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Elektrotechnik

Spannungsfall auf einer Drehstromleitung

Wie groß ist der Spannungsfall einer dreiphasigen Zuleitung bei symmetrischer Last?

Umstellen nach

Bei symmetrisch belastetem Drehstrom fließt im Neutralleiter kein Strom; der Rückstrom jedes Außenleiters schließt sich über die beiden anderen. Dadurch tritt in der Formel statt des Faktors 2 der Verkettungsfaktor √3 auf, und der Spannungsfall bezieht sich auf die Außenleiterspannung 400 V. Der Leistungsfaktor cos φ berücksichtigt, dass bei induktiver Last nur der Wirkanteil des Stroms am ohmschen Leitungswiderstand den Spannungsfall bestimmt (induktiver Anteil der Leitung vernachlässigt).

Typische Anwendungen sind Zuleitungen zu 11-kW- und 22-kW-Wallboxen, Wärmepumpen, Drehstrommotoren und Unterverteilungen. Bei gleicher Leistung ist der Spannungsfall bei Drehstrom deutlich kleiner als einphasig, weil der Strom je Außenleiter geringer ist und √3 statt 2 wirkt. Die Empfehlungen zum zulässigen Spannungsfall (DIN 18015-1: 3 %; DIN VDE 0100-520: 3 % Beleuchtung, 5 % sonstige Verbrauchsmittel) gelten hier bezogen auf 400 V.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
SpannungsfallSpannungsverlust der Außenleiterspannung (Bezug 400 V)V
Leitungslängeeinfache Länge der Leitung bis zum Verbraucherm
AußenleiterstromStrom je Außenleiter (Effektivwert)A
LeistungsfaktorLeistungsfaktor des Verbrauchers (0 … 1)–
elektrische LeitfähigkeitWerkstoffkennwert bei 20 °C (siehe Tabelle)m/(Ω·mm²)
LeiterquerschnittQuerschnitt einer Adermm²

Rechner

V
m
A
typisch: Wallbox / Heizung 1 · Motor 0,8 … 0,9
m/(Ω·mm²)
typisch: Kupfer 56 · Aluminium 35
mm²
typisch: 2,5 · 4 · 6 · 10 · 16

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Eine 11-kW-Wallbox (16 A je Außenleiter, cos φ ≈ 1) wird über 30 m Kupferleitung 5 × 2,5 mm² versorgt. Wie groß ist der Spannungsfall?

  1. Gegeben: l = 30 m, I = 16 A, cos φ = 1, κ = 56 m/(Ω·mm²), A = 2,5 mm². Gesucht: ΔU.
  2. Formel: ΔU = √3 · l · I · cos φ / (κ · A).
  3. Einsetzen: ΔU = 1,732 · 30 m · 16 A · 1 / (56 m/(Ω·mm²) · 2,5 mm²) = 831,4 / 140 V = 5,94 V.
  4. Prozentual: 5,94 V / 400 V · 100 % = 1,5 %. Zum Vergleich: Dieselben 11 kW einphasig (48 A) über 30 m 2,5 mm² ergäben 2 · 30 · 48 / 140 = 20,6 V = 8,9 % – bei gleicher Leistung ist der Spannungsfall dreiphasig rund sechsmal kleiner.

Ergebnis: 5,94 V ≈ 1,5 % von 400 V

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für symmetrische Last (gleicher Strom in allen drei Außenleitern); bei unsymmetrischer Last oder einphasigen Verbrauchern am Drehstromnetz die einphasige Formel mit Bezug 230 V verwenden.
  • Näherung für Leitungen bis etwa 16 mm²: Der induktive Anteil der Leitungsimpedanz ist vernachlässigt; bei großen Querschnitten und kleinem cos φ wird er relevant.
  • Der prozentuale Spannungsfall bezieht sich auf 400 V; Empfehlungen: 3 % (DIN 18015-1) bzw. 3 % / 5 % (DIN VDE 0100-520).
  • Die Umstellung nach cos φ dient nur Kontrollrechnungen; ein Ergebnis über 1 zeigt, dass die übrigen Werte nicht zusammenpassen.

Typische Fehler

  • Faktor 2 statt √3 verwendet.
  • 230 V statt 400 V als Bezug für die Prozentangabe.
  • Gesamtleistung in einen einphasigen Strom umgerechnet statt Strom je Außenleiter.
Verwandte Formeln:Quelle: Tabellenbuch Elektrotechnik; DIN 18015-1 und DIN VDE 0100-520 (Empfehlungen zum Spannungsfall)