = 20 Ω) ergibt sich der Scheinwiderstand Z = √(20² + 37,7²) Ω = 42,7 Ω und an 230 V ein Strom von 5,4 A; an einem Umrichter mit 25 Hz wäre X_L nur halb so groß.
Ergebnis: 37,7 Ω
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ideale Spulen mit konstanter Induktivität bei sinusförmigem Strom; Spulen mit Eisenkern sättigen bei hohen Strömen, dann sinkt L.
- Der ohmsche Wicklungswiderstand kommt geometrisch hinzu (siehe Scheinwiderstand), nicht arithmetisch.
- Bei Umrichterbetrieb mit veränderlicher Frequenz ändert sich X_L proportional zur Frequenz – deshalb wird die Motorspannung mit der Frequenz mitgeführt (U/f-Kennlinie).
Typische Fehler
- Induktivität in H statt mH eingegeben (1 H = 1 000 mH).
- Kreisfrequenz ω und Frequenz f verwechselt.
Scheinwiderstand der Reihenschaltung R, L, C
Welchen Gesamtwiderstand hat eine Reihenschaltung aus Wirk- und Blindwiderständen?
Wirkwiderstand R und Blindwiderstände X lassen sich nicht einfach addieren, weil die Spannungen an ihnen um 90° gegeneinander verschoben sind. Der induktive Blindwiderstand X_L und der kapazitive X_C wirken entgegengesetzt und heben sich teilweise auf; der verbleibende Blindanteil X = X_L − X_C steht senkrecht auf R. Der Scheinwiderstand Z (Impedanz) ist die Hypotenuse dieses Widerstandsdreiecks, der Phasenwinkel φ = arctan(X / R).
Mit Z folgt der Strom einer Wechselstromschaltung aus I = U / Z. Ist X_L > X_C, verhält sich die Schaltung induktiv (Strom eilt nach), bei X_C > X_L kapazitiv; bei X_L = X_C liegt Resonanz vor und Z = R wird minimal. Die Formel ist die Grundlage für Filterkreise, Motor-Ersatzschaltbilder und Netzimpedanzen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| ScheinwiderstandImpedanz der Reihenschaltung | Ω | |
| Wirkwiderstandohmscher Widerstand | Ω | |
| induktiver BlindwiderstandBlindwiderstand der Spule bei der Betriebsfrequenz (0, wenn keine Spule) | Ω | |
| kapazitiver BlindwiderstandBlindwiderstand des Kondensators bei der Betriebsfrequenz (0, wenn kein Kondensator) | Ω |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Filterkreis besteht aus R = 30 Ω, einer Drossel mit X_L = 50 Ω und einem Kondensator mit X_C = 10 Ω in Reihe an 230 V, 50 Hz. Wie groß sind Scheinwiderstand, Strom und Phasenwinkel?
- Gegeben: R = 30 Ω, X_L = 50 Ω, X_C = 10 Ω. Gesucht: Z.
- Formel: Z = √(R² + (X_L − X_C)²).
- Einsetzen: Z = √(30² + (50 − 10)²) Ω = √(900 + 1 600) Ω = √2 500 Ω = 50 Ω.
- Strom: I = U / Z = 230 V / 50 Ω = 4,6 A. Phasenwinkel: φ = arctan((50 − 10) / 30) = arctan(1,33) = 53,1° (induktiv, Strom eilt nach); cos φ = R / Z = 0,6.
Ergebnis: 50 Ω (I = 4,6 A, φ = 53,1°)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für die Reihenschaltung bei sinusförmigem Strom einer Frequenz; X_L und X_C sind für diese Frequenz einzusetzen (siehe Blindwiderstände).
- Nach X_L oder X_C lässt sich die Formel nicht eindeutig auflösen (zwei Lösungen: induktiv oder kapazitiv); der Rechner stellt deshalb nur nach Z und R um. Bekannt ist aber |X_L − X_C| = √(Z² − R²).
