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Gebäudeenergieberatung

U-Wert eines Fensters

U_w aus Verglasung, Rahmen und Glasrandverbund – die Kennzahl für den Fenstertausch.

Umstellen nach

Ein Fenster besteht aus Verglasung (Index g), Rahmen (Index f) und dem Glasrandverbund, an dem der Abstandhalter eine linienförmige Wärmebrücke bildet. Der Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters U_w ergibt sich nach DIN EN ISO 10077-1 als flächengewichtetes Mittel aus U_g und U_f zuzüglich des längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten Ψ_g des Glasrandes, multipliziert mit der Umfangslänge l_g der Verglasung.

In der Energieberatung ist U_w die Größe, die mit den Anforderungen verglichen wird: GEG-Anlage 7 verlangt beim Fenstertausch U_w ≤ 1,3 W/(m²·K), Förderprogramme setzen meist strengere Werte an. Weil der Rahmenanteil bei kleinen Fenstern groß ist, kann ein Fenster mit sehr guter Verglasung trotzdem einen mäßigen U_w haben – die Formel zeigt, welcher Anteil den Ausschlag gibt.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
U-Wert des FenstersWärmedurchgangskoeffizient des gesamten FenstersW/(m²·K)
Glasflächesichtbare Verglasungsflächem²
U-Wert der Verglasung2-fach-Wärmeschutzglas ≈ 1,1 · 3-fach ≈ 0,5 … 0,7W/(m²·K)
RahmenflächeFläche von Blendrahmen und Flügelrahmen (projiziert)m²
U-Wert des RahmensKunststoff/Holz ≈ 1,0 … 1,4 · Aluminium ≈ 1,6 … 2,2W/(m²·K)
Umfangslänge der VerglasungLänge des Glasrandverbunds (Umfang der sichtbaren Glasfläche)m
längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient des GlasrandesAluminium-Abstandhalter ≈ 0,08 · „warme Kante“ ≈ 0,04W/(m·K)

Rechner

W/(m²·K)
m²
W/(m²·K)
typisch: 0,5 … 1,1
m²
W/(m²·K)
typisch: 0,9 … 2,0
m
W/(m·K)
typisch: 0,03 … 0,08

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Beim Fenstertausch im Einfamilienhaus wird ein Kunststofffenster mit Dreifachverglasung eingebaut: Glasfläche 1,30 m², Rahmenfläche 0,52 m², Glasumfang 4,6 m, U_g = 0,7 W/(m²·K), U_f = 1,2 W/(m²·K), Abstandhalter „warme Kante“ mit Ψ_g = 0,04 W/(m·K). Welchen U_w hat das Fenster?

  1. Gegeben: A_g = 1,30 m², U_g = 0,7 W/(m²·K), A_f = 0,52 m², U_f = 1,2 W/(m²·K), l_g = 4,6 m, Ψ_g = 0,04 W/(m·K).
  2. Zähler: 1,30 · 0,7 + 0,52 · 1,2 + 4,6 · 0,04 = 0,910 + 0,624 + 0,184 = 1,718 W/K.
  3. Nenner: A_g + A_f = 1,30 + 0,52 = 1,82 m².
  4. U_w = 1,718 W/K / 1,82 m² = 0,944 W/(m²·K).
  5. Einordnung: Deutlich besser als der GEG-Höchstwert von 1,3 W/(m²·K); der Rahmen trägt trotz nur 29 % Flächenanteil 36 % zum Wärmeverlust bei.

Ergebnis: 0,94 W/(m²·K)

Gültigkeit & Hinweise

  • Formel nach DIN EN ISO 10077-1; Herstellerangaben zu U_w beziehen sich auf das Normprüfmaß 1,23 m × 1,48 m – für abweichende Fenstergrößen ändert sich U_w mit dem Rahmenanteil.
  • Keine Umstellung nach A_g, A_f oder l_g: Die Geometrie folgt aus dem Fenstermaß und wird nicht aus einem Ziel-U_w zurückgerechnet.
  • Rollladenkästen, Sprossen und Montagefugen sind nicht enthalten; beim Einbau entsteht zusätzlich eine Wärmebrücke zur Laibung (Ψ-Wert des Einbaus).

Typische Fehler

  • U_g der Verglasung als U_w des Fensters ausgeben – das unterschätzt den Verlust meist um 20 … 40 %.
  • Glasumfang l_g mit dem Fensterumfang verwechseln.
Verwandte Formeln:Quelle: DIN EN ISO 10077-1; GEG Anlage 7 (U_w ≤ 1,3 W/(m²·K) beim Fenstertausch)