Induktiver Blindwiderstand
Welchen Widerstand setzt eine Spule einem Wechselstrom der Frequenz f entgegen?
Eine Spule (Induktivität L) widersetzt sich jeder Stromänderung durch Selbstinduktion. Bei Wechselstrom wirkt das wie ein Widerstand, der mit Frequenz und Induktivität wächst: der induktive Blindwiderstand X_L = 2 · π · f · L. Bei Gleichstrom ist er null (nur der Drahtwiderstand bleibt), bei hohen Frequenzen sperrt die Spule. Der Strom eilt der Spannung um 90° nach.
Der Rechner erwartet L in Millihenry (mH) und f in Hz und liefert X_L in Ω. Induktive Blindwiderstände bestimmen das Verhalten von Motorwicklungen, Transformatoren, Drosseln (Netz- und Motordrosseln an Umrichtern), Schützspulen und Filterkreisen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| induktiver BlindwiderstandWechselstromwiderstand der Spule bei der Frequenz f | Ω | |
| FrequenzFrequenz des Wechselstroms | Hz | |
| InduktivitätInduktivität der Spule (1 H = 1 000 mH) | mH |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikInduktiver Blindwiderstand über der Frequenz
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Die Wicklung eines kleinen Pumpenmotors hat eine Induktivität von 120 mH. Welchen induktiven Blindwiderstand hat sie bei Netzfrequenz 50 Hz?
- Gegeben: f = 50 Hz, L = 120 mH = 0,12 H. Gesucht: X_L.
- Formel: X_L = 2 · π · f · L.
- Einsetzen: X_L = 2 · π · 50 Hz · 0,12 H = 37,7 Ω.
- Zusammen mit dem Wicklungswiderstand (z. B. R = 20 Ω) ergibt sich der Scheinwiderstand Z = √(20² + 37,7²) Ω = 42,7 Ω und an 230 V ein Strom von 5,4 A; an einem Umrichter mit 25 Hz wäre X_L nur halb so groß.
Ergebnis: 37,7 Ω
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für ideale Spulen mit konstanter Induktivität bei sinusförmigem Strom; Spulen mit Eisenkern sättigen bei hohen Strömen, dann sinkt L.
- Der ohmsche Wicklungswiderstand kommt geometrisch hinzu (siehe Scheinwiderstand), nicht arithmetisch.
- Bei Umrichterbetrieb mit veränderlicher Frequenz ändert sich X_L proportional zur Frequenz – deshalb wird die Motorspannung mit der Frequenz mitgeführt (U/f-Kennlinie).
Typische Fehler
- Induktivität in H statt mH eingegeben (1 H = 1 000 mH).
- Kreisfrequenz ω und Frequenz f verwechselt.