- Parallelschaltungen von R, L und C werden über Leitwerte (Admittanzen) gerechnet, nicht mit dieser Formel.
Typische Fehler
- R, X_L und X_C arithmetisch addiert.
- X_L und X_C addiert statt subtrahiert – sie wirken gegeneinander.
Resonanzfrequenz (Thomsonsche Schwingungsgleichung)
Bei welcher Frequenz heben sich X_L und X_C eines Schwingkreises auf?
In einem Schwingkreis aus Spule und Kondensator gibt es genau eine Frequenz, bei der induktiver und kapazitiver Blindwiderstand gleich groß sind: die Resonanzfrequenz f₀. Aus 2 · π · f · L = 1 / (2 · π · f · C) folgt die Thomsonsche Schwingungsgleichung. Im Reihenschwingkreis ist bei f₀ der Scheinwiderstand minimal (Z = R), im Parallelschwingkreis maximal.
Der Rechner erwartet L in mH und C in µF und liefert f₀ in Hz. In der Anlagentechnik ist die Resonanzfrequenz wichtig für Saugkreise (Oberschwingungsfilter), verdrosselte Kompensationsanlagen (Verstimmungsgrad), Resonanzen zwischen Kompensationskondensatoren und Netzinduktivität sowie für Filter an Frequenzumrichtern.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| ResonanzfrequenzFrequenz, bei der X_L = X_C gilt | Hz | |
| InduktivitätInduktivität der Spule (1 H = 1 000 mH) | mH | |
| KapazitätKapazität des Kondensators | µF |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikResonanzfrequenz über der Kapazität
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Saugkreis zur Dämpfung der 5. Oberschwingung besteht aus einer Drossel mit 4,05 mH und einem Kondensator mit 100 µF. Auf welche Frequenz ist er abgestimmt?
- Gegeben: L = 4,05 mH = 0,00405 H, C = 100 µF = 0,0001 F. Gesucht: f₀.
- Formel: f₀ = 1 / (2 · π · √(L · C)).
- Einsetzen: L · C = 0,00405 H · 0,0001 F = 4,05 · 10⁻⁷ s²; √(4,05 · 10⁻⁷) s = 6,36 · 10⁻⁴ s; f₀ = 1 / (2 · π · 6,36 · 10⁻⁴ s) = 250 Hz.
- Der Kreis ist auf die 5. Oberschwingung (5 · 50 Hz = 250 Hz) abgestimmt. Kontrolle: X_L = 2 · π · 250 Hz · 0,00405 H = 6,36 Ω und X_C = 1 / (2 · π · 250 Hz · 0,0001 F) = 6,37 Ω – praktisch gleich.
Ergebnis: ≈ 250 Hz (5. Oberschwingung)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für den verlustfreien Schwingkreis; mit Wirkwiderstand verschiebt sich die Resonanz nur geringfügig, die Resonanzüberhöhung wird aber gedämpft (Güte Q = X_L / R).
- Einheiten: L in mH und C in µF; der Faktor 10⁻⁹ in der Umstellung rechnet in H und F um.
- Verdrosselte Kompensationsanlagen werden bewusst unter die 5. Oberschwingung abgestimmt (Verstimmungsgrad 5 … 14 %, z. B. 189 Hz bei 7 %), damit sie Oberschwingungen nicht verstärken.
Typische Fehler
- Wurzel vergessen oder nur über L gezogen.
- H und mH bzw. F und µF gemischt – jede Zehnerpotenz im Produkt L · C verschiebt f₀ um den Faktor √10 ≈ 3,16.
Wechsel- und Drehstrom
6 FormelnWirkleistung bei Wechselstrom
Welche Wirkleistung nimmt ein Wechselstromverbraucher mit dem Leistungsfaktor cos φ auf?
