Technische Gebäudeausrüstung (TGA)
Luftvolumenstrom aus Luftwechselzahl
Wie viel Luft muss je Stunde ausgetauscht werden, wenn der Raum n-mal pro Stunde durchlüftet wird?
Die Luftwechselzahl n gibt an, wie oft das Luftvolumen eines Raums je Stunde ausgetauscht wird. Multipliziert mit dem Raumvolumen ergibt sie den Luftvolumenstrom, den eine Lüftungsanlage fördern muss. Die Luftwechselzahl ist die einfachste Kenngröße für die Vorauslegung und zum Vergleich von Räumen unterschiedlicher Nutzung.
In der Praxis wird der Volumenstrom je nach Raumnutzung entweder über die Luftwechselzahl, über die Personenzahl oder über die abzuführende Schadstoff-, Feuchte- oder Wärmelast bestimmt; maßgebend ist der größte Wert. Für Wohngebäude gilt DIN 1946-6, für Nichtwohngebäude DIN EN 16798-1, für Küchen VDI 2052.
Größen und Einheiten
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Luftvolumenstromzu fördernde Luftmenge je Stunde (Zuluft bzw. Abluft) | m³/h | |
| LuftwechselzahlAnzahl der vollständigen Luftwechsel je Stunde, siehe Richtwerttabelle | 1/h | |
| RaumvolumenLänge · Breite · lichte Höhe des Raums | m³ |
Rechenweg
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Grafik
Ergebnis ohne Gewähr – ersetzt keine Fachplanung.
Beispiel
Ein Besprechungsraum in einem Bürogebäude ist 6,0 m lang, 5,0 m breit und 3,0 m hoch. Für die Vorauslegung der Lüftungsanlage wird ein vierfacher Luftwechsel angesetzt. Welcher Luftvolumenstrom ist erforderlich?
- Raumvolumen: V_R = 6,0 m · 5,0 m · 3,0 m = 90 m³.
- Gegeben: n = 4 1/h (Richtwert Besprechungsraum 4 … 8).
- Einsetzen: V̇ = 4 1/h · 90 m³ = 360 m³/h.
- Plausibilitätsprüfung über die Personenzahl: 360 m³/h entsprechen bei 30 m³/h je Person 12 Personen – passend für einen Besprechungsraum dieser Größe.
Ergebnis: 360 m³/h
Gültigkeit & Hinweise
- Die Luftwechselzahl ist ein Überschlagswert; für Nichtwohngebäude ist die personen- und flächenbezogene Berechnung nach DIN EN 16798-1 maßgebend, für Wohngebäude das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6.
- Bei hohen Räumen (Hallen) bezieht sich die Luftwechselzahl oft nur auf die Aufenthaltszone bis etwa 3 m Höhe, nicht auf das gesamte Volumen.
- Der Luftvolumenstrom gilt für die Nennlüftung; Anlagen mit Bedarfsregelung fahren im Teillastbetrieb deutlich weniger.
Typische Fehler
- Grundfläche statt Raumvolumen einsetzen.
- Luftwechselzahl aus einer anderen Nutzung übernehmen (z. B. Bad-Werte für ein Büro).