Technische Gebäudeausrüstung (TGA)
Pegeladdition zweier Schallquellen
Wie laut sind zwei unterschiedlich laute Quellen zusammen?
Sind zwei Schallquellen unterschiedlich laut, werden nicht die Pegel addiert, sondern die zugehörigen Schallenergien: Jeder Pegel wird in seine Energiegröße 10^(L/10) zurückgerechnet, die Energien werden addiert und das Ergebnis wieder in einen Pegel umgewandelt. Das Ergebnis liegt immer zwischen dem höheren Einzelpegel und dem höheren Pegel plus 3 dB.
Praktisch wichtig ist die Faustregel, die aus der Formel folgt: Liegt eine Quelle 10 dB oder mehr unter der anderen, erhöht sie den Gesamtpegel um weniger als 0,5 dB – sie ist akustisch bedeutungslos. Deshalb lohnt sich Schallschutz immer zuerst an der lautesten Quelle. Mit der Umstellung nach L_1 oder L_2 lässt sich ein Störpegel „herausrechnen“, z. B. der Fremdgeräuschpegel bei einer Messung.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| GesamtpegelPegel beider Quellen zusammen | dB | |
| Pegel Quelle 1Schallpegel der ersten Quelle am Bezugsort | dB | |
| Pegel Quelle 2Schallpegel der zweiten Quelle am Bezugsort | dB |
Rechenweg
- Werte eintragen, eine Größe leer lassen, „Lösen“ drücken.
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Im Heizungskeller erzeugt die Umwälzpumpe am Messort 48 dB(A), der Brenner des Kessels 55 dB(A). Welcher Gesamtpegel entsteht bei gleichzeitigem Betrieb?
- Gegeben: L_1 = 48 dB(A), L_2 = 55 dB(A).
- Energiegrößen: 10^(48/10) = 10^4,8 = 63 096; 10^(55/10) = 10^5,5 = 316 228.
- Summe: 63 096 + 316 228 = 379 324.
- Gesamtpegel: L = 10 · lg(379 324) = 10 · 5,579 = 55,8 dB(A).
- Die 7 dB leisere Pumpe erhöht den Pegel des Brenners also nur um 0,8 dB – Schallschutzmaßnahmen sollten beim Brenner ansetzen.
Ergebnis: ≈ 55,8 dB(A)
Gültigkeit & Hinweise
- Gilt für inkohärente Quellen am gleichen Bezugsort mit gleicher Frequenzbewertung (dB oder dB(A)).
- Faustregel für den Zuschlag auf den höheren Pegel: Differenz 0 dB → +3,0 dB; 1 dB → +2,5; 2 dB → +2,1; 3 dB → +1,8; 5 dB → +1,2; 6 dB → +1,0; 10 dB → +0,4; 20 dB → +0,04.
- Die Umstellung nach L_1 bzw. L_2 (Pegelsubtraktion) ist nur für L > L_2 bzw. L > L_1 definiert; bei weniger als 3 dB Abstand zwischen Gesamt- und Störpegel wird das Ergebnis sehr unsicher (DIN EN ISO 3744 empfiehlt dann keine Korrektur).
- Für mehr als zwei Quellen wird die Formel schrittweise angewendet oder die Summe über alle 10^(L_i/10) gebildet.
Typische Fehler
- Pegel direkt addieren oder den Mittelwert bilden.
- Beim Herausrechnen eines Störpegels Gesamt- und Störpegel vertauschen (negative Energie, Logarithmus nicht definiert).