Bei Wechselstrom sind Spannung und Strom nur bei rein ohmschen Verbrauchern in Phase. Motoren, Transformatoren, Drosseln und viele Netzteile verschieben den Strom gegenüber der Spannung um den Phasenwinkel φ. Nur der Anteil I · cos φ des Stroms überträgt Wirkleistung; der Rest ist Blindstrom, der zwischen Netz und Verbraucher pendelt. Die Wirkleistung P = U · I · cos φ ist die Leistung, die der Stromzähler erfasst und die in Arbeit oder Wärme umgesetzt wird.
Der Leistungsfaktor cos φ steht auf dem Typenschild von Motoren und Geräten (0 … 1); Heizgeräte haben cos φ = 1. Die Umstellung nach I liefert den Betriebsstrom eines einphasigen Verbrauchers aus Leistung und Leistungsfaktor – wichtig für Absicherung und Leitungsbemessung.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Wirkleistungtatsächlich umgesetzte Leistung (Zählerleistung) | W | |
| SpannungEffektivwert der Spannung (Netz 230 V) | V | |
| StromEffektivwert des Stroms | A | |
| LeistungsfaktorWirkfaktor des Verbrauchers (0 … 1); bei sinusförmigen Größen gleich dem Kosinus des Phasenwinkels | – |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein einphasiger Umwälzpumpenmotor nimmt an 230 V einen Strom von 4,2 A auf; der Leistungsfaktor laut Typenschild ist 0,85. Welche Wirkleistung nimmt er aus dem Netz auf?
- Gegeben: U = 230 V, I = 4,2 A, cos φ = 0,85. Gesucht: P.
- Formel: P = U · I · cos φ.
- Einsetzen: P = 230 V · 4,2 A · 0,85 = 821 W.
- Zum Vergleich: Die Scheinleistung S = U · I = 966 VA; die Blindleistung Q = √(S² − P²) = 509 var pendelt zwischen Netz und Motorwicklung. Die abgegebene mechanische Leistung ist um den Wirkungsgrad kleiner (bei η = 0,8 etwa 657 W).
Ergebnis: ≈ 821 W (S = 966 VA)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für sinusförmige Spannung und Strom; bei nichtlinearen Verbrauchern (Netzteile ohne Leistungsfaktorkorrektur, Dimmer) ist der Leistungsfaktor λ kleiner als der cos φ der Grundschwingung.
- cos φ ist dimensionslos zwischen 0 und 1: 1 = rein ohmsch, 0 = reine Blindlast.
- Für Drehstrom gilt P = √3 · U · I · cos φ mit U = 400 V.
Typische Fehler
- Scheinleistung (VA) und Wirkleistung (W) gleichgesetzt.
- Leistungsfaktor in Prozent (85) statt als Dezimalzahl (0,85) eingegeben.
Leistungsdreieck: Schein-, Wirk- und Blindleistung
Wie hängen Scheinleistung S, Wirkleistung P und Blindleistung Q zusammen?
Bei Wechselstromverbrauchern mit Phasenverschiebung setzt sich die Scheinleistung S = U · I (in VA) aus zwei senkrecht zueinander stehenden Anteilen zusammen: der Wirkleistung P (in W), die tatsächlich in Arbeit oder Wärme umgesetzt wird, und der Blindleistung Q (in var), die zwischen Netz und Verbraucher hin- und herpendelt. Die drei Größen bilden das Leistungsdreieck mit S als Hypotenuse; der Winkel zwischen S und P ist der Phasenwinkel φ, und es gilt P = S · cos φ sowie Q = S · sin φ.
Der Rechner arbeitet in kW, kvar und kVA. Das Leistungsdreieck ist die Grundlage für die Dimensionierung von Transformatoren und Generatoren (nach S), für die Bemessung von Kompensationsanlagen (nach Q) und für das Verständnis von Blindarbeitskosten beim Netzbetreiber.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| ScheinleistungProdukt aus Spannung und Strom (Hypotenuse des Leistungsdreiecks) | kVA | |
| Wirkleistungin Arbeit oder Wärme umgesetzte Leistung | kW | |
| Blindleistungpendelnde Leistung (Betrag; induktiv oder kapazitiv) | kvar |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Drehstrom-Pumpenmotor nimmt 11 kW Wirkleistung und 7,4 kvar induktive Blindleistung auf. Wie groß ist die Scheinleistung, und welchen Leistungsfaktor hat der Motor?
