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Gebäudeenergieberatung

U-Wert eines einschichtigen Bauteils

U-Wert einer homogenen Wand oder Dämmplatte mit Übergangswiderständen – schnelle Abschätzung.

Umstellen nach

Für ein Bauteil aus einer einzigen homogenen Schicht – etwa eine ungedämmte Ziegelwand, eine Porenbetonwand oder eine Betondecke – vereinfacht sich die U-Wert-Berechnung auf einen Term: Zum Wärmedurchlasswiderstand d/λ kommen nur noch die beiden Übergangswiderstände R_si und R_se. Dünne Putzschichten ändern das Ergebnis meist nur in der zweiten Nachkommastelle und werden bei dieser Abschätzung weggelassen.

Die Formel eignet sich für die schnelle Einordnung von Bestandsbauteilen in der Vor-Ort-Beratung (Welchen U-Wert hat eine 30 cm dicke Ziegelwand von 1975?) und für die umgekehrte Frage, welche Dicke ein monolithischer Wandbaustoff für einen Ziel-U-Wert braucht. Für mehrschichtige Aufbauten steht der Schichtenrechner zur Verfügung.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
WärmedurchgangskoeffizientU-Wert des Bauteils einschließlich ÜbergangswiderständenW/(m²·K)
BauteildickeDicke der homogenen Schicht in Meternm
WärmeleitfähigkeitBemessungswert des Baustoffs, siehe TabelleW/(m·K)
innerer Wärmeübergangswiderstand0,13 horizontal · 0,10 aufwärts · 0,17 abwärtsm²·K/W
äußerer Wärmeübergangswiderstand0,04 gegen Außenluft; gegen unbeheizte Räume = R_sim²·K/W

Rechner

W/(m²·K)
m
typisch: 0,1 … 0,5
W/(m·K)
m²·K/W
m²·K/W

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

GrafikU-Wert über der Bauteildicke

U-Wert über der BauteildickeArbeitspunkt bei d = 0,3 m und U = 1,299 W/(m²·K). Kurven für Mineralwolle 035, Porenbeton (0,09), Hochlochziegel (0,50).024600,20,40,6d in mU in W/(m²·K)1,2990,3Mineralwolle 035Porenbeton (0,09)Hochlochziegel (0,50)
Beispiel: 1,30 W/(m²·K)

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Die Außenwand eines Einfamilienhauses von 1975 besteht aus 30 cm Hochlochziegel-Mauerwerk mit λ = 0,50 W/(m·K); die Putzschichten werden vernachlässigt. Welchen U-Wert hat die ungedämmte Wand?

  1. Gegeben: d = 30 cm = 0,30 m, λ = 0,50 W/(m·K), R_si = 0,13 m²·K/W, R_se = 0,04 m²·K/W.
  2. Wärmedurchlasswiderstand: d/λ = 0,30 / 0,50 = 0,60 m²·K/W.
  3. Gesamtwiderstand: R_T = 0,13 + 0,60 + 0,04 = 0,77 m²·K/W.
  4. U = 1 / 0,77 m²·K/W = 1,30 W/(m²·K).
  5. Einordnung: Der Wert liegt mehr als fünfmal über dem GEG-Höchstwert für sanierte Außenwände (0,24 W/(m²·K)) – ein typischer Befund für ungedämmte Bestandswände der 1970er-Jahre.

Ergebnis: 1,30 W/(m²·K)

Gültigkeit & Hinweise

  • Nur für homogene Bauteile; Putze, Bekleidungen und Luftschichten sind hier vernachlässigt (sie verbessern den U-Wert geringfügig).
  • Die Umstellung nach d oder λ ist nur sinnvoll, wenn 1/U größer als R_si + R_se ist (U < 5,9 W/(m²·K) bei 0,13/0,04).
  • R_si/R_se nach DIN EN ISO 6946; für den Schimmelnachweis nach DIN 4108-2 wird an der Innenoberfläche mit R_si = 0,25 m²·K/W gerechnet (siehe Innenoberflächentemperatur).

Typische Fehler

  • Dicke in cm einsetzen.
  • Übergangswiderstände weglassen – bei dünnen oder gut leitenden Bauteilen liegt der U-Wert dann deutlich zu hoch.