Wärmedurchlasswiderstand einer Schicht
Wie stark bremst eine Baustoffschicht den Wärmestrom? R = d/λ.
Der Wärmedurchlasswiderstand R einer homogenen Schicht ist das Verhältnis ihrer Dicke d zur Wärmeleitfähigkeit λ des Baustoffs. Die Wärmeleitfähigkeit gibt an, welcher Wärmestrom bei 1 K Temperaturunterschied durch 1 m Baustoffdicke und 1 m² Fläche fließt; je kleiner λ, desto besser dämmt der Stoff. Für Berechnungen nach GEG und DIN 4108 werden die Bemessungswerte λ_B verwendet (Tabellenwerte nach DIN 4108-4 oder bauaufsichtlich zugelassene Herstellerwerte), nicht die Nennwerte aus Prospekten.
R ist der Grundbaustein jeder U-Wert-Berechnung: Die Widerstände aller Schichten eines Bauteils werden addiert, dazu kommen die Wärmeübergangswiderstände an den Oberflächen. In der Energieberatung dient die Formel vor allem dazu, Dämmdicken zu bemessen – etwa die Frage, wie viel Zentimeter Mineralwolle nötig sind, um einen bestimmten Widerstand zu erreichen. Die Dicke wird in Metern eingesetzt; Zentimeterangaben aus der Planung sind vorher umzurechnen.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| WärmedurchlasswiderstandWiderstand der Schicht gegen den Wärmedurchgang (ohne Übergangswiderstände) | m²·K/W | |
| SchichtdickeDicke der Schicht in Metern (z. B. 16 cm = 0,16 m) | m | |
| WärmeleitfähigkeitBemessungswert λ_B des Baustoffs, siehe Tabelle | W/(m·K) |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
GrafikWärmedurchlasswiderstand über der Schichtdicke
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Für die Außenwanddämmung eines Einfamilienhauses (Baujahr 1975) ist ein Wärmedämm-Verbundsystem mit 16 cm Mineralwolle der Wärmeleitfähigkeitsstufe 035 vorgesehen. Welchen Wärmedurchlasswiderstand bringt die Dämmschicht?
- Gegeben: d = 16 cm = 0,16 m, λ = 0,035 W/(m·K) (Bemessungswert WLS 035).
- Formel: R = d / λ.
- Einsetzen: R = 0,16 m / 0,035 W/(m·K) = 4,571 m²·K/W.
- Einordnung: Die ungedämmte Wand aus 30 cm Hochlochziegel (λ ≈ 0,50) hat nur R = 0,30/0,50 = 0,60 m²·K/W – die Dämmschicht erhöht den Widerstand des Bauteils also um mehr als das Siebenfache.
Ergebnis: 4,57 m²·K/W
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für homogene, ebene Schichten mit konstantem λ; inhomogene Schichten (z. B. Sparren mit Zwischensparrendämmung) werden nach DIN EN ISO 6946 mit oberem und unterem Grenzwert bewertet.
- Für den GEG-Nachweis sind die Bemessungswerte λ_B nach DIN 4108-4 bzw. aus der bauaufsichtlichen Zulassung maßgebend (Nennwerte λ_D der Hersteller sind etwas günstiger).
- Ruhende Luftschichten haben keinen Wert d/λ, sondern feste Tabellenwerte nach DIN EN ISO 6946 (z. B. 0,18 m²·K/W für 2 … 30 cm, horizontal).
Typische Fehler
- Dicke in Zentimetern statt in Metern einsetzen – das Ergebnis wird dann um den Faktor 100 zu groß.
- Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS 035) mit 0,35 statt 0,035 W/(m·K) verwechseln.