- Gegeben: P = 11 kW, Q = 7,4 kvar. Gesucht: S.
- Formel: S = √(P² + Q²).
- Einsetzen: S = √(11² + 7,4²) kVA = √(121 + 54,76) kVA = √175,76 kVA = 13,26 kVA.
- Leistungsfaktor: cos φ = P / S = 11 / 13,26 = 0,83; Phasenwinkel φ = 33,9°. Der Strom je Außenleiter folgt aus S: I = S / (√3 · 400 V) = 13 260 VA / 692,8 V = 19,1 A.
Ergebnis: 13,26 kVA (cos φ = 0,83)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für sinusförmige Größen; bei Oberschwingungen kommt die Verzerrungsblindleistung D hinzu (S² = P² + Q² + D²).
- Q wird als Betrag eingegeben; ob induktiv (Motoren, Transformatoren) oder kapazitiv (Kondensatoren, lange Kabel), spielt für S keine Rolle, wohl aber für die Kompensation.
- Bei der Umstellung nach P oder Q muss S größer als die bekannte Komponente sein.
Typische Fehler
- P und Q arithmetisch addiert (S ≠ P + Q).
- kW und kVA gleichgesetzt – Transformatoren und Generatoren werden nach kVA bemessen.
Drehstromleistung
Welche Wirkleistung überträgt ein symmetrisch belastetes Drehstromsystem?
Im Drehstromnetz (400 V zwischen den Außenleitern, 230 V zwischen Außenleiter und Neutralleiter) ergibt sich die Gesamtwirkleistung einer symmetrischen Last als Summe der drei Strangleistungen. Mit der Außenleiterspannung U und dem Außenleiterstrom I lautet sie unabhängig von Stern- oder Dreieckschaltung P = √3 · U · I · cos φ. Der Faktor √3 ≈ 1,732 ist der Verkettungsfaktor zwischen Strang- und Außenleitergrößen.
Der Rechner erwartet U in V und I in A und gibt P in kW aus. Die Formel liefert die Anschlussleistung von Wallboxen, Durchlauferhitzern, Wärmepumpen und Motoren sowie – umgestellt nach I – den Außenleiterstrom für Absicherung und Leitungsbemessung. Bei Heizgeräten ist cos φ = 1, bei Motoren steht er auf dem Typenschild.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| WirkleistungGesamtwirkleistung der drei Stränge | kW | |
| AußenleiterspannungSpannung zwischen zwei Außenleitern (Niederspannungsnetz 400 V) | V | |
| AußenleiterstromStrom je Außenleiter (Effektivwert) | A | |
| LeistungsfaktorWirkfaktor des Verbrauchers (0 … 1) | – |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine Wallbox lädt dreiphasig mit 16 A je Außenleiter an 400 V; das Ladegerät arbeitet mit cos φ ≈ 1. Welche Ladeleistung ergibt sich?
- Gegeben: U = 400 V, I = 16 A, cos φ = 1. Gesucht: P.
- Formel: P = √3 · U · I · cos φ.
- Einsetzen: P = 1,732 · 400 V · 16 A · 1 = 11 085 W.
- Umrechnen: 11 085 W ≈ 11,1 kW – die bekannte „11-kW-Wallbox“. Mit 32 A je Außenleiter ergeben sich 22 kW. Eine 11-kW-Wallbox wird mit 3 × B16 abgesichert und üblicherweise über 5 × 2,5 mm² angeschlossen (Spannungsfall und Verlegeart prüfen).
Ergebnis: 11,09 kW ≈ 11 kW
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für symmetrische Last; bei unsymmetrischer Belastung die drei Strangleistungen einzeln (230 V · I · cos φ) berechnen und addieren.
