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Festigkeitslehre

Zweistützbalken mit Gleichlast: Durchbiegung

Wie stark hängt ein frei aufliegender Träger unter Gleichlast durch?

Umstellen nach

Die größte Durchbiegung des Einfeldträgers unter Gleichlast liegt in Feldmitte: f = 5 · q · L⁴ / (384 · E · I). Die Stützweite geht hier mit der vierten Potenz ein – eine um 10 % größere Spannweite erhöht die Durchbiegung um rund 46 %. Deshalb ist bei weit gespannten Pfetten, Deckenbalken und Rohrbrückenträgern fast immer die Durchbiegung und nicht die Spannung maßgebend.

Die Formel setzt konstanten Querschnitt, konstante Streckenlast und beidseitig gelenkige Lagerung voraus. Übliche Grenzwerte liegen bei L/200 bis L/300, bei Decken mit empfindlichem Ausbau auch bei L/500.

Für Holz ist zu beachten, dass der E-Modul deutlich niedriger ist als bei Stahl (Nadelholz C24 längs zur Faser etwa 11 000 N/mm²) und dass unter Dauerlast zusätzlich Kriechverformungen auftreten.

Größen und Einheiten

SymbolBedeutungEinheit
Durchbiegunggrößte Durchbiegung in Feldmittemm
Streckenlastgleichmäßig verteilte Last je Länge (1 kN/m = 1 N/mm)N/mm
StützweiteAbstand der beiden Auflagermm
ElastizitätsmodulWerkstoffkennwertN/mm²
Flächenträgheitsmomentum die Biegeachse (Rechteck: b · h³ / 12; Profiltabelle: 1 cm⁴ = 10 000 mm⁴)mm⁴

Rechner

mm
N/mm
mm
N/mm²
typisch: Stahl 210 000 · Aluminium 70 000 · Nadelholz 11 000
mm⁴

Ergebnis

Rechenweg

  1. Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.

Grafik

Zweistützbalken mit Gleichlast: DurchbiegungBalken auf zwei Stützen mit Gleichstreckenlast mit L = 4 500 mm, q = 2 N/mm, f = 14,56 mm, M max = 5 062 500 N·mm, E = 11 000 N/mm², I = 66 666 667 mm⁴.q = 2 N/mmf = 14,56 mmL = 4 500 mmMmax​ = 5 062 500 N·mmE = 11 000 N/mm²I = 66 666 667 mm⁴f überhöht dargestellt
Beispiel: ≈ 14,6 mm (L/309)

Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.

Beispiel

Die Holzpfette 100 mm × 200 mm (Nadelholz C24, E = 11 000 N/mm², I = 66 666 667 mm⁴) mit 4,5 m Stützweite trägt 2,0 kN/m. Wie groß ist die Durchbiegung, und ist L/300 eingehalten?

  1. Umrechnen: q = 2,0 kN/m = 2,0 N/mm; L = 4 500 mm; E = 11 000 N/mm²; I = b · h³ / 12 = 100 · 200³ / 12 mm⁴ ≈ 66 666 667 mm⁴.
  2. Formel: f = 5 · q · L⁴ / (384 · E · I).
  3. Einsetzen: f = 5 · 2,0 N/mm · (4 500 mm)⁴ / (384 · 11 000 N/mm² · 66 666 667 mm⁴) = 4,10 · 10¹⁵ / 2,816 · 10¹⁴ mm ≈ 14,6 mm.
  4. Grenzwert: L/300 = 4 500 mm / 300 = 15 mm. Mit 14,6 mm ist der Grenzwert knapp eingehalten; Kriechverformungen des Holzes sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Ergebnis: ≈ 14,6 mm (L/309)

Gültigkeit & Hinweise

  • Gilt für beidseitig gelenkige Lagerung, konstante Gleichlast, konstanten Querschnitt und kleine Durchbiegungen.
  • Bei Holz das Kriechen berücksichtigen: Die Enddurchbiegung nach DIN EN 1995-1-1 ist deutlich größer als die elastische Anfangsdurchbiegung.
  • Eine zusätzliche mittige Einzellast F erhöht die Durchbiegung um F · L³ / (48 · E · I).

Typische Fehler

  • L in m einsetzen – wegen L⁴ ist das Ergebnis dann um 10¹² falsch.
  • I in cm⁴ oder E in kN/mm² einsetzen.