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Gebäudeenergieberatung

Heizlast (vereinfacht aus H_T und H_V)

Überschlägige Gebäudeheizlast aus den Verlustkoeffizienten und der Normaußentemperatur.

Umstellen nach

Die Heizlast Φ_HL ist die Heizleistung, die das Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht, um die Innentemperatur zu halten. Vereinfacht ergibt sie sich aus der Summe von Transmissions- und Lüftungswärmeverlustkoeffizient, multipliziert mit der Differenz zwischen Innentemperatur und Normaußentemperatur. Die Normaußentemperatur ist ein standortabhängiger Auslegungswert nach DIN/TS 12831-1 (in Deutschland etwa −8 °C bis −16 °C).

In der Energieberatung dient die Formel der Plausibilitätsprüfung und der ersten Dimensionierung eines Wärmeerzeugers, etwa beim Umstieg vom Gaskessel auf die Wärmepumpe. Die normgerechte Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1 arbeitet raumweise, mit Aufheizzuschlägen und detaillierten Lüftungsansätzen; sie ist für die Auslegung von Heizflächen und Wärmepumpen maßgebend. Die vereinfachte Formel liegt in der Regel auf der sicheren Seite, da solare und interne Gewinne nicht angerechnet werden.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Heizlasterforderliche Heizleistung am AuslegungstagW
TransmissionswärmeverlustkoeffizientSumme aller Bauteile einschließlich WärmebrückenW/K
Lüftungswärmeverlustkoeffizientn · V · 0,34W/K
InnentemperaturNorm-Innentemperatur, Wohnräume 20 °C°C
NormaußentemperaturAuslegungswert des Standorts nach DIN/TS 12831-1°C

Rechner

W
W/K
W/K
°C
typisch: 20
°C
typisch: −8 … −16

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Für das Einfamilienhaus von 1975 (H_T = 473 W/K, H_V = 101 W/K) soll vor dem Heizungstausch die Heizlast abgeschätzt werden. Innentemperatur 20 °C, Normaußentemperatur des Standorts −12 °C.

  1. Gegeben: H_T = 473 W/K, H_V = 101 W/K, θ_i = 20 °C, θ_e = −12 °C.
  2. Gesamtverlustkoeffizient: H_T + H_V = 574 W/K. Temperaturdifferenz: 20 − (−12) = 32 K.
  3. Φ_HL = 574 W/K · 32 K = 18 368 W ≈ 18,4 kW.
  4. Einordnung: Bei 180 m² Gebäudenutzfläche sind das rund 100 W/m² – typisch für ungedämmte Gebäude der 1970er-Jahre. Nach Dämmung von Wand und Dach und Fenstertausch sinkt H_T auf etwa 150 W/K und die Heizlast auf rund 8 kW – erst dann ist eine Wärmepumpe wirtschaftlich auslegbar.

Ergebnis: 18 368 W ≈ 18,4 kW

Gültigkeit & Hinweise

  • Überschlagsformel ohne solare und interne Gewinne und ohne Aufheizzuschläge; für die Auslegung von Wärmeerzeugern und Heizflächen ist die raumweise Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1 maßgebend.
  • Normaußentemperaturen nach DIN/TS 12831-1 (Klimadaten je Postleitzahl) liegen in Deutschland etwa zwischen −8 °C und −16 °C; die Werte der älteren DIN EN 12831 Beiblatt 1 (z. B. Berlin −14 °C) liegen teils tiefer. Den Wert für den Standort aus der Norm bzw. der Planungssoftware entnehmen.
  • Für Bauteile gegen unbeheizte Räume ist in H_T der Temperatur-Korrekturfaktor bereits enthalten.

Typische Fehler

  • Heizlast mit dem Jahresheizwärmebedarf verwechseln (kW gegen kWh/a).
  • Normaußentemperatur ohne Vorzeichen einsetzen.