- U ist die Außenleiterspannung (400 V), nicht die Strangspannung 230 V; I ist der Außenleiterstrom – in Stern- wie in Dreieckschaltung.
- Die Scheinleistung ist S = √3 · U · I (ohne cos φ); nach ihr werden Transformatoren und Zuleitungen bemessen.
Typische Fehler
- 230 V statt 400 V eingesetzt.
- √3 vergessen oder mit 3 multipliziert – die Strangspannung ist bereits um √3 kleiner als die Außenleiterspannung.
- Ergebnis in W erwartet – der Rechner gibt kW aus.
Stromaufnahme eines Drehstrommotors
Welchen Strom nimmt ein Motor mit Abgabeleistung P_ab, cos φ und Wirkungsgrad η auf?
Auf dem Typenschild eines Motors steht die mechanische Abgabeleistung P_ab an der Welle, nicht die elektrische Aufnahme. Die aufgenommene Wirkleistung ist um den Wirkungsgrad η größer (P_zu = P_ab / η), und aus ihr folgt mit der Drehstromformel der Außenleiterstrom: I = P_ab / (√3 · U · cos φ · η). Der Rechner erwartet P_ab in kW.
Dieser Bemessungsstrom ist die Grundlage für Motorschutzschalter, Schütze, Leitungsquerschnitt und Absicherung von Pumpen, Lüftern, Verdichtern und Förderantrieben. Bei Teillast sinken cos φ und η, sodass der Strom weniger stark abnimmt als die Leistung; beim Direktanlauf fließt kurzzeitig das 5- bis 8-Fache des Bemessungsstroms.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| BemessungsstromStrom je Außenleiter bei Bemessungslast | A | |
| Abgabeleistungmechanische Leistung an der Welle (Typenschild) | kW | |
| AußenleiterspannungSpannung zwischen zwei Außenleitern | V | |
| LeistungsfaktorLeistungsfaktor bei Bemessungslast (Typenschild) | – | |
| WirkungsgradWirkungsgrad bei Bemessungslast (Typenschild), als Dezimalzahl | – |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine Heizungs-Umwälzpumpe wird von einem Drehstrommotor mit 7,5 kW Abgabeleistung angetrieben; Typenschild: 400 V, cos φ = 0,84, η = 0,89. Welchen Bemessungsstrom nimmt der Motor auf?
- Gegeben: P_ab = 7,5 kW = 7 500 W, U = 400 V, cos φ = 0,84, η = 0,89. Gesucht: I.
- Formel: I = P_ab / (√3 · U · cos φ · η).
- Einsetzen: I = 7 500 W / (1,732 · 400 V · 0,84 · 0,89) = 7 500 W / 518,0 V = 14,5 A.
- Elektrische Aufnahmeleistung: P_zu = P_ab / η = 7,5 kW / 0,89 = 8,43 kW. Der Motorschutzschalter wird auf 14,5 A eingestellt; beim Direktanlauf fließen kurzzeitig etwa 6 · 14,5 A ≈ 87 A.
Ergebnis: 14,5 A (P_zu ≈ 8,4 kW)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für Bemessungsbetrieb; cos φ und η vom Typenschild gelten für Nennlast und sinken bei Teillast.
- P_ab ist die mechanische Leistung an der Welle in kW; die elektrische Aufnahme ist P_ab / η.
- Bei Umrichterbetrieb bezieht sich die Formel auf die Motorseite; der Netzstrom des Umrichters kann abweichen (Oberschwingungen, cos φ nahe 1).
Typische Fehler
- Wirkungsgrad vergessen – dann fällt der Strom um 5 … 20 % zu klein aus.
- Wirkungsgrad oder cos φ in Prozent statt als Dezimalzahl eingegeben.
- 230 V statt 400 V eingesetzt.
Blindleistungskompensation
Welche Kondensatorleistung hebt den Leistungsfaktor von cos φ₁ auf cos φ₂ an?
