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Gebäudeenergieberatung

Transmissionswärmeverlustkoeffizient H_T (Bauteil)

Wärmeverlust eines Bauteils je Kelvin – mit Temperatur-Korrekturfaktor und Wärmebrückenzuschlag.

Umstellen nach

Der Transmissionswärmeverlustkoeffizient H_T gibt an, wie viel Wärme je Kelvin Temperaturdifferenz durch Wärmeleitung über die Gebäudehülle verloren geht (Einheit W/K). Für ein einzelnes Bauteil ist er das Produkt aus U-Wert und Fläche, korrigiert um den Temperatur-Korrekturfaktor F_x: Bauteile gegen Außenluft zählen voll (F_x = 1,0), Bauteile gegen Erdreich, unbeheizte Keller oder Dachräume nur anteilig, weil dort eine geringere Temperaturdifferenz anliegt. Hinzu kommt der Wärmebrückenzuschlag ΔU_WB, der die zusätzlichen Verluste an Ecken, Anschlüssen und Durchdringungen pauschal erfasst und im Nachweis auf die gesamte Hüllfläche bezogen wird.

Die Summe über alle Bauteile ist der H_T des Gebäudes, aus dem sich Heizlast, Heizwärmebedarf und der spezifische Transmissionswärmeverlust H'_T für den GEG-Nachweis ergeben. Diese vereinfachte Bauteilformel folgt DIN V 4108-6 bzw. DIN V 18599-2; die Richtwerte für F_x und ΔU_WB stehen in den Tabellen neben dem Rechner.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
TransmissionswärmeverlustkoeffizientWärmeverlust des Bauteils je Kelvin einschließlich WärmebrückenzuschlagW/K
WärmedurchgangskoeffizientU-Wert des BauteilsW/(m²·K)
BauteilflächeFläche nach Außenmaßenm²
Temperatur-KorrekturfaktorAußenluft 1,0 · unbeheizter Dachraum 0,8 · Erdreich/unbeheizter Keller 0,5 … 0,6 (siehe Tabelle)–
Wärmebrückenzuschlagpauschal 0,10 · Kategorie A 0,05 · Kategorie B 0,03 (siehe Tabelle)W/(m²·K)

Rechner

W/K
W/(m²·K)
m²
typisch: 1,0 · 0,8 · 0,6 · 0,5
W/(m²·K)
typisch: 0,10 · 0,05 · 0,03

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Für den Energieausweis des Einfamilienhauses von 1975 wird die ungedämmte Außenwand (U = 1,30 W/(m²·K), 160 m², gegen Außenluft) bilanziert; Wärmebrücken werden mangels Nachweis pauschal mit 0,10 W/(m²·K) angesetzt. Wie groß ist H_T der Außenwand?

  1. Gegeben: U = 1,30 W/(m²·K), A = 160 m², F_x = 1,0 (Außenluft), ΔU_WB = 0,10 W/(m²·K).
  2. Bauteilanteil: U · A · F_x = 1,30 · 160 · 1,0 = 208 W/K.
  3. Wärmebrückenanteil: ΔU_WB · A = 0,10 · 160 = 16 W/K.
  4. H_T = 208 + 16 = 224 W/K.
  5. Einordnung: Bei 32 K Temperaturdifferenz (20 °C / −12 °C) entspricht das 224 · 32 = 7 168 W Heizleistung allein für die Außenwand.

Ergebnis: 224 W/K

Gültigkeit & Hinweise

  • Vereinfachte Bauteilformel; im GEG-Nachweis wird H_T als Summe über alle Bauteile gebildet und der Wärmebrückenzuschlag auf die gesamte wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogen: H_T = Σ(F_x,i · U_i · A_i) + ΔU_WB · A_gesamt.
  • Temperatur-Korrekturfaktoren nach DIN V 4108-6 bzw. DIN V 18599-2 (Richtwerte in der Tabelle); für Bauteile gegen Erdreich hängt F_x von der Dämmung und der Bodenplattengeometrie ab.
  • Wärmebrückenzuschlag nach GEG § 24: 0,10 W/(m²·K) ohne Nachweis; 0,05 bei Gleichwertigkeit nach DIN 4108 Beiblatt 2 Kategorie A; 0,03 bei Kategorie B; alternativ detaillierte Berechnung der Ψ-Werte.
  • Ab dem 1. Januar 2027 verweist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) für die Bilanzierung auf DIN/TS 18599:2025-10.

Typische Fehler

  • Wärmebrückenzuschlag bei Bauteilen gegen Erdreich mit F_x multiplizieren – der Zuschlag wird ohne Korrekturfaktor angesetzt.
  • Flächen nach Innenmaßen statt Außenmaßen.