Induktive Verbraucher (Motoren, Transformatoren, Drosseln) beziehen Blindleistung aus dem Netz, die Leitungen, Transformatoren und Zähler belastet, ohne Arbeit zu leisten. Netzbetreiber stellen Blindarbeit in Rechnung, wenn der mittlere Leistungsfaktor unter etwa 0,9 liegt. Parallel geschaltete Kondensatoren liefern die Blindleistung vor Ort und entlasten das Netz. Die nötige Kondensatorleistung Q_C ist die Differenz der Blindleistungen vor und nach der Kompensation: Q_C = P · (tan φ₁ − tan φ₂), mit tan φ = Q / P aus dem Leistungsdreieck.
Der Rechner erwartet die Wirkleistung P in kW und die beiden Leistungsfaktoren als Dezimalzahlen; er bildet die Tangenswerte intern über φ = arccos(cos φ) und liefert Q_C in kvar. Der Zielwert cos φ₂ liegt meist bei 0,9 bis 0,95 (nicht 1,0, um Überkompensation und Resonanzen zu vermeiden). Die Umstellung nach cos φ₂ zeigt, welcher Leistungsfaktor mit einer vorhandenen Kondensatorbank erreicht wird.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Kompensationsleistungerforderliche kapazitive Blindleistung der Kondensatoren | kvar | |
| Wirkleistungmittlere Wirkleistung der zu kompensierenden Verbraucher | kW | |
| Leistungsfaktor vorherLeistungsfaktor vor der Kompensation (induktiv) | – | |
| Leistungsfaktor nachherZiel-Leistungsfaktor nach der Kompensation | – |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Betrieb hat eine mittlere Wirkleistung von 50 kW bei cos φ₁ = 0,75 (viele Asynchronmotoren). Der Leistungsfaktor soll auf 0,95 angehoben werden. Welche Kondensatorleistung braucht die Kompensationsanlage?
- Gegeben: P = 50 kW, cos φ₁ = 0,75, cos φ₂ = 0,95. Gesucht: Q_C.
- Tangenswerte: φ₁ = arccos 0,75 = 41,4° → tan φ₁ = 0,882; φ₂ = arccos 0,95 = 18,2° → tan φ₂ = 0,329.
- Formel: Q_C = P · (tan φ₁ − tan φ₂).
- Einsetzen: Q_C = 50 kW · (0,882 − 0,329) = 50 kW · 0,553 = 27,7 kvar.
- Blindleistung vorher Q₁ = 50 · 0,882 = 44,1 kvar, nachher Q₂ = 16,4 kvar. Die Scheinleistung sinkt von 66,7 kVA auf 52,6 kVA, der Netzstrom von 96 A auf 76 A. Gewählt wird eine verdrosselte Anlage mit 30 kvar (z. B. 6 Stufen à 5 kvar).
Ergebnis: 27,7 kvar → Anlage mit 30 kvar
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für induktive Verbraucher (φ > 0) bei sinusförmigen Größen; der Rechner setzt beide Winkel als induktiv (positiv) an.
- Zielwert cos φ₂ meist 0,9 … 0,95; Überkompensation (kapazitives Netzverhalten) ist zu vermeiden. Bei Oberschwingungen im Netz (Umrichter) verdrosselte Anlagen einsetzen.
- Bei der Umstellung nach cos φ₂ muss Q_C kleiner als die vorhandene Blindleistung P · tan φ₁ sein, sonst wird überkompensiert.
- Die Auslegung erfolgt üblicherweise mit der mittleren Wirkleistung aus dem Lastgang (Zählerwerte), nicht mit der installierten Leistung.
Typische Fehler
- cos φ statt tan φ in die Differenz eingesetzt.
- Leistungsfaktoren in Prozent eingegeben.
- Scheinleistung statt Wirkleistung für P verwendet.
Transformator: Spannungs- und Windungszahlverhältnis
Wie verhalten sich Primär- und Sekundärspannung zu den Windungszahlen?
Ein Transformator überträgt Wechselspannung über ein gemeinsames Magnetfeld von der Primär- auf die Sekundärwicklung. Beim idealen (verlustfreien) Transformator verhalten sich die Spannungen wie die Windungszahlen: U₁ / U₂ = N₁ / N₂. Das Übersetzungsverhältnis ü = N₁ / N₂ bestimmt, ob die Spannung herauf- oder herabgesetzt wird. Da die Leistung erhalten bleibt (U₁ · I₁ = U₂ · I₂), verhalten sich die Ströme umgekehrt: I₁ / I₂ = N₂ / N₁ – die Wicklung mit der kleineren Spannung führt den größeren Strom und braucht den dickeren Draht.
Steuertransformatoren (400 V oder 230 V → 24 V), Klingel- und Sicherheitstransformatoren, Stromwandler und Verteiltransformatoren (20 kV → 400 V) folgen dieser Grundbeziehung. Unter Last weicht die Sekundärspannung durch Wicklungswiderstände und Streuinduktivitäten etwas vom Leerlaufwert ab (Kurzschlussspannung u_k, typisch 2 … 6 %).
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| PrimärspannungSpannung an der Eingangswicklung | V | |
| SekundärspannungSpannung an der Ausgangswicklung (Leerlauf) | V | |
| Windungszahl primärAnzahl der Windungen der Primärwicklung | – | |
| Windungszahl sekundärAnzahl der Windungen der Sekundärwicklung | – |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Steuertransformator soll 400 V auf 24 V herabsetzen. Die Primärwicklung hat 1 000 Windungen. Wie viele Windungen braucht die Sekundärwicklung?
- Gegeben: U₁ = 400 V, U₂ = 24 V, N₁ = 1 000. Gesucht: N₂.
- Umstellen nach N₂: N₂ = N₁ · U₂ / U₁.
- Einsetzen: N₂ = 1 000 · 24 V / 400 V = 60 Windungen.
- Übersetzungsverhältnis ü = N₁ / N₂ = 16,7. Bei 100 VA Nennleistung fließen sekundär I₂ = 100 VA / 24 V = 4,2 A, primär nur I₁ = 4,2 A / 16,7 = 0,25 A – die Sekundärwicklung braucht den deutlich größeren Drahtquerschnitt.
Ergebnis: 60 Windungen
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für den idealen Transformator (Leerlauf, keine Verluste); unter Last sinkt U₂ um einige Prozent (Kurzschlussspannung u_k).
- Nur für Wechselspannung – Gleichspannung wird nicht übertragen.
- Die Windungszahlen sind dimensionslos; für den Rechner zählt nur ihr Verhältnis.
Typische Fehler
- Primär- und Sekundärseite vertauscht.
- Strom- und Spannungsverhältnis verwechselt – die Ströme verhalten sich umgekehrt zu den Windungszahlen.
Energie & Kosten
2 FormelnElektrische Arbeit (Energie)
Wie viel Energie in kWh verbraucht ein Gerät mit der Leistung P in der Zeit t?
Die elektrische Arbeit W ist die über die Zeit aufsummierte Leistung – das, was der Stromzähler misst. Läuft ein Verbraucher mit konstanter Leistung P über die Zeit t, ist W = P · t. Die technische Einheit ist die Kilowattstunde: 1 kWh = 1 kW · 1 h = 3 600 kJ = 3,6 MJ.
Die Formel ist die Basis jeder Verbrauchs- und Kostenrechnung: Jahresverbrauch einer Wärmepumpe aus mittlerer Leistung und Laufzeit, geladene Energie eines Elektroautos, Standby-Verluste über das Jahr. Bei schwankender Leistung wird mit dem Mittelwert der Leistung über die Laufzeit gerechnet oder in Zeitabschnitte unterteilt.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| elektrische Arbeitumgesetzte Energie (Zählerstand-Differenz) | kWh | |
| Leistungmittlere Leistung während der Laufzeit | kW | |
| ZeitLaufzeit in Stunden (Minuten ÷ 60) | h |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Elektroauto lädt an einer 11-kW-Wallbox 4 h lang mit voller Leistung. Welche Energiemenge wird geladen?
- Gegeben: P = 11 kW, t = 4 h. Gesucht: W.
- Formel: W = P · t.
- Einsetzen: W = 11 kW · 4 h = 44 kWh.
- Umrechnen: 44 kWh · 3 600 kJ/kWh = 158 400 kJ ≈ 158 MJ. Bei rund 18 kWh je 100 km reicht das für etwa 240 km; die tatsächlich in der Batterie gespeicherte Energie ist um die Ladeverluste (≈ 5 … 15 %) geringer.
Ergebnis: 44 kWh
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für konstante Leistung; bei schwankender Leistung mit dem Mittelwert über die Laufzeit rechnen.
- Zeit in Stunden eingeben (Minuten ÷ 60), Leistung in kW (W ÷ 1 000).
- 1 kWh = 3 600 kJ = 3,6 MJ; 1 kWh entspricht rund 860 kcal.
Typische Fehler
- W und kW gemischt – 2 000 W · 3 h sind 6 kWh, nicht 6 000 kWh.
- Minuten statt Stunden eingesetzt.
Energiekosten
Was kostet ein Verbrauch von W Kilowattstunden bei einem Arbeitspreis in ct/kWh?
Die Stromkosten für einen Verbrauch W ergeben sich aus dem Arbeitspreis p des Tarifs. Da der Arbeitspreis in Cent je Kilowattstunde angegeben wird, teilt die Formel durch 100 und liefert die Kosten in Euro. Grundpreis, Zählergebühren und – bei Nettopreisen – die Umsatzsteuer kommen zusätzlich hinzu.
Mit der Umstellung nach W lässt sich abschätzen, wie viel Energie für ein Budget zur Verfügung steht, mit der Umstellung nach p, welcher Tarif ein Vorhaben wirtschaftlich macht – etwa der Vergleich zwischen Haushaltsstrom und einem vergünstigten Wärmepumpentarif.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Energiekostenverbrauchsabhängige Kosten (nur Arbeitspreis, ohne Grundpreis) | € | |
| Energiemengeverbrauchte elektrische Arbeit | kWh | |
| ArbeitspreisPreis je Kilowattstunde laut Tarif | ct/kWh |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Eine Wärmepumpe verbraucht im Jahr 4 500 kWh Strom; der Wärmepumpentarif hat einen Arbeitspreis von 28 ct/kWh. Welche jährlichen Energiekosten entstehen?
- Gegeben: W = 4 500 kWh, p = 28 ct/kWh. Gesucht: K.
- Formel: K = W · p / 100.
- Einsetzen: K = 4 500 kWh · 28 ct/kWh / 100 ct/€ = 126 000 ct / 100 = 1 260 €.
- Hinzu kommt der Grundpreis des Tarifs (z. B. 10 €/Monat = 120 €/a). Zum Vergleich: Dieselbe Menge zum Haushaltstarif von 35 ct/kWh kostet 1 575 €.
Ergebnis: 1 260 € (nur Arbeitspreis)
Gültigkeit & Hinweise
- Nur der verbrauchsabhängige Anteil; Grundpreis und gegebenenfalls Umsatzsteuer gesondert hinzurechnen.
- Bei Tarifen mit Hoch- und Niedertarif (HT/NT) oder dynamischen Preisen die Energiemengen je Preisstufe getrennt rechnen und addieren.
- Die Formel gilt ebenso für Gas oder Fernwärme, wenn der Verbrauch in kWh vorliegt.
Typische Fehler
- Arbeitspreis in €/kWh (0,28) statt ct/kWh (28) eingegeben – dann ist das Ergebnis um den Faktor 100 